Einigung zwischen USA und Iran: Sinken jetzt die Spritpreise?

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Von Katharina Dümmer, Sabrina Doschek

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Zwei Autos fahren an einer Preisanzeige an einer Tankstelle vorbei
Spritpreise: Tanken bleibt für Autofahrende teuer. Der Tankrabatt bringt aber etwas Entlastung© imago images/Rene Traut

Der Tankrabatt hat den Benzin- und Dieselpreis in Deutschland vergünstigt, das zeigen die aktuellen Kraftstoffpreise. Diese Entlastung für Autofahrende endet aber bald. Droht dann ein Preissprung? Eine leichte Entspannung an den Zapfsäulen ist unabhängig davon zu beobachten.

  • Update: Sinkende Ölpreise kommen langsam an der Zapfsäule an

  • Der aktuelle Benzin- und Dieselpreis im Tagesvergleich

  • Tankrabatt endet am 30. Juni

  • So lässt sich beim Tanken sparen: Zu welcher Uhrzeit die Preise niedrig sind

Benzinpreis und Dieselpreis im Tagesvergleich

Die Spritpreise sinken nach der Einigung zum Iran-Krieg und nähern sich langsam wieder den Werten vor Kriegsbeginn an. Am Montag, 15. Juni, kostete ein Liter Diesel im bundesweiten Tagesdurchschnitt 1,816 Euro. Das waren zwar nur 1,3 Cent weniger als am Vortag, es war aber bereits der siebte Tag mit Rückgängen in Folge. E10 verbilligte sich um 0,9 Cent auf 1,868 Euro.

Damit war Diesel am Montag nur noch 7 Cent pro Liter teurer als am letzten Tag vor Kriegsbeginn, bei E10 waren es 9 Cent. Für eine Tankfüllung von 50 Litern entspricht das 3,50 beziehungsweise 4,50 Euro. In der Spitze hatte Diesel sich in der Krise um mehr als 70 Cent pro Liter verteuert, E10 um mehr als 40 Cent.

Auch die Zahlen vom Dienstagmorgen, 16. Juni, deuten auf weiter sinkende Preise hin: Um 8.45 Uhr kostete ein Liter Diesel im bundesweiten Durchschnitt 1,764 Euro – 2,1 Cent weniger als zur gleichen Zeit am Vortag. Ein Liter E10 kostete 1,826 Euro – 1,6 Cent weniger als 24 Stunden zuvor.

Die Momentaufnahme ist zwar ein Indiz für die weitere Preisentwicklung, der Tagesdurchschnitt kann aber deutlich von ihr abweichen. Seit Einführung der 12-Uhr-Regel ist Sprit am Morgen und Vormittag typischerweise eher billig. Mittags machen die Preise dann einen starken Sprung nach oben und werden im Verlauf des Nachmittags wieder günstiger.

Aus Sicht des ADAC besteht trotz der Preisrückgänge unverändert Potenzial für niedrigere Spritpreise. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Durchschnittspreise für Benzin und Diesel von Tag zu Tag. Die Auswirkung des Tankrabatts (seit 1. Mai 2026) wurde also erstmals am 2. Mai sichtbar.

Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 waren die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hatte sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells am 1. April.

Was ist das Österreich-Modell?

Das Österreich-Modell, eingeführt am 1. April 2026, ist eine Regelung, nach der Mineralölkonzerne nur noch einmal täglich um 12 Uhr die Benzin- und Dieselpreise nach oben anpassen dürfen. Preissenkungen sind jedoch jederzeit möglich.

Der Dieselpreis erreichte an jedem der sechs anschließenden Tage sogar ein neues Allzeithoch, in der Spitze kostete Diesel 2,447 Euro je Liter. Bei Super E10 fehlte am 6. April, dem Tag mit dem bislang höchsten Stand des Jahres bei 2,192 Euro je Liter, nur noch 1 Cent zum Allzeithoch vom Beginn des Ukrainekriegs 2022.

Der Tankrabatt, also die Energiesteuersenkung um ca. 14 Prozent, gilt seit 1. Mai. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils müsste sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben, gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.

Tankrabatt endet am 30. Juni

Der Tankrabatt läuft Ende Juni aus. Dann drohen wieder höhere Spritpreise. Ob und welche Entlastungsmaßnahmen für Autofahrer und Autofahrerinnen geplant sind, bleibt zunächst offen. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) deutete allerdings mögliche weitere Maßnahmen an. Der Tankrabatt sei für zwei Monate festgelegt, bis zum Sommer und darüber hinaus werde man die Lage aber beobachten und "natürlich andere Entscheidungen vielleicht noch treffen müssen", sagte Bärbel Bas im ZDF-"Morgenmagazin" am Donnerstag, 11. Juni.

