Vorsicht, Marder: So schützen Sie Ihr Auto

5.12.2018

Ein Blick unter die Motorhaube kann im Frühjahr nicht schaden, denn die meisten Marderschäden werden in den Monaten April bis Juli gemeldet. Wie Sie sich vor Marderschäden am Auto schützen können.

Marder sehen niedlich aus, können am Auto aber großen Schaden anrichten.

Marder sind das ganze Jahr über aktiv. Ihre aktivsten Zeiten liegen im Frühjahr und im Herbst. Zur Paarungszeit im Frühjahr finden Rivalenkämpfe statt, im Herbst suchen sich Marder Schlaf- und Ruheplätze. Warme Motorräume sind beliebte Zufluchtsorte.

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Schäden und Folgen

Im Jahr 2017 verursachten Marder 214.000 Schäden an kaskoversicherten Pkw und Kosten in Höhe von 72 Millionen Euro, so die Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin.

Unsere Pannenhelfer wurde 2017 zu 12.496 von Mardern verursachten Pannen gerufen, im Jahr 2015 waren es insgesamt 12.590. Gemessen an den etwa 2,7 Millionen Pannen, zu denen die Straßenwacht jedes Jahr ausrückt, entspricht das einem Anteil von 0,4 bis 0,5 Prozent. Besonders häufig von Mardern beschädigt würden alle gummielastischen Bauteile wie Schläuche, Zündkabel, Stromleitungen und Isolationsmaterial. 

Was Mardern schmeckt

Marder verursachen mit ihren Bissen in Gummi- und weiche Kunststoffteile oft beträchtliche Fahrzeugschäden. Diese Bauteile sind am häufigsten betroffen:

  • Zündkabel
  • Kühlwasser- und Scheibenwaschwasser-Schläuche
  • Kunststoffschläuche
  • Faltenbälge an Antriebswellen und an der Lenkung
  • Stromleitungen bzw. deren Isolierung
  • Isoliermatten für die Geräusch- und Wärmedämmung 

 

Die Folgen

Angebissene Zündkabel können zu unrundem Motorlauf führen. Sofern der Motor nicht ohnehin abstirbt, raten wir von einer Weiterfahrt ohne genaue Diagnose ab, da unverbrannter Kraftstoff den Katalysator schädigen kann. 

Verletzungen an Gummimanschetten machen sich im Fahrbetrieb nicht sofort bemerkbar. Erst durch das folgende Eindringen von Schmutz und Wasser sowie durch den Verlust der Fettfüllung kommt es zur Schädigung der Antriebs- und Achsgelenke sowie ggf. der Lenkungsteile. Dies kann – insbesondere in letzterem Fall - auch zu einer Gefährdung führen. Werden die Schäden nicht rasch entdeckt, kann dies die Reparaturkosten drastisch erhöhen. 

Durchlöcherte Kühlmittelschläuche führen zu einem Verlust an Kühlflüssigkeit mit der Gefahr der Motor-Überhitzung. Ein Verbiss von Unterdruckschläuchen kann zu Leistungsverlust führen, ggf. wechselt der Motor in das Notlaufprogramm. 

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Kabelschutz, Elektroschock, Ultraschall

Doch Sie können den Nagern auch den Spaß an Ihrem Auto verderben. Bewährt haben sich Elektroschockgeräte, die nach dem Prinzip eines Weidezauns leichte elektrische Schläge an den Eindringling verteilen. Der Einbau dieser Geräte mit mehreren Hundert Volt Spannung, aber ungefährlichen Strömen, sollte gut überlegt und sach- sowie fachgerecht ausgeführt werden.

Schutzschläuche aus Hartkunststoff zum Ummanteln der Zündkabel gibt es im Kfz-Zubehörhandel. Sie sollten so verlegt und gesichert werden, dass sie weder in bewegliche noch an heiße Teile geraten können. Sie bieten aber den ebenfalls häufig angebissenen Schläuchen und Achs-Manschetten keinen Schutz. 

Ultraschallgeräte wiederum sollen Marder mit Tönen von ständig wechselnder Frequenz verjagen, die der Mensch nicht hören kann. Einbau und Anschluss sind mit wenig Werkzeug möglich und innerhalb einiger Minuten erledigt.

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Motor-Abschottungen gegen Marder

Einen guten Schutz bieten auch Motorraum-Abschottungen an, die verhindern, dass Marder zu den Kabeln und Schläuchen gelangen. Einige Hersteller bieten die Abschottungen als Sonderausstattung an, für diverse Modelle gibt es Motorwannen zum Nachrüsten. 

Zudem empfehlen wir bei Marderbefall als allererste Maßnahme eine fachgerechte Motorwäsche, also den Motorraum gründlich reinigen zu lassen. Denn: Auf Duftspuren ihrer Artgenossen reagieren die Tiere meist sehr aggressiv und mit besonderer Beißwut. Generell gilt: Wenn möglich, sollten Autofahrer ihr Fahrzeug in der Garage parken.

 
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Was die Versicherung bei Marderschäden zahlt

Wer sein Auto teil- oder vollkaskoversichert hat, ist gegen den finanziellen Schaden durch Marderbisse geschützt. Einige Tarife decken laut GDV jedoch nur direkte Marderschäden ab, die Versicherung zahlt also nur für die beschädigten Teile. Andere Tarife umfassen auch die Folgeschäden – die Versicherung zahlt also sogar dann, wenn zerbissene Zündkabel den Katalysator lahmlegen, undichte Kühlschläuche zu Motorüberhitzung oder kaputte Gummimanschetten zu Schäden an den Antriebs- oder Achsgelenken führen.