Mazda CX-3 im ADAC Test: Feinschliff im Detail

15.5.2019

Mit dem Kleinwagen-SUV CX-3 landete Mazda 2015 einen Volltreffer. Jetzt wurde der Japaner überarbeitet. Das neue Modell im ADAC Test mit technischen Daten, Messwerten, Video und Preisen

Frontansicht Mazda CX-3
Der Mazda CX-3 mit verändertem Grill und neuen 18-Zoll-Alurädern 
  • Die Modellpflege bringt Verbesserungen im Detail, der Preis bleibt stabil
  • Benziner Skyactiv-G 121 im Test: 6,6 Liter Super Durchschnittsverbrauch
  • Konkurrenten: Fiat 500X, Seat Arona, Ford EcoSport, Hyundai Kona, Kia Stonic

 

Wer früh mit einem trendigen Produkt auf den Markt kommt, muss sich um den Absatz kaum Sorgen machen. So erging es Mazda 2015 mit dem CX-3. Der City-SUV hatte nicht nur wenig Konkurrenz im Segment. Er überzeugte auch durch sportliches Design, seine Fahreigenschaften, mit dem Verbrauch und seiner Funktionalität. Kein anderer Hersteller konnte da mithalten. Mittlerweile aber setzt fast jeder Hersteller auf die boomende Fahrzeugklasse: Fiat 500 X, Seat Arona, Ford EcoSport, Hyundai Kona und Kia Stonic tummeln sich in diesem Segment – um nur eine kleine Auswahl zu nennen.

Hochwertiges Interieur mit noch mehr Komfort

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Interieur Mazda CX-3
Platz: Im Innenraum des CX-3 gibt es nach dem Facelift mehr Ablageflächen  

Ein Grund mehr für Mazda, den CX-3 aufzufrischen. Wie bei den meisten Herstellern üblich, hat auch Mazda das Blech nicht angefasst, weil das hohe Werkzeugkosten nach sich ziehen würde. So muss ein bisschen Kosmetik reichen, was dem CX-3 einen veränderten Frontgrill, überarbeitete Rückleuchten und rundum neue 18-Zoll-Aluräder einbringt.

Innen hat man es bei der Form des Armaturenbrettes belassen, aber hochwertigere Materialien verwendet. Der übliche Handbremshebel fehlt, stattdessen hat der CX-3 eine elektronische Parkbremse, kombiniert mit einer automatischen Anfahrhilfe. Zurückrollen an Steigungen ist damit passé. Den gewonnenen Platz haben die Designer genutzt, um eine neue Mittelkonsole zu gestalten – mit Ablagebox, Becherhalter und Armlehne.

Nach wie vor gilt bei der Bedienung: Die Grundfunktionen sind selbsterklärend und erfordern keine große Eingewöhnungszeit. Bis man sich allerdings mit dem umfangreichen Menü des Konnektivitätssystems auskennt, braucht es etwas Übung.

Weil mehr und mehr junge Leute zur Klientel des CX-3 gehören, lässt sich Mazda auch beim Thema Konnektivität nicht lumpen. Smartphones können nun über Apple Carplay oder Android Auto mit dem Bordsystem verbunden werden.

Viel Platz hat der Mazda CX-3 nicht

Nichts geändert hat sich am Platzangebot. Und das ist eher knapp. Besonders auf den hinteren Plätzen merkt man, dass der CX-3 der Kleinwagenklasse angehört. Die Beinfreiheit reicht nach den Messungen des ADAC nur für Insassen mit einer Körpergröße von rund 1,65 Meter, wenn die Vordersitze für 1,85 Meter große Personen eingestellt sind. Die Kopffreiheit fällt zwar etwas großzügiger aus, aber das Raumgefühl ist hinten wegen des engen Innenraums, der hohen Fensterlinie und der schmalen Scheiben nicht angenehm.

