Hohe Kraftstoffpreise: Was kommt nach dem Tankrabatt?

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Von Katharina Dümmer, Sabrina Doschek

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Zwei Autos fahren an einer Preisanzeige an einer Tankstelle vorbei
Der Tankrabatt endet: Droht zum 1. Juli der nächste Preisschock an der Zapfsäule?© imago images/Rene Traut

Am 30. Juni endet der Tankrabatt. Droht dann der nächste Preisschock an der Zapfsäule? Die Kraftstoffpreise sind in den letzten Wochen gesunken. Wann sollten die Autofahrer und Autofahrerinnen rund um den Monatswechsel tanken? Alle Infos.

  • Der aktuelle Benzin- und Dieselpreis im Tages- und Wochenvergleich

  • ADAC Tipp: Noch vor dem Ende des Tankrabatts am 29. Juni volltanken

  • So lässt sich beim Tanken sparen: Zu welcher Uhrzeit die Preise niedrig sind

Benzinpreis und Dieselpreis im Tagesvergleich

Am Dienstag, 23. Juni, kostete E10 pro Liter im bundesweiten Durchschnitt 1,817 Euro und damit 1,6 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für Diesel betrug am Dienstag 1,731 Euro pro Liter (- 2 Cent). An den Tagen davor gab es jedoch zeitweise einen leichten Anstieg der Kraftstoffpreise.

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Durchschnittspreise für Benzin und Diesel von Tag zu Tag. Die Auswirkung des Tankrabatts (seit 1. Mai 2026) wurde erstmals am 2. Mai sichtbar.

Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 waren die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hatte sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells am 1. April.

Was ist das Österreich-Modell?

Das Österreich-Modell, eingeführt am 1. April 2026, ist eine Regelung, nach der Mineralölkonzerne nur noch einmal täglich um 12 Uhr die Benzin- und Dieselpreise nach oben anpassen dürfen. Preissenkungen sind jedoch jederzeit möglich.

Der Dieselpreis erreichte an jedem der sechs anschließenden Tage sogar ein neues Allzeithoch, in der Spitze kostete Diesel 2,447 Euro je Liter. Bei Super E10 fehlte am 6. April (Ostermontag), dem Tag mit dem bislang höchsten Stand des Jahres bei 2,192 Euro je Liter, nur noch 1 Cent zum Allzeithoch vom Beginn des Ukrainekriegs 2022.

Der Tankrabatt, also die Energiesteuersenkung um ca. 14 Cent, gilt seit 1. Mai. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils müsste sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben, gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.

Benzinpreis und Dieselpreis im Wochenvergleich

Tanken ist im Wochenvergleich erneut günstiger geworden. Vor allem die Fahrer und Fahrerinnen von Diesel-Pkw konnten sich über einen deutlichen Preisrückgang freuen. Laut aktueller ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland (Stand: 23. Juni) ist der Dieselpreis um 6,6 Cent abgesackt und rangierte bei 1,731 Euro je Liter. Ein Liter Super E10 kostete im bundesweiten Mittel 1,817 Euro – ein Minus von 3,7 Cent gegenüber der Vorwoche. Damit liegen die Spritpreise in etwa auf dem Niveau kurz vor dem Beginn des Irankriegs (Diesel) bzw. kurz nach Kriegsbeginn (Super E10). Auch die Preisdifferenz zwischen Super E10 und Diesel vergrößert sich weiter.

ADAC: Preisniveau immer noch zu hoch

Laut ADAC ist das Preisniveau trotz des aus Autofahrersicht erfreulichen Rückgangs immer noch zu hoch. Nicht außer Acht lassen darf man schließlich, dass bis Monatsende noch der Tankrabatt mit einer Senkung der Energiesteuer um insgesamt rund 17 Cent je Liter Kraftstoff gilt. Der Ölpreis (Brent) notiert aktuell bei rund 77 US-Dollar und der Euro verliert gegenüber dem US-Dollar zwar an Stärke, hat aber derzeit seinen tiefsten Stand seit einem Jahr erreicht. Dennoch besteht Potenzial für niedrigere Preise.

Tankrabatt-Ende am 30. Juni: Rechtzeitig tanken!

Der Tankrabatt läuft Ende Juni aus. Es ist davon auszugehen, dass Benzin und Diesel rasch wieder um rund 17 Cent je Liter teurer werden. Ob und welche Entlastungsmaßnahmen für Autofahrer und Autofahrerinnen geplant sind, ist bislang offen.

ADAC Tipp: Autofahrende sollten rechtzeitig vor Ende des Tankrabatts noch einmal den Tank füllen. Idealerweise fährt man bereits am 29. Juni zur Tankstelle, und am besten vor dem hohen Preissprung um 12 Uhr. Am 30. Juni besteht die Gefahr, dass die Mineralölunternehmen die Preise an den Zapfsäulen schon wieder etwas erhöhen, um sich für die Folgetage einen gewissen Preispuffer zuzulegen.

So sparen Sie beim Tanken

Da Tankstellen in Deutschland ihre Preise seit der gesetzlichen Neuregelung nur noch einmal pro Tag um 12 Uhr erhöhen dürfen, ist Tanken nicht mehr am frühen Abend am günstigsten, sondern kurz vor dem Mittag. Eine ADAC Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland im Mai 2026 zeigt: Kurz vor 12 Uhr, wenn die Preise etwa 3,7 Cent (Super E10) bzw. 4,3 Cent (Diesel) unterhalb des Tagesdurchschnitts liegen, ist aktuell der günstigste Tankzeitpunkt.

Ab 12 Uhr springen die Preise für Benzin und Diesel stark nach oben. Im Durchschnitt verteuern sich Super E10 um 14,6 Cent je Liter und Diesel um 18,4 Cent je Liter. Vergleicht man den günstigsten und den teuersten Tageszeitpunkt zum Tanken, liegen die vom ADAC im Mai 2026 ermittelten Preisdifferenzen deutlich über denen des Vorjahres. Weitere Infos dazu finden Sie hier: Neue Preis-Regeln seit April 2026: Wann ist Tanken am günstigsten?

Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen

Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:

  • Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.

  • Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.

  • Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.

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Mit Material von dpa.