ADAC: Weitere Entlastungen nötig

Das Ende des Tankrabatts darf nicht bedeuten, dass Überlegungen für die Entlastung der Menschen eingestellt werden, so der ADAC. Ist die Einigung zwischen den USA und dem Iran nur von kurzer Dauer, könnten vor allem die Energiepreise weiter steigen und an den Tankstellen würden Autofahrende absehbar wieder Preise über 2 Euro sehen. Die Koalition muss kurzfristig Maßnahmen abstimmen, die zielgerichtet besonders Betroffene entlasten.

Für den ADAC ist eine Senkung der Stromsteuer, die alle Privathaushalte entlastet, ein mögliches Instrument. Eine Zusage, die Stromsteuer nicht nur für Unternehmen, sondern auch für private Haushalte zu senken, ist im Koalitionsvertrag verankert.

Ebenso bleibt die Anhebung der Entfernungspauschale eine Option, die sich hinsichtlich Zeit und Entfernung ausgestalten lässt und besonders Betroffene erreicht. Ein Auslaufen des Tankrabatts ohne baldige Anschlussmaßnahme ist vor dem Hintergrund der andauernden Herausforderung nicht vermittelbar.

Einigung zwischen USA und Iran: Spritpreise sinken langsam

Die Ölpreise sind infolge der Einigung zwischen den USA und dem Iran am zweiten Juni-Wochenende stark gefallen. Der Preis für ein Barrel Brent notiert den zweiten Tag in Folge bei ca. 83 US-Dollar und damit mehr als zehn US-Dollar niedriger als noch vor einer Woche – das ist der tiefste Stand seit dem 10. März.

Für den Ölmarkt ist die Einigung eine gute Nachricht. Aber: Im Sinne der Autofahrerinnen und Autofahrer sollte nach Ansicht des ADAC eine schnellere Weitergabe dieser günstigeren Preise erfolgen. Auch am Dienstagmorgen, 16. Juni, lässt sich dies noch nicht in angemessenem Umfang feststellen.

Benzinpreis und Dieselpreis im Wochenvergleich

Während der Benzinpreis im Vergleich zur Vorwoche gesunken ist, hat sich Diesel geringfügig verteuert: Laut einer Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland kostete ein Liter Super E10 in Deutschland am Dienstag, 9. Juni, durchschnittlich 1,906 Euro, ein Liter Diesel 1,888 Euro.

Das bedeutet einen Rückgang von 1,2 Cent bei Super E10 und einen Anstieg von 0,5 Cent bei Diesel gegenüber der Vorwoche. Beide Kraftstoffe bleiben weiter unter der 2-Euro-Marke und Diesel bleibt seit Samstag, 16. Mai, günstiger als Super E10. Der Preisabstand zwischen den beiden Sorten ist derzeit relativ stabil.

Ölpreis im Wochenvergleich

Aus Sicht des ADAC hätten die Preise für beide Kraftstoffsorten in den letzten Wochen allerdings stärker sinken müssen. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent ist von Werten deutlich über 110 US-Dollar noch vor wenigen Wochen auf aktuell rund 91 US-Dollar zurückgegangen.

Diese deutlich niedrigeren Preise werden nach Meinung des ADAC von den Mineralölunternehmen jedoch in zu geringem Umfang an die Autofahrerinnen und Autofahrer weitergegeben. Somit besteht auch weiterhin erhebliches Potenzial für Preissenkungen an den Tankstellen.

Wann ist Tanken am günstigsten?

Da Tankstellen in Deutschland ihre Preise seit der gesetzlichen Neuregelung nur noch einmal pro Tag um 12 Uhr erhöhen dürfen, ist Tanken nicht mehr am frühen Abend am günstigsten, sondern kurz vor dem Mittag. Eine ADAC Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland im Mai 2026 zeigt: Kurz vor 12 Uhr, wenn die Preise etwa 3,7 Cent (Super E10) bzw. 4,3 Cent (Diesel) unterhalb des Tagesdurchschnitts liegen, ist aktuell der günstigste Tankzeitpunkt.

Ab 12 Uhr springen die Preise für Benzin und Diesel stark nach oben. Im Durchschnitt verteuern sich Super E10 um 14,6 Cent je Liter und Diesel um 18,4 Cent je Liter. Vergleicht man den günstigsten und den teuersten Tageszeitpunkt zum Tanken, liegen die vom ADAC im Mai 2026 ermittelten Preisdifferenzen deutlich über denen des Vorjahres. Weitere Infos dazu finden Sie hier: Neue Preis-Regeln seit April 2026: Wann ist Tanken am günstigsten?

Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen

Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:

  • Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.

  • Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.

  • Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.

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Mit Material von dpa.