Auch der Kofferraum fällt unterdurchschnittlich groß aus: Vom ADAC gemessene 210 Liter passen bis unter die Kofferraumabdeckung – da ist manch Kleinwagen besser aufgestellt. Umgeklappt und bis unters Dach beladen passen dann immerhin 925 Liter Gepäck in den CX-3. Zum Einladen muss das Ladegut über die hohe Ladekante gewuchtet werden, die sich 79 Zentimeter über der Fahrbahn befindet.

Bessere Motoren, schönere Details

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Heckansicht Mazda CX-3
Schickes Stadtauto: Der überarbeitete Mazda CX-3 ist 4,28 Meter lang

Die größten Änderungen finden sich unter der Haube. Die Motoren wurden auf mehr Komfort, geringeren Verbrauch und bessere Emissionen getrimmt. Beim Diesel ist der Hubraum von 1,5 auf 1,8 Liter gewachsen. Seine Leistung steigt auf 85 kW/115 PS, das Drehmoment bleibt bei 270 Newtonmetern. Durch innermotorische Maßnahmen hat es Mazda geschafft, den Selbstzünder im CX-3 so sauber zu bekommen, dass er die Abgashürde Euro 6d-TEMP auch ohne SCR-Kat und Harnstoffeinspritzung schaffen soll.

Ähnliches ist mit den beiden Zweiliter-Ottomotoren gelungen, sie benötigen keinen Partikelfilter. Sind die Motoren dann dennoch sauber? Das musste die meist gekaufte Version des CX-3 im ADAC Ecotest beweisen. Der Vierzylinder mit 89 kW/121 PS bildet zugleich die Einstiegsversion bei den Benzinern (Topmodell ist die Variante mit 110 kW/150 PS). 

Die Partikelemissionen hat Mazda tatsächlich im Griff – hier gibt es keine Auffälligkeiten im Testbetrieb. Lediglich auf der Autobahn steigt der Kohlenmonoxid-Ausstoß (CO) stark an. Hier sollte der Hersteller noch einmal nachbessern.

Als Durchschnittsverbrauch konnten die ADAC Ingenieure 6,6 Liter Super auf 100 Kilometer ermitteln. Das geht heute besser. Weil Mazda auf eine Turboaufladung verzichtet, muss der Motor hoch gedreht werden, um die volle Leistung zu entfalten. Die Fahrleistungen an sich fallen aber gut aus, untermotorisiert kommt man sich mit dem Basis-Benziner jedenfalls nie vor.

Dank der besten Handschaltung im Segment bereitet das fleißige Schalten keine Probleme. Gegen Aufpreis bietet Mazda eine Automatik an, ebenso Allradantrieb – was den Verbrauch weiter erhöht. 

Erfreulich ist die leichtgängige und direkte Lenkung, die Federung arbeitet straff, aber genügend komfortabel. Es macht Spaß, dieses Auto zu bewegen, das genauso knackig fährt wie es die stadttauglichen Abmessungen (Länge: 4,28 Meter) erwarten lassen. Umso erstaunlicher, dass der CX-3 im ADAC Ausweichtest nur befriedigend abschneidet. Warum? Beim schnellen Spurwechsel wankt die Karosserie merklich und besonders präzise lassen sich die Pylonen nicht umrunden.

Es bleibt beim Einstiegspreis von 17.990 Euro

Gut: 33,8 Meter Bremsweg aus 100 km/h. Insgesamt hat Mazda seinem City-SUV nochmals mehr Assistenten mit auf den Weg gegeben. Das System erkennt jetzt selbst bei 80 km/h noch Fußgänger – am Tag und bei Nacht. Neue Optionen sind zudem Stauassistent und Matrix-LED-Licht, beides nicht unbedingt üblich im Segment.

