Sehenswürdigkeiten auf Kreta: Die besten Tipps

Kretische Schönheit: Der Strand von Matala an der Südküste
Kretische Schönheit: Der Strand von Matala an der Südküste© Shutterstock/Jaroslav Moravcik

Sandstrände, hohe Berge, wilde Schluchten und sensationelle Ausgrabungsstätten: Auf Kreta wird es nicht langweilig. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Insel plus Karte.

  • Hafenstädte und urige Dörfer

  • Minoische Kultur

  • Kreta mit Kindern

Kreta, die größte Insel Griechenlands, ist ein Urlaubsziel voller Abwechslung. Hier lassen sich Strandtage, Trekkingtouren und Sightseeing bestens verbinden.

Karte: Kreta auf einen Blick

Samaria-Schlucht: Der griechische Grand Canyon

Schlucht von Samaria: Wandern in einer der längsten Schluchten Europas © Shutterstock/proslgn

Bis zu 600 Meter hohe, senkrechte Felswände und eine überwältigende Natur: Eine Wanderung durch den spektakulärsten Teil der 17 Kilometer langen Samaria-Schlucht ist ein Höhepunkt jedes Kreta-Urlaubs. Das Abenteuer beginnt bei Xyloskalo auf 1230 Metern Höhe, dem nördlichen Einstieg in den Grand Canyon Griechenlands. Mit etwas Glück sieht man am Himmel Bartgeier kreisen.

Vorsicht: Die wilden Ziegen erleichtern Wanderer gern um Proviant. Ziel der Route ist das Fischerdorf Agia Roumeli am Libyschen Meer. In einer der Tavernen kann man dann erschöpft, aber glücklich aufs Wasser schauen.

Tipp: Weniger bekannt ist die Aradena-Schlucht, die vom Weißen Gebirge ebenfalls zum Libyschen Meer führt. Die Wände der Felsenschlucht gehen teilweise 138 Meter senkrecht in die Tiefe und gehören zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten auf Kreta. Der Durchgang ist mit einer Breite von 8 bis 23 Metern sehr eng.

Agios Nikolaos: Hafenstadt im Nordosten

Blaue Stunde: Blick auf die Hafenstadt Agios Nikolaos © Shutterstock/Rostislav Ageev

Eine der schönsten Städte auf Kreta ist Agios Nikolaos an der Mirabello-Bucht im Nordosten der Insel. Hier gibt es jede Menge Bars, Tavernen, Cafés und hübsche Geschäfte, mittendrin der 64 Meter tiefe Voulismeni-See, der durch einen Kanal mit dem Meer verbunden ist. Aufsehenerregende Funde aus der Jungsteinzeit und der römischen Epoche kann man in der Altstadt im Archäologischen Museum neben der byzantinischen Kirche besichtigen.

Tipp: Der Straßenmarkt am Mittwoch präsentiert sich noch richtig authentisch. Viele Einheimische kaufen hier ihre Lebensmittel ein.

Spinalonga: Insel der Leprakranken

Früher Leprakolonie, heute beliebtes Touristenziel: Die Insel Spinalonga © Shutterstock/slava296

Vom Fährhafen von Agios Nikolaos fahren Ausflugsboote auf das Eiland Spinalonga. Im 16. Jahrhundert errichteten die Venezianer hier eine Festung, große Teile des mächtigen Gemäuers sind noch gut erhalten. Bekannt wurde Spinalonga aber vor allem als Insel der Leprakranken. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erhielten Infizierte hier ein Dach über dem Kopf. Täglich wurden Medikamente und Lebensmittel von Kreta auf die Insel gebracht. Trotz ihrer Krankheit konnten die Insulaner so ein relativ normales Leben in einer dörflichen Gemeinschaft führen.

1957 verließen die letzten Bewohnenden der Kolonie die Insel, nachdem entdeckt worden war, wie Lepra geheilt werden kann. Fotoausstellungen und Infotafeln berichten von der ergreifenden Vergangenheit Spinalongas. Heute gehört die Insel zu den Top-Sehenswürdigkeiten Kretas.

