Tanken: Benzinpreis und Dieselpreis weiter deutlich zu hoch!
Von Sabrina Doschek

Gemessen an einem rückläufigen Ölpreis sind die aktuellen Spritpreise nach wie vor zu hoch. Dies gilt vor allem für Diesel, der im Vergleich zur Vorwoche erneut teurer geworden ist. Benzin ist nur geringfügig günstiger. Alle Infos zu den aktuellen Kraftstoffpreisen.
Wochenvergleich: Super E10 um 0,7 Cent günstiger, Diesel um 2,2 Cent teurer
Rohölpreis ist im gleichen Zeitraum gesunken
So lässt sich beim Tanken sparen: Zu welcher Uhrzeit die Preise niedrig sind
Benzin nur geringfügig billiger, Diesel erneut teurer
Während der Rohölpreis im Wochenvergleich deutlich gefallen ist, profitieren Autofahrer und Autofahrerinnen an der Zapfsäule bislang nur teilweise davon. Das zeigt die aktuelle ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland. Demnach kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 2,139 Euro und damit 0,7 Cent weniger als vor einer Woche. Diesel verteuerte sich dagegen bereits die fünfte Woche in Folge: Ein Liter kostet derzeit im Schnitt 2,190 Euro – das sind 2,2 Cent mehr als in der Vorwoche.
Rohölpreis sinkt im Vergleich zur Vorwoche
Der Rohölpreis der Sorte Brent ist seit vergangener Woche deutlich gesunken – von 91 auf zuletzt rund 84 US-Dollar je Barrel. An den Zapfsäulen kommt dieser Rückgang bislang jedoch kaum an. Aus Sicht des ADAC fällt der Rückgang bei Benzin zu gering aus. Angesichts des gesunkenen Ölpreises und des seit Wochen insgesamt hohen Preisniveaus wäre ein günstigerer Preis gerechtfertigt.
Anders die Lage bei Diesel: Der Kraftstoff gilt als besonders krisenanfällig und reagiert deutlich stärker auf Marktveränderungen. Der Rohölpreis ist dabei nur einer von mehreren Einflussfaktoren. Hinzu kommt, dass Deutschland erhebliche Mengen Diesel importieren muss und der Kraftstoff auch außerhalb des Verkehrssektors stark nachgefragt wird. In Krisen- und Kriegszeiten gilt dies noch mehr als sonst.
Spritpreise: Österreich-Modell und Tankrabatt
Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 waren die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hatte sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells (Preiserhöhungen nur noch einmal täglich um 12 Uhr möglich) am 1. April.
Der Dieselpreis erreichte an jedem der sechs anschließenden Tage sogar ein neues Allzeithoch, in der Spitze kostete Diesel 2,447 Euro je Liter. Bei Super E10 fehlte am 6. April (Ostermontag), dem Tag mit dem bislang höchsten Stand des Jahres bei 2,192 Euro je Liter, nur noch 1 Cent zum Allzeithoch vom Beginn des Ukrainekriegs 2022.
Der Tankrabatt, also die Energiesteuersenkung um ca. 14 Cent, galt vom 1. Mai bis 30. Juni. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils sollte sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben, gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.
So sparen Sie beim Tanken
Da Tankstellen in Deutschland ihre Preise seit der gesetzlichen Neuregelung nur noch einmal pro Tag um 12 Uhr erhöhen dürfen, ist Tanken nicht mehr am frühen Abend am günstigsten, sondern kurz vor dem Mittag. Eine ADAC Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland im Mai 2026 zeigt: Kurz vor 12 Uhr, wenn die Preise unterhalb des Tagesdurchschnitts liegen, ist aktuell der günstigste Tankzeitpunkt.
Ab 12 Uhr springen die Preise für Benzin und Diesel stark nach oben. Vergleicht man den günstigsten und den teuersten Tageszeitpunkt zum Tanken, liegen die vom ADAC im Mai 2026 ermittelten Preisdifferenzen deutlich über denen des Vorjahres. Weitere Infos dazu finden Sie hier: Neue Preis-Regeln seit April 2026: Wann ist Tanken am günstigsten?
Verstoß gegen 12-Uhr-Regel: Niedersachsen kündigt Strafen an
Niedersachsen geht als erstes Bundesland gegen Verstöße gegen die 12-Uhr-Regel für Kraftstoffpreise vor. Weil Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich um 12 Uhr anheben dürfen, wurden nach Angaben des Wirtschaftsministeriums rund 1900 Verwarnungen gegen etwa 250 Tankstellen ausgesprochen. Für Verstöße im April blieb es noch bei Verwarnungen.
Für Verstöße seit Mai kündigt das Bundesland jedoch reguläre Bußgeldverfahren an. Möglich sind Strafen von bis zu 100.000 Euro. Zudem fordert Niedersachsen, die Kontrolle und Verfolgung von Verstößen künftig zentral beim Bund anzusiedeln.
Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen
Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:
Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.
Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.
Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
Mit Material von dpa.