Energieeffizienzklasse bei Geräten: Energielabel von A bis G erklärt
Von André Gieße

Die Energieeffizienzklasse zeigt, wie viel Strom ein Haushaltsgerät verbraucht. Dank der Energielabels können Sie vergleichen, dauerhaft Geld sparen und die Umwelt schonen.
Energieeffizienzklassen helfen, sparsamere Haushaltsgeräte anzuschaffen
Für immer mehr Haushaltsgeräte werden Energielabels EU-weit Pflicht
Umstieg auf energieeffiziente Elektrogeräte senkt die Energiekosten
Was bedeutet Energieeffizienzklasse?
Energieeffizienzklasse bei Geräten

Energieeffizienzklassen helfen, sparsamere Haushaltsgeräte von Stromfressern zu unterscheiden. Um vergleichen zu können, müssen die Produkte gut sichtbar mit EU-Energielabels gekennzeichnet sein. Auf einer Skala von A bis G zeigt ein Pfeil die jeweilige Effizienzklasse neuer Geräte an.
Dank zusätzlicher farblicher Einteilung lässt sich das Energielabel auf einen Blick lesen: je grüner, desto effizienter; je roter, desto verschwenderischer. Je nach Gerätegruppe gibt es weitere Informationen: etwa zum Energiebedarf in Kilowattstunden, zur Lautstärke oder zum Wasserverbrauch.
So können Verbraucherinnen und Verbraucher erkennen, wie der Stromverbrauch einzuordnen ist und die voraussichtlichen Betriebskosten vergleichen. Dadurch ist es leichter, bei der Anschaffung Produkte auszuwählen, die Strom und Geld sparen. Mehr Energieeffizienz ist auch gut für den Klimaschutz. Deshalb gibt es für bestimmte Gerätegruppen eine EU-weite Kennzeichnungspflicht.
Die EU nimmt die Elektrogerätehersteller immer mehr in die Pflicht: Seit Juni 2025 müssen auch Smartphones und Tablets im stationären und Online-Handel mit dem EU-Energielabel ausgezeichnet sein, das zusätzlich über Akkulaufzeit, Reparierbarkeit und Robustheit informiert.
Energieeffizienzklasse beim Haus
Es gibt nicht nur Energieeffizienzklassen für Elektrogeräte, sondern auch für den energetischen Zustand von Häusern. Der Wert wird in einem Energieausweis dokumentiert und zeigt den Endenergiebedarf in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr an (kWh/m²a). Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in einem eigenen Ratgeber-Artikel zum Energieausweis fürs Haus.
Welche Energieeffizienzklassen gibt es bei Geräten?
Die Energieeffizienzklassen für Haushaltsgeräte auf den modernen EU-Energielabels reichen von A (beste Effizienz) bis G (schlechteste Effizienz). Je nach Gerätegruppen können die Skalen unterschiedlich sein. Bis zum Jahr 2030 soll ältere, verwirrende Bezeichnungen wie A+++ aus dem Markt verschwunden sein.
Zum Beispiel weisen Dunstabzugshauben und Backöfen noch die alte Skala für Energieeffizienzklassen auf, bevor die EU im März 2021 die Regeln für Energielabels reformiert hat. Hier gibt es zum A noch zusätzliche Pluszeichen (A+, A++, A+++). Diese Einteilung ist jedoch sehr unübersichtlich und wird zunehmend ersetzt.
Mit der Einteilung wurde auch das Design der Energielabels überarbeitet. Das ist nun einheitlich und zeigt nicht nur die jeweilige Energieklasse, sondern auch Hersteller, Produktname und Zusatzinfos etwa zu Fassungsvolumen, Bildschirmdiagonale, Lautstärke oder Wasserverbrauch.
Außerdem gibt es auf jedem modernen Energielabel seit der Reform einen QR-Code, der zur europäischen Produktdatenbank (EPREL) führt. Die EU-Datenbank verfügt über viele Sucheinstellungen und liefert neben dem Energieverbrauch zusätzliche Informationen zu Elektrogeräten.

