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Keyless-Klau: 4 Hersteller bieten Abhilfe

Keyless

In Versuchen konnten unsere Experten Fahrzeuge mit Komfort-Schließsystem in Sekundenschnelle öffnen und wegfahren - ohne sichtbare Einbruchs- oder Diebstahlspuren. Bisher untersuchten sie Autos von 22 Herstellern, bei nur vier Marken lässt sich das Keyless-System deaktivieren.


Mit einer selbstgebauten Funkverlängerung haben ADAC Experten die Komfort-Schließsysteme von bisher insgesamt 38 Pkw zu knacken versucht. Ergebnis: Bis auf einzelne Ausnahmen ließen sich alle Fahrzeuge in Sekundenschnelle sowohl öffnen als auch starten. Eine Liste der bisher getesteten Modelle finden Sie unter www.adac.de/keyless. Es werden fortlaufend weitere Modelle untersucht. 


Viele Hersteller sehen keine Gefahr und halten die Keyless-Systeme für sicher. Aktuell bieten lediglich vier Marken Systeme an, bei denen der Nutzer die Komfortfunktion nachträglich deaktivieren kann: Bei Daimler, Renault, Subaru und Toyota ist das möglich. Die Fahrer dieser Marken können eine dauerhafte Deaktivierung über einen autorisierten Händler veranlassen oder diese selbst über den Bordcomputer oder über eine Tastenkombination am Funkschlüssel vornehmen.


Eine Funkverlängerung ist schnell gebaut

Die für die Funkverlängerung zum Knacken der Keyless-Systeme erforderlichen Geräte lassen sich mit geringem Aufwand aus handelsüblichen Elektronikbauteilen herstellen. Die Verbindung zwischen Schlüssel und Auto kann damit problemlos über mehrere hundert Meter verlängert werden – unabhängig davon, ob sich der Originalschlüssel beispielsweise im Haus oder in der Jackentasche des Besitzers befindet. 


Wegfahrsperre und meist auch Alarmanlage werden ebenfalls auf diese Weise überwunden. Bei den Tests hinterließ dies keine Einbruchs- oder Diebstahlsspuren. 


Autoklau mittels Signalweiterleitung

(Klicken Sie für eine große Ansicht auf die Grafik)


Wir raten dazu, zur Sicherheit zum Beispiel eine Lenkradsperre oder eine Parkkralle zu nutzen. Das sind jedoch lediglich Sofort-Maßnahmen zur Abhilfe. 


Da mit den zusätzlichen Absicherungen der Schließsysteme die Komfortfunktionen ihren Sinn verlieren, sollten die Hersteller nur noch diebstahlsichere Keyless-Systeme anbieten. Der Club fordert daher alle Autohersteller auf, die Fahrzeugelektronik systematisch so abzusichern, wie dies in anderen IT-Bereichen Standard ist. Für Besitzer betroffener Fahrzeuge sollten zudem möglichst zügig entsprechende Nachrüstungen oder Updates angeboten werden.


Weitere Informationen zum vernetzten Auto finden Sie in unserem Special "Connected Car".


(Stand: 2.6.2016)


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