Cupra Raval (2026): Rennsemmel mit rund 450 Kilometer Reichweite

• Lesezeit: 6 Min.

Von Andreas Huber, Lorenzo Walcher

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Cupra bekommt mit dem Raval den ersten Aufschlag in der Riege der kleinen E-Autos im VW-Konzern. Der Kleinwagen soll bezahlbar sein und die sportlichste Interpretation der MEB+-Plattform werden. Alle Infos, Bilder und die erste Fahrt im Prototyp.

  • Reichweite bis zu 450 Kilometer

  • Top-Ausführung mit 166 kW (226 PS)

  • Preis bei rund 26.000 Euro

Der Cupra Raval soll frischen Wind ins Elektro-Kleinwagen-Segment des VW-Konzerns bringen. Benannt nach dem Szeneviertel El Raval in Barcelona, setzt er auf urbanen Charakter und sportliche Cupra-DNA. Der Raval ist nicht nur der erste Serien-Kleinwagen der Spanier, er läutet für den gesamten Volkswagen-Konzern auch die MEB+-Festspiele ein. Auf der kleinen Elektro-Plattform präsentieren im Laufe des Jahres 2026 auch die anderen Konzernschwestern ihre urbanen E-Autos.

Kann sich der Raval von seinen technischen Schwestermodellen VW ID. Polo, VW ID. Cross und Škoda Epiq abheben?

Cupra Raval: Kompakt und sportlich

Zunächst erweitert Cupra 2026 mit dem Raval sein Modellportfolio um ein vollelektrisches Stadtauto. Auch er basiert auf der VW-Plattform MEB+ und kommt auf eine Länge von rund 4,05 Metern – fast identisch zum kommenden ID. Polo, mit dem er sich auch den Produktionsstandort im spanischen Martorell teilt.

Die Spanier haben bei der Entwicklung der elektrischen Kleinwagen-Modelle im VW-Konzern die Führungsrolle übernommen: In Martorell wurden neben dem Cupra Raval auch der VW ID. Polo, der ID. Cross und der Škoda Epiq entwickelt und abgestimmt. Kein Wunder also, dass der Cupra auch als erstes der Schwestermodelle auf den Markt kommt – nach gerade einmal drei Jahren Entwicklungszeit.

Sportliche Optik beim Cupra Raval

Draufsicht auf den Cupra Raval
Nah an der Studie: Beim Schritt zum Serienfahrzeug hat Cupra nur noch Feinschliff betrieben© Cupra

Bei aller Gleichteilstrategie ist der Konzern darauf bedacht, jedem Fahrzeug so viel Charakter zu verpassen, dass sich die Marken nicht gegenseitig auf dem Markt kannibalisieren. Der Cupra erhält deshalb, passend zum Markenimage, das aggressivste Auftreten. Der Raval bekommt zwei Powerdomes auf die Haube, die in die auch von anderen Cupra-Modellen bekannte "Shark-Nose" münden.

Zum Marktstart lässt sich der Kleinwagen optional, anders als bei Cupra üblich, mit Markenlogos in dunklem Chrom bestellen, die typischen Kupfer-Akzente entfallen dann. Ob es diese Option auch später noch in den Konfigurator schafft, bleibt abzuwarten.

ADAC Redakteur Andreas Huber lehnt an einem Cupra Raval
Auch am Heck gibt sich der Raval selbstbewusst und aggressiv© Cupra

Die Scheinwerfer erhalten drei Dreiecke als Tagfahrlichtsignatur, die die einzelnen Leuchtelemente einrahmen. Optional ist das Markenlogo ebenfalls von Licht umrandet, ein Designelement, das man auch vom Tavascan kennt. Im Profil fallen sofort die versenkten Türgriffe auf, die den Spanier von seinen Schwestermodellen abgrenzen. Diese bekommen klassische Bügelgriffe spendiert, mit Blick auf die Sicherheit hätte man sich das beim Cupra genauso gewünscht.