Welche Geräte haben ein Energielabel?
Nicht jedes Haushaltsgerät, das im Handel erhältlich ist, unterliegt der Kennzeichnungspflicht mit dem modernen EU-Energielabel. Unter anderem auf Leuchtmitteln, Waschmaschinen, Kühlschränken und Fernsehern ist die aktuelle Skala von A bis G zu finden. Auf manchen Geräten – etwa Backöfen – stehen abweichend davon noch die älteren Energieeffizienzklassen.
Geräte mit Energielabel und ihre Energieeffizienzklassen im Jahr 2026
Backöfen: A+++ bis D
Dunstabzugshauben: A+++ bis D
Durchlauferhitzer: A+ bis F
Fernseher und Displays: A bis G
Gefriergeräte: A bis G
Geschirrspüler: A bis G
Heizgeräte (für einzelne Räume): A++ bis G
Heizungen: A+++ bis D
Klimageräte (auch mit Heizfunktion): A+++ bis D
Kühlschränke: A bis G
Lampen und Leuchtmittel: A bis G
Lüftungsanlagen: A+ bis G
Smartphones und Tablets: A bis G
Waschmaschinen: A bis G
Waschtrockner (Waschen und Trocknen): A bis G
Wäschetrockner (nur Trocknen): A bis G
Warmwasserbereiter: A+++ bis F
EU-Energielabel für Staubsauer ab 2027?
Auch für Staubsauger gab es früher ein Energielabel. Doch es wurde vom Europäischen Gerichtshof im Jahr 2019 für nichtig erklärt und darf nicht mehr verwendet werden. Seit diesem Gerichtsurteil gibt es kein neues Label, das die Effizienzklassen von Staubsaugern festlegt.
Nun muss die Europäische Kommission eine neue, rechtskonforme Verordnung beschließen. Dies soll voraussichtlich bis Ende 2026 geschehen. Moderne Energielabels mit den Energieeffizienzklassen von A bis G werden demnach voraussichtlich ab 2027 auf Staubsaugern zu sehen sein.
Wie entstehen Energieeffizienzklassen?
Die Energieeffizienzklassen werden durch einheitliche Tests ermittelt. Denn nur so lassen sich die Stromverbräuche vergleichen. In Testlaboren werden Kennzahlen wie der Energiebedarf und die Leistung eines Elektrogeräts unter definierten Bedingungen gemessen. Je nach Produktart gibt es unterschiedliche Kriterien und Referenzgeräte.
Auf Grundlage der Daten erfolgt anschließend die Einordung in den sogenannten Energieeffizienzindex, der wiederum die gröbere Einteilung in die verschiedenen Energieeffizienzklassen ermöglicht.
Umweltverbände kritisieren, dass die Verbräuche in der Praxis oft höher ausfallen als angegeben. Spätestens, wenn der Energiebedarf im Haushalt stark vom üblichen Durchschnitt abweicht, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Wer dabei wissen möchte, wie viel Strom ein Gerät verbraucht, kann den Verbrauch auch selbst ermitteln – zum Beispiel mit einem speziellen Strommessgerät.
Energieeffizienz vergleichen spart Strom

Wer sein altes Elektrogerät gegen ein neueres mit besserer Effizienzklasse eintauscht, kann dadurch Geld sparen. Denn die laufenden Kosten für den Betrieb sinken mit dem niedrigen Energiebedarf. Und die Strompreise könnten künftig eher steigen.
Über die Nutzungsdauer eines Geräts summiert sich die Ersparnis, sodass sich die Investition in ein effizienteres Gerät oft schnell auszahlt – vor allem, wenn es um die Anschaffung größerer Geräte wie Wäschetrockner, Kühlschränke oder Gefriergeräte geht. Diese zwei Beispiele zeigen, was möglich ist:
Beispielrechnung für Energieeffizienzklasse bei Kühlschrank
Altes Gerät mit Effizienzklasse D
Energieverbrauch: 200 kWh/Jahr x durchschnittlicher Strompreis: 35 Cent/kWh = Kosten: 70 Euro/JahrNeues Gerät mit Effizienzklasse A
Energieverbrauch: 100 kWh/Jahr x durchschnittlicher Strompreis: 35 Cent/kWh = Kosten: 35 Euro/Jahr
Beim Umstieg von Klasse D auf A ließe sich die Hälfte der Energie sparen. Umgerechnet wären das 35 Euro im Jahr. Bliebe es bei dem aktuellen Strompreis über die durchschnittliche Lebensdauer eines Kühlschranks von 15 Jahre, würden sich die Betriebskosten um rund 525 Euro reduzieren.
Beispielrechnung für Energieeffizienzklasse bei Waschmaschine
Altes Gerät mit Effizienzklasse D
Energieverbrauch (250 Waschzyklen): 172,5 kWh/Jahr x durchschnittlicher Strompreis: 35 Cent/kWh = Kosten: 60,38 Euro/JahrNeues Gerät mit Effizienzklasse A
Energieverbrauch (250 Waschzyklen): 112,5 kWh/Jahr x durchschnittlicher Strompreis: 35 Cent/kWh = Kosten: 39,38 Euro/Jahr
Mit der Energieeinsparung beim Umstieg von einer Waschmaschine der Klasse D zu A lassen sich jährlich 21 Euro sparen. Rechnet man den Betrag auf Basis des aktuellen Strompreises wieder auf die übliche Lebensdauer von 15 Jahren um, wären die Betriebskosten knapp 315 Euro niedriger.