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Der ADAC

Lexus UX im Test: Die Alternative zum Mercedes GLA

weisser Lexus UX faehrt auf einer Strasse
Lexus UX: Die selbstbewusste Front täuscht – groß ist der Japaner nicht ∙ © Lexus

Der Lexus UX tritt im Segment der Kompakt-SUV als Alternative zu Mercedes GLA, BMW X1 und Audi Q2/Q3 an. Mit auffälligem Design und Hybridantrieb soll er vor allem Individualisten gefallen. ADAC Test, Daten, Preise, Video

  • Mit 4,50 Metern Länge im Kompakt-SUV-Segment angesiedelt

  • Zwei Versionen: Ein Benziner mit 171 PS und ein Hybrid mit 184 PS

  • Preise zwischen 33.484,03 Euro und 50.689,07 Euro

1989 wurde erstmals ein Lexus auf dem deutschen Markt angeboten: Der LS 400 trat als wuchtige Limousine gegen die Mercedes S-Klasse an und verwöhnte mit Luxus und einem seidenweichen Motor.

Gut drei Jahrzehnte später umfasste die Produktpalette des Toyota-Ablegers nicht mehr nur ein Modell, sondern zehn verschiedene Fahrzeuge vom kompakten CT200 über die Limousine ES bis zum Sportwagen LC. Erfolgreichster Neuzugang: Der UX, der laut Hersteller als "urbaner Entdecker" mit überschaubarer Größe junge Paare oder Senioren ansprechen soll, die kein allzu großes Auto benötigen, aber eines haben wollen, das nicht an jeder Ecke steht.

Den Lexus UX Hybrid gibt es auch mit Allrad

weisser Lexus UX faehrt auf einer Strasse
Lexus UX: Individuelles Design, aber hohe Ladekante ∙ © Lexus

Freilich sollten sie auch das nötige Kleingeld mitbringen, denn billig ist der Lexus nicht. Die Basisversion gibt es mit 171 PS starkem Benzinmotor zwar für 33.484,03 Euro, doch wer sich's ein bisschen hübsch einrichten möchte, muss zu einer der vier darüber liegenden Ausstattungsversionen (Executive Line, Business Edition, F Sport, Luxury Line) greifen, die dann je nach Geldbeutel auch ein Navi, eine kabellose Ladefunktion fürs Smartphone, Matrix-LED-Scheinwerfer oder elektrisch verstellbare Ledersitze vorhalten. Knapp 51.000 Euro kostet die teuerste Version.

Rund 80 Prozent der Käufer entscheiden sich ohnehin für die Hybridversion mit einer Systemleistung von 184 PS. Die gibt es ab 38.894,12 Euro und für noch einmal knapp 3300 Euro zusätzlich bekommt der Hybrid einen zweiten Motor an der Hinterachse. So wird aus dem frontgetriebenen UX ein Allradler ("E-Four"). Die Hinterachse schaltet sich nur bei Bedarf zu, so dass bei normaler Fahrt mit genügend Traktion der hintere E-Motor meist Pause hat.

Bei unserer Testfahrt mit dem Hybrid-Modell namens 250h konnte der Antrieb auf Anhieb überzeugen. Das Zusammenspiel von Elektromotor und Benziner klappt – wie bei Lexus/Toyota üblich – hervorragend: Ob der UX gerade elektrisch oder mit Benziner oder mit einer Mischung aus beiden Motoren fährt, lässt sich bei sanftem Gasfuß nur im Display eindeutig klären. Weil der SUV für die Fahrzeuggröße recht gut gedämmt ist, fährt es sich angenehm leise.

Nur bei stärkerer Beschleunigung meldet sich der neu entwickelte 2,0-Liter-Vierzylinder mit hohen Drehzahlen so lange zu Wort, bis das Gaspedal wieder gelupft wird. Das durch das stufenlose Getriebe typische Toyota-Hybrid-Phänomen wirkt aber bei weitem nicht so störend wie etwa bei einem Prius. Manch einer empfindet es sogar als sportlich.

Testverbrauch 5,4 l Super/100 km

Die Fahrleistungen sind es jedenfalls. Mit einer Beschleunigung von 8,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h wird ein Sprint zum kurzweiligen Vergnügen, die Allradversion braucht nur 0,2 Sekunden länger. In beiden Fällen wird die Höchstgeschwindigkeit aber bei 177 km/h gedrosselt. Im ADAC Ecotest verbrauchte der frontgetriebene Lexus UX 250h durchschnittlich 5,4 Liter Super pro 100 Kilometer, das bedeutet einen CO₂-Ausstoß von 146 Gramm je Kilometer und ist für einen Hybrid-Antrieb ok, aber nicht herausragend gut.

Beim Thema Schadstoffe kann das Aggregat nicht ganz überzeugen. Auch wenn es selbstverständlich die gesetzlichen Vorgaben einhält, kommt es bei den strengeren Anforderungen des Ecotests an seine Grenzen. Grund: Die Partikelemissionen sind etwas erhöht und die CO-Emissionen (Kohlenmonoxid) steigen auf der Autobahn deutlich an. Unterm Strich schafft der UX 250h im Kapitel Umwelt undankbare 69 Punkte - und verpasst damit den vierten von fünf möglichen Sternen um einen Punkt.

Wer nicht die etwas straffer abgestimmte Version F-Sport wählt, kann sich über einen guten Federungskomfort freuen. Allen Varianten gemein ist aber die direkt abgestimmte Lenkung, die den neuen Lexus UX recht handlich erscheinen und kurvige Landstraßen nicht zur Last werden lässt. Zumindest solange man den UX nicht mit einem Sportwagen verwechselt – der Hybrid bringt rund 1,6 Tonnen auf die Waage, die bei zu forscher Kurvenfahrt nach außen drängen.

