Heizungsthermostat wechseln und richtig einstellen: So geht’s
Von André Gieße

Senkt ein Haushalt die Raumtemperatur von 22 auf 20 Grad Celsius, lassen sich im Idealfall rund 12 Prozent Heizenergie einsparen. Bei jährlichen Heizkosten von 1500 Euro entspricht das etwa 180 Euro Ersparnis.
Ob zum Drehen oder smart: Mit dem passenden Heizungsthermostat lässt sich die Temperatur zu Hause komfortabel regeln und oft Energie sparen. Wie Sie den Thermostatkopf selbst wechseln und richtig einstellen.
Mit smarten Heizungsthermostaten können Sie bis zu 20 Prozent sparen
Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Wechsel des Heizungsthermostats
Tipps für die richtige Einstellung manueller und digitaler Thermostate
Wie funktioniert ein Heizungsthermostat?
Ein Heizungsthermostat besteht aus dem sichtbaren Thermostatkopf und dem Thermostatventil am Heizkörper. Am Thermostatkopf stellen Sie die gewünschte Raumtemperatur ein. Ein darin eingebauter Temperaturfühler erfasst die Temperatur unmittelbar am Heizkörper.
Ist es kälter als eingestellt, öffnet sich das Ventil und Heizwasser strömt durch den Heizkörper. Sobald die gewünschte Raumtemperatur erreicht oder überschritten ist, drückt der Thermostatkopf einen beweglichen Stift im Ventil nach innen. Dadurch verkleinert oder schließt sich die Ventilöffnung und es fließt weniger oder kein Heizwasser mehr durch den Heizkörper. Kühlt der Raum wieder ab, öffnet sich das Ventil erneut.
Wichtig: Das Thermostat verändert nicht die Temperatur des Heizwassers. Es regelt, wie viel Heizwasser durch den Heizkörper fließt. Ein Heizkörper kann deshalb bei erreichter Raumtemperatur abkühlen, obwohl die Heizung eingeschaltet ist.
Kann man ein Thermostat am Heizkörper wechseln?
Ja, den Thermostatkopf am Heizkörper können Sie in der Regel selbst wechseln. Dabei wird der Heizwasserkreislauf nicht geöffnet. Deshalb müssen Sie die Heizungsanlage normalerweise weder ausschalten noch entleeren. Für Mieter wichtig: Bewahren Sie den ursprünglichen Thermostatkopf auf, damit Sie ihn beim Auszug wieder montieren können.
Umgangssprachlich ist häufig vom Wechsel des Heizungsthermostats die Rede. Tatsächlich wird dabei meist nur der sichtbare Thermostatkopf ausgetauscht. Das Ventilunterteil bleibt am Heizkörper. Muss auch das Ventilunterteil gewechselt werden, ist dagegen normalerweise ein Heizungsfachbetrieb gefragt. Dabei kann Heizungswasser austreten.
Heizungsthermostat wechseln: Schritt für Schritt
Für den Wechsel brauchen Sie eine Rohrzange, ein Tuch und selbstverständlich ein neues Thermostat. Prüfen Sie vorher, wie das bisherige Heizungsthermostat befestigt ist. Liegen alle nötigen Utensilien parat, kann es losgehen.
1. Thermostatkopf vollständig öffnen
Drehen Sie ein manuelles Thermostat auf die höchste Stufe. Dadurch übt der Thermostatkopf möglichst wenig Druck auf den Ventilstift aus und lässt sich leichter abnehmen. Bei einem elektronischen oder smarten Thermostat aktivieren Sie nach Herstelleranleitung die Montageposition. Dabei fährt der eingebaute Stellantrieb zurück.
2. Überwurfmutter bzw. Befestigung lösen
Lösen Sie die Befestigung des Thermostatkopfs: Meistens gibt es eine Überwurfmutter beziehungsweise einen Schraubring, bei manchen Modellen auch eine Klemme, eine Schraube oder einen Schnappverschluss. Geht es nicht von Hand, können Sie vorsichtig eine Zange verwenden. Ein Tuch schützt die Oberfläche vor Kratzern.
3. Alten Thermostatkopf abnehmen
Ziehen Sie den Thermostatkopf gerade vom Ventil ab. Lässt er sich nicht abnehmen, prüfen Sie, ob der Schraubring vollständig gelöst ist oder eine Klemme, Schraube beziehungsweise Sicherung entriegelt werden muss. Kommt Wasser aus dem Ventil, sollten Sie nicht weiterarbeiten und stattdessen einen Heizungsfachbetrieb verständigen.
