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München | 14.11.2019

Hunde im Auto oft falsch gesichert

Kleiner Hund mit Brustgurt gesichert auf Rückbank im Auto
Platz, aber sicher! Hunde müssen sachgemäß im Auto transportiert werden
Fast jeder fünfte Hundebesitzer sichert seinen Vierbeiner während der Fahrt nicht richtig. Er riskiert nicht nur seine eigene Sicherheit und die des Tieres, er gefährdet damit auch andere Verkehrsteilnehmer. 

Mehr als jeder dritte Autohalter hat regelmäßig Hunde an Bord, doch fast jeder Fünfte sichert seinen vierbeinigen Mitfahrer nicht ausreichend, so eine repräsentative Umfrage von AutoScout24 unter 1000 deutschen Autobesitzern. 

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ADAC Vergleich: Transportsysteme für Hunde

Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Produkte, um Hunde beim Transport zu sichern. Im ADAC Vergleich: Die gängigen Hundetransport-Systeme mit Vor- und Nachteilen, Kosten, Handhabung und Video.

Falsch gesicherter Hund: 35 bis 60 Euro Bußgeld

Die 18 Prozent der Fahrer, die ihr Tier nicht ausreichend sichern, verstoßen damit gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO): Ein Hund im Auto gilt im Straßenverkehr als Ladung, die ausreichend gesichert werden muss gegen Verrutschen, Umfallen, Hin- und Herrollen, Herabfallen. Das gilt auch bei einer Vollbremsung oder einer plötzlichen Ausweichbewegung.

Ist dies nicht der Fall, kann ein Bußgeld zwischen 35 und 60 Euro fällig werden. Bei Gefährdung kommt zu den 60 Euro für das Bußgeld noch ein Punkt in Flensburg hinzu.

Rund 30 Prozent der Autofahrer befördern ihren Vierbeiner laut Umfrage in einer befestigten Transportbox im Kofferraum. Beliebt ist auch ein durch ein Trenngitter abgegrenzter Kofferraum (22,6%). 18,6 Prozent der Befragten vertrauen dagegen auf spezielle Hundegurte, die sie auf dem Beifahrersitz oder der Rückbank befestigen.

Knapp acht Prozent wählen den Kofferraum. Dies ist ohne weitere Sicherung allerdings nicht zulässig, kann doch der Hund bei einem Unfall über die Kofferraumabsperrung nach vorn geschleudert werden.

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Beim Crash vervielfacht der Hund sein Eigengewicht

Versuche im ADAC Crashzentrum in Landsberg mit einem Hunde-Dummy liefern dramatische Ergebnisse: Der ungesicherte 22 kg-Hundedummy fliegt mit knapp 50 km/h ungebremst von der Hutablage nach vorne und trifft mit dem rund 25-fachen seines Eigengewichts von hinten hart auf Kopfstütze und Rückenlehne des Fahrersitzes. Er schlägt am Kopf des Fahrers seitlich an und beendet seinen Flug an der Windschutzscheibe. Die Aufprallwucht entspricht hier einem Gewicht von über 500 Kilogramm.

Es gibt keine Anschnallpflicht für Hunde, da sie jedoch als Ladung gelten müssen sie so gesichert werden, dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs nicht beeinträchtigt wird und die Insassen nicht gefährdet werden. Sollte es zu einem Unfall kommen und der Hund ungesichert beispielsweise durch die Windschutzscheibe krachen, dann ist nicht auszuschließen, dass dies auch versicherungsrechtlich Probleme bereitet. 


Text: kf. Foto: iStock.com/Ulrika.

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