Tankrabatt seit 1. Mai: Steuersenkung nur teilweise weitergegeben

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Von Sabrina Doschek

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Günstigere Preise an den Tankstellen seit 1. Mai durch den Tankrabatt
Hohe Spritpreise: Tanken bleibt für Autofahrende teuer. Der Tankrabatt bringt etwas Entlastung© dpa/Daniel Reinhardt

Seit dem 1. Mai um Mitternacht greift der Tankrabatt. Er soll die drastischen Preissteigerungen bei Benzin und Diesel seit Beginn des Irankriegs abmildern. So wirkt er sich an der Zapfsäule aus.

  • Energiesteuer seit 1. Mai um ca. 14 Cent gesenkt

  • Benzin- und Dieselpreise steigen wieder leicht

  • ADAC kritisiert: Steuersenkung wird nicht vollständig weitergegeben

  • Tankrabatt gilt für zwei Monate

Tankrabatt: So wirkt er sich aus

Seit dem 1. Mai greift der Tankrabatt: Der Bund hat die Energiesteuer um ca. 14 Cent gesenkt. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils müsste sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben – gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent Entlastung.

Trotz Senkung der Energiesteuer legen die Spritpreise nach einem kurzen Rückgang wieder zu, obwohl der Rohölpreis dafür keinen Anlass gibt. So lag am Montag, 4. Mai, der Tagesdurchschnittspreis für einen Liter Super E10 bei 2,019 Euro, ein Liter Diesel kostete 2,101 Euro. Gegenüber dem Vortag sind die Preise damit erneut leicht gestiegen.

Der ADAC kritisiert, dass die Energiesteuersenkung von knapp 17 Cent noch immer nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben wurde und dass die Mineralölkonzerne erneut Preise anheben, ohne dass dies durch einen steigenden Rohölpreis gerechtfertigt wäre.

Im Vergleich zum Tagesdurchschnittspreis am Donnerstag, 30. April, waren die Spritpreise am Montag, 4. Mai, nur 10,7 Cent (Super E10) bzw. 11,4 Cent (Diesel) günstiger. Weil der Rohölpreis am Wochenende niedriger lag als am 30. April, hätten die Preise noch stärker als um den Betrag der Energiesteuersenkung sinken müssen.

Infolge der angespannten Lage im Nahen Osten ist nun der Brent-Ölpreis wieder gestiegen und bewegt sich aktuell, Dienstag, 5. Mai, 8 Uhr, erneut in einer Spanne von 110 bis 115 US‑Dollar. Damit liegt er auf einem vergleichbaren Niveau wie am 30. April, dem letzten Tag vor Inkrafttreten der Energiesteuersenkung.

Auch der Euro-Dollar-Wechselkurs entspricht in etwa dem Stand von Ende April, sodass ein Vergleich zwischen dem 30. April und dem 4. Mai sinnvoll ist. Daraus ergibt sich, dass bislang lediglich rund 11 Cent je Liter der Steuersenkung an die Verbraucher und Verbraucherinnen weitergegeben wurden.

Benzinpreis und Dieselpreis im Tagesvergleich

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Durchschnittspreise für Benzin und Diesel von Tag zu Tag. Die Auswirkung des Tankrabatts, der seit dem 1. Mai 2026 gilt, wurde also erstmals am 2. Mai sichtbar.

Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 sind die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hat sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells (s. u.) am 1. April.

Was ist das Österreich-Modell?

Das Österreich-Modell, eingeführt am 1. April 2026, ist eine Regelung, nach der Mineralölkonzerne nur noch einmal täglich um 12 Uhr die Benzin- und Dieselpreise nach oben anpassen dürfen. Preissenkungen sind jedoch jederzeit möglich.

Der Dieselpreis erreichte an jedem der sechs folgenden Tage sogar ein neues Allzeithoch, in der Spitze kostete Diesel 2,447 Euro je Liter. Bei Super E10 fehlte am 6. April, dem Tag mit dem bislang höchsten Stand des Jahres, bei 2,192 Euro je Liter nur noch 1 Cent zum Allzeithoch vom Beginn des Ukraine-Kriegs 2022.

Benzinpreis und Dieselpreis im Wochenvergleich

In der Woche bis zum 28. April, also vor Einführung des Tankrabatts, wurden Benzin und Diesel teurer. Wie die ADAC Auswertung zeigt, sind die Preise für Diesel gegenüber der Vorwoche um 7,1 Cent je Liter und für Super E10 um 4,4 Cent gestiegen.

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Ölpreis: Entwicklung im Vergleich zur Vorwoche

Der Rohölpreis als wichtigster Faktor bei der Entstehung der Kraftstoffpreise lag mit rund 104 US-Dollar (ca. 89 Euro) für die Sorte Brent am Dienstag, 28. April, deutlich über dem Niveau der Vorwoche. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat sich der Ölpreis um mehr als 70 Prozent erhöht. Die für den globalen Öl- und Gastransport zentrale Straße von Hormus ist weiterhin blockiert – eine Öffnung ist derzeit nicht absehbar, und damit auch keine nachhaltig fallenden Ölpreise.

Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen

Die Erfahrungen nach den ersten Wochen des Österreich-Modells zeigen, dass die Spritpreise kurz vor 12 Uhr stark ansteigen und dann bis zum Abend in abnehmender Geschwindigkeit fallen. Nachts gibt es kaum Preisbewegungen. Erst ab dem nächsten Morgen sinken die Preise wieder etwas, bis erneut der Anstieg um 12 Uhr mittags vollzogen wird. Somit ist der günstigste Tankzeitpunkt im Tagesverlauf kurz vor dem einmaligen Erhöhungszeitpunkt am Mittag.

Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:

  • Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.

  • Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.

  • Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.

Mitarbeit: Katharina Dümmer

Mit Material von dpa.