Sprit im Ausland: Benzinpreise in Europa weiter hoch

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Von Regina Ammel, Katharina Dümmer

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Viele Autos aus Deutschland an einer Tschechischen Tankstelle
Lange Warteschlangen in Tschechien: Hier war der Sprit trotz des Irankriegs zuletzt billiger als in Deutschland© imago images/Bernd März

Reisende, die jetzt mit dem Auto ins Ausland fahren oder auf dem Heimweg sind, können trotz der derzeit sehr hohen Kraftstoffpreise je nach Reiseland Geld sparen. Warum Tanken in anderen Ländern immer noch günstiger ist.

  • Italien senkt Kraftstoffpreise um 25 Cent

  • Slowakei: Spritpreise für Ausländer erhöht

  • Österreich will Mineralölsteuer senken

  • Kroatien und Ungarn deckeln Kraftstoffpreise

Wer zu einer Autofahrt ins Ausland startet, tankt häufig hinter der Grenze billiger. Insbesondere wenn es in Richtung Osten oder Südosten geht, sind die Spritpreise fast immer deutlich niedriger als in Deutschland. Dies geht aus Daten der EU-Kommission hervor. Dieser Trend setzt sich derzeit auch trotz des Irankriegs fort.

Auch im Ausland sind die Benzinpreise dynamisch

Reisende sollten jetzt allerdings beachten, dass die Kraftstoffpreisentwicklung dieser Tage sehr dynamisch ist. Es ist weiter keine Entspannung an den Tankstellen zu erkennen.

Hierzulande hat der Krieg im Nahen Osten die Kraftstoffpreise bereits deutlich steigen lassen. Aktuell zahlt man in Deutschland für einen Liter Super E10 2,147 Euro, für einen Liter Diesel 2,324 Euro (Stand: Freitag, 20. März, 7.15 Uhr). Auch in den anderen europäischen Ländern ist ein Preisanstieg zu beobachten. Einige Länder haben darauf mit Steuersenkungen oder Preisbremsen reagiert.

Doch trotz der aktuellen Entwicklungen gibt es weiterhin Länder, in denen man sein Fahrzeug günstiger als in Deutschland betanken kann. Hier waren auch schon in der Vergangenheit Benzin und Diesel fast immer billiger als in Deutschland. Dazu gehören beispielsweise Luxemburg, Österreich, Polen und Tschechien.

Derzeit ist Benzin in Slowenien mit 1,44 Euro am günstigsten. Auch Diesel tankt man dort billiger als in den übrigen Ländern: Der Liter kostet 1,48 Euro.

Italien senkt die Kraftstoffpreise per Dekret

Ab sofort tankt man in Italien deutlich günstiger. Die italienische Regierung hat eine Senkung der Steuern auf Benzin und Diesel beschlossen und umgesetzt. Damit werden die Kraftstoffpreise um 25 Cent pro Liter gesenkt. Mit dieser Maßnahme reagiert Italien auf die stark gestiegenen Preise an den Zapfsäulen. Die Regelung gilt vorerst bis Mittwoch, 8. April.

Österreich will Mineralölsteuer senken

Auch im Nachbarland Österreich sind die Benzinpreise (ca. 14 Prozent) und die Dieselpreise (ca. 25 Prozent) gestiegen. Um dem entgegenzuwirken, werden auch hier die nationalen Ölreserven freigegeben.

Im Kampf gegen hohe Spritpreise will Österreich vorübergehend die Mineralölsteuer senken. In einem ersten Schritt solle die Steuer auf Diesel und Benzin um jeweils 5 Cent pro Liter reduziert werden, teilte die Bundesregierung mit.

Schon jetzt ist die Mineralölsteuer in Österreich niedriger als in Deutschland. Dadurch ist Sprit in der Regel um etwa 20 bis 25 Cent günstiger. Nach Angaben des österreichischen Automobilclubs ÖAMTC liegt die Mineralölsteuer aktuell für den Liter Diesel bei 39,7 Cent und für den Liter Benzin bei 48,2 Cent.

Im Gegensatz zu Deutschland sind Preiserhöhungen obendrein an Tankstellen zumindest bis Mitte April nur dreimal die Woche erlaubt. Ein Senken der Preise ist jederzeit möglich.

Spritpreise: Kroatien und Ungarn führen Obergrenze ein

Die kroatische Regierung hat eine Preisdeckelung an Tankstellen eingeführt. Ab sofort kostet Benzin dort 1,50 Euro pro Liter, Diesel 1,55 Euro. Die Preise bedeuten zwar einen Anstieg von 4 Cent (Benzin) bzw. 7 Cent (Diesel), sollen aber weiteren Verteuerungen entgegenwirken. Die Maximalpreise sollen bis vorerst 23. März gelten. Zusätzlich wurde für diesen Zeitraum die Verbrauchsteuer auf Diesel reduziert.

Auch Ungarn reagiert auf die hohen Kraftstoffpreise mit einem Preisdeckel. Benzin kostet nunmehr 1,51 Euro und Diesel 1,59 Euro pro Liter. Zudem gibt die Regierung staatliche Öl-Reserven frei.

