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Neuer BMW 1er im ADAC Test: Erstmals mit Frontantrieb

weißer 1er BMW fährt über Landstrasse
Den neuen BMW 1er gibt es ausschließlich als Fünftürer ∙ © BMW

Die dritte Generation des BMW 1er hat sich kräftig gewandelt. Vom Heck- auf Frontantrieb und zu mehr Platz als im Vorgänger. ADAC Test, Video, technische Daten, Preis.

  • Der BMW 1er ist größer und dynamischer

  • Jetzt mit Frontantrieb, Allrad für Topversion und als Extra

  • Bedienung über Touchscreen, Drehknopf, Sprache und Gesten

  • Topversion M135i xDrive mit 306 PS

Die dritte Generation des BMW 1er ist seit September 2019 in den Verkaufsräumen der Händler. Im Mittelpunkt steht die Umstellung von Hinterrad- auf Frontantrieb. Fünf Jahre haben sich die Ingenieure dafür Zeit genommen, heißt es. Allein das zeigt, wie ernst BMW das Thema war. Es sollte unter allen Umständen verhindert werden, dass es Nachteile im Fahrverhalten gibt. Denn viele BMW-Kunden sind in diesem Punkt besonders sensibel. 

BMW 1er: Die Fahrdynamik passt


Die Sorge ist aber unbegründet, wie der erste ADAC Test zeigt. Für hohe Fahrdynamik sorgen neue Traktionsregelsysteme, die etwa zehnmal schneller reagieren als bisher. Der elektronische Eingriff erfolgt nämlich nicht über das System der Fahrstabilisierung (DSC oder ESP), sondern direkt im Steuergerät des Motors. BMW nennt das "actornahe Radschlupfbegrenzung" (ARB).

Mit Leichtigkeit nimmt der 1er schnelle Kurvenpassagen und zieht wie an der Schnur gezogen seine Bahn. Beim ADAC Ausweichtest reagiert der 118d gut auf Lenkbefehle, zeigt im Grenzbereich ein kontrollierbares Untersteuern und lässt sich gut beherrschen. Herausragend dynamisch wirkt er aber nicht, eher wie ein gutmütiger Fronttriebler - die Pylonen kann man dennoch schnell umrunden.

Gut, dass der Federungskomfort nicht gelitten hat. Unebenheiten werden gekonnt glattgebügelt. Im Testwagen war ein Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern verbaut. Für 500 Euro Aufpreis keine allzu teure, aber empfehlenswerte Investition, denn die Klaviatur von komfortabel bis sportlich beherrscht der 1er damit optimal.

Mehr Platz im Innenraum

Wegen des Frontantriebs bietet der 1er nun auch mehr Platz im Innenraum. Zwar ist der kleinste BMW nach wie vor kein Raumwunder, doch hinten Sitzende sind um die gewonnenen 3,3 Zentimeter Knieraum dankbar. Auch die Kopffreiheit ist gewachsen – um immerhin 1,9 Zentimeter.

Die Beinfreiheit würde hinten für knapp 1,90 Meter große Personen reichen, wenn die Vordersitze für 1,85 Meter große Menschen eingestellt sind. Etwa ab 1,85 Meter Körpergröße nimmt allerdings der Kopf Kontakt mit dem Dachhimmel auf, insofern ist die Kopffreiheit limitierend.

Zwar ist auch der Zustieg in den Fond besser geworden, doch die schmalen Türausschnitte im Fußbereich und das nach hinten abfallende Dach lässt sich Fondpassagiere immer noch nicht so entspannt einsteigen wie etwa bei einem VW Golf. 

Weil der Kofferraum um 20 Liter größer geworden ist, kommt er nun auf immerhin 380 Liter nach Messmethode des Herstellers. Nach der des ADAC sind es bis zur Hutablage 255 Liter, dachhoch 360 und umgeklappt 1150 Liter Volumen.

Die Außenmaße haben sich kaum verändert. Dass das neue Modell einen halben Zentimeter kürzer geworden ist (4,32 Meter Länge), fällt kaum ins Gewicht. Zugelegt haben nur Breite (plus 3,4 Zentimeter auf 1,80 m) und Höhe (plus 1,3 Zentimeter auf 1,43 m).

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Das Armaturenbrett präsentiert sich mit digitalen Instrumenten hinter dem Lenkrad deutlich moderner als beim Vorgänger. Das Navi-Display ist größer geworden und kann auch per Fingertipp bedient werden. Zusätzlich hält die aus 3er und 7er bekannte Gestensteuerung für bestimmte Funktionen Einzug.

Auch die Sprachsteuerung wurde verbessert: Sie kann auch – ähnlich wie Amazons Alexa – Fragen beantworten, die nicht unbedingt einstudiert worden sind. Mit einer Ausnahme. Auf die Frage "Hey BