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Rückruf läuft

-Rechte der Betroffenen - Ergebnisse der ADAC-Tests-


Audi hat mit den Modellen A4, A5, A6, Q5 mit 2.0-TDI-103-kW-Motor und Schaltgetriebe sowie Seat mit dem Modell Exeo die erste Rückrufwelle gestartet. Auch für die Golf-Modelle mit diesem Antrieb hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) die Software freigegeben.
Was Sie jetzt über Ihre Rechte wissen sollten, erklären die ADAC Clubjuristen.

Ergebnisse des Vorher-Nachher-Tests


  • Ablauf der Abhilfemaßnahmen im Konzern

    Nachdem das KBA die nächste Rückrufwelle von VW, die ursprünglich ab der 9.KW mit dem Modell Passat anlaufen sollte, noch immer nicht freigegeben hat, setzten im April Audi und Seat die nächste Rückrufwelle fort. VW folgte mit dem Golf Ende April und hat am 3.Juni auch die Freigabe für rund 800.000 Fahrzeuge der Modellreihen Passat, CC und Eos bekanntgegeben. Mit Pressemeldung vom 8.6.2016 ist nun auch für die Modelle Tiguan und Caddy mit dem 2.0 TDI-Motor und Schaltgetriebeausführung die KBA-Freigabe erfolgt, so dass laut Hersteller etwa 2,5 Mio. Fahrzeugrückrufe erfolgen werden. 


    Rückrufplan Stand Mitte Juni 2016

    Die nachfolgenden Modelle mit 2.0 TDI-103kW-Motor und 6-Gang Schaltgetriebeausführung werden laut Rückrufplan mit Stand Mitte Juni 2016 angeschrieben und zum Werkstatttermin gebeten: 


    Audi   A4
    Audi   A5 
    Audi   A6 
    Audi   Q5 
    Seat   Exeo 
    VW     Golf 
    VW     Passat 
    VW     CC 
    VW     Eos
    VW    Tiguan 
    VW    Caddy


    Skoda nennt noch keinen konkreten Termin für den Rückruf.

    Terminplan verschiebt sich 

    Damit steht auch fest, dass der ursprüngliche Terminplan, wonach ab ersten Quartal 2016 die Umsetzung bei den 2.0-Liter-Motoren, zum Ende des zweiten Quartals 2016 (Jahresmitte) 1,2-Liter-Motoren und ab 3. Quartal 2016 die Umsetzung bei den betroffenen Fahrzeugen mit 1,6-Liter-Motor, erfolgen sollte, sich nach hinten verschiebt.

    Was ist technisch geplant 

    Beim 1,6-Liter EA 189-Motor wird direkt vor dem Luftmassenmesser ein sogenannter Strömungstransformator befestigt. Das ist ein Gitternetz, das den verwirbelten Luftstrom vor dem Luftmassenmesser beruhigt und so die Messgenauigkeit des Luftmassenmessers entscheidend verbessert. Der Luftmassenmesser ermittelt die aktuell durchgesetzte Luftmasse; ein für das Motormanagement sehr wichtiger Parameter für einen optimalen Verbrennungsvorgang. Zudem wird an diesem Motor noch ein Software-Update durchgeführt. Die reine Umsetzung der technischen Maßnahmen wird voraussichtlich weniger als eine Stunde in Anspruch nehmen. Die 1,2-und 2,0-Liter-Aggregate bekommen ein Software-Update. Die reine Arbeitszeit für diese Maßnahme wird rund eine halbe Stunde betragen.


  • ADAC: Erste Testphase der Vorher-Nachher-Test abgeschlossen - Ergebnisse liegen vor!