Lassithi-Plateau: Grüne Idylle

Die Windmühlen mit den weißen Tüchern sind das Markenzeichen des Lassithi-Plateaus © Shutterstock/Vladimir1984

Bei einer Erkundungstour der 830 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Hochebene von Lassithi bieten sich tolle Ausblicke auf die imposante kretische Bergwelt. Die mit Segeltuch bespannten Windmühlen sind ein beliebtes Fotomotiv in Kretas fruchtbarster Region. Früher gab es Tausende davon. Hauptattraktion bleibt aber die Tropfsteinhöhle Diktéon Ántron bei der Ortschaft Psychro. Der Legende nach wurde hier der Göttervater Zeus geboren. Wissenschaftlich belegt ist auf jeden Fall, dass die Höhle schon seit der Hochkultur der Minoer vor 4000 Jahren eine Kultstätte war.

Heraklion (Iraklio): Weltberühmtes Museum

Antike Waffen im Archäologischen Museum von Heraklion © Shutterstock/Oleksandr Pantielieiev

Mit knapp 175.000 Einwohnern ist Heraklion, auch Iraklio, die größte Stadt auf Kreta und das wirtschaftliche Zentrum der Insel. Entsprechend quirlig geht es in den Straßen und auf den Plätzen zu. Rund um den venezianischen Hafen mit seinen Tavernen und der Festung aus dem 16. Jahrhundert lässt es sich gemütlich flanieren. Das Essen ist jedoch meist besser in den Lokalen abseits des Hafens – einfach darauf achten, wo auch die Einheimischen essen.

Hauptattraktion von Heraklion ist das Archäologische Museum mit der weltweit größten Sammlung minoischer Artefakte. Die Kultur der Minoer gilt als Wiege der europäischen Kultur. Im Museum erwartet Sie eine Zeitreise von 7000 vor bis ins 5. Jahrhundert nach Christus. Die prächtigsten Fundstücke stammen aus Knossos, etwa der Bullenkopf mit Intarsien aus Perlmutt und Bergkristall oder das Spielbrett aus Elfenbein, Gold und Silber.

Palast von Knossos: Dem Minotaurus auf der Spur

Der Palast von Knossos gilt als Zentrum der minoischen Zivilisation © Shutterstock/Georgios Tsichlis

Rund vier Kilometer südlich von Heraklion liegt die bekannteste minoische Ausgrabungsstätte: Knossos war um 2000 Jahre vor Christus eine gewaltige Palastanlage, Heimstatt des sagenhaften Königs Minos, Sohn des Göttervaters Zeus und der phönizischen Prinzessin Europa. In den zahlreichen Räumen, Gängen und Säulenhallen wird das Labyrinth des Minotaurus vermutet. Das Monster – halb Mensch, halb Stier – wurde der Legende nach von Theseus im Labyrinth zur Strecke gebracht. Zum Glück hatte ihm die Königstochter Ariadne eine Rolle Garn als Wegmarkierung zugesteckt.

Heute muss niemand mehr Angst haben, den Faden zu verlieren: Aus den Palastruinen hat der Archäologe Sir Arthur Evans ein faszinierendes, aber auch übersichtliches Ensemble aus Sälen, Höfen und Säulen geschaffen – ein Muss im Kreta-Urlaub. Dennoch kommt in Knossos auf all den Wegen, die Menschen bereits vor 4000 Jahren beschritten haben, echtes Indiana-Jones-Feeling auf.

Réthimnon: Perle der Nordküste

Der venezianische Hafen von Réthimnon ist Ausgangpunkt vieler Bootstouren © Shutterstock/Lucian BOLCA

Fortezza, die mächtige Festung über Réthimnon, wurde 1570 von den Venezianern erbaut. 1646 eroberten die Türken die Bastion. Aus dieser Zeit stammt die Sultan-Ibrahim-Moschee, die innerhalb der Burgmauern mit ihrer elf Meter breiten Kuppel beeindruckt. Fortezza bietet atemberaubende Ausblicke auf das Meer und die Altstadt von Réthimnon, die zum Unesco-Welterbe zählt. Zentrum ist der Rimondi-Brunnen mit seinen drei Löwenköpfen. Der venezianische Hafen von Réthimnon zählt zu den schönsten auf Kreta.

