Mercedes GLE (2026): Das Luxus-SUV wird runderneuert
Von Redaktion

Der Mercedes-Benz GLE gehört seit Jahren zu den prägenden Modellen im Segment der großen Premium-SUVs. 2026 wird das aktuelle Modell zum zweiten Mal überarbeitet. Die Infos.
Alle sieben Motoren sind elektrifiziert
Plug-in-Hybride mit über 100 Kilometer Reichweite
Neues intelligentes Fahrwerk
Als Mercedes 1997 den ersten ML vorstellte, waren viele Fans geschockt: Dieses hohe, schwere und in den USA gebaute Modell soll ein Mercedes sein? Gut 30 Jahre später sind die kritischen Stimmen längst verstummt. Dieser Tage feiert das US-Werk in Tuscaloosa sein fünfmillionstes SUV. Der ML ("M-Klasse") heißt schon lange GLE und läuft in den USA zusammen mit dem Mercedes GLS vom Band. Diese beiden Modelle hat Mercedes nun ein weiteres Mal aufgefrischt.
Ein weiteres Mal? Ja, denn im Jahr 2023 feilte Mercedes schon an der Aerodynamik, dem Verteilergetriebe und dem 48-Volt-Bordnetz. Dieses Mal knüpften sich die Ingenieure vor allem Optik, Fahrwerk, Motor und Bord-Elektronik vor. Insgesamt hat Mercedes 3000 Teile geändert.
Mercedes GLE Facelift 2026: Das ist neu

Die aktuelle Modellpflege bringt ein geschärftes Design mit: neue LED-Lichtsignaturen, eine überarbeitete Frontschürze mit schwarzem Klavierlack-Panel, einen auffälligen Kühlergrill sowie neue Außenspiegel als aerodynamische Optimierung. Insbesondere die neuen Lichtsignaturen mit integrierten Stern-Elementen verleihen dem GLE einen moderneren Auftritt.
Das weiterentwickelte "Digital Light" bietet ein rund 40 Prozent größeres Ausleuchtungsfeld und soll dabei bis zu 50 Prozent weniger Energie verbrauchen. Am Heck zieht sich nun ein durchgehendes Lichtband über die gesamte Breite. Auch das Design der Räder hat Mercedes überarbeitet.
Die Proportionen des GLE bleiben weiter imposant: Mit einer Länge von rund 5 Metern und einem entsprechend großen Radstand vermittelt das Fahrzeug Präsenz und ein Sicherheitsgefühl, bringt jedoch damit auch Nachteile im urbanen Alltag mit sich. Das Einparken in engen Lücken oder Parkhäusern kann schon mal herausfordernd werden. Neben dem GLE bietet Mercedes auch weiterhin das GLE Coupé mit einem nach hinten abfallenden Dach und einer sportlicheren Note an.
Innenraum: Der GLE ist edel und hochwertig

Im Innenraum spielt der GLE seine größten Stärken aus: Hochwertige Materialien, eine exzellente Verarbeitung und ein großzügiges Platzangebot sorgen für ein hohes Komfortgefühl. Dazu kommen bequeme Sitze mit optionalen Komfortfeatures wie Multikontursitzen. Das große Glaspanoramadach zählt bei der Einführung des neuen Modells im Herbst 2026 zur Serienausstattung.
Zentraler Bestandteil des neuen GLE bleibt das Infotainmentsystem MBUX, das durch große Displays, eine lernfähige Sprachsteuerung und eine zunehmende Integration von Online-Diensten überzeugt. Der serienmäßige Superscreen zieht sich über die gesamte Breite des Cockpits und kombiniert drei jeweils 31,2 Zentimeter große Displays zu einer durchgehenden Einheit. Unter der großen Glasfläche verschmelzen Fahrzeugfunktionen, Informationen und Entertainment zu einer individuell anpassbaren Benutzeroberfläche.
Mit dem aus der S-Klasse bereits bekannten Betriebssystem MB.OS lassen sich künftig Funktionen mit Over-the-Air-Updates durchführen und Funktionen freischalten. Der virtuelle Assistent versteht dank KI Zusammenhänge, kann komplexe Dialoge führen, lernt aus den Gewohnheiten des Fahrers und kann Situationen vorausschauend einschätzen. Das System reagiert schnell auf natürliche Sprache und zieht die richtigen Schlüsse.
Sieben Motoren stehen beim GLE zur Wahl

