Ende des Tankrabatts lässt Benzinpreis und Dieselpreis seit Anfang Juli kräftig steigen
Von Sabrina Doschek

Schon kurz vor Ende des Tankrabatts sind die Spritpreise in Deutschland deutlich angestiegen. Ein Rückgang zeichnet sich nicht ab, laut ADAC ist das aktuelle Preisniveau ungerechtfertigt hoch. Alle Infos zu den aktuellen Kraftstoffpreisen.
Spritpreise im Wochenvergleich: Super E10 um 10,1 Cent teurer, Diesel um 9,4 Cent
Benzin- und Dieselpreis im Tagesvergleich
So lässt sich beim Tanken sparen: Zu welcher Uhrzeit die Preise niedrig sind
Benzin- und Dieselpreis steigen um rund 10 Cent
Der Tankrabatt ist seit dem 1. Juli 2026 Geschichte und das unterstreicht auch die Preisentwicklung an den Zapfsäulen: Wie die aktuelle ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in Deutschland zeigt, kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Mittel derzeit 2,024 Euro – ein Plus von 10,1 Cent im Vergleich zur Vorwoche.
Für einen Liter Diesel müssen die Autofahrerinnen und Autofahrer aktuell 1,953 Euro je Liter bezahlen und damit 9,4 Cent mehr. Mit dem Ende des Tankrabatts ist die Energiesteuer wieder um rund 17 Cent je Liter angehoben worden, ein Teil davon wurde bereits in den letzten Junitagen eingepreist.
Der aktuelle Rohölpreis
Der ADAC kritisiert das aktuelle Preisniveau an den Tankstellen deutlich. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent liegt momentan bei etwa 75 US-Dollar und damit ungefähr im Bereich des Ölpreises kurz vor Ausbruch des Irankriegs Ende Februar.
Damals, am 28. Februar 2026, kostete Super E10 jedoch noch 1,789 Euro je Liter und damit 23,5 Cent weniger als zurzeit. Diesel ist ebenfalls um rund 20 Cent teurer. Hier ist die Vergleichbarkeit jedoch schwieriger, da Diesel in großen Mengen unter anderem aus dem Nahen Osten nach Deutschland importiert werden muss. Die damit einhergehenden Unsicherheiten schlagen sich auch in den Tankstellenpreisen nieder.
Benzinpreis und Dieselpreis im Tagesvergleich
Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Durchschnittspreise für Benzin und Diesel von Tag zu Tag. Die Auswirkung des Tankrabatts (seit 1. Mai 2026) wurde erstmals am 2. Mai sichtbar.
Mit Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 waren die Benzin- und Dieselpreise massiv in die Höhe geschnellt. Weiter beschleunigt hatte sich diese Entwicklung durch die Einführung des sogenannten Österreich-Modells (Preiserhöhungen nur noch einmal täglich um 12 Uhr möglich) am 1. April.
Der Dieselpreis erreichte an jedem der sechs anschließenden Tage sogar ein neues Allzeithoch, in der Spitze kostete Diesel 2,447 Euro je Liter. Bei Super E10 fehlte am 6. April (Ostermontag), dem Tag mit dem bislang höchsten Stand des Jahres bei 2,192 Euro je Liter, nur noch 1 Cent zum Allzeithoch vom Beginn des Ukrainekriegs 2022.
Der Tankrabatt, also die Energiesteuersenkung um ca. 14 Cent, galt vom 1. Mai bis 30. Juni. Einschließlich des darauf anfallenden Umsatzsteueranteils sollte sich daraus eine Entlastung von 16,7 Cent brutto pro Liter ergeben, gerundet entspricht das den häufig genannten 17 Cent.
So sparen Sie beim Tanken
Da Tankstellen in Deutschland ihre Preise seit der gesetzlichen Neuregelung nur noch einmal pro Tag um 12 Uhr erhöhen dürfen, ist Tanken nicht mehr am frühen Abend am günstigsten, sondern kurz vor dem Mittag. Eine ADAC Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland im Mai 2026 zeigt: Kurz vor 12 Uhr, wenn die Preise unterhalb des Tagesdurchschnitts liegen, ist aktuell der günstigste Tankzeitpunkt.
Ab 12 Uhr springen die Preise für Benzin und Diesel stark nach oben. Vergleicht man den günstigsten und den teuersten Tageszeitpunkt zum Tanken, liegen die vom ADAC im Mai 2026 ermittelten Preisdifferenzen deutlich über denen des Vorjahres. Weitere Infos dazu finden Sie hier: Neue Preis-Regeln seit April 2026: Wann ist Tanken am günstigsten?
Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen
Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:
Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.
Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.
Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
Mit Material von dpa.