Kein Raumwunder: Wenig Platz im Lexus-SUV

Cockpit eines Lexus UX
Modernes Cockpit mit Touchpad und Head-up-Display ∙ © Lexus

Mit einem großen SUV sollte man den UX ebenfalls nicht verwechseln. Schließlich türmt sich seine nur 1,54 Meter hohe Karosserie nicht annähernd so auf wie die eines VW Tiguan (1,63 m) oder Ford Kuga (1,69 m), so dass man eigentlich nicht von einem SUV, sondern von einem leicht erhöhten Kompaktwagen, oder wie es die Autoindustrie gerne tut, von einem "Crossover" sprechen kann. Mit einer Länge von 4,50 Metern gesellt sich der Lexus UX aber sehr wohl zu den genannten Konkurrenten. Ohne mit deren Platzangebot mithalten zu können. Durch sehr flache Scheiben wird viel Platz verschenkt, was sich besonders im Fond bemerkbar macht. Schon beim Einsteigen muss man aufpassen, sich nicht den Kopf zu stoßen und mit der Kopffreiheit ist es wegen des stark eingezogenen Dachs nicht weit her.

Auch vorn leidet das Raumgefühl, doch hier ist eher das ausladende Armaturenbrett schuld. Das wirkt modern und Lexus-typisch hochwertig gestaltet und gefällt durch eine nicht übertrieben komplizierte Handhabung. An das etwas eigenwillige Touchpad zur Bedienung des Bildschirms muss man sich allerdings erst gewöhnen.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Der Lexus UX hat nur 750 kg Anhängelast

Auch vom Kofferraumvolumen sollte man nicht allzu viel erwarten. Die Ladekante ist hoch und wo der Fronttriebler noch 320 Liter schluckt, gibt Lexus für die Allradversion nur magere 283 Liter an. Und auch die konnte der ADAC Test nicht bestätigen: Die Techniker kamen auf gerade mal 190 Liter, bei umgeklappter Rückbank auf maximal 1025 Liter. Auch als Zugwagen eignet sich der Japaner nur bedingt – an 750 Kilogramm Anhängelast scheitert der Lexus UX schon an kleinen Wohnwagen. Die Benziner-Version UX200 darf übrigens auch nicht mehr ziehen.

Testfazit

Unter dem Strich ist der neue Lexus UX dennoch eine bereichernde Alternative für alle, die ein etwas ausgefalleneres Auto haben und sich nicht zwischen Kompaktwagen und SUV entscheiden wollen. Der UX liegt irgendwo dazwischen. Einziger Haken: Lexus-Händler sind nach wie vor rar gesät. Deutschlandweit gibt es nur 22, dazu einige Service-Betriebe.

Den Lexus UX gibt es jetzt auch als reine Elektroversion mit 315 Kilometern Reichweite. Hier lesen Sie alle Infos zum Lexus UX 300e.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Lexus UX 250h als PDF herunterladen
PDF, 668 KB
PDF ansehen

Technische Daten Lexus UX

Technische Daten (Herstellerangaben)Lexus UX 200Lexus UX 250h (Hybrid, getestete Version)

Motor

Vierzylinder-Benziner, 1987 cm³, 126 kW/171 PS, 205 Nm bei 4800 U/min

Vierzylinder-Hybrid-Benziner, 1987 cm³, 135 kW/184 PS Systemleistung, 190 Nm bei 4400 U/min

Fahrleistungen

9,2 s auf 100 km/h, 190 km/h Spitze

8,5 s auf 100 km/h, 177 km/h Spitze

Verbrauch / CO₂-Ausstoß

6,6 – 6,9 l Super/100 km, 150 – 156 g CO₂/km

5,3 l Super/100 km, 120 g CO₂/km

Maße

L 4,50 / B 1,84 (m. Spiegeln 2,08) / H 1,54 m

L 4,50 / B 1,84 (m. Spiegeln 2,08) / H 1,54 m

Kofferraumvolumen

334 l

320 l

Preis

ab 33.484,03 Euro

ab 35.384,87 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Lexus UX 250h Executive Line Automatik

Überholvorgang 60-100 km/h

6,2 s

Bremsweg aus 100 km/h

36,0 m

Wendekreis

11,2 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

5,4 l Super/100 km, 146 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

***

Reichweite

795 km

Innengeräusch bei 130 km/h

68,5 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1545 / 565 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

190 / 570 / 1025 l

ADAC Testergebnis

ADAC TestergebnisLexus UX 250h Executive Line Automatik

Karosserie/Kofferraum

3,0

Innenraum

2,6

Komfort

2,7

Motor/Antrieb

1,9

Fahreigenschaften

2,5

Sicherheit

1,4

Umwelt/Ecotest

2,6

Gesamtnote

2,3

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

Crashtest: Fünf Sterne für den Lexus UX

Der Lexus UX erreicht volle 5 Sterne und übertrifft die dafür erforderlichen Punktwerte deutlich. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seiten- und Knieairbags verbaut.

Der Insassenschutz ist sehr gut, das Verletzungsrisiko für Erwachsene und Kinder gering bis sehr gering. Es sind ISOFIX-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen montiert mit i-Size-Kennzeichnung. Der mittlere Sitz hinten ist für gegurtete Kindersitze geeignet, die gegurtete Montage auf dem Beifahrersitz ist unkritisch, der Beifahrerairbag deaktivierbar. Der UX ist unter anderem mit automatischem Notbremsassistenten und aktivem Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet.

Hier finden Sie die Detailergebnisse zum Crashtest des Lexus UX.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

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