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Rückruf läuft

-Rechte der Betroffenen - Ergebnisse der ADAC-Tests-


Nach dem 2.0 und 1.2 TDI, sind seit Anfang November 2016 auch die 1.6 TDI-Triebwerke vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) freigegeben worden. Damit sind aktuell über 9 Millionen der insgesamt 10,2 Millionen Fahrzeuge in Europa freigegeben. Der Rest von über einer Million Fahrzeugen soll noch dieses Jahres seine Freigabe erhalten.


Die wenigen Euro-6-Diesel werden voraussichtlich gegen Ende Februar 2017 vom KBA freigegeben. Die Halter der betroffenen Fahrzeuge werden im Anschluss daran angeschrieben.


Die Anschreiben und die Umsetzung erfolgen mit entsprechendem Zeitversatz. Mit Stand Anfang Dezember 2016  in Deutschland hatten rund 600.000 Fahrzeuge (knapp 25%) der betroffenen 2,6 Millionen ein entsprechendes Update erhalten. In Europa erhielten bislang etwa 1,6 Millionen Fahrzeuge ein Software-Update. Den großen Rest will man im Laufe des Jahres 2017 abschließen.



  • Ablauf der Abhilfemaßnahmen im Konzern
    Rückrufplan Stand Dez. 2016

    Die Rückrufaktion erfolgt in 14 verschiedenen Gruppen, die in vergleichbare, technische Merkmale (1.2/1.6/2.0 TDI-Motoren nach Längs-Quereinbau, Getriebeart) unterteilt sind. 

    Nach dem 2.0 und 1.2 TDI, sind seit Anfang November 2016 auch die 1.6 TDI-Triebwerke vom KBA freigegeben worden.

    Die wenigen Euro-6-Diesel werden voraussichtlich gegen Ende Februar 2017 vom KBA die Freigabe erhalten. Die Halter der betroffenen Fahrzeuge werden danach entsprechend angeschrieben.

    Damit sind aktuell über 9 Mio. der insgesamt 10,2 Mio. Fahrzeuge in Europa freigegeben. Der Rest von über einer Million soll noch voraussichtlich dieses Jahres seine Freigabe erhalten.

    Die Anschreiben und Umsetzung der Maßnahmen erfolgen mit entsprechendem Zeitversatz. Mit Stand Anfang Dezember 2016 hatten in Deutschland rund 600.000 Fahrzeuge (knapp 25%) der betroffenen 2,6 Mio. ein entsprechendes Update erhalten. In Europa wurde bislang bei etwa 1.6 Mio. Fahrzeuge die Software eingespielt. Den großen Rest will man im Laufe des Jahres 2017 abschließen. 

    Wie sieht die technische Durchführung aus ? 

    Die 1,2-, 1,6- und 2,0-Liter-Aggregateder EA189-Motorenfamilie bekommen einen Software-Update. Beim 1,6-Liter EA 189-Motor wird direkt vor dem Luftmassenmesser ein sogenannter Strömungstransformator befestigt. Das ist ein Gitternetz, das den verwirbelten Luftstrom vor dem Luftmassenmesser beruhigt und so die Messgenauigkeit des Luftmassenmessers entscheidend verbessert. Der Luftmassenmesser ermittelt die aktuell durchgesetzte Luftmasse; ein für das Motormanagement sehr wichtiger Parameter für einen optimalen Verbrennungsvorgang. Zudem wird an diesem Motor noch ein Software-Update durchgeführt. Die reine Umsetzung der technischen Maßnahmen wird voraussichtlich weniger als eine Stunde in Anspruch nehmen. Die reine Arbeitszeit für diese Maßnahme wird rund eine halbe Stunde betragen. 


  • Vorher-Nachher-Tests des ADAC
    Wir hatten beim Triebwerk 2.0 TDI (Golf und A4 (Partnerclubs)) - Vorher-Nachher-Tests durchgeführt und zu allen Fällen in der Motorwelt Ausgabe 7/8 2016, sowie im Internet ausführlich zu den Ergebnissen berichtet. 

    Sowohl Leistung/Drehmoment, als auch Verbrauch waren im Rahmen der Messunsicherheit unverändert. Beim strengeren WLTC-Fahrzyklus und höherem Tempo waren die NOx-Werte sogar deutlich niedriger als vorher.

    Auch die Punkt Motorgeräusche und Laufverhalten wurden genau überprüft. Eine Veränderung der akustischen Eigenschaften und des Laufverhaltens des Motors konnten wir an den getesteten Fahrzeugen nicht feststellen. 
     
    Die Ergebnisse des anschließend gemessenen 1,2 TDI-Motors im Polo bewegen sich auf vergleichbarem Niveau zu den 2.0 TDI-Werten im Golf, also nahezu unverändert und auch hier waren die NOx-Werte im WLTC-Zyklus um etwa ein Drittel deutlich reduziert.