Licht spielt auch am Heck eine zentrale Rolle. Das neue Leuchtenband erstreckt sich über die gesamte Fahrzeugbreite und wirkt im Studio etwas verspielt.

Maße: Cupra Raval ist länger als 4 Meter

Cupra RavalMaße

Länge

4,05 m

Breite

1,78 m

Höhe

1,52 m

Radstand

2,60 m

Kofferraumvolumen

430 l

Innenraum: Klassische Knöpfe fürs Lenkrad

Cockpit des Cupra Raval
Das Cockpit ist ziemlich klassisch gehalten. Es gibt Knöpfe und Walzen zur Bedienung am Lenkrad© davidcasas photographer

Beim Cockpit besinnen sich die Spanier wieder zurück zu einer klassischeren Bedienung. So erhält das neueste Mitglied der Cupra-Familie ein Sportlenkrad mit klassischen Tasten und Walzen, die für die Bedienung von Kombiinstrument und Infotainment zuständig sind. Je nach Ausstattung trägt es die bekannten Knöpfe im Lenkrad, um die Fahrmodi einzustellen und den Motor zu starten.

Hinter dem Lenkrad findet sich ein 10,25 Zoll großes Kombiinstrument, das bereits vom Facelift des Born bekannt ist. Der 12,9 Zoll große Touchscreen auf dem Armaturenbrett wird durch ein Android-basiertes Infotainment bespielt.

Andreas Huber am Steuer des Cupra Raval
Bei der ersten Sitzprobe macht der Innenraum des Raval einen aufgeräumten und ordentlichen Eindruck© Cupra

Die Qualität machte beim Erstkontakt im Fotostudio einen guten Eindruck. Die wichtigsten Bereiche des Interieurs sind mit weichen Oberflächen versehen und wirken daher hochwertig. Hartplastik findet sich Segment-üblich aber auch im Raval, im Fotofahrzeug ist es allerdings nicht negativ aufgefallen.

Die Platzverhältnisse sind in beiden Reihen ordentlich. Mit 1,80 Metern Körpergröße sitzt es sich auch im Fond angemessen. Zwar wird es für die Knie etwas eng, dafür haben die Füße unter dem Vordersitz Platz – das ist bei E-Autos nicht immer selbstverständlich.

Auch die Sitze können beim ersten Probesitzen überzeugen. Die optionalen Cup-Bucket-Schalensitze bieten einen guten Seitenhalt, könnten aber dem ein oder anderen an der Hüfte etwas zu eng sein. Nicht so schlimm, denn selbst die serienmäßigen Basis-Sitze als Alternative machen einen vernünftigen Eindruck.

Cupra sportlicher als Konzerngeschwister

Verglichen mit den restlichen Fahrzeugen auf der MEB+-Plattform ist das Fahrwerk des Raval immer 15 Millimeter tiefer- und damit sportlicher ausgelegt. Zudem soll ein dynamisch abgestimmtes ESP den Fahrspaß erhöhen und den Kleinwagen agiler machen. Für das Top-Modell bietet Cupra sogar ein elektronisches Sperrdifferenzial und adaptive Dämpfer an.

Zwei Akkugrößen und vier Antriebsoptionen

Alle MEB+-Fahrzeuge sind vorerst mit Vorderradantrieb ausgestattet, Allrad-Versionen sind zurzeit nicht geplant. Der neue "App-290-Motor" an der Vorderachse soll effizient sein und je nach Akkugröße rund 450 Kilometer Reichweite nach WLTP ermöglichen.

