Sprit im Wochenvergleich: Benzinpreis sinkt, Dieselpreis steigt
Von Sabrina Doschek

Im Vergleich zur Vorwoche hat sich Super E10 verbilligt, Diesel steigt hingegen leicht an. Bei Benzin scheint inzwischen der Großteil des Tankrabatts an den Zapfsäulen anzukommen.
Dieselpreis steigt um 0,8 Cent je Liter, Super E10 sinkt um 4,1 Cent
Bundesländervergleich: Tanken in Hessen am teuersten
Spritpreisdeckel ab 1. Januar 2027
So lässt sich beim Tanken sparen: Zu welcher Uhrzeit die Preise niedrig sind
Wochenvergleich: Benzin sinkt, Diesel steigt leicht
Aktuelle Zahlen des ADAC zeigen: Diesel und Benzin bewegen sich im Vergleich zur Vorwoche in entgegengesetzte Richtungen. Der Preis für einen Liter Super E10 ist um 4,1 Cent gesunken und liegt im Bundesdurchschnitt bei 2,110 Euro, während Diesel im Schnitt 2,255 Euro kostet und sich damit um 0,8 Cent verteuert.
Der aktuelle Ölpreis im Wochenvergleich
Ein Grund für die Preisentwicklung ist der gestiegene Ölpreis: Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Dienstag, 20. Oktober, zum Handelsschluss rund 109 US-Dollar und damit etwa drei US-Dollar mehr als in der Vorwoche.
Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach Heizöl mit Beginn der kälteren Jahreszeit zunimmt, was sich ebenfalls auf den Dieselpreis auswirkt. Trotz des gestiegenen Ölpreises ist Benzin dagegen deutlich günstiger geworden. Dies zeigt, dass bei Super E10 Spielraum für Preisnachlässe bestand. Bei Benzin scheint inzwischen der Großteil des Tankrabatts an den Zapfsäulen anzukommen.
Kraftstoffe aktuell in Hessen am teuersten
Im Durchschnitt zahlen Autofahrerinnen und Autofahrer derzeit in Baden-Württemberg am wenigsten für Super E10. Im aktuellen Bundesländervergleich kostet dort ein Liter 2,025 Euro. Auf Platz zwei folgt Berlin (2,030 Euro), auf Platz drei das Saarland (2,042 Euro). Auch bei den Preisen für Diesel schneidet Berlin gut ab und liegt mit 2,171 Euro vorn, gefolgt von Sachsen (2,178 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (2,179 Euro).
Besonders teuer ist der Sprit hingegen in Hessen: Sowohl Benzin (2,114 Euro) als auch Diesel (2,222 Euro) sind hier im Bundesschnitt am teuersten. Danach folgt Nordrhein-Westfalen bei beiden Kraftstoffen: Der Diesel kostet hier 2,221 Euro, der Liter Super E10 2,095 Euro.
Tankrabatt seit 1. Oktober
Bund und Länder hatten sich angesichts der Allzeit-Höchststände bei Benzin und Diesel darauf verständigt, mit einem neuen Tankrabatt von Anfang Oktober bis Ende Dezember zu entlasten. Der Tankrabatt sieht vor, die Energiesteuer auf Diesel und Benzin um 14 Cent zu senken: Inklusive Mehrwertsteuer ergibt das eine Steuererleichterung um knapp 17 Cent.
ADAC fordert Abschaffung der 12-Uhr-Regel
Der ADAC spricht sich für die Abschaffung der 12-Uhr-Regel an den Tankstellen aus. Die Regel hat zwar die Zahl der täglichen Preisänderungen erheblich reduziert und den Zeitpunkt der Preiserhöhung vorhersehbarer gemacht – das hat die Preise aber keinesfalls gesenkt. Vielmehr hat sich die Preisdifferenz innerhalb eines Tages deutlich ausgeweitet.
Wer mittags nach 12 Uhr tanken muss, hat erhebliche Zusatzkosten, die sich in keiner Weise rechtfertigen lassen. Die 12-Uhr-Regel hat ihr Ziel aus Verbrauchersicht nicht erreicht. "Deshalb sollte sie abgeschafft werden", so ADAC Verkehrspräsident Peter König.
Bundesregierung: Spritpreisdeckel ab 2027
Ende September kündigte die Bundesregierung an, Gespräche mit der Mineralölwirtschaft mit dem Ziel aufzunehmen, spätestens zum 1. Januar 2027 einen Spritpreisdeckel nach dem Vorbild Luxemburgs oder Belgiens einzuführen. Besondere Priorität hat dabei die Versorgungssicherheit.
Der ADAC hat zur Versachlichung der Debatte über hohe Kraftstoffpreise die Studie „Regulierung im Kraftstoffmarkt – Auswirkungen und Alternativen“ bei Prof. Dr. Justus Haucap und Leonard Gregor am Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) in Auftrag gegeben. Darin werden unterschiedliche Regulierungsansätze und ihre möglichen Auswirkungen auf Preise, Wettbewerb und Verbraucher untersucht.
Spritpreise: Österreich-Modell und Tankrabatt
Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 waren die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hatte sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells (Preiserhöhungen nur noch einmal täglich um 12 Uhr möglich) am 1. April.
Der Tankrabatt, also die Energiesteuersenkung um ca. 14 Cent, galt vom 1. Mai bis 30. Juni. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils sollte sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben, gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.
Hoher Spritpreis: So sparen Sie beim Tanken
Da Tankstellen in Deutschland ihre Preise seit der gesetzlichen Neuregelung nur noch einmal pro Tag um 12 Uhr erhöhen dürfen, ist Tanken nicht mehr am frühen Abend am günstigsten, sondern kurz vor dem Mittag.
Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:
Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.
Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.
Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
ADAC Mitglieder profitieren seit 1. September 2026 von Tankrabatten an rund 1100 Esso-Tankstellen: ADAC Mitglieder tanken bei Esso günstiger
Mit Material von dpa.