    Der untersuchte 1.6 TDI mit 105 PS (77kW) in einem Golf Variant schließt sich den vorangegangenen Tests an. Er zeigte nach dem Software-Update ein gleiches Ansprechverhalten, mit etwas verbesserten Beschleunigungs- und Durchzugsvermögen. Die Nox-Werte haben sich im Zulassungszyklus (NEFZ)  verbessert und außerhalb - im erweiterten „Weltzyklus“ (WLTC) und Autobahnzyklus nach ADAC EcoTest -  kam es sogar zu einer Verbesserung um über 50%! Die CO²-Messwerte und damit der Verbrauch änderten sich vor und nach dem Update wenig. Es war lediglich eine leichte Erhöhung im Prozentbereich beim Autobahnzyklus festzustellen. 

  • Was passiert, wenn ich dem Rückruf des Herstellers keine Folge leiste?

    Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es bei „unbehandelten Kfz“ zu Nachteilen bei der Kfz-Steuer, der Umweltplakette oder schlimmstenfalls bei der Zulassung des Kfz kommt. Auf Nachfrage beim BMVI wurde in diesem Zusammenhang mitgeteilt, dass bei Nicht-Teilnahme an der Rückrufaktion eine Betriebsuntersagung gem. §5 FZV durchgeführt werden kann. Im Rahmen der Hauptuntersuchung wird die Teilnahme an der Rückrufaktion überprüft und die Plakette gegebenenfalls nicht erteilt werden.


  • Müssen betroffene Fahrzeugbesitzer jetzt selbst aktiv werden?

    Nein. VW schreibt die betroffenen Fahrzeugbesitzer an. Die Adressen erhält VW direkt vom Kraftfahrtbundesamt (KBA).
    Sollten Fahrzeugbesitzer unsicher sein, ob vielleicht auch ihr Fahrzeug von der Softwaremanipulation betroffen ist, so kann man dies unter Eingabe der Fahrgestellnummer auf den Internetseiten der Hersteller Audi, Seat, Skoda und VW abfragen. Alternativ gibt auch der Händler Auskunft.


    Kundenabfrage für VW-Modelle:
    Prüfen Sie auf der VW-Website ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.
    Zusätzlich zur Onlineabfrage hat VW auch eine Hotline eingerichtet. Diese ist unter der Nummer 0800 - 86 55 79 24 36 erreichbar. Mo-Do 8-18 Uhr, Fr 8-17 Uhr.


    Kundenabfrage für AUDI-Modelle:
    Prüfen Sie auf der Audi-Website ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.
    Unter dem AUDI-Servicetelefon 0800 - 23 347 378 423 können AUDI-Besitzer telefonisch anfragen, ob ihr Fahrzeug betroffen ist.


    Kundenabfrage für SKODA-Modelle:
    Prüfen Sie auf der Skoda-Website ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.


    Kundenabfrage für SEAT-Modelle:
    Prüfen Sie auf der Seat-Website ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.


  • Kann man die Werkstatt für die Durchführung der Rückrufaktion frei wählen?
    Es muss sich um eine Vertragswerkstatt handeln – nur dort kann die vom Hersteller bereitgestellte Software eingespielt und, soweit erforderlich,  sonstige ergänzende Maßnahmen durchgeführt werden. Nach Auskunft von VW kann die Vertragswerkstatt jedoch frei gewählt werden.


  • Wie lange dauern die Arbeiten und kann ich ein Ersatzfahrzeug verlangen?
    Nach Auskunft von VW beträgt der geschätzte Arbeitsumfang je nach Aufwand zwischen 30 Minuten und einer Stunde für die aktuell bereits angeschriebenen Amorak-Kunden. Bei Bedarf plant VW eine angemessene und kostenfreie Ersatzmobilität zur Verfügung zu stellen.

  • Ich plane eines der betroffenen Fahrzeuge demnächst zu kaufen. Wie kann ich feststellen, ob die Rückrufaktion auch tatsächlich durchgeführt wurde?
    Nach erfolgter Nachbesserung soll ein Aufkleber im Bereich der Reserveradmulde angebracht werden. Außerdem kann das Softwareupdate in der elektronischen Fahrzeughistorie ausgelesen werden. Nach Auskunft von VW erfolgt zudem ein Eintrag im Serviceheft des Fahrzeugs.

  • Wer trägt die Kosten der Nachbesserung?
    Das Kraftfahrtbundesamt hat im VW-Fall eine Kostentragungspflicht angeordnet, die VW unwidersprochen hingenommen hat. Es besteht somit ein Anspruch, dass der Hersteller die angekündigten Maßnahmen für den Kunden in seinem Vertragswerkstättennetz kostenlos durchführt.

  • Was passiert mit Fahrzeugen, die über ein Chip-Tuning verfügen?
    Der Hersteller Audi nennt uns bei derartigen Fällen folgende Vorgehensweise. VW, Seat und Skoda haben sich dazu noch nicht geäußert, werden aber vermutlich ähnlich vorgehen:

    Der Händler sollte vor dem Softwareupdate fragen, ob ein Chip-Tuning vorliegt und erläutern, dass ein vorhandenes Tuning nachher unwirksam ist und auch evtl. eine Schädigung des Motorsteuergerätes möglich sein könnte. 

