Tanken: Dieselpreis und Benzinpreis müssten stärker sinken
Von Sabrina Doschek

Der Tankrabatt vergünstigt den Benzin- und Dieselpreis in Deutschland, das zeigen die aktuellen Kraftstoffpreise. Aus Sicht des ADAC sinken die Spritpreise aber nicht deutlich genug. Alle Infos.
Tankrabatt beginnt zu wirken, Kraftstoffpreise müssten aber stärker sinken
Spritpreise im Tagesvergleich: Diesel weiterhin billiger als Super E10
So lässt sich beim Tanken sparen
Der aktuelle Benzin- und Dieselpreis
Die Spritpreise sinken, aus Sicht des ADAC aber nicht deutlich genug. Wie die aktuelle Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland zeigt, kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel am Mittwoch, 26. Mai, 1,981 Euro. Gegenüber der Vorwoche ist dies ein Minus von 2,7 Cent. Für Diesel-Kraftstoff müssen die Autofahrerinnen und Autofahrer derzeit 1,952 Euro je Liter bezahlen und damit 4,5 Cent weniger als noch vor einer Woche.
Ölpreis sinkt deutlich: Tankrabatt nicht vollständig weitergegeben
Angesichts eines im selben Zeitraum jedoch sehr deutlich gesunkenen Rohölpreises fällt der Preisrückgang an den Zapfsäulen nach Meinung des ADAC viel zu gering aus. Vor einer Woche notierte Brent-Öl je Barrel bei über 111 US-Dollar, inzwischen wieder deutlich unterhalb der Marke von 100 US-Dollar.
Ein weiteres Mal bestätigt sich damit, dass günstigere Einkaufsbedingungen von den Mineralölkonzernen nur verlangsamt an die Kunden weitergegeben werden, während ein höherer Ölpreis meist unverzüglich auch an den Zapfsäulen ankommt.
Weitgehend unverändert im Vergleich zur Vorwoche ist der Euro-US-Dollar Wechselkurs. Öl wird auf dem Weltmarkt in US-Dollar gehandelt, weshalb ein starker Euro zu günstigeren Einkaufsbedingungen führt. Allerdings ist der Wechselkurs gerade angesichts der starken Preisschwankungen auf dem Ölmarkt zuletzt als maßgeblicher Faktor eher zu vernachlässigen.
Benzinpreis und Dieselpreis im Tagesvergleich
Im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Mittwoch, 26. Mai, kostete ein Liter Super E10 1,981 Euro, ein Liter Diesel 1,952 Euro. Super E10 liegt damit weiter unter der 2-Euro-Marke, und Diesel bleibt seit Samstag, 16. Mai, etwas günstiger als Super E10.
Der Tankrabatt, also die Energiesteuersenkung um ca. 14 Prozent, gilt seit 1. Mai. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils müsste sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben, gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.
Ob eine Verlängerung des Tankrabatts wegen der weiterhin hohen Belastungen notwendig ist, sollte aufgrund der Unsicherheiten hinsichtlich der Entwicklung im Nahen Osten spätestens Mitte Juni entschieden werden. Im Zuge dessen sollte auch die Wirkung der 12-Uhr-Regel, die nach Analysen des ADAC kontraproduktiv wirkt, transparent aufgezeigt und angepasst werden.
Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Durchschnittspreise für Benzin und Diesel von Tag zu Tag. Die Auswirkung des Tankrabatts, der seit dem 1. Mai 2026 gilt, wurde also erstmals am 2. Mai sichtbar.
Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 sind die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hat sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells am 1. April.
Das Österreich-Modell, eingeführt am 1. April 2026, ist eine Regelung, nach der Mineralölkonzerne nur noch einmal täglich um 12 Uhr die Benzin- und Dieselpreise nach oben anpassen dürfen. Preissenkungen sind jedoch jederzeit möglich.
Der Dieselpreis erreichte an jedem der sechs anschließenden Tage sogar ein neues Allzeithoch, in der Spitze kostete Diesel 2,447 Euro je Liter. Bei Super E10 fehlte am 6. April, dem Tag mit dem bislang höchsten Stand des Jahres bei 2,192 Euro je Liter, nur noch 1 Cent zum Allzeithoch vom Beginn des Ukrainekriegs 2022.
Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen
Die Erfahrungen nach den ersten Wochen des Österreich-Modells zeigen, dass die Spritpreise kurz vor 12 Uhr stark ansteigen und dann bis zum Abend in abnehmender Geschwindigkeit fallen. Nachts gibt es kaum Preisbewegungen. Erst ab dem nächsten Morgen sinken die Preise wieder etwas, bis erneut der Anstieg um 12 Uhr mittags vollzogen wird. Somit ist der günstigste Tankzeitpunkt im Tagesverlauf kurz vor dem einmaligen Erhöhungszeitpunkt am Mittag.
Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:
Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.
Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.
Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
Mit Material von dpa.