Neuer BMW 3er (2026): Die Sportlimousine erfindet sich neu

• Lesezeit: 5 Min.

Von Jochen Wieler

Feedback

Frontansicht eines fahrenden 3er BMW
Niere und Leuchten verschmelzen zu einer Einheit. Dadurch wirkt der neue BMW 3er breiter, als er ist© BMW

Der 2026er BMW 3er lässt die Hüllen fallen: Die neue Generation ist optisch kaum vom elektrischen i3 zu unterscheiden. Zum Marktstart gibt es drei Verbrennungsmotoren. Alle Infos, Daten, Preise.

  • Größer geworden: Neuer 3er BMW ist 4,77 Meter lang

  • Ab 2027 auch als Plug‑in-Hybrid erhältlich

  • Preise zum Marktstart: ab 49.900 Euro

Seit mehr als 50 Jahren ist der BMW 3er das Herzstück der Marke. Keine andere Baureihe steht so sehr für das, was BMW ausmacht: sportliches Handling, kräftige Motoren und eine klare Fahrerorientierung. Die achte Generation wagt nun laut BMW "den größten Technologiesprung" seit Einführung des Modells.

Die neue Limousine übernimmt zahlreiche Entwicklungen der Neuen Klasse, also des neuen iX3 und des i3, sie wird digitaler, komfortabler und intelligenter. Ganz beim Alten bleibt es hinsichtlich des Antriebs: mit Heckantrieb, klassischen Benzinmotoren und sogar einem Reihensechszylinder.

3er BMW: Design wie beim i3 der Neuen Klasse

Frontansicht eines fahrenden 3er BMW
Unter der Haube des neuen 3er BMW arbeiten zum Marktstart ausschließlich Benzinmotoren© BMW

Die neue Limousine wirkt klarer, reduzierter und moderner als bisher, bleibt aber auf den ersten Blick als 3er erkennbar. Eine lange Motorhaube, ein kurzer Überhang und die leicht nach hinten versetzte Fahrgastzelle gehören weiterhin zum Erscheinungsbild.

Neu interpretiert wurden vor allem die Frontpartie und die Lichtgrafik. Die BMW-Niere und die Scheinwerfer verschmelzen optisch stärker miteinander und bilden eine durchgehende Leuchteinheit. Am Heck sorgen flache Leuchten für mehr Breitenwirkung. Dazu kommen bündig integrierte Türgriffe und deutlich glatter gestaltete Flächen.

Mit 4,77 Metern Länge fällt der neue 3er etwas größer aus als sein Vorgänger. Auch der Radstand wächst leicht. Breitere Spurweiten sollen zusätzlich für mehr Fahrstabilität sorgen. Optisch ist er vom elektrischen i3 kaum zu unterscheiden. Doch die Maße differieren leicht, auch die zum Vorgänger, wie die folgende Tabelle zeigt:

Maße-Vergleich: Neuer BMW 3er, Vorgänger und i3

Maße (in mm)Neuer BMW 3er (Verbrenner)Vorgänger BMW 3er (G20)BMW i3 (Elektro)

Länge

4765

4713

4760

Breite

1850

1827

1865

Höhe

1455

1448

1480

Radstand

2860

2851

2897

Spurweite vorne

1597

1571

1606

Spurweite hinten

1617

1589

1614

Keine klassischen Instrumente mehr

Cockpit des 3er BMW
Klassische Instrumente sind passé: Die Anzeigen werden an den unteren Rand der Windschutzscheibe projiziert© BMW

Noch stärker als außen verändert sich der Innenraum. Die gewohnten Instrumente hinter dem Lenkrad sucht man im neuen 3er vergebens. Denn das klassische Cockpit-Konzept verschwindet weitgehend.

Stattdessen setzt BMW auf das sogenannte Panoramic iDrive. Fahrinformationen erscheinen direkt im unteren Bereich der Windschutzscheibe. Ergänzt wird das System durch ein optionales 3D-Head-up-Display und einen 17,9 Zoll großen Zentralbildschirm. Die Bedienung erfolgt über Touchscreen, Multifunktionslenkrad oder Sprachsteuerung. Der iDrive-Knopf ist damit Geschichte.

BMW bezeichnet das neue Bedienkonzept als moderne Interpretation der traditionellen Fahrerorientierung. Tatsächlich bleibt die Ausrichtung auf den Fahrer erhalten, auch wenn die Umsetzung deutlich digitaler wirkt als bisher. Das neue Betriebssystem soll außerdem über Jahre hinweg per Software-Updates erweitert werden können.

Trotz aller Digitalisierung soll der Innenraum wohnlicher wirken. Große Glasflächen und ein optionales Panoramadach sorgen für ein luftiges Ambiente. Bereits serienmäßig gibt es elektrisch verstellbare Sitze mit Memory-Funktion. Optional stehen Multifunktions- und M-Sportsitze sowie hochwertige Harman-Kardon-Soundsysteme zur Verfügung. Das Kofferraumvolumen ist um 30 Liter geschrumpft und liegt nun laut BMW bei 450 Liter Fassungsvermögen.