    Sie sollten mit dem Tuner vorab klären wie eine Aktualisierung des getunten Steuergerätes möglich ist. Wenn nach dem Softwareupdate Kosten für ein neues Tuning anfallen, hat der Händler unter den nachfolgenden Voraussetzungen und Nachweisen die Möglichkeit diese zu erstatten. 

    Voraussetzungen:
    • Chip-Tuning ist in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 vor dem 31.01.2016 eingetragen
    • In Systemanwendung wird unter „Fahrzeugindividuelle Hinweise“ das Gewährleistungskennzeichen für Chip-Tuning angezeigt. Ggf. Nachmeldung mittels entsprechendem Formular.
    Nachweise:
    • Zulassungsbescheinigung Teil 1 mit Eintrag vor dem 31.01.2016
    • Original-Rechnung über Zusatzaufwand.



  • Weitere Informationen zu Fahrzeugen, die über ein Chip-Tuning verfügen
    Chip-Tuning stellt eine nachträgliche Veränderung des Fahrzeuges dar. Bei den bisher bekannten Updates von Motor-Software wurde ein Chip-Tuning nicht wieder hergestellt, da dadurch in der Regel auch die vom Fahrzeug-Hersteller gewünschten Änderungen rückgängig gemacht würden.

    Insofern ist also dem Fahrzeugbesitzer anzuraten, das Chip-Tuning ggf. "sichern" zu lassen und anschließend wieder aufzuspielen. Hierbei muss gewährleistet sein, dass das Chip-Tuning wieder in die Fahrzeugpapiere eingetragen wird, um die Betriebserlaubnis nicht zu verlieren. Des Weiteren muss sichergestellt werden, dass durch das Wiederaufspielen des Chip-Tunings die durch das Kraftfahrtbundesamt (KBA) vorgeschriebenen Maßnahmen nicht beeinflusst werden. Bitte beachten Sie, dass auch nach "Ausbau" eines Chiptunings die vormalige Betriebserlaubnis des unveränderten Fahrzeugs nicht automatisch wieder "auflebt".

    Die Kosten für die Sicherung bzw. das erneute Chip-Tuning beim Tuning-Betrieb werden regelmäßig dem Verkäufer des Fahrzeugs nicht in Rechnung gestellt werden können. Diesen trifft nach bisherigen Erkenntnissen kein Verschulden am Vorliegen der unzulässigen Abschalteinrichtung, die die Herstellermaßnahmen erforderlich machen. Daher sind die Mehrkosten, die nur im Wege des Schadenersatzes eingefordert werden können, gegenüber dem Verkäufer nicht erstattungsfähig.

    Gegen den Hersteller ist ein Schadenersatzanspruch – etwa wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung – nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Es ist aber bislang ungeklärt, ob die Tatbestandsvoraussetzungen erfüllt sind und die Mehrkosten für Chip-Tuning als schadenersatzfähige Position zu werten sind. Hierzu muss die zukünftige Rechtsprechung abgewartet werden. Angesichts der dreijährigen Verjährungsfrist bei derartigen Schadenersatzansprüchen, die aufgrund des Bekanntwerden des Abgasskandals erst mit Ende des Jahres 2015 zu laufen beginnen, kann man hier die Entwicklung abwarten. 


  • Sind Spätschäden durch möglicherweise erhöhte Bauteilbelastung nach dem Softwareupdate auszuschließen?
    Es ist in Einzelfällen nie auszuschließen, dass sich plötzlich Änderungen im Laufverhalten zeigen. Hintergrund kann sein, dass durch modifizierte Einspritzung z. B. Einspritzinjektoren neu  angelernt werden und innerhalb der ersten 100 km Fahrstrecke Anpassungsprobleme auftauchen. 

    Sollten allerdings nachweisbar im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Softwareupdate Bauteilschäden oder signifikante Veränderungen im Laufverhalten auftreten, so hat der Hersteller auch die  Beseitigung und Kostenübernahme signalisiert. Der Hersteller hat für den Händler in solchen Fällen ein Meldesystem installiert, in dem die Reklamationen erfasst und analysiert werden sollen.

    Der ADAC beobachtet neben den Fällen, die ihn von seinen Mitgliedern dazu erreichen, auch die zahlreichen, nachgerüsteten Fahrzeuge in seinem Fuhrpark. Das ermöglicht dann auch Langzeitaussagen. Grundsätzlich hat der Hersteller nach eigener Aussage die ursprünglichen Auslegungsgrenzen mit den Softwareänderungen nicht verlassen und die Langzeithaltbarkeit nicht angetastet.

Kontakt

Noch Fragen zu diesem Thema?

Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.


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