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Motorrad: ADAC gegen weitere Verbote für Biker

Motorradfahrer kurvt auf Landstrasse im Alpenvorland
Freiheit auf dem Motorrad: Nur ein paar "schwarze Schafe" halten sich nicht an die Regeln ∙ © Shutterstock/Lukas Gojda

Viele Motorradfahrer lieben Kurven und Tempo. Nun will der Bundesrat dieses Vergnügen beschränken: Neue Maschinen sollen weniger Lärm verursachen, Motorrad-Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen eingeführt werden. Das sagt der ADAC.

Der Bundesrat will, dass Motorräder weniger Lärm verursachen. Die zulässigen Geräuschemissionen aller Neufahrzeuge sollen auf einen Maximalwert von 80 Dezibel (db(A)) begrenzt werden, was etwa der Lautstärke eines vorbeifahrenden Lkws oder eines Rasenmähers entspricht. Die Länderkammer möchte, dass Polizisten Fahrzeuge bei "gravierenden Lärmüberschreitungen" sofort sicherstellen dürfen. Auch Tuning soll härter bestraft werden, wenn das Motorrad dadurch erheblich lauter wird. Das Sound-Design, über das Fahrer die Geräuschkulisse selbst einstellen können, soll verboten werden.

Länder wollen Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen

Die Bundesländer wollen zudem beschränkte Motorrad-Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen ermöglichen. Die Entschließung des Bundesrats geht nun an die Bundesregierung. Dort gibt es aber bereits Gegenwind von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CDU): "Ich will keine weiteren Verbote und Verschärfungen für Motorradfahrer", sagte er der Passauer Neuen Presse. Scheuer wies darauf hin, dass diese Idee nicht aus seinem Ministerium stamme.

ADAC: "Kollektivstrafen sind nicht angemessen"

Die pauschale Forderung nach Verkehrsverboten an Sonn- und Feiertagen lehnt der ADAC entschieden ab. ADAC Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand: "Nach unseren Kenntnissen ist die überwiegende Mehrheit der Motorradfahrer ordnungsgemäß unterwegs. Aufgrund einiger weniger 'schwarzer Schafe' Kollektivstrafen zu verhängen, wie sie etwa eine Streckensperrung darstellt, ist nicht angemessen." Zudem führe die Sperrung einer beliebten Motorradstrecke zwangsläufig dazu, dass auf andere Strecken ausgewichen werde, so Hillebrand.

Mobilität und besserer Lärmschutz – beides ist möglich. Für den ADAC ist es ein bedeutendes Thema, denn viele Menschen fühlen sich von Verkehrslärm belästigt. Knapp ein Fünftel der Mitglieder empfindet die Geräusche von Motorrädern als belastend. Daher schlägt der Club folgende Maßnahmen vor:

• Erhöhung der Kontrolldichte und ausreichende Ausstattung der Polizei mit speziellen Schallpegelmessgeräten

• Ahndung von Motorradfahrten, bei denen Fahrer bewusst mit hoher Drehzahl und manipulierten oder nicht zugelassenen Auspuffanlagen unterwegs sind

• Nutzung sogenannter Lärmdisplays, die an besonders belasteten Strecken ein Bewusstsein bei den Bikern schaffen können, ohne die Mobilität zu beschränken.

• Appell an die Motorradfahrer zu einer besonnenen Fahrweise unter Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeiten.

Motorrad-Fahrverbote in Tirol

Der Bezirk Reutte in Tirol sperrt vom 10. Juni bis 31. Oktober bestimmte Straßenabschnitte für besonders laute Motorräder. Wer dagegen verstößt, riskiert ein hohes Bußgeld. Alle Infos zu den Motorrad-Fahrverboten in Tirol lesen Sie hier.

Mit Material von dpa.

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