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Der ADAC

Corona und Mobilität: Mehr Homeoffice, weniger Berufsverkehr

Ein Mann im Anzug schiebt sein Fahrrad, aus der Vogelperspektive aufgenommen.
Gute Vorsätze: Viele nehmen an, nach Corona mehr Rad zu fahren ∙ © iStock.com/golero

Durch die Corona-Krise wurde die individuelle Mobilität dramatisch eingeschränkt. Eine ADAC Umfrage zeigt, wie sich das Verhalten der Menschen verändert. Und welche langfristigen Folgen die Bürger erwarten.

  • Erheblich weniger Menschen fahren zur Arbeit

  • Jeden Vierten belastet die Einschränkung seiner Mobilität

  • Einer von vier Befragten fährt nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln

  • 27 Prozent nehmen an, nach der Krise mehr zu Fuß zu gehen

Seit Mitte März gelten deutschlandweit Ausgangsbeschränkungen. Das hat Folgen für die Mobilität. Der ADAC wollte wissen: Wie sehr haben die Bürger ihr Verhalten verändert? Die Ergebnisse zeigen: Offenbar bleiben die Menschen tatsächlich zu Hause. Und: Die Corona-Krise könnte auch bei der Nutzung von Auto, Fahrrad oder ÖPNV Spuren hinterlassen.

So hat sich der Anteil an Personen, die an jedem Werktag zum Arbeits- oder Ausbildungsplatz fahren, von 66 auf 32 Prozent halbiert. Zwei von fünf Menschen legen dafür aktuell gar keine Wege mehr zurück.

Ihre Einkäufe erledigen 70 Prozent – bisher 37 Prozent – nur noch an einem oder zwei Tagen pro Woche. Für den Weg ins Fitnessstudio oder zum Sportplatz benutzten bislang 22 Prozent das Auto. Die meisten Anlagen mussten schließen, nun sind auf dem Weg zur sportlichen Betätigung nur noch zehn Prozent im Wagen unterwegs.

Die Einschränkungen belasten die Menschen

38 Prozent der Befragten fühlen sich durch die Beschränkung ihrer Bewegungsfreiheit nur in geringem Ausmaß belastet, besonders trifft dies auf Senioren zu. Auf der anderen Seite empfinden immerhin 26 Prozent eine starke Belastung durch die geringere Mobilität. Besonderem Stress sind der Umfrage zufolge größere Haushalte, Schüler, Auszubildende und Studenten ausgesetzt.

So hat sich die Verkehrsmittel-Wahl verändert

Etwa jeder vierte Befragte fährt nicht mehr mit dem Öffentlichen Nahverkehr. Diese Zahl bezieht sich allerdings auf alle Teilnehmer der Umfrage – unter ihnen waren auch Personen, die schon vorher nicht oder nur selten Bus oder U-Bahn nutzten.

Die ganze Dramatik der Entwicklung zeigt sich beim Blick auf die Personen, die bisher schon mit Bus, Bahn und Zug unterwegs waren: Bei dieser Gruppe beträgt der Rückgang sogar 43 Prozent. Außerdem wird etwas mehr zu Fuß gegangen und weniger Fahrrad gefahren. Vor allem Senioren nutzen das Auto weniger.

Die Mobilität könnte sich nach Corona verändern

Die Mehrheit der Befragten wird die einzelnen Verkehrsmittel in Zukunft mehr oder weniger unverändert nutzen. Ein Verlierer könnte aber das Flugzeug sein: Fast ein Viertel der Umfrage-Teilnehmer wird sich wahrscheinlich seltener in die Luft begeben. Gewinnen wird möglicherweise das Auto, das nach der Krise ein Teil der Befragten häufiger nutzen will. Jeder Vierte rechnet außerdem damit, künftig häufiger zu Fuß zu gehen, etwa jeder Fünfte, öfter Rad zu fahren.

So wurde gefragt

Die Umfrage zur individuellen Mobilität in der Corona-Krise fand Ende März 2020 statt. 2145 Personen ab 18 Jahren wurden befragt.

So reagiert der Öffentliche Nahverkehr auf den Passagierschwund

Bei Bussen, Straßen-, U- und S-Bahnen sind die Passagierzahlen massiv zurückgegangen. Das Angebot lässt sich aber nicht gleich stark zurückfahren, denn in den verbleibenden Verkehrsmitteln hätten Passagiere und Fahrer nicht ausreichend Abstand zueinander. Der ADAC hat zum Stichtag 1. April 2020 in zehn deutschen Großstädten anhand der Fahrpläne untersucht, wie die Verkehrsbetriebe reagieren. Drei Strategien zeichnen sich ab:

  • In Hamburg und München gibt es nur minimale Korrekturen am regulären Fahrplan wie etwa gestrichene Verstärkerbusse oder -bahnen

  • Berlin hat Fahrpläne eingeschränkt, indem nun einzelne Linien seltener oder nicht mehr fahren

  • Die übrigen sieben Städte haben Sonderfahrpläne eingeführt, die sich zum Beispiel an den Angeboten an Wochenenden und in den Ferien orientieren

Der ADAC empfiehlt Passagieren, sich vor einer Fahrt über die aktuellen Fahrpläne zu informieren. Dazu dienen die Apps und Websites der Verkehrsbetriebe. Diese sollten Änderungen in den Fahrplaninformationen gut verständlich vornehmen, damit niemand die verbleibenden Verbindungen verpasst.