Mercedes verfolgt eine Multi-Antriebsstrategie mit einer breiten Motorpalette, die effizienter und leiser als beim Vorgänger arbeiten soll. Dafür hat der Hersteller sämtliche Verbrennungsmotoren umfassend überarbeitet und auf die Euro-7-Abgasnorm vorbereitet, die voraussichtlich Anfang 2027 in Kraft treten wird.
Auf dem deutschen Markt sind ausschließlich Sechszylinder-Reihenmotoren sowie V8-Triebwerke erhältlich, in anderen Märkten auch Vierzylinder-Motoren. Alle Sechs- und Achtzylinder übertragen ihre Kraft über den vollvariablen Allradantrieb auf vier Räder.
Zudem elektrifiziert Mercedes die Motoren: Zum Einsatz kommen integrierte Starter-Generatoren, eingebunden in einem 48-Volt-Bordnetz, die zusätzliche Leistung bereitstellen und den Verbrauch reduzieren. Funktionen wie Rekuperation, Segelbetrieb und ein kurzfristiger, um 2 kW gesteigerter Boost sind Teil dieses Systems. Insgesamt soll der GLE damit effizienter und emissionsärmer fahren. Dennoch zieht das SUV je nach Variante bis zu 3,5 Tonnen schwere Anhänger.

Sieben Varianten stehen in Deutschland zur Wahl, darunter die Sechszylinder-Diesel GLE 350d mit 286 PS und 450d mit 367 PS sowie die Sechszylinder-Benziner 450 mit 381 PS, 450e mit 326 + 183 PS sowie der Achtzylinder 580 mit 537 PS.
Besonders im Fokus steht der Plug-in-Hybrid GLE 450e: Gegenüber dem Vorgänger steigerte Mercedes die Systemleistung um 55 kW, gleichzeitig stieg die rein elektrische Reichweite auf bis zu 106 Kilometer. An der Spitze steht neben dem AMG GLE 53 mit 472 PS der AMG GLE 53 Hybrid mit 633 PS (449 + 184 PS) und einer E-Reichweite von bis zu 91 Kilometern.
GLE mit elektronisch aktivem Fahrwerk

Die Ingenieure haben das Fahrwerk erneuert und in der Basis neu abgestimmt. Dazu soll die optionale Luftfederung für ein sehr ruhiges und souveränes Fahrgefühl sorgen, ohne schwammig zu wirken. Das neue System "E-Active Body Control" baut auf dem Airmatic-Luftfahrwerk auf und erfasst die Fahrsituation in Echtzeit. 1000-mal pro Sekunde analysiert das System mit seinen fünf Multi-Core-Prozessoren und mehr als 20 Sensoren die Fahrsituation und passt die Federung an jedem Rad individuell an.
Es senkt oder hebt den GLE zudem je nach Bedarf, um die Bodenfreiheit zu vergrößern oder zu verkleinern, und arbeitet damit wie eine permanente Rundum-Niveauregelung. Auch bei besonders starker Beschleunigung oder Querdynamik stützt das System die Karosserie ab. Das Ergebnis soll ein nahezu schwebendes Fahrgefühl sein, bei dem Unebenheiten kaum noch spürbar sind. Komfort und Dynamik werden laut Mercedes so intelligent miteinander verknüpft.
Preise: Unter 85.000 Euro dürfte nichts gehen
Preise nennt Mercedes zwar noch nicht, der derzeitige GLE fängt aber bei 84.872 Euro an – günstiger wird das neue Modell ab Herbst sicherlich nicht werden. So ist und bleibt der GLE ein teures Vergnügen.
Text: Fabian Hoberg
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