    Um die mit dem Rückruf verbundenen Fragen fundiert beantworten zu können, hat der ADAC einen Vorher-Nachher-Test durchgeführt. Hierfür konnten sich betroffene Fahrer, die bereits eine Aufforderung zum Werkstattbesuch erhalten haben, für eine erste Testphase registrieren lassen.
    Das Ziel des Aufrufs ist es nicht, alle registrierten Fahrzeuge zu testen, sondern anhand einer hinreichenden Anzahl von Tests generelle Erkenntnisse für die zurückgerufenen Modelle zu erlangen. Für die erste Testphase wurden Fahrzeuge mit 2.0 TDI-103kW-Motor gesucht. 

    Voraussetzung für die Teilnahme war ein von Audi, Seat oder VW erhaltener Rückruf mit einer konkreten Aufforderung zum Besuch einer Werkstatt. Außerdem mussten angemeldete Fahrzeuge über ein Schaltgetriebe verfügen, sich im unfallfreien Originalzustand befinden und eine Laufleistung von maximal 140.000 km aufweisen. 

    Ergebnisse des Vorher-Nachher-Tests


  • Was passiert, wenn ich dem Rückruf des Herstellers keine Folge leiste?

    Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es bei „unbehandelten Kfz“ zu Nachteilen bei der Kfz-Steuer, der Umweltplakette oder schlimmstenfalls bei der Zulassung des Kfz kommt. Hierzu müsste jedoch das Ausmaß der Manipulation bekannt sein, die Wirkung der Servicemaßnahmen und das daraus resultierende Verhalten der Behörden, vor allem dem Kraftfahrtbundesamt.


  • Müssen betroffene Fahrzeugbesitzer jetzt selbst aktiv werden?

    Nein. VW schreibt die betroffenen Fahrzeugbesitzer an. Die Adressen erhält VW direkt vom Kraftfahrtbundesamt (KBA).
    Sollten Fahrzeugbesitzer unsicher sein, ob vielleicht auch ihr Fahrzeug von der Softwaremanipulation betroffen ist, so kann man dies unter Eingabe der Fahrgestellnummer auf den Internetseiten der Hersteller Audi, Seat, Skoda und VW abfragen. Alternativ gibt auch der Händler Auskunft.


    Kundenabfrage für VW-Modelle:
    Prüfen Sie auf der VW-Website ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.
    Zusätzlich zur Onlineabfrage hat VW auch eine Hotline eingerichtet. Diese ist unter der Nummer 0800 - 86 55 79 24 36 erreichbar. Mo-Do 8-18 Uhr, Fr 8-17 Uhr.


    Kundenabfrage für AUDI-Modelle:
    Prüfen Sie auf der Audi-Website ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.
    Unter dem AUDI-Servicetelefon 0800 - 23 347 378 423 können AUDI-Besitzer telefonisch anfragen, ob ihr Fahrzeug betroffen ist.


    Kundenabfrage für SKODA-Modelle:
    Prüfen Sie auf der Skoda-Website ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.


    Kundenabfrage für SEAT-Modelle:
    Prüfen Sie auf der Seat-Website ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.


  • Kann man die Werkstatt für die Durchführung der Rückrufaktion frei wählen?
    Es muss sich um eine Vertragswerkstatt handeln – nur dort kann die vom Hersteller bereitgestellte Software eingespielt und, soweit erforderlich,  sonstige ergänzende Maßnahmen durchgeführt werden. Nach Auskunft von VW kann die Vertragswerkstatt jedoch frei gewählt werden.


  • Wie lange dauern die Arbeiten und kann ich ein Ersatzfahrzeug verlangen?
    Nach Auskunft von VW beträgt der geschätzte Arbeitsumfang je nach Aufwand zwischen 30 Minuten und einer Stunde für die aktuell bereits angeschriebenen Amorak-Kunden. Bei Bedarf plant VW eine angemessene und kostenfreie Ersatzmobilität zur Verfügung zu stellen.

