Tanken: Benzinpreis und Dieselpreis sinken weiter

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Von Sabrina Doschek

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Zwei Autos fahren an einer Preisanzeige an einer Tankstelle vorbei
Spritpreise: Tanken bleibt für Autofahrende teuer. Der Tankrabatt bringt aber etwas Entlastung© imago images/Rene Traut

Der Tankrabatt hat den Benzin- und Dieselpreis in Deutschland vergünstigt, das zeigen die aktuellen Kraftstoffpreise. Nun sind aber wieder höhere Spritkosten an den Tankstellen zu befürchten

  • Eskalation in Nahost: Ölpreis steigt wieder

  • Benzin und Dieselpreise im Tagesvergleich

  • So lässt sich beim Tanken sparen

Am Sonntag, 7. Juni, kostete ein Liter Super E10 in Deutschland durchschnittlich 1,906 Euro, ein Liter Diesel 1,892 Euro. Beide Kraftstoffsorten zeigten eine leicht fallende Tendenz über die letzten drei Tage. Beide Kraftstoffe bleiben damit weiter unter der 2-Euro-Marke und Diesel bleibt seit Samstag, 16. Mai, günstiger als Super E10. Der Preisabstand zwischen den beiden Sorten ist derzeit relativ stabil.

Nach der jüngsten Eskalation in Nahost, der eine mehrwöchige Waffenruhe vorausgegangen war, ist jedoch der Ölpreis bereits deutlich angestiegen. Am Montagmorgen, 8. Juni, kostete ein Barrel Rohöl der Sorte Brent rund 97 US-Dollar, das sind vier Prozent mehr als in der Vorwoche. Es ist daher zu befürchten, dass infolgedessen die Spritpreise bald wieder steigen.

Benzinpreis und Dieselpreis im Tagesvergleich

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Durchschnittspreise für Benzin und Diesel von Tag zu Tag. Die Auswirkung des Tankrabatts (seit 1. Mai 2026) wurde also erstmals am 2. Mai sichtbar.

Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 waren die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hatte sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells am 1. April.

Was ist das Österreich-Modell?

Das Österreich-Modell, eingeführt am 1. April 2026, ist eine Regelung, nach der Mineralölkonzerne nur noch einmal täglich um 12 Uhr die Benzin- und Dieselpreise nach oben anpassen dürfen. Preissenkungen sind jedoch jederzeit möglich.

Der Dieselpreis erreichte an jedem der sechs anschließenden Tage sogar ein neues Allzeithoch, in der Spitze kostete Diesel 2,447 Euro je Liter. Bei Super E10 fehlte am 6. April, dem Tag mit dem bislang höchsten Stand des Jahres bei 2,192 Euro je Liter, nur noch 1 Cent zum Allzeithoch vom Beginn des Ukrainekriegs 2022.

Der Tankrabatt, also die Energiesteuersenkung um ca. 14 Prozent, gilt seit 1. Mai. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils müsste sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben, gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.

Verlängerung des Tankrabatts noch offen

Ob eine Verlängerung des Tankrabatts wegen der weiterhin hohen Belastungen notwendig ist, sollte aufgrund der Unsicherheiten hinsichtlich der Entwicklung im Nahen Osten spätestens Mitte Juni entschieden werden. Im Zuge dessen sollte auch die Wirkung der 12-Uhr-Regel, die nach Analysen des ADAC kontraproduktiv wirkt, transparent aufgezeigt und angepasst werden.

Der Benzin- und Dieselpreis im Wochenvergleich

Im Vergleich zur Vorwoche sind die Spritpreise deutlich gesunken. Laut einer Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel am Mittwoch, 3. Juni, 1,918 Euro. Das bedeutet einen Rückgang von 6,3 Cent gegenüber der Vorwoche. Bei Diesel ist der Rückgang mit 6,9 Cent sogar etwas höher: Für einen Liter müssen die Autofahrerinnen und Autofahrer am 3. Juni 1,883 Euro bezahlen.

Ölpreis im Wochenvergleich

Der weitere Rückgang der Spritpreise ist eine erfreuliche Entwicklung für die Autofahrerinnen und Autofahrer. Allerdings sollte Sprit nach Ansicht des ADAC aktuell sogar noch einige Cent je Liter günstiger sein.

Die seit dem 1. Mai geltende Energiesteuersenkung scheint zwar an den Zapfsäulen angekommen zu sein, durch den sehr deutlich gesunkenen Brent-Rohölpreis innerhalb der letzten beiden Wochen – von Werten über 110 US-Dollar auf aktuell deutlich unter 100 US-Dollar – befinden sich beide Kraftstoffsorten nach Einschätzung des ADAC allerdings auf zu hohem Niveau. Hier zeigt sich erneut das Prinzip, dass Preissenkungen nur langsam, Preiserhöhungen aber oftmals sehr schnell an die Verbraucher und Verbraucherinnen weitergegeben werden.

Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen

Die Erfahrungen nach den ersten Wochen des Österreich-Modells zeigen, dass die Spritpreise kurz vor 12 Uhr stark ansteigen und dann bis zum Abend in abnehmender Geschwindigkeit fallen. Nachts gibt es kaum Preisbewegungen. Erst ab dem nächsten Morgen sinken die Preise wieder etwas, bis erneut der Anstieg um 12 Uhr mittags vollzogen wird. Somit ist der günstigste Tankzeitpunkt im Tagesverlauf kurz vor dem einmaligen Erhöhungszeitpunkt am Mittag.

Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:

  • Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.

  • Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.

  • Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.

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Mit Material von dpa.