Seitenansicht des Cupra Raval
Es gibt zwei Akkugrößen für den Raval. Das reichweitenstärkste Modell soll rund 450 km nach WLTP schaffen© Cupra

Zwei Batterien werden für den Raval angeboten, die jeweils mit zwei Motorleistungen kombiniert werden können. Der 37 kWh große Einstiegsakku setzt auf LFP-Technik und ist entweder mit 85 kW (116 PS) oder 99 kW (135 PS) starkem Antrieb erhältlich. Die Reichweite soll bei beiden Modellen bei rund 300 Kilometern liegen. Am Schnelllader lässt sich Strom mit zu 90 kW nachladen, in der Stadt oder an der Wallbox zieht der Raval bis zu 11 kW. Den Ladehub von 10 auf 80 Prozent gibt Cupra an CCS-Schnellladesäulen mit 27 Minuten an.

Der größere NMC-Akku hat eine Kapazität von 52 kWh und lässt sich mit 155 kW (211 PS) oder dem VZ-Topmodell mit 166 kW (226 PS) koppeln. Hier sind bis zu 130 kW Schnellladeleistung möglich, der Ladehub von 10 auf 80 Prozent verkürzt sich auf 23 Minuten. Mit diesem Akku soll die maximale Reichweite möglich sein, das Top-Modell schafft mit rund 400 Kilometern etwas weniger. Die Leistungs- und Akkudaten im Überblick:

MotorBatterie (netto)Reichweite (ca.)LadeleistungLadehub 10-80 Prozent

Cupra Raval

85 kW (116 PS)

37 kWh LFP

300 km

11 kW AC / 90 kW DC

27 min

Cupra Raval Plus

99 kW (135 PS)

37 kWh LFP

300 km

11 kW AC / 90 kW DC

27 min

Cupra Raval Endurance

155 kW (211 PS)

52 kWh NMC

450 km

11 kW AC / 130 kW DC

23 min

Cupra Raval VZ

166 kW (226 PS)

52 kWh NMC

400 km

11 kW AC / 130 kW DC

23 min

Erste Fahrt im Cupra-Raval-VZ-Prototyp

ADAC Redakteur Andreas Huber sitzt in einem Cupra Raval
Bereits vor der offiziellen Enthüllung konnte ADAC Redakteur Andreas Huber einen Prototyp fahren© Cupra

Noch vor der Weltpremiere des kleinsten Elektro-Cupra bot sich für den ADAC die Gelegenheit, ein getarntes Vorserienmodell des Raval zu fahren. Unter der Tarnfolie versteckte sich das stärkste Modell VZ, mit 166 kW (226 PS) und Sperrdifferenzial an der angetriebenen Vorderachse.

Frontansicht eines fahrenden Cupra Raval
Cupra setzt nicht nur optisch beim Raval auf Sportlichkeit, auch die Fahrleistungen passen gut dazu© Cupra

Wer denkt, diese Spielerei sei bei einem solchen Fahrzeug nicht notwendig, irrt. Gierig frisst sich der Kleinwagen selbst in flott genommenen Kurven ums Eck. Untersteuern? Kennt der Prototyp des Raval auf der kurzen Ausfahrt nur in Ausnahmesituationen.

Kurz gesagt: Der Spanier hat Temperament und das Zeug zum Spaßgaranten. Dank elektronisch geregelter Dämpfer und progressiver Lenkung ist er aber auch abseits der Kurvenhatz zu Hause und bietet für den Alltag auf den ersten Blick ein vernünftiges Maß an Komfort – den unterschiedlichen Fahrmodi sei Dank.

Der Raval machte bereits in der Vorserie einen sehr erwachsenen Eindruck – bleibt abzuwarten, ob sich dieser Eindruck beim Serienmodell bestätigt.

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Preis für den Raval: Etwa 26.000 Euro

Neben der sportlichen Auslegung bietet der Raval eine Reihe moderner Assistenzsysteme. Je nach Ausstattung sind unter anderem ein Travel Assist mit automatischem Spurwechsel, eine 360-Grad-Kamera sowie ein Parkassistent verfügbar.

Der Cupra Raval soll bei rund 26.000 Euro starten. Bestellbar ist der Raval ab sofort, die ersten Fahrzeuge sollen zügig zu den Händlern rollen.

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