Bilder: Der neue 3er im Detail

Motoren: Drei Benziner zum Marktstart

Seitenansicht eines stehenden 3er BMW
Klassische Stufenheckform, 4,77 Meter lang: Die neue BMW 3er Limousine© BMW

Zum Verkaufsstart (ab sofort) setzt BMW auf klassische Verbrennungsmotoren. Alle Varianten werden mit einer Achtgang-Automatik und 48-Volt-Mildhybrid-Technik kombiniert. Den Einstieg bildet der BMW 318 mit 156 PS. Darüber rangiert der BMW 320, dessen Zweiliter-Vierzylinder nun 211 PS leistet. Das i im Namen hat BMW wie schon bei anderen Modellen nun auch beim 3er weggelassen. So wurde aus dem 318i ein 318 und aus dem 320i ein 320 – wohl auch um eine Verwechslung mit der elektrischen Variante i3 auszuschließen, bei der ein i vorangestellt ist.

Die vermutlich interessanteste Nachricht für BMW-Fans betrifft das Topmodell. BMW positioniert den M350 als Einstieg in die M-Welt. Serienmäßig an Bord sind xDrive-Allradantrieb, Adaptive-M-Fahrwerk, M-Sportdifferenzial und Sportlenkung. Anders als viele Wettbewerber hält BMW am Reihensechszylinder fest. Im M350 xDrive arbeitet weiterhin ein Dreiliter-Reihenmotor.

Zusammen mit Mildhybrid-Unterstützung stehen 443 PS und 580 Nm Drehmoment zur Verfügung. Damit sprintet die Limousine in 4,1 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch bei 250 km/h begrenzt.

BMW hat die Motoren umfassend überarbeitet. Die Benziner verfügen über neue Turbolader, optimierte Brennräume und eine weiterentwickelte Ventilsteuerung. Zusätzlich kommt ein Miller-Brennverfahren zum Einsatz, das die Effizienz verbessern soll. Das Mildhybridsystem unterstützt den Verbrennungsmotor beim Beschleunigen und gewinnt beim Verzögern Energie zurück. BMW verspricht dadurch sowohl bessere Fahrleistungen als auch niedrigere Verbrauchswerte.

2027 soll ein Plug‑in-Hybrid die Modellpalette ergänzen. Von Dieselmotoren war bisher noch keine Rede. Ob BMW künftig ganz darauf verzichten will?

Fahrdynamik bleibt zentrales Thema

Heck und Seitenansicht eines fahrenden 3er BMW
BMW 320: Modernes Heck mit schmalen Leuchteneinheiten© BMW

Auch beim Fahrwerk haben die Entwickler nachgebessert. Die Vorder- und Hinterachse wurden neu abgestimmt, die Karosseriesteifigkeit wurde erhöht und die Lenkung überarbeitet. Breitere Spurweiten und größere Räder sollen zusätzlich für mehr Präzision sorgen. Ziel war laut BMW ein "besserer Kompromiss aus Langstreckenkomfort und sportlichem Handling".

Optional gibt es adaptive Fahrwerke. Beim M350 xDrive gehören viele Fahrdynamik-Komponenten bereits zur Serienausstattung. Dazu zählen das Adaptive-M-Fahrwerk, Sportdifferenzial und Allradantrieb.

Eine Besonderheit kündigt BMW für 2027 an: den sogenannten Drift Moment. Nach dessen Aktivierung wird die Antriebskraft vollständig an die Hinterachse geschickt. Das soll kontrollierte Drifts ermöglichen, wie man sie bislang vor allem von echten M-Modellen kennt. Ein Feature wohl eher für die Rennstrecke als für den normalen Straßenverkehr.

Auch die Assistenzsysteme wurden modernisiert. Optional ermöglicht zum Beispiel der Autobahnassistent freihändiges Fahren bis 130 km/h. Darüber hinaus unterstützt das System beim Spurwechsel und beim Durchfahren von Autobahnkreuzen. Neue Parkassistenten, eine verbesserte Umfelderkennung und zusätzliche Sicherheitsfunktionen sollen den Alltag erleichtern.

Neuer 3er BMW: Preise und Marktstart

Bestellstart für die neue BMW 3er Limousine ist der 30. September 2026. Der BMW 318 kostet ab 49.900 Euro, der BMW 320 startet bei 54.900 Euro. Für den M350 xDrive werden mindestens 80.900 Euro fällig. 2027 wird BMW zusätzlich die Kombi-Variante Touring zeigen, später dürfte auch noch ein M3 folgen.

BMW 3er gebraucht: So schneidet er ab

Sie suchen einen BMW 3er als Gebrauchtwagen? Auf den Gebrauchtwagenseiten des ADAC können Sie alles nachlesen zu Mängeln, Pannen, Rückrufaktionen und zur Modellgeschichte:

Hier finden Sie viele weitere Neuvorstellungen, Fahrberichte und Autotests.