Segways: Das gilt im Straßenverkehr

12.4.2019

Segways sind bei Städtereisenden beliebt. ADAC Juristen erklären, wo man mit den elektrisch angetriebenen Gefährten fahren darf, wer bei Unfällen haftet und was sich demnächst ändern wird

Segway - diese Verkehrsregeln sollten Sie kennen
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  • Für Segways gibt es keine Helmpflicht – das Tragen ist aber sinnvoll
  • Segways dürfen nicht nebeneinander fahren – es gilt das Rechtsfahrgebot
  • Zukünftig soll keine Mofa-Prüfbescheinigung mehr erforderlich sein

Segways sind zweirädrige Fahrzeuge mit einer Stange samt Lenker zwischen den Rädern zum Festhalten. Der Fahrer steht auf einer Plattform, steuert und bremst durch Gewichtsverlagerung. Ein Gyroskop, auch Kreiselstabilisator genannt, verhindert, dass das Segway während der Fahrt kippt.

Wo dürfen Segways fahren?

Mit Segways muss man aktuell – sofern vorhanden – auf Fahrradwegen oder einem Schutzstreifen fahren. Gibt es keinen, darf auf die Fahrbahn ausgewichen werden. Auf Bürgersteigen sind sie nicht erlaubt, für Fußgängerzonen ist eine Sondergenehmigung nötig. Dort muss immer die Geschwindigkeit angepasst werden – Fußgänger haben stets Vorrang, dürfen nicht behindert oder gefährdet werden.

Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen sind tabu. Zudem gilt ein striktes Rechtsfahrgebot. Außerdem müssen Segway-Piloten in der Gruppe grundsätzlich hintereinander herfahren. Einzige Ausnahme: Fahrradstraßen.

Ist Haftpflichtversicherung nötig?

Ja. Der in der Betriebserlaubnis eingetragene Halter muss das Gefährt versichern. Der Nutzer muss prüfen, ob eine Versicherung besteht, zu erkennen ist das am gültigen Kennzeichen.

Braucht man einen Führerschein – und gibt es ein Mindestalter?

Aktuell braucht man eine Mofa-Prüfbescheinigung. Das gilt auch für Personen, die vor dem 1.4.1965 geboren wurden. Wer bereits einen Führerschein hat, der darf in jedem Fall Segways fahren. 

Das Mindestalter für das Fahren eines Segways liegt bei 15 Jahren.

Wer zahlt bei Unfällen?

Wenn das Segway wie vorgeschrieben mit Versicherungskennzeichen ausgestattet ist, kommt die jeweilige Haftpflicht-Versicherung für Schäden Dritter auf.

Welches Gesetz regelt das Fahren mit Segways?

Den gesetzlichen Rahmen für Segways setzt die "Verordnung über die Teilnahme elektronischer Mobilitätshilfen am Verkehr", kurz MobHV. Nach § 1 MobHV sind damit Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb gemeint, die „bauartbedingt“, also ohne eigene körperliche Anstrengung, höchstens 20 km/h fahren können. Ihre Gesamtbreite darf bis zu 70 cm betragen.

Was ändert sich durch die geplante Neuregelung für Segways?

Voraussichtlich im zweiten Quartal 2019 soll die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung die MobHV ersetzen. Diese Verordnung wird für Fahrzeuge mit Lenk- oder Haltestange gelten – also auch für Segways. Vorgesehen sind zwei, nach den jeweiligen Höchstgeschwindigkeiten gebildete Fahrzeuggruppen: Die eine von 6-12 km/h, die andere von 12-20 km/h. Zu letzterer gehören die meisten Segways.

Nach der neuen Verordnung wird für diese Segways ein Mindestalter von 14 Jahren vorgeschrieben sein, ein Führerschein oder eine Mofa-Prüfbescheinigung sind dann nicht mehr nötig. Fahren dürfen Segways innerorts auf Radwegen, Radfahrstreifen und Fahrradstraßen. Gibt es diese nicht, darf die Straße benutzt werden. Segway-Fahrer müssen sich grundsätzlich nach den Signalen der Fahrradampeln richten.

Außerhalb geschlossener Ortschaften müssen Segways auf Radwegen oder dem Seitenstreifen fahren. Nur, wenn es diese nicht gibt, dürfen sie die Straße benutzen.