Mit über zehn Kilometern Länge ist der goldgelbe Stadtstrand einer der längsten der Insel. Die vom Aussterben bedrohte Meeresschildkröte Caretta caretta legt hier ihre Eier ab – seit unvorstellbaren 120 Millionen Jahren immer zwischen Mai und August. In dieser Zeit ist erhöhte Vorsicht geboten, schließlich können Sonnenschirme, -liegen und anderes Strandequipment lebensgefährlich für den Schildkrötennachwuchs werden. Freiwillige Helfende markieren daher die Nester und setzen sie im Zweifel um.

Tipp: Von Réthimnon aus kann man Bootsausflüge entlang der Nordküste unternehmen, etwa Ganztagstouren zum Baden und Schnorcheln.

Kloster Arkadi: Symbol für die Freiheit

Das Kloster Arkadi steht symbolisch für Heldenmut und den Kampf der Kreter für die Freiheit © Shutterstock/Sina Ettmer Photography

Das Kloster Arkadi, rund 25 Kilometer südöstlich von Réthimnon gelegen, ist so etwas wie das Nationalheiligtum Kretas. Rund tausend Menschen, vor allem Frauen und Kinder, fanden in der burgähnlichen Anlage Zuflucht, als 1866 der Aufstand gegen die Türken begann. Als die türkischen Truppen die Tore durchbrachen, sprengten die Kreter kurzerhand das Pulvermagazin des Klosters in die Luft und rissen etliche türkische Angreifer mit in den Tod. Die Flüchtlinge wollten lieber sterben als in Gefangenschaft geraten. So wurde die Klosterkirche zum Symbol des Freiheitswillens. Im Klostermuseum gibt es eine Ausstellung über den Freiheitskampf.

Tipp: Im Kloster gilt zu knappe Kleidung als unangemessen. Die Schultern sollten bedeckt sein.

Chania: Bildschöne Hafenstadt

Die Stadt Chania mit ihren bunten Herrenhäusern gehört zu den Top-Sehenswürdigkeiten auf Kreta © ADAC Reisemagazin/Jonas Nefzger

Die verwinkelten Gassen der Altstadt von Chania gleichen einem Freilichtmuseum. Freitreppen und Loggien, Marmorportale und Brunnen – es gibt hier immer wieder Neues zu entdecken. Die farbenfrohen venezianischen Herrenhäuser, das bunte Treiben in der historischen Markthalle: Chania mit seinen 60.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist ein Höhepunkt im Kreta-Urlaub.

Tipp: In der Nähe des Flughafens von Chania liegt das Kloster Agia Triada. Die Mönche produzieren eigenen Wein und exzellentes Olivenöl. Auch das kleine Ikonen-Museum ist einen Blick wert.

Strand von Vai: Kreta-Urlaub unter Palmen

Highlight an der Ostküste: Palmenstrand von Vai © Shutterstock/Georgios Tsichlis

Karibikfeeling im Mittelmeer: Der Palmenstrand von Vai im Osten Kretas gehört zu den schönsten Stränden der Insel. Mehr als 5000 kretische Dattelpalmen spenden Schatten. Damit ist Vai der größte Palmenhain Europas und eine der Hauptattraktionen Kretas. Der Strand und die umliegende Region gehört dem Toplou-Kloster, das auch einen Abstecher lohnt, vor allem die umfangreiche Sammlung byzantinischer Ikonen.

Tipp: Nur einen kurzen Spaziergang nördlich von Vai stößt man auf den Strand von Itanos mit den Ruinen einer uralten Stadt. Beim Schnorcheln kann man sogar unter Wasser Fragmente des antiken Itanos entdecken.

Lefka Ori: Trekking in den Weißen Bergen

Die Lefka Ori bzw. Weißen Berge sind das größte Gebirgsmassiv auf Kreta © Shutterstock/Patryk Kosmider

Zu mehr als drei Vierteln besteht Kreta aus gewaltigen Gebirgszügen, manche über 2000 Meter hoch. Das größte Massiv bilden die Lefka Ori, die Weißen Berge im Westen. Bis in den Sommer hinein können die Gipfel mit Schnee bedeckt sein, der höchste Gipfel Pachnes misst immerhin 2453 Meter.

Atemberaubend ist die Bergwüste, wo mehr als fünfzig kegelartige Gipfel, Sori genannt, die Höhe von 2000 Metern überschreiten. Erfahrene Bergwanderer, die den uralten Hirtenpfaden folgen, finden Traumrouten mit Landschaften voller Wildblumen, Schluchten und Höhlen. Die berühmteste Schlucht ist Samaria. Guter Einstieg in die Bergwelt: das Dorf Omalos, wo es auch ein paar Restaurants und Pensionen gibt.

