Verhalten im Straßenverkehr

Überholen auf der Landstraße

20.3.2018

Überholen spart meist weniger Zeit als man glaubt und ist in der Regel sehr riskant. Überholen ist eine wesentliche Ursache für sehr schwere Unfälle auf Landstraßen.

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Die Gefahr beim Überholen auf Landstraßen wird oft unterschätzt. 

Autofahrer schätzen Geschwindigkeiten und Distanzen beim Überholen oft falsch ein. Deshalb kommt es immer wieder zu kritischen Situationen und Unfällen. Das zeigen die neuen Zahlen der ADAC Unfallforschung, die mit fast 40 Prozent deutlich häufiger lebensbedrohliche Verletzungen bei Überholunfällen registriert als bei anderen Unfällen.

Beim Überholen sollte deshalb Sicherheit immer vor Schnelligkeit gehen. Nur bei ausreichend einsehbarer Strecke sollten Autofahrer überholen und beim Überholvorgang selbst an die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen denken. Daher sind 700 Meter Sichtweite bei Überholmanövern nötig. Das entspricht rund 14 Leitpfosten am Straßenrand. 

Sichtweite wird häufig unterschätzt 

Um sicher überholen zu können, muss ein Pkw 100 km/h fahren, um einen Lkw mit 60 km/h sicher zu passieren. Das ist jedoch nur an wenigen Stellen auf deutschen Landstraßen möglich. Die Zeitersparnis ist gering: Im günstigsten Fall sind es nur zehn Prozent der Fahrtzeit. Bei einer Strecke von 20 Kilometern entspricht das lediglich 1,5 Minuten.

Damit das Überholen auf Landstraßen sicherer wird, müssen Landstraßen verstärkt dreispurig und mit sicheren Überholstreifen ausgebaut werden. Gleichzeitig müssen auch die Fahrerassistenzsysteme weiterentwickelt werden, um Autofahrer besser zu unterstützen. Bisher gibt es mit dem Spurwechselassistent lediglich Systeme für den gleichläufigen Verkehr.

Mehr Informationen zur ADAC Unfallforschung finden Sie hier.

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