4. Ventilstift kontrollieren
Nach dem Abnehmen sehen Sie am Ventil einen kleinen Metallstift. Er sollte sich vorsichtig wenige Millimeter hineindrücken lassen und selbstständig wieder zurück federn. Bewegen Sie den Stift nur behutsam und ziehen Sie ihn nicht heraus. Bleibt er stecken, ist er beschädigt oder tritt Wasser aus, sollte ein Fachbetrieb das Ventil prüfen.
5. Adapter montieren
Passt der neue Thermostatkopf nicht direkt auf das Ventil, benötigen Sie einen geeigneten Adapter. Montieren Sie den vorgesehenen Adapter entsprechend der Herstelleranleitung. Ein falscher oder schief sitzender Adapter kann dazu führen, dass sich das Ventil nicht richtig öffnet oder schließt. Die Heizung lässt sich dann nicht richtig regeln.
6. Neuen Thermostatkopf befestigen
Stellen Sie einen mechanischen Thermostatkopf vor der Montage auf die höchste Stufe. Setzen Sie ihn gerade auf das Ventil und ziehen Sie die Befestigung handfest an. Elektronische und smarte Thermostate starten nach der Montage meist eine automatische Anpassungsfahrt. Dabei ermittelt der Stellantrieb die Position des Ventilstifts.
7. Funktion prüfen
Stellen Sie die gewünschte Raumtemperatur ein (z.B. Stufe 3 bei mechanischen Modellen), um zu prüfen ob das Ventil öffnet. Kontrollieren Sie nach einiger Zeit, ob sich der Heizkörper erwärmt und bei erreichter Raumtemperatur wieder abkühlt. Bei elektronischen Modellen sollten Sie außerdem Datum, Uhrzeit und Heizplan einstellen.
Wann sollte man das Heizungsthermostat wechseln?

Allein das Alter des Heizungsthermostats ist kein ausreichender Grund für einen Austausch. Ein Wechsel ist vor allem sinnvoll, wenn sich der Heizkörper nicht mehr zuverlässig regeln lässt oder ein programmierbares beziehungsweise smartes Thermostat mehr Komfort bieten soll. Typische Anzeichen für einen Defekt sind:
Der Heizkörper bleibt trotz aufgedrehtem Thermostat kalt.
Der Heizkörper wird dauerhaft heiß.
Der Thermostatkopf ist locker, beschädigt oder schwergängig.
Das Thermostat reagiert nicht auf eine neue Einstellung.
Die Raumtemperatur weicht stark von der eingestellten Temperatur ab.
Das Display eines elektronischen Thermostats bleibt trotz neuer Batterien dunkel.
Ein kalter Heizkörper bedeutet nicht automatisch, dass der Thermostatkopf defekt ist. Mögliche Ursachen sind Luft im Heizkörper, ein klemmender Ventilstift, ein falsch eingestelltes Heizsystem oder eine Störung der Heizungsanlage. Vor dem Thermostatwechsel sollten Sie die Heizung entlüften, um auszuschließen, dass zu viel Luft in den Rohren für das Problem verantwortlich ist.
Welche Thermostatarten gibt es für Heizkörper?
Es gibt verschiedene Heizungsthermostate, die sich in Funktion und Kosten unterscheiden.
Manuelles Thermostat
Das klassische Thermostat wird direkt am Heizkörper gedreht. Es ist einfach, günstig und benötigt weder Strom noch Batterien. Die gewünschte Temperatur muss jedoch von Hand eingestellt werden.
Elektronisches Thermostat
Bei einem elektronischen Thermostat lassen sich genaue Temperaturen und Heizzeiten festlegen. So kann die Heizung beispielsweise nachts oder während der Arbeitszeit automatisch herunterregeln.
Funk-Thermostat
Funk-Thermostate werden häufig mit einem separaten Raumfühler oder einer zentralen Steuereinheit im Haus verbunden. Das kann besonders sinnvoll sein, wenn das Thermostat am Heizkörper von Vorhängen oder Möbeln verdeckt wird und dort nicht die tatsächliche Raumtemperatur erfasst.