Wichtig für Reisende: Laut der Deutschen Presse-Agentur gelten die maximalen Treibstoffpreise "nicht für die Betankung von Fahrzeugen mit ausländischen Kennzeichen". Urlauber und Urlauberinnen profitieren demnach nicht von den gedeckelten Preisen und müssen teurer tanken.

Slowakei: Wer aus dem Ausland kommt, zahlt mehr

Der Tanktourismus in die Slowakei hat zu Engpässen an den Tankstellen geführt. Jetzt hat die slowakische Regierung darauf reagiert. Ab sofort gelten für Reisende aus dem Ausland höhere Spritpreise als für Inländer. Der Preis, den ausländische Autofahrer und Autofahrerinnen in Zukunft bezahlen müssen, setzt sich aus dem ermittelten Durchschnittspreis der Länder Österreich, Tschechien und Polen zusammen.

Darüber hinaus gilt eine Beschränkung des Kraftstoffverkaufs bis Mitte April. Diese sieht vor:

  • Verkauf vor Treibstoff nur bis 400 Euro pro Fahrzeug

  • Mitnahme von mehr als 10 Litern in Kanistern verboten

  • Treibstoffverkäufe ins Ausland werden zusätzlich begrenzt. Inwieweit steht noch nicht fest.

Gewinndeckelung in Griechenland

Die griechische Regierung vermutet Wucher hinter den drastisch gestiegenen Spritpreisen und hat deshalb eine Gewinndeckelung verfügt. Raffinerien dürfen ab sofort höchstens 5 Cent pro Liter Kraftstoff Gewinn machen. Tankstellen haben eine Gewinnspanne von 12 Cent.

Wer gegen die Verordnung verstößt, muss mit Strafen in Millionenhöhe rechnen. Die Verordnung gilt bis zum 30. Juni 2026. Auch in Griechenland sind seit Beginn des Irankriegs die Preise drastisch gestiegen.

Warum Tanken im Ausland oft günstiger ist

Selbst wenn der Literpreis aufgrund des Irankriegs in vielen Ländern Europas deutlich steigt, bleibt er vorerst oft unter den Kraftstoffpreisen in Deutschland. Fast immer liegt es daran, dass dort deutlich geringere Steuern und Abgaben auf Benzin und Diesel fällig sind – dafür gibt es dort aber in der Regel andere Einnahmequellen für den Staat, wie zum Beispiel eine Zulassungssteuer, die es in Deutschland nicht gibt.

Hinzu kommt, dass auch der Wechselkurs eine Rolle spielen kann, wie etwa in Polen. "Gewinnt die dortige Währung gegenüber dem Euro an Wert, schlägt sich das auch in den Spritpreisen nieder und sie erscheinen – wie beim Beispiel Polen – auf den ersten Blick noch mal ein wenig günstiger als bei uns", erklärt ADAC Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer.

Teurer als in Deutschland war der Diesel meistens in der Schweiz. Aktuell liegt der Preis bei 2,07 Euro. Die Niederlande haben sehr oft höhere Kraftstoffpreise als Deutschland. Dort lohnt sich der Tankstopp meist nicht.

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Tank-Tourismus ins Nachbarland nicht immer ratsam

Viele Autofahrer und Autofahrerinnen überlegen, ins benachbarte Ausland zum Tanken zu fahren. In Tschechien führte dies bereits zu langen Warteschlangen an den Zapfsäulen. In der Slowakei wurde der Kraftstoff knapp.

Die günstigen Spritpreise in Slowenien, Polen, der Slowakei und Tschechien lösten in der Vergangenheit eine Art Tank-Tourismus aus. Bis zu 60 Cent lassen sich noch immer an der Zapfsäule pro Liter sparen. Doch während der Sprit im Tank (und bis zu 20 Liter in Reservekanistern) zollfrei die Grenze passieren darf, müssen größere Mengen verzollt werden. Der deutsche Zoll führt deshalb vermehrt Stichprobenkontrollen durch. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Grenzgebieten Brandenburgs, Sachsens und Bayerns.

Der ADAC rät davon ab, lange Strecken oder größere Umwege nur zum Tanken zurückzulegen. Dies lohnt aufgrund des Kraftstoffverbrauchs für diese Strecken und auch wegen des Zeitaufwands selten. Wenn man allerdings sowieso in einem günstigen Land unterwegs ist, lohnt es sich natürlich, den Tank – zum Beispiel auch vor der Heim- oder Weiterreise – noch einmal vollzumachen. Wer zusätzlich Reservekanister füllen möchte, sollte die erlaubte Menge an Kraftstoff keinesfalls überschreiten.

Auch im Ausland regionale Unterschiede

Auch im Ausland gibt es zum Teil starke regionale Unterschiede. In manchen Ländern ist der Sprit außerdem – genau wie in Deutschland – an den Autobahnen sehr viel teurer als hinter der jeweils nächsten Ausfahrt. Darauf sollte man auch als Tourist achten. Wer für Deutschland die Spritpreise in Echtzeit verfolgen möchte, dem hilft die ADAC Drive App.

Mit Material von dpa.