Alle Informationen zur Standheizung

18.12.2018

Vereiste Autoscheiben oder ein Fahrzeuginnenraum, der temperaturtechnisch einer Gefriertruhe gleicht: Der Winter bringt für Autofahrer so einige unliebsame Begleiterscheinungen mit sich. Für viele ist es deshalb naheliegend, eine Standheizung nachrüsten zu lassen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.

 

Zugefrorene Windschutzscheibe

Was sind die Vorteile einer Standheizung?

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Standheizungen. Wasserstandheizungen (hauptsächlich in Pkw) und Luftstandheizungen (Camper und Lkw). Wasserstandheizungen erwärmen den Motor und den Innenraum. Sie sorgen damit für Komfort und schonen den Motor. Ein vorgewärmter Motor leidet weniger stark unter den mechanisch belastenden Kaltstartphasen.

Bei Luftstandheizungen wird dagegen lediglich die Fahrgastzelle erwärmt. Für Lkw-Fahrer und Camper, die im Fahrzeug übernachten, ist es die effizientere Heizung.  Aber dieses System schont den Motor nicht. Fazit: Beide Systeme schaffen Sicherheit. Sie sorgen dafür, dass die Scheiben pünktlich zum Start abgetaut sind und nicht beschlagen.

Kann ich mein Auto selbst nachrüsten?

Nein, das ist nur etwas für Fachbetriebe. Je nach Fahrzeugtyp ist bei der Nachrüstung mit Kosten ab etwa 1000 Euro zu rechnen. Verfügt ein Fahrzeug bereits über einen mit Kraftstoff betriebenen Zuheizer, kann dieser vielfach für einige hundert Euro zu einer vollwertigen Standheizung aufgerüstet werden. Das geht zum Beispiel bei einem Ford Galaxy und VW Touran. 

Wie aktiviere ich die Standheizung?

Standheizungen lassen sich über eine Zeitschaltuhr oder eine Funk-Fernbedienung mit Reichweiten bis zu 1000 Meter, aber auch per Telefonanruf oder SMS aktivieren. Auf Wunsch gibt es auch eine automatische Berechnung der Heizzeit in Abhängigkeit von der Außentemperatur, damit das Auto zum gewählten Zeitpunkt die gewünschte Innentemperatur hat. 

Wie schnell wird das Auto warm?

Eine Standheizung läuft im Schnitt eine halbe Stunde vor dem Motorstart. Das reicht, um den Innenraum aufzuheizen. Zudem wird der Motor mit aufgewärmt, so dass nach dem Losfahren weiterhin warme Luft zur Verfügung steht.

Wie viel Sprit verbraucht der Heizvorgang?

Pro Stunde etwa 0,5 Liter. Oft wird die von der Standheizung verbrauchte Kraftstoff-Menge anschließend wieder eingespart, weil der Motor durch das vorgewärmte Kühlmittel keinen Kaltstart absolvieren muss, er so schneller auf die Betriebstemperatur kommt und auch weniger verschleißt.

Wo darf ich im Stand heizen?

Fast überall, außer an Tankstellen und anderen Orten mit brandgefährlichen Stoffen, in Garagen sowie anderen geschlossenen Räumen. 

Bei welchen Autos geht das?

Für die meisten Modelle werden Standheizungen angeboten – entweder ab Werk oder zur Nachrüstung. Außerdem gibt es elektrische “Tauchsieder” für den Motorblock und Heizlüfter für den Innenraum, die per Kabel mit Strom von einer heimischen 230-V-Steckdose arbeiten. Die Mehrzahl der Standheizungen jedoch verbrennt Benzin oder Diesel aus dem Fahrzeugtank.

Wie lange darf ich heizen?

Als Faustregel gilt: Nicht länger heizen, als anschließend gefahren wird. Durch die Standheizung wird die Fahrzeugbatterie belastet und sollte anschließend wieder ausreichend aufgeladen werden. Bei Temperaturen unter null Grad kann es sinnvoll sein, bei überwiegendem Kurzstreckenbetrieb die Starterbatterie ab und an zu Hause nachzuladen.

Warum qualmen manche Autos, wenn die Standheizung in Betrieb ist?

Aufgrund von Ablagerungen kann es nach längerer Heizpause kurzzeitig zur Qualmbildung kommen. Bei niedrigen Außentemperaturen entsteht zudem Wasserdampf, der aber unproblematisch ist. 

Kann das Fahrzeug in Brand geraten?

Das ist eher unwahrscheinlich. Flammwächter und weitere Sicherheitseinrichtungen sollen das verhindern.

Wie lange hält eine Standheizung?

Meistens so lange wie das ganze Fahrzeug.