Benzin- und Dieselpreis: Tanken im Vergleich zur Vorwoche erneut deutlich teurer

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Von Sabrina Doschek

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Eine Spritpreisanzeige an einer Tankstelle
Die Kraftstoffpreise steigen weiter deutlich an: Inzwischen ist Diesel wieder teurer als Benzin! Zuletzt war das im Mai der Fall© picture alliance / Wolfgang Maria Weber

Die Kraftstoffpreise sind im Vergleich zur Vorwoche erneut deutlich gestiegen. Gemessen an Ölpreis und Wechselkurs sind sie eindeutig zu hoch. Dies gilt vor allem für Diesel, wie die aktuelle ADAC Auswertung zeigt. Alle Infos zu den Spritpreisen.

  • Spritpreise im Wochenvergleich: Super E10 um 6,3 Cent teurer, Diesel um 9,8 Cent

  • Rohölpreis verteuert sich auf 91 US-Dollar je Barrel

  • So lässt sich beim Tanken sparen: Zu welcher Uhrzeit die Preise niedrig sind

Benzin- und Dieselpreis steigen erneut massiv

Die Kraftstoffpreise in Deutschland haben im Vergleich zur Vorwoche erneut spürbar angezogen. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei Diesel aus: Derzeit kostet ein Liter im bundesweiten Durchschnitt 2,168 Euro und somit 9,8 Cent mehr als vor einer Woche. Für einen Liter Super E10 müssen Autofahrerinnen und Autofahrer im Schnitt 2,146 Euro bezahlen, ein Plus von 6,3 Cent.

Rohölpreis steigt ebenfalls deutlich

Grund für die hohen Spritpreise ist vor allem der kriegsbedingte Anstieg des Rohölpreises. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich innerhalb einer Woche von circa 85 auf rund 91 US-Dollar je Barrel. Der Euro-Dollar-Kurs blieb dagegen nahezu unverändert und liefert somit keine Erklärung für die starke Verteuerung.

Nach Einschätzung des ADAC lassen sich die aktuellen Spritpreise daher nicht allein durch die Entwicklungen am Rohölmarkt begründen. Das Bundeskartellamt sollte die Marktverhältnisse kritisch überwachen und mögliche Wettbewerbsprobleme gerade im Raffinerie- und Großhandelsbereich aufdecken.

Dieselpreis höher als Benzinpreis

Diesel ist mittlerweile wieder teurer als Super E10, dies war zuletzt Mitte Mai der Fall. Nach einer zwischenzeitlichen Entspannung der Lage im Nahen Osten war der Ölpreis wieder deutlich unter die Marke von 100 US-Dollar gefallen. Mit der erneuten Eskalation des Konflikts zieht nun vor allem der Dieselpreis kräftig an. Ein Grund: Diesel wird in Deutschland zu einem erheblichen Teil importiert und reagiert daher sensibler auf wirtschaftliche Entwicklungen und geopolitische Spannungen als Benzin.

Spritpreise im Tagesvergleich (März bis Juli)

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Durchschnittspreise für Benzin und Diesel von Tag zu Tag. Die Auswirkung des Tankrabatts (seit 1. Mai 2026) wurde erstmals am 2. Mai sichtbar.

Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 waren die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hatte sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells (Preiserhöhungen nur noch einmal täglich um 12 Uhr möglich) am 1. April.

Der Dieselpreis erreichte an jedem der sechs anschließenden Tage sogar ein neues Allzeithoch, in der Spitze kostete Diesel 2,447 Euro je Liter. Bei Super E10 fehlte am 6. April (Ostermontag), dem Tag mit dem bislang höchsten Stand des Jahres bei 2,192 Euro je Liter, nur noch 1 Cent zum Allzeithoch vom Beginn des Ukrainekriegs 2022.

Der Tankrabatt, also die Energiesteuersenkung um ca. 14 Cent, galt vom 1. Mai bis 30. Juni. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils sollte sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben, gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.

So sparen Sie beim Tanken

Da Tankstellen in Deutschland ihre Preise seit der gesetzlichen Neuregelung nur noch einmal pro Tag um 12 Uhr erhöhen dürfen, ist Tanken nicht mehr am frühen Abend am günstigsten, sondern kurz vor dem Mittag. Eine ADAC Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland im Mai 2026 zeigt: Kurz vor 12 Uhr, wenn die Preise unterhalb des Tagesdurchschnitts liegen, ist aktuell der günstigste Tankzeitpunkt.

Ab 12 Uhr springen die Preise für Benzin und Diesel stark nach oben. Vergleicht man den günstigsten und den teuersten Tageszeitpunkt zum Tanken, liegen die vom ADAC im Mai 2026 ermittelten Preisdifferenzen deutlich über denen des Vorjahres. Weitere Infos dazu finden Sie hier: Neue Preis-Regeln seit April 2026: Wann ist Tanken am günstigsten?

Verstoß gegen 12-Uhr-Regel: Niedersachsen kündigt Strafen an

Niedersachsen geht als erstes Bundesland gegen Verstöße gegen die 12-Uhr-Regel für Kraftstoffpreise vor. Weil Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich um 12 Uhr anheben dürfen, wurden nach Angaben des Wirtschaftsministeriums rund 1900 Verwarnungen gegen etwa 250 Tankstellen ausgesprochen. Für Verstöße im April blieb es noch bei Verwarnungen.

Für Verstöße seit Mai kündigt das Bundesland jedoch reguläre Bußgeldverfahren an. Möglich sind Strafen von bis zu 100.000 Euro. Zudem fordert Niedersachsen, die Kontrolle und Verfolgung von Verstößen künftig zentral beim Bund anzusiedeln.

Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen

Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:

  • Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.

  • Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.

  • Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.

Mit Material von dpa.