Smartes Thermostat
Smarte Heizkörperthermostate lassen sich per App, Sprachbefehl oder über ein Smart-Home-System bedienen. Sie ermöglichen individuelle Heizpläne, die Steuerung von unterwegs sowie eine automatische Absenkung bei Abwesenheit oder geöffnetem Fenster. Je nach System sind auch Geofencing und die Verbindung mit Fensterkontakten möglich. Viele Modelle benötigen für die Funkverbindung eine zusätzliche Zentrale oder Bridge.
Was kostet ein neues Heizungsthermostat?
Die Preise für ein neues Heizungsthermostat hängen von Hersteller, Ausstattung und Smart-Home-System ab. Diese Kosten sollten Sie mindestens einkalkulieren.
Manuelles Heizungsthermostat: ab etwa 10 Euro
Programmierbares Heizungsthermostat: ab etwa 15 Euro
Smartes Heizkörperthermostat: ab etwa 40 Euro
Funk-, Wand- oder Raumthermostat: ab etwa 40 Euro
Heizungsthermostat richtig einstellen: So geht es

Heizungsthermostate, die richtig eingestellt sind, sorgen nicht nur für angenehmes Raumklima im Haushalt. Jedes Grad weniger entspricht ungefähr einer Energieeinsparung von 6 Prozent. Die Verbraucherzentrale warnt jedoch, nicht zu viel einsparen zu wollen: 16 Grad Celsius oder Stufe 2 sollten auch in ungenutzten Räumen das Minimum sein. Sonst kann sich Feuchtigkeit niederschlagen und Schimmel entstehen.
Mit smarten Heizungsthermostaten können vernetzte Haushalte die gewünschten Heiztemperaturen und -zeiten auch digital steuern, um höhere Einsparungen und mehr Komfort zu erreichen. Je nach Wohnsituation, Nutzerverhalten und Gebäudedämmung lassen sich damit laut Stiftung Warentest, Verbraucherzentrale und Fraunhofer-Institut rund 5 bis 20 Prozent Heizkosten sparen.
Je nachdem, ob es sich um ein manuelles oder elektronisches Heizungsthermostat handelt, gibt es unterschiedliche Zahlen, Symbole, Funktionsweisen und Einstellmöglichkeiten.
Das bedeuten die Stufen auf dem Heizungsthermostat
Die Zahlen auf einem manuellen Thermostat stehen nicht für die Heizleistung, sondern für eine ungefähre Raumtemperatur. Bei vielen Modellen liegen zwischen zwei Stufen rund vier Grad. Die Werte können je nach Hersteller und Einbausituation etwas abweichen.
Stufe 1: ca. 12–14 Grad Celsius (Treppenhaus)
Stufe 2: ca. 16–18 Grad Celsius (kühle Räume)
Stufe 3: ca. 20–21 Grad Celsius (Wohnräume)
Stufe 4: ca. 24 Grad Celsius (warme Räume)
Stufe 5: ca. 28 Grad Celsius (höchste Raumtemperatur)
Die Striche zwischen den fünf Stufen stehen für entsprechende Zwischentemperaturen.
Das bedeuten die Symbole auf dem Thermostat
Auf manuellen Thermostaten befinden sich meist drei Symbole: Sonne, Mond und Schneeflocke.
Die Sonne visualisiert den Komfort-Modus. Damit ist die Raumtemperatur bei ungefähr 20 Grad Celsius – passend für Wohnräume.
Der Mond steht für die Nachtabsenkung. Damit lässt sich die Temperatur nachts auf rund 14 Grad Celsius senken.
Die Schneeflocke steht für den Frostschutz. Damit die Rohre im Winter nicht einfrieren und die Räume nicht übermäßig stark auskühlen, sorgt die Heizung in dieser Einstellung für eine Temperatur von rund 6 Grad Celsius.
Digitales Heizkörperthermostat richtig einstellen
Digitale und smarte Heizkörperthermostate ermöglichen es, die Temperatur genauer und komfortabler einzustellen. Die programmierbaren Thermostate messen die Raumtemperatur und steuern das Heizkörperventil automatisch. Bei diesen Modellen lässt sich die Heizung zu einer festgelegten Uhrzeit herunterregeln. Der Schlüssel zum Sparen sind sinnvoll angelegte Heizprofile.
Heizzeiten: Programmieren Sie die Wohlfühltemperatur (z.B. 20 Grad im Wohnzimmer) so, dass die Heizung einige Minuten vor dem Aufstehen oder dem Heimkommen hochfährt.
