DruckenPDFBookmarkKontaktieren Sie uns

Nicht in Auftrag gegebene Arbeiten



Häufig kommt es vor, dass von der Werkstatt Arbeiten durchgeführt werden, die vom Kunden gar nicht in Auftrag gegeben wurden. Hier stellt sich die Frage, ob der Kunde diese Arbeiten bezahlen muss oder nicht.


  • Auftragserteilung
    Grundsätzlich ist eine mündliche Auftragserteilung möglich und führt auch zu einer rechtlichen Bindung. Aus Beweisgründen ist jedoch eine schriftliche Auftragserteilung mit möglichst genauen Angaben zu den durchzuführenden Arbeiten unbedingt zu empfehlen! Der Kunde hat dann ein Recht auf eine Durchschrift des Auftragsscheins.
  • Rechte des Kunden
    Steht eindeutig fest, dass die durchgeführten Arbeiten nicht in Auftrag gegeben wurden, dann kann der Kunde zunächst darauf bestehen, dass bestimmte Teile, die eingebaut wurden, von der Werkstatt aus- und die alten Teile wieder eingebaut werden müssen.
  • Erstattungsanspruch der Werkstatt
    Ist der Ausbau nicht möglich (z. B. bei Lackierungsarbeiten), bleibt die Frage, ob der Kunde für die durchgeführten Arbeiten zahlen muss. Hier kommt es darauf an, ob die Arbeiten für ihn tatsächlich von Nutzen sind. Wurden von der Werkstatt schwerwiegende Sicherheitsmängel behoben, ist grundsätzlich von einem derartigen Nutzen auszugehen. In diesem Fall muss der Kunde also auch zahlen. Etwas anderes kann aber dann gelten, wenn die Kosten für diese Reparatur in keinem angemessenen Verhältnis mehr zum Fahrzeugwert stehen. In keinem Fall dürfen dem Kunden die Lohnkosten in Rechnung gestellt werden, wenn die Arbeiten nicht in seinem Interesse lagen. Es kommt hier allenfalls ein (anteiliger) Erstattungsanspruch der Werkstatt bezüglich der Materialkosten in Betracht.

    Nach § 241 a BGB muss der Verbraucher im Verhältnis zum Unternehmer für Leistungen, die er nicht bestellt hat, auch nichts zahlen. Vom Wortlaut her wäre diese Vorschrift auch auf das Verhältnis vom Kunden zum Werkstattbetreiber anwendbar. Danach müsste der Kunde niemals bezahlen, wenn ihm als Verbraucher von der Werkstatt nicht in Auftrag gegebene Arbeiten in Rechnung gestellt werden. Bisher sind aber keine gerichtlichen Entscheidungen hierzu bekannt.

Kontakt

Noch Fragen zu diesem Thema?

Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.


Weitere interessante Themen für Sie

Zwei Klicks für mehr Datenschutz
Bitte aktivieren Sie die Buttons, bevor Sie Ihre Empfehlung an Facebook, Twitter oder Google+ senden.
Hinweis: Durch Aktivieren der Buttons werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google+ ins Ausland übertragen.
Details zum Datenschutz bei Nutzung der Gefällt-Mir-Buttons

Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität