Schlüssel im Auto eingeschlossen – das können Sie jetzt tun

Ein Mann steht verzweifelt vor seinem verschlossenem Auto
Wenn der Autoschlüssel im Fahrzeug liegt und die Türen verriegelt sind, müssen Profis ran ∙ © Shutterstock/Andrey_Popov

Sie haben den Autoschlüssel im Fahrzeug vergessen und die Türen sind verriegelt. Was Sie in dieser misslichen Lage selbst tun können und warum professionelle Hilfe die perfekte Lösung ist.

Es passiert meist dann, wenn man den Schlüssel bei offener Tür oder geöffneter Heckklappe im Fahrzeug abgelegt hat, etwa um das Kind in den Kindersitz zu setzen oder noch rasch die Einkäufe einzuladen. Dann schließt man die Türen und vergisst dabei den Autoschlüssel. Der liegt nun unerreichbar im verriegelten Fahrzeug.

Im besten Fall können Sie sich schnell einen Ersatzschlüssel bringen lassen. Was Sie auf keinen Fall tun sollten: Zur Vorbeugung einen Zweitschlüssel im Plastikbeutel im Radkasten deponieren. Diesen alten Trick kennen Diebe nur zu gut. Wird das Fahrzeug dann gestohlen, und Sie können nicht alle Schlüssel vorlegen, zahlt die Kfz-Versicherung unter Umständen nur eingeschränkt oder im schlimmsten Fall überhaupt nicht.

Was aber tun, wenn das Problem nicht mithilfe des Ersatzschlüssels gelöst werden kann? Und wie kann man verhindern, dass man überhaupt in diese Notlage gerät?

Autotüren versehentlich verriegeln – so verhindern Sie es

So banal es auch klingen mag: Solange der Schlüssel im Zündschloss steckt, lassen sich die meisten Fahrzeugmodelle nicht verriegeln. Außerdem kann die Fahrertür bei den meisten Pkw-Modellen nur dann verriegelt werden, wenn dafür ein Schlüssel benutzt wird – ganz gleich ob über Funk oder im Türschloss, eben um das versehentliche Einschließen zu verhindern. Genaueres dazu finden Sie in der Bedienungsanleitung.

Das Auto ohne Schlüssel öffnen – eine Aufgabe für Profis

Ein Schlüsseldienst Service Mitarbeiter öffnet ein verschlossenes Auto
Für Clubmitglieder: Die Schlüsselhilfe der ADAC Pannenhilfe öffnet Autotüren ohne jegliche Schäden ∙ © ADAC/ Martin Kunz

Nur in Ausnahmefällen gelingt es einem Laien, eine Autotür ohne passenden Schlüssel zu öffnen, ohne dabei am Fahrzeug Schäden zu hinterlassen. Kratzer im Lack oder verbogene Türrahmen sind eher die Regel als die Ausnahme, ganz gleich, welche Tricks und Lifehacks im Internet auch kursieren mögen – vom gebogenen Draht über den Kleiderbügel und die aufblasbare Blutdruckmanschette bis zum aufgeschnittenen Tennisball.

Bei den meisten modernen Fahrzeugen müssen Profis ans Werk, um die Autotür ohne Beschädigungen öffnen zu können. Die beste, schnellste und günstigste Lösung ist der Anruf bei Ihrem Mobilitätsclub, der eine professionelle Türöffnung anbietet.

Die Schlüsselhilfe in der ADAC Pannenhilfe

Bei der ADAC Pannenhilfe ist das Öffnen unabsichtlich verschlossener Pkw eine häufig nachgefragte Dienstleistung. 2019 wurden rund 145.000 Einsätze mit der Leistung Schlüsselhilfe gefahren, davon ging es bei 100.000 Fällen um einen im Fahrzeug eingesperrten Schlüssel. Die Schlüsselhilfe können alle Clubmitglieder nutzen, unabhängig von der Art ihrer Mitgliedschaft. Wie in vielen anderen Notlagen helfen die "Gelben Engel" auch hier schnell, professionell und unkompliziert. Sie müssen lediglich mit Fahrzeugpapieren und Personalausweis nachweisen können, dass Sie Eigentümer des versehentlich verriegelten Fahrzeugs sind.

Plus- und Premium-Mitglieder haben außerdem einen Anspruch auf erweiterte Leistungen für das Besorgen eines Ersatzschlüssels.

Die "Gelben Engel" haben nicht nur die richtigen Werkzeuge mit an Bord, sondern auch eine spezielle Fortbildung zum professionellen Öffnen von Autotüren.

Der ADAC Experten-Tipp

Auch wenn sich die meisten Autotüren mittlerweile per Funk entriegeln lassen, sollten Sie von Zeit zu Zeit ganz klassisch das Schloss mit dem Schlüssel betätigen. Der Grund: Wird die Schließmechanik lange nicht betätigt, kann das enthaltene Öl verharzen und die Federn im Zylinder blockieren. Ist dann die Batterie im Funkschlüssel leer, bleibt die Tür verschlossen.

Hierzu muss bei manchen Fahrzeugen – etwa aus dem VW-Konzern – erst eine Kappe über dem Schließzylinder abgehebelt werden. Und es gibt oft nur noch auf der Fahrerseite ein mechanisches Not-Türschloss. Mehr dazu finden Sie in der Bedienungsanleitung zum eigenen Auto.

Safe Lock und Keyless – besondere Schließsysteme

Zahlreiche Fahrzeugmodelle haben eine Safe Lock-Funktion, damit das Auto nach dem Absperren von innen nicht mehr zu öffnen ist. Damit soll verhindert werden, dass Diebe etwa durch einen Schlitz bei nicht ganz geschlossener Scheibe (oder einem leicht geweiteten Türrahmen) eine Drahtschlinge einführen und so das Auto von innen entriegeln.

Die ADAC Experten weisen darauf hin, dass mit diesem System einerseits zwar Versicherungsgebühren gespart werden, andererseits aber Fahrzeuginsassen – auch in einer Gefahrensituation – das Auto zunächst nicht mehr ohne externe Hilfe verlassen können.

DIese Gefahrensituationen unbedingt vermeiden

Kinder und Tiere dürfen auf keinen Fall allein im Auto zurückgelassen werden, da sich der Innenraum – nicht nur im Hochsommer – rasch gefährlich aufheizen kann. Ein Hinweis für Eltern: Geben Sie Ihrem Nachwuchs auf der Rückbank auf keinen Fall den Autoschlüssel zum Spielen. In der Zeit, in der Sie das Auto umrunden und zur Fahrertür gelangen, können sogar Kleinkinder den Verriegelungsknopf drücken.

Autos mit Safe Lock-Funktion sollten daher grundsätzlich nicht abgesperrt werden, solange sich Insassen im Inneren des Fahrzeugs befinden. Informationen darüber, ob Ihr Fahrzeug mit Safe Lock ausgestattet ist, finden Sie im Bordbuch. Teilweise wird beim Ausschalten der Zündung auch ein Hinweis im Kombi-Instrument angezeigt. Bei einigen Modellen lässt sich das Fahrzeug durch zweimaliges Drücken auf dem Funkschlüssel zwar verriegeln, aber trotzdem noch von innen öffnen – bei dann verringertem Diebstahlschutz.

Bei vielen Autos mit sogenanntem Keyless-Schließsystem ist ein Verriegeln ohne Schlüssel meist nicht möglich, solange ein Keyless-Schlüssel im Auto/Kofferraum liegt. Dafür sind Autos mit Keyless meist erheblich leichter zu stehlen als solche mit "normalem" Funkschlüssel.

Text: Jörg Peter Urbach. Fachliche Beratung: Arnulf Thiemel und Dieter Busse

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