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Der ADAC

Corona und Mobilität: Mehr Homeoffice, weniger Berufsverkehr

Ein Mann im Anzug schiebt sein Fahrrad, aus der Vogelperspektive aufgenommen.
Gute Vorsätze: Viele glauben, nach Corona öfter mit dem Rad zu fahren ∙ © iStock.com/golero

Die Corona-Krise schränkt die individuelle Mobilität weiter stark ein. Eine ADAC Umfrage zeigt, wie sich das Verhalten der Menschen verändert und welche langfristigen Folgen die Bürger erwarten.

  • Weniger Menschen fahren zur Arbeit

  • Die Einschränkung seiner Mobilität belastet fast jeden Fünften

  • Fast jeder fünfte Befragte fährt nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln

  • 22 Prozent nehmen an, nach der Krise mehr zu Fuß zu gehen

Schon im April hatte der ADAC erhoben, wie stark die Bürger ihr Mobilitätsverhalten verändert haben. Nun wurde in einer zweiten Runde bei 2061 Personen ab 18 Jahren nachgehakt. Die Ergebnisse zeigen: Offenbar bleiben die Menschen weiterhin viel zu Hause. Und: Die Corona-Krise könnte auch bei der Nutzung der verschiedenen Verkehrsmittel Spuren hinterlassen.

Der Anteil an Personen, die an fünf Tagen zum Arbeits- oder Ausbildungsplatz fahren, ist von 66 Prozent vor der Krise auf aktuell 48 Prozent gesunken. Mehr als jeder Siebte legt aktuell gar keine entsprechenden Wege mehr zurück.

Im Vergleich zum Lockdown im März/April bedeutet das einen Schritt in Richtung Normalität. Denn im Frühjahr hatten nur noch 32 Prozent angegeben, an fünf Tagen zum Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu fahren. Zwei von fünf Menschen legten damals zu diesem Zweck gar keine Wege mehr zurück.

Ihre Einkäufe erledigen aktuell 64 Prozent – vor der Krise 40 Prozent – nur noch an einem oder zwei Tagen pro Woche.

Die Einschränkungen belasten die Menschen

49 Prozent der Befragten fühlen sich durch die Beschränkung ihrer Bewegungsfreiheit nur in geringem Ausmaß belastet. Auf der anderen Seite empfinden immerhin 19 Prozent eine starke Belastung durch die geringere Mobilität.

Hier könnte ein Gewöhnungseffekt vorliegen, denn im Frühjahr hatten noch 26 Prozent eine starke Belastung durch die geringere Mobilität angegeben.

So hat sich die Verkehrsmittel-Wahl verändert

18 Prozent der Befragten fahren nicht mehr mit dem Öffentlichen Nahverkehr. Diese Zahl bezieht sich auf alle Teilnehmer der Umfrage – unter ihnen waren auch Personen, die schon vorher nicht oder nur selten Bus oder U-Bahn nutzten.

Die 936 Personen, die aktuell angaben, wegen Corona weniger mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, wurden nach ihren Gründen befragt. Am häufigsten wurde die Angst vor einer Infektion genannt – 53 Prozent antworteten mit "trifft sehr zu" oder "trifft zu". Darauf folgten die Überfüllung der Verkehrsmittel (48 Prozent) und die Arbeit im Homeoffice (23 Prozent).

54 Prozent aller Interviewten sagten aus, sie würden ihr Auto gegenüber der Zeit vor Corona unverändert oft nutzen, 18 Prozent häufiger. Gleichzeitig blieb bei 58 Prozent die Zahl der zurückgelegten Kilometer pro Woche gleich, bei fast jedem Dritten ging sie zurück.

Im Vergleich zum ersten Lockdown "trauen" sich die Menschen wieder mehr, den Öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Damals hatte etwa jeder vierte Befragte angegeben, nicht mehr mit Bus, Tram, S- und U-Bahn unterwegs zu sein.

Die Mobilität könnte sich nach Corona ändern

Autos fahren auf einer Landstraße
Der Pkw gewinnt durch die Corona-Krise an Bedeutung ∙ © iStock.com/Bim

Die Mehrheit der Befragten wird die einzelnen Verkehrsmittel in Zukunft mehr oder weniger unverändert nutzen. Ein Verlierer könnte aber das Flugzeug sein: 29 Prozent der Umfrage-Teilnehmer werden sich wahrscheinlich seltener in die Luft begeben. Gewinnen wird möglicherweise das Auto, das nach der Krise ein Sechstel der Befragten häufiger nutzen will. Mehr als jeder Fünfte rechnet außerdem damit, künftig häufiger zu Fuß zu gehen, etwa jeder Sechste, öfter Rad zu fahren.

Im Vergleich zur Befragung im Frühjahr hat der Luftverkehr weiter verloren, damals wollten nur 24 Prozent künftig seltener fliegen. Bei der zukünftigen Nutzung des Autos gab es kaum Veränderungen, doch die guten Vorsätze, mehr zu Fuß zu gehen, waren mit 27 Prozent schon einmal stärker ausgeprägt.

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Bleibt der Einfluss von Corona dauerhaft?

Die aktuelle Befragung wurde durchgeführt, kurz nachdem der erste Impfstoffhersteller einen Durchbruch bei der Wirksamkeit bekannt gab. Über die Hälfte der Befragten zeigte sich optimistisch, dass Corona noch maximal ein Jahr das Alltagsleben beeinflusst. Fast jeder Dritte war weniger zuversichtlich und nahm an, es dauert noch zwei bis fünf Jahre. Jeder Elfte glaubte, durch Corona könnte es noch in über fünf Jahren Einschränkungen geben.

Die eigene Einschätzung zur Ansteckungsgefahr

Die Befragten sollten subjektiv einschätzen, wie stark sie sich bei unterschiedlichen Tätigkeiten von einer Ansteckung bedroht fühlen. Mit 51 Prozent am höchsten wurde diese Gefahr bei der Fahrt in Bus oder Straßenbahn empfunden. Darauf folgten mit 50 Prozent die Fahrt in Zügen, S- und U-Bahn und mit 43 Prozent der Besuch eines Fitnessstudios oder Schwimmbades. Ganz unten stand ein Spaziergang, bei dem nur jeder Zwanzigste eine Ansteckungsgefahr vermutete.

Lesen Sie hier auch, wie Sie sich vor Infektionen in Bus und Bahn schützen können.

So wurde gefragt

Die Umfrage zur individuellen Mobilität in der Corona-Krise fand im November 2020 statt. Dabei wurden 2061 Personen ab 18 Jahren interviewt.

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