Absenkzeiten nutzen: Lassen Sie die Temperatur automatisch auf 16 bis 17 Grad herunterregeln, sobald Sie das Haus verlassen oder wenn Sie schlafen gehen.
Vorsicht bei Abwesenheit: Senken Sie die Temperatur bei Abwesenheit nicht unter 16 Grad und maximal 4 bis 5 Grad unter die Komforttemperatur ab. Wenn Räume komplett auskühlen, verbraucht das Wiederaufheizen am Ende mehr Energie, als Sie zwischendurch einsparen.
Welche Temperatur in welchem Raum einstellen?
Die passende Temperatur der Heizung beziehungsweise Thermostat-Einstellung in Haus oder Wohnung hängt davon ab, wie ein Raum genutzt wird. Als Orientierung gelten laut Empfehlungen vom Bundesumweltamt.
Wohnzimmer: etwa 20 bis 22 Grad
Kinder- und Arbeitszimmer: etwa 20 bis 22 Grad
Küche: etwa 18 Grad
Schlafzimmer: etwa 16 bis 18 Grad
Flur: etwa 15 bis 16 Grad
Badezimmer: etwa 21 bis 24 Grad
Wichtig ist, dass Sie alle Räume in der kalten Jahreszeit ausreichend heizen. In Wohnbereichen werden 20 bis 22 Grad als behaglich empfunden. In der Küche sind laut dem Bundesumweltamt etwa 18 Grad empfehlenswert, in Schlafzimmern genügen 17 Grad und in Fluren meistens 15 Grad Celsius. Das Badezimmer sollte hingegen zwischen 21 und 24 Grad Celsius warm sein.
FAQ: Weitere Fragen zum Thermostatwechsel
Kann man ein Heizungsthermostat selbst wechseln?
Den sichtbaren Thermostatkopf können Sie normalerweise selbst wechseln. Muss dagegen das Ventilunterteil ausgetauscht werden, sollte ein Heizungsfachbetrieb die Arbeiten übernehmen.
Muss man beim Thermostatwechsel die Heizung ausschalten?
Für den Austausch des Thermostatkopfs muss die Heizung normalerweise nicht ausgeschaltet werden. Drehen Sie ein manuelles Thermostat vorher vollständig auf. Elektronische Modelle bringen Sie nach Herstelleranleitung in die Montageposition.
Kann beim Wechsel des Thermostats Wasser austreten?
Beim Abnehmen des Thermostatkopfs tritt normalerweise kein Heizungswasser aus, da der Heizwasserkreislauf geschlossen bleibt. Lösen Sie jedoch nicht das Ventilunterteil oder eine Rohrverschraubung. Tritt dennoch Wasser aus, brechen Sie die Arbeit ab und rufen Sie einen Fachbetrieb.
Welches Thermostat passt auf meine Heizung?
Viele Heizkörperventile besitzen ein Gewinde der Größe M30 × 1,5. Es gibt jedoch auch Klemm-, Schnapp- und herstellerspezifische Anschlüsse. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf den Ventiltyp und einen eventuell benötigten Adapter.
Woran erkennt man ein defektes Heizungsthermostat?
Mögliche Anzeichen sind ein dauerhaft heißer oder kalter Heizkörper, starke Temperaturschwankungen oder ein Thermostat, das nicht auf eine neue Einstellung reagiert. Ursache können aber auch ein klemmender Ventilstift, Luft im Heizkörper oder eine Störung der Heizungsanlage sein.
Warum wird der Heizkörper nach dem Thermostatwechsel nicht warm?
Mögliche Ursachen sind ein klemmender Ventilstift, ein falsch montierter Thermostatkopf, ein unpassender Adapter, Luft im Heizkörper oder leere Batterien bei elektronischen Modellen. Prüfen Sie außerdem, ob die zentrale Heizungsanlage in Betrieb ist.
Darf man als Mieter den Thermostatkopf wechseln?
Ein abnehmbarer Thermostatkopf lässt sich meist austauschen, ohne dauerhaft in die Heizungsanlage einzugreifen. Mieter sollten den ursprünglichen Thermostatkopf aufbewahren und beim Auszug gegebenenfalls wieder montieren. Soll das Ventilunterteil verändert werden, ist vorher die Zustimmung des Vermieters einzuholen.