Tanken bleibt teuer: Ölpreis bricht ein, Spritpreis nicht

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Von Katharina Dümmer, Sabrina Doschek

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Zwei Autos fahren an einer Preisanzeige an einer Tankstelle vorbei
Tanken: Kraftstoffpreise sinken derzeit zwar deutlich, aber nicht genug© imago images/Rene Traut

Die Zeichen im Iran-Konflikt stehen auf Entspannung. Der Rohölpreis sackt um mehr als 10 US-Dollar ab. Auch die Kraftstoffpreise sinken deutlich, aber nach Ansicht des ADAC nicht genug. Und droht Ende Juni erneut ein Preissprung, wenn der Tankrabatt endet? Alle Infos.

  • Preisrückgang zur Vorwoche: 9,1 Cent bei Diesel bzw. 5,2 Cent bei Super E10

  • Der aktuelle Benzin- und Dieselpreis im Tages- und Wochenvergleich

  • Tankrabatt endet am 30. Juni

  • So lässt sich beim Tanken sparen: Zu welcher Uhrzeit die Preise niedrig sind

Benzinpreis und Dieselpreis im Tagesvergleich

Die Spritpreise sinken nach der Einigung zum Irankrieg und nähern sich langsam wieder den Werten vor Kriegsbeginn an. Am Dienstag, 16. Juni, kostete ein Liter Diesel im bundesweiten Tagesdurchschnitt 1,797 Euro. Das waren 1,9 Cent weniger als am Vortag und es war bereits der achte Tag mit Rückgängen in Folge. E10 verbilligte sich am Dienstag um 1,4 Cent auf 1,854 Euro.

Aus Sicht des ADAC besteht trotz der Preisrückgänge unverändert Potenzial für niedrigere Spritpreise, zumal immer noch der Tankrabatt gilt.

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Durchschnittspreise für Benzin und Diesel von Tag zu Tag. Die Auswirkung des Tankrabatts (seit 1. Mai 2026) wurde erstmals am 2. Mai sichtbar.

Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 waren die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hatte sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells am 1. April.

Was ist das Österreich-Modell?

Das Österreich-Modell, eingeführt am 1. April 2026, ist eine Regelung, nach der Mineralölkonzerne nur noch einmal täglich um 12 Uhr die Benzin- und Dieselpreise nach oben anpassen dürfen. Preissenkungen sind jedoch jederzeit möglich.

Der Dieselpreis erreichte an jedem der sechs anschließenden Tage sogar ein neues Allzeithoch, in der Spitze kostete Diesel 2,447 Euro je Liter. Bei Super E10 fehlte am 6. April, dem Tag mit dem bislang höchsten Stand des Jahres bei 2,192 Euro je Liter, nur noch 1 Cent zum Allzeithoch vom Beginn des Ukrainekriegs 2022.

Der Tankrabatt, also die Energiesteuersenkung um ca. 14 Cent, gilt seit 1. Mai. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils müsste sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben, gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.

Benzinpreis und Dieselpreis im Wochenvergleich

Tanken ist im Laufe der vergangenen Woche spürbar günstiger geworden. Vor allem die Fahrer und Fahrerinnen von Diesel-Pkw können sich über einen starken Preisrückgang freuen. Laut aktueller ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland ist der Dieselpreis um 9,1 Cent abgesackt und rangiert aktuell bei 1,797 Euro je Liter. Ein Liter Super E10 kostet im bundesweiten Mittel derzeit 1,854 Euro – ein Minus von 5,2 Cent gegenüber der Vorwoche. Damit sind die Spritpreise zurzeit auf dem niedrigsten Stand seit Anfang März.

Ölpreis im Wochenvergleich

Deutlich eingebrochen ist zuletzt auch der Rohölpreis angesichts des bevorstehenden Friedensabkommens im Nahen Osten und der Öffnung der Straße von Hormus. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent liegt aktuell bei rund 79 US-Dollar und damit um gut zwölf US-Dollar niedriger als in der Vorwoche.