Tipp: Am besten man folgt einem Guide, denn die Gegend ist sehr unwegsam und kaum besiedelt. Auch Wegweiser fehlen.

Tourmail – alle wichtigen Infos kurz vor Reisebeginn

Wie ist das Wetter an den ersten Urlaubstagen? Gibt es wichtige Nachrichten für Ihr Reiseziel?

Lassen Sie sich kurz vor der Abreise ganz aktuell per E-Mail informieren: TourMail – ein kostenloser Service, exklusiv für ADAC Mitglieder.

Kreta mit Kindern

CretAquarium: Seepferdchen und Riesenhaie

Bei einem Urlaub mit Kindern ist das CretAquarium ein Höhepunkt © Shutterstock/Isidoros Andronos

Im CretAquarium*, einem der größten Aquarien Europas, etwa 14 Kilometer von Heraklion entfernt, tummeln sich winzige Seepferdchen, riesige Meeresschildkröten und meterlange Haie. Mehr als 2500 Arten gibt es dort zu entdecken. Da machen nicht nur Kids große Augen: Alt und Jung können einiges lernen über die Funktion des marinen Ökosystems. Audiovisuelle Medien ergänzen das Erlebnis. Zur eingehenden Beobachtung der 60 Becken steht von Mikroskopen bis U-Boot-Periskopen eine ganze Palette an Hilfsmitteln bereit.

Acquaplus Waterpark: Familienspaß pur

Der Acquaplus Waterpark auf Kreta beeindruckt mit seinen Rutschen © Studio Profoto

Der Name ist Programm: Die Wasserrutschen "Giants of Terror" sind wirklich nichts für schwache Nerven. Bei der Attraktion für Adrenalinjunkies geht es fast senkrecht ins Wasser. Der Acquaplus Waterpark* bei Chersónissos an der Nordküste wartet mit 50 verschiedenen Rutschen auf. Die ganz Kleinen fühlen sich im Baby- und Kinderbecken sowie auf der Hüpfburg wohl. Für Kinder unter vier Jahren ist der Eintritt frei.

Labyrinth Theme Park: Flucht aus Atlantis

Abenteuer erleben können Kinder und Erwachsene im Labyrinth Theme Park auf Kreta © labyrinthpark.gr

Ebenfalls bei Chersónissos liegt der Labyrinth Theme Park*. Das über 1300 Quadratmeter große Labyrinth ist das perfekte Terrain für ein Familienabenteuer. Im Zentrum des Irrgartens lauert der schreckliche Minotaurus. Spannend auch der Escape Room: Nur 50 Minuten bleiben Zeit, um aus Atlantis zu entkommen. Minigolf, Bogenschießen, Quadfahren, Töpfern, Reiten – im Themenpark kann man mühelos einen ganzen Tag verbringen.

Geheimtipps auf Kreta

Kolimbari: Urige Bergdörfer

Im Örtchen Vouves steht der älteste Olivenbaum Kretas © Shutterstock/Jurek Adamski

Ein Glas Weißwein und dazu knusprig frittierter Tintenfisch – in der Taverne Palio Arhontiko* im Fischerdorf Kolimbari schmeckt’s typisch kretisch. Die Region um Kolimbari ist mit seinen Bergdörfern und versteckten Badebuchten immer noch ein Geheimtipp. Nicht verpassen: das Örtchen Vouves. Auf dem Marktplatz steht der älteste Olivenbaum Kretas, geschätzte 3500 bis 5000 Jahre alt. Der Methusalem trägt sogar noch Früchte.

Falassarna: Traumstrand im Westen

Geheimtipp für Kreta-Reisende: Der Strand von Falassarna © Shutterstock/DaLiu

Neben den bekannten Stränden auf Kreta gibt es auch echte Geheimtipps wie jenen von Falassarna an der Westküste. Die mächtigen Felsvorsprünge im Meer dienen dort als natürliche Wellenbrecher. Die Berge rundum geben der sandigen Bucht ein einzigartiges Panorama. Der Strand steht unter Naturschutz.

Text: Hans Schloemer

*Durch Anklicken des Links werden Sie auf eine externe Internetseite weitergeleitet, für deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.