Die Preisliste des CX-3 beginnt wie bisher bei 17.990 Euro. Allerdings dürfte kaum ein Exemplar in der Basis-Ausstattung den Hof verlassen, selbst wenn diese halbwegs ausreichend ist. Wer nur einige Komfort- und Sicherheitsextras an Bord haben möchte, muss auf höherwertige Linien wechseln – und sollte sich damit anfreunden, dass der kleine SUV plötzlich bis zu 10.000 Euro mehr kostet. Die getestete Version kommt in der Sports-Line-Ausstattung auf 24.580 Euro.

Konkurrenz für den CX-3 kommt aber nicht mehr nur von anderen Herstellern, sondern auch aus dem eigenen Haus: Der neue CX-30, der 2019 auf dem Genfer Autosalon vorgestellt wurde, ist eine halbe Nummer größer. Für alle, denen der CX-3 zu knapp geschnitten ist.

 

Sehen Sie hier den neuen Mazda CX-3 in einem Video vom Motor Informationsdienst:

Alle Motoren im Überblick

Technische Daten (Herstellerangaben)
Mazda CX-3 Skyactiv-G 121 (getestete Version)
Mazda CX-3 Skyactiv-G 150 AWD  Mazda CX-3 Skyactiv-D 115
Motor Vierzylinder-Benziner, 1998 cm3, 89 kW/121 PS, 207 Nm bei 2800 U/min Vierzylinder-Benziner, 1998 cm3, 110 kW/150 PS, 207 Nm bei 2800 U/min  Vierzylinder-Turbodiesel, 1759 cm3, 85 kW/115 PS, 270 Nm bei 1600-2600 U/min
Antrieb Frontantrieb
Allradantrieb  Front- oder Allradantrieb
Fahrleistungen 9,0 s von 0 auf 100 km/h, Spitze 192 km/h 8,8 s von 0 auf 100 km/h, Spitze 200 km/h  9,9 s von 0 auf 100 km/h, Spitze 184 km/h
Verbrauch (NEFZ)
6,2 l Super/100 km, 141 g CO2/km
7,0 l Super/100 km, 160 g CO2/km  5,2 l Diesel/100 km, 138 g CO2/km
Maße
L 4,28 / B 1,77 / H 1,54 m
L 4,28 / B 1,77 / H 1,54 m  L 4,28 / B 1,77 / H 1,54 m
Leergewicht
1259 kg
1331 kg 1318 kg
Kofferraum 350 – 1260 Liter 350 – 1260 Liter  350 – 260 Liter
Preis ab 17.990 Euro  ab 25.590 Euro  ab 22.590 Euro
ADAC Messwerte (Auszug) Mazda CX-3 Skyactiv-G 121
Überholvorgang 60-100 km/h 6,0 s 
Bremsweg aus 100 km/h 33,8 m 
Wendekreis 11,6 m                    
Verbrauch / CO2-Ausstoß ADAC EcoTest 6,6 l Super/100 km , 178 g CO2/km (well-to-wheel) 
Reichweite 725 km
Innengeräusch bei 130 km/h    69,2 dB (A)                    
Leergewicht / Zuladung 1255 / 437 kg
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch   210 / 555 / 925 l

 

ADAC Testergebnis Gesamtnote: 2,8
Karosserie/Kofferraum 3,1
Innenraum 3,1
Komfort 3,1
Motor/Antrieb 2,3
Fahreigenschaften 2,4
Sicherheit  2,5
Umwelt/EcoTest 3,0

 

  • Das hat uns gefallen: Bequemer Ein- und Ausstieg. Gutes Platzangebot vorn. LED-Scheinwerfer Serie. Umfangreiche Komfort- und Sicherheitsausstattung.
  • Das hat uns nicht gefallen: Mäßige Rundumsicht. Großer Wendekreis. Wenig Platz im Fond. Kleiner Kofferraum. Kein Fehlbetankungsschutz.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Mazda CX-3 Skyactiv-G 121 Sports-Line herunterladen.

Text: Jochen Wieler, Michael Specht/SP-X. Fotos: Mazda

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