ADAC: Spritpreise müssten weitaus stärker zurückgehen

Angesichts des deutlichen Ölpreisrückgangs müsste aus Sicht des ADAC der Spritpreis allerdings noch stärker sinken. Wie die Kraftstoffpreise liegt auch Brent-Öl zurzeit in etwa auf dem Preisniveau von Anfang März. Damals war jedoch der Tankrabatt noch nicht in Kraft, der die Energiesteuer bei Benzin und Diesel im Mai und Juni um jeweils rund 17 Cent abgesenkt hat. Vor diesem Hintergrund zeigt sich sehr deutlich, wie groß das Potenzial für weiter sinkende Kraftstoffpreise ist.

Tankrabatt endet am 30. Juni

Der Tankrabatt läuft Ende Juni aus. Dann drohen wieder höhere Spritpreise. Ob und welche Entlastungsmaßnahmen für Autofahrer und Autofahrerinnen geplant sind, bleibt zunächst offen. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) deutete allerdings mögliche weitere Maßnahmen an. Der Tankrabatt sei für zwei Monate festgelegt, bis zum Sommer und darüber hinaus werde man die Lage aber beobachten und "natürlich andere Entscheidungen vielleicht noch treffen müssen", sagte Bärbel Bas im ZDF-"Morgenmagazin" am Donnerstag, 11. Juni.

ADAC: Weitere Entlastungen nötig

Das Ende des Tankrabatts darf nicht bedeuten, dass Überlegungen für die Entlastung der Menschen eingestellt werden, so der ADAC. Ist die Einigung zwischen den USA und dem Iran nur von kurzer Dauer, könnten vor allem die Energiepreise weiter steigen und an den Tankstellen würden Autofahrende absehbar wieder Preise über 2 Euro sehen. Die Koalition muss kurzfristig Maßnahmen abstimmen, die zielgerichtet besonders Betroffene entlasten.

Für den ADAC ist eine Senkung der Stromsteuer, die alle Privathaushalte entlastet, ein mögliches Instrument. Eine Zusage, die Stromsteuer nicht nur für Unternehmen, sondern auch für private Haushalte zu senken, ist im Koalitionsvertrag verankert.

Ebenso bleibt die Anhebung der Entfernungspauschale eine Option, die sich hinsichtlich Zeit und Entfernung ausgestalten lässt und besonders Betroffene erreicht. Ein Auslaufen des Tankrabatts ohne baldige Anschlussmaßnahme ist vor dem Hintergrund der andauernden Herausforderung nicht vermittelbar.

Wann ist Tanken am günstigsten?

Da Tankstellen in Deutschland ihre Preise seit der gesetzlichen Neuregelung nur noch einmal pro Tag um 12 Uhr erhöhen dürfen, ist Tanken nicht mehr am frühen Abend am günstigsten, sondern kurz vor dem Mittag. Eine ADAC Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland im Mai 2026 zeigt: Kurz vor 12 Uhr, wenn die Preise etwa 3,7 Cent (Super E10) bzw. 4,3 Cent (Diesel) unterhalb des Tagesdurchschnitts liegen, ist aktuell der günstigste Tankzeitpunkt.

Ab 12 Uhr springen die Preise für Benzin und Diesel stark nach oben. Im Durchschnitt verteuern sich Super E10 um 14,6 Cent je Liter und Diesel um 18,4 Cent je Liter. Vergleicht man den günstigsten und den teuersten Tageszeitpunkt zum Tanken, liegen die vom ADAC im Mai 2026 ermittelten Preisdifferenzen deutlich über denen des Vorjahres. Weitere Infos dazu finden Sie hier: Neue Preis-Regeln seit April 2026: Wann ist Tanken am günstigsten?

Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen

Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:

  • Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.

  • Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.

  • Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.

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Mit Material von dpa.