Griechenland macht Jagd auf den giftigen Hasenkopf-Kugelfisch

• Lesezeit: 2 Min.

Von Sabrina Doschek

Feedback

Ein Hasenkopf-Kugelfisch
Circa 40 Zentimeter lang und 9 Kilogramm schwer: Der Hasenkopf-Kugelfisch treibt sein Unwesen in Griechenland© iStock.com/Sakis Lazarides

Vorsicht, bissig! Der giftige Hasenkopf-Kugelfisch macht Fischern in Griechenland zunehmend zu schaffen, weshalb die Regierung jetzt eine Fangprämie ausgeschrieben hat. Ist die invasive Art auch für Badegäste gefährlich?

  • Invasiver Kugelfisch schädigt Fischerei massiv

  • Griechenland zahlt Kopfgeld, um Bestand einzudämmen

  • Wie hoch ist das Risiko für Urlauber und Urlauberinnen?

Über den Suezkanal wanderte er Anfang der 2000er Jahre ins Mittelmeer, machte erst in der Türkei Probleme, um jetzt in Griechenland zuzuschnappen: Der giftige Hasenkopf-Kugelfisch (Lagocephalus sceleratus), der eigentlich aus dem Indischen Ozean und dem Pazifik stammt. Um dem bissigen Meeresbewohner Herr zu werden, hat Griechenland nun eine Prämie für seinen Fang ausgeschrieben.

In bestimmten Regionen des Landes, unter anderem auf Kreta und an der südlichen Ägäis, erhalten Berufsfischer und -fischerinnen künftig rund 5 Euro Kopfgeld pro Kilo gefangenem Hasenkopf-Kugelfisch. Ein großer Anreiz, denn der Kugelfisch frisst ihnen regelmäßig die Netze leer und zerbeißt sie dabei. Außerdem vermehrt er sich inzwischen so stark, dass heimische Arten verdrängt werden.

Hasenkopf-Kugelfisch: Bissig, giftig und ungenießbar

In Griechenland hat der Fisch zuletzt für großen Wirbel gesorgt, da er giftig und somit nicht essbar ist und zudem scharfe, schnabelartige Zähne hat, die in der Vergangenheit bereits heftige Bisswunden verursacht haben.

Für Griechenland-Reisende und Badegäste vor Ort gibt das HCMR (Hellenic Centre for Marine Research) jedoch Entwarnung: Bisher gibt es nur einen Fall von 2022, wo ein Schwimmer gebissen wurde.

Gift des Hasenkopf-Kugelfischs blockiert Nerven

Der Hasenkopf-Kugelfisch enthält das Nervengift Tetrodotoxin (TTX), das die Reizweiterleitung in den Nerven blockiert und durch Kochen nicht zerstört wird. Dennoch seien die Risiken laut HCMR gering. Häufiger gebe es beispielsweise Verletzungen durch das heimische Petermännchen.

Urlaubstipps und Reiseinspirationen. Kostenlos vom ADAC

Türkei: Erfolg bei Jagd auf Hasenkopf-Kugelfisch

In der Türkei gibt es seit Jahren ein ähnliches Programm, das bereits zum Erfolg führte: Laut türkischem Landwirtschafts- und Forstministerium wurden 2025 rund 290.000 Hasenkopf-Kugelfische gefangen und so die Entwicklung von 22 Millionen neuen Fischen verhindert.

Mit Material von dpa.