Tankkosten: Benzinpreis und Dieselpreis springen stark nach oben

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Von Redaktion

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Tanken- Zapfhahn im blauem Auto
Günstiger tanken: Wer beispielsweise in den Abendstunden zur Zapfsäule fährt, kann sparen© Shutterstock/Fahroni

Preisschock an der Zapfsäule: Die Kraftstoffpreise sind im Vergleich zur Vorwoche in ganz Deutschland aufgrund des Nahost-Krieges dramatisch angestiegen. Dennoch gibt es minimale Unterschiede in den einzelnen Bundesländern. Plus: Wie Sie beim Tanken trotzdem sparen können.

  • Bundesländervergleich: Autofahrende tanken im Südwesten am preiswertesten

  • Bundesweit kostet ein Liter Super E10 14,8 Cent mehr, Diesel 27,1 Cent mehr als vor einer Woche

  • Ölpreis schießt ebenfalls in die Höhe

  • Kosten sparen: Abends statt morgens tanken

Der Krieg im Nahen Osten hat in ganz Deutschland die Spritpreise sprunghaft ansteigen lassen, doch in manchen Bundesländern ist Tanken noch ein Stück teurer als im Rest des Landes. Wie die aktuelle ADAC Auswertung der Tankstellenpreise in den 16 deutschen Bundesländern zeigt, zahlen die Autofahrerinnen und Autofahrer in Hessen und Brandenburg derzeit die höchsten Spritpreise, während das Saarland und Rheinland-Pfalz – wie so oft – die niedrigsten aufweisen. Gleichwohl sind die ermittelten Unterschiede derzeit etwas geringer als bei vergangenen Auswertungen.

Autofahrende tanken im Südwesten am preiswertesten

Laut ADAC ist Super E10 derzeit in Hessen am teuersten: Ein Liter kostet hier im Mittel 2,017 Euro. In Brandenburg auf dem vorletzten Platz im Bundesländer-Ranking liegt der Preis für Super E10 mit 2,012 Euro nur knapp darunter. Am günstigsten ist Super E10 im Saarland – hier kostet ein Liter im Schnitt 1,969 Euro, gefolgt von Rheinland-Pfalz mit 1,973 Euro. Damit tankt man in Hessen derzeit um 4,8 Cent teurer als im Saarland.

Diesel-Fahrende tanken in Brandenburg am teuersten. Für einen Liter Diesel sind aktuell 2,156 Euro fällig. Hessen ist mit 2,136 Euro vorletzter, aber immerhin schon zwei Cent günstiger. Den Platz des günstigsten Bundeslandes teilen sich Rheinland-Pfalz und das Saarland mit einem Durchschnittspreis von 2,088 Euro. Die Preisdifferenz zwischen Schlusslicht Brandenburg und den beiden günstigsten Bundesländern liegt bei 6,8 Cent.

+++ Aktuellste Informationen zum Sprit- und Ölpreis im Zuge des Nahost-Krieges finden Sie hier +++

Benzinpreis und Dieselpreis (Stand: 10. März)

Wie die aktuelle ADAC Auswertung der Spritpreise in Deutschland zeigt, kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel 2,045 Euro. Damit hat sich Super E10 gegenüber der Vorwoche um 14,8 Cent verteuert.

Um einiges deutlicher noch ist der Dieselpreis gestiegen: Ein Liter kostet im Schnitt 2,188 Euro, das ist ein Plus von 27,1 Cent. Ähnliche Preisaufschläge gab es zuletzt vor gut vier Jahren im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine und der folgenden Energiepreisexplosion.

Damit liegen die Preise beider Kraftstoffsorten gleichzeitig über der Marke von zwei Euro je Liter. Dies war letztmals am 7. September 2022 der Fall. Die Preise sind Tagesdurchschnittspreise vom Dienstag, 10. März. Aktuelle Preisbewegungen vom Mittwoch, 11. März, sind dabei nicht erfasst.

Ölpreis steigt von 82 auf rund 91 US-Dollar (Stand: 10. März)

Der Ölpreis ist nach einem zwischenzeitlichen Sprung vor zwei Tagen auf zeitweise sogar über 120 US-Dollar je Barrel Rohöl der Sorte Brent wieder auf niedrigerem Niveau und liegt derzeit im Bereich von 91 US-Dollar. Angesichts dieser Entspannung auf dem Rohölmarkt erwartet der ADAC, dass die Mineralölkonzerne die Spritpreise ohne Zeitverzug an die günstigeren Rahmenbedingungen anpassen und Kraftstoffe spürbar preiswerter anbieten. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass höhere Ölpreise zu einer sehr schnellen Verteuerung an den Zapfsäulen führen können, eine Entspannung beim Rohöl jedoch oftmals langsamer an die Verbraucher weitergegeben wird.

Nach Meinung des ADAC muss die Politik eine vorübergehende Absenkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe prüfen. Ziel muss sein, die zusätzlichen finanziellen Belastungen der Autofahrerinnen und Autofahrer für die Dauer der Krise zu begrenzen. Diesel könnte auf den EU-Mindeststeuersatz für Energie abgesenkt und Benzin vergleichbar reduziert werden. Das würde für ca. 15 Cent Entlastung je Liter Kraftstoff sorgen. Wichtig ist in jedem Fall, dass eine Entlastung vollumfänglich bei den Autofahrerinnen und Autofahrern ankommt.

Aktuelle Infos zu den Spritpreisen infolge des Krieges in Nahost.

Kosten sparen: Nicht morgens tanken

Wer beim Tanken sparen möchte, sollte die Preisunterschiede im Tagesverlauf beachten und möglichst die besonders teure Phase zwischen 7 und 8 Uhr meiden.

Preiserhöhung an Tankstellen nur einmal am Tag? Warum das Autofahrenden nichts bringt

So wird Tanken für Sie zusätzlich günstiger

Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps weiter reduzieren:

  • Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.

  • Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.

  • Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.