  • Muss ich der Nachrüstung unverzüglich nachkommen?
    Laut VW dauern die Umrüstaktionen mindestens das ganze Jahr 2016, zeitliche Vorgaben werden bisher von Herstellerseite nicht gemacht. Das Kfz ist auch mit manipulierter Abgassoftware verkehrssicher, so dass keine direkte Eile zur Nachrüstung besteht. Allerdings muss damit gerechnet werden, dass nach mehrmaliger Aufforderung – ggf. auch durch das Kraftfahrtbundesamt – ein behördliches Handeln im Raum steht. Dann droht im schlimmsten Fall eine Betriebsuntersagung für das nicht nachgerüstete Fahrzeug.

  • Ich plane eines der betroffenen Fahrzeuge demnächst zu kaufen. Wie kann ich feststellen, ob die Rückrufaktion auch tatsächlich durchgeführt wurde?
    Nach erfolgter Nachbesserung soll ein Aufkleber im Bereich der Reserveradmulde angebracht werden. Außerdem kann das Softwareupdate in der elektronischen Fahrzeughistorie ausgelesen werden. Nach Auskunft von VW erfolgt zudem ein Eintrag im Serviceheft des Fahrzeugs.

  • Wer trägt die Kosten der Nachbesserung?
    Das Kraftfahrtbundesamt hat im VW-Fall eine Kostentragungspflicht angeordnet, die VW unwidersprochen hingenommen hat. Es besteht somit ein Anspruch, dass der Hersteller die angekündigten Maßnahmen für den Kunden in seinem Vertragswerkstättennetz kostenlos durchführt.

  • Was passiert mit Fahrzeugen, die über ein Chip-Tuning verfügen?

    Chip-Tuning stellt eine nachträgliche Veränderung des Fahrzeuges dar. Bei den bisher bekannten Updates von Motor-Software wurde ein Chip-Tuning nicht wieder hergestellt, da dadurch in der Regel auch die vom Fahrzeug-Hersteller gewünschten Änderungen rückgängig gemacht würden.


    Insofern ist also dem Fahrzeugbesitzer anzuraten, das Chip-Tuning ggf. "sichern" zu lassen und anschließend wieder aufzuspielen. Hierbei muss gewährleistet sein, dass das Chip-Tuning wieder in die Fahrzeugpapiere eingetragen wird, um die Betriebserlaubnis nicht zu verlieren. Des Weiteren muss sichergestellt werden, dass durch das Wiederaufspielen des Chip-Tunings die durch das Kraftfahrtbundesamt (KBA) vorgeschriebenen Maßnahmen nicht beeinflusst werden. Bitte beachten Sie, dass auch nach "Ausbau" eines Chiptunings die vormalige Betriebserlaubnis des unveränderten Fahrzeugs nicht automatisch wieder "auflebt".


    Die Kosten für die Sicherung bzw. das erneute Chip-Tuning beim Tuning-Betrieb werden regelmäßig dem Verkäufer des Fahrzeugs nicht in Rechnung gestellt werden können. Diesen trifft nach bisherigen Erkenntnissen kein Verschulden am Vorliegen der unzulässigen Abschalteinrichtung, die die Herstellermaßnahmen erforderlich machen. Daher sind die Mehrkosten, die nur im Wege des Schadenersatzes eingefordert werden können, gegenüber dem Verkäufer nicht erstattungsfähig.


    Gegen den Hersteller ist ein Schadenersatzanspruch – etwa wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung – nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Es ist aber bislang ungeklärt, ob die Tatbestandsvoraussetzungen erfüllt sind und die Mehrkosten für Chip-Tuning als schadenersatzfähige Position zu werten sind. Hierzu muss die zukünftige Rechtsprechung abgewartet werden. Angesichts der dreijährigen Verjährungsfrist bei derartigen Schadenersatzansprüchen, die aufgrund des Bekanntwerden des Abgasskandals erst mit Ende des Jahres 2015 zu laufen beginnen, kann man hier die Entwicklung abwarten.


Kontakt

Noch Fragen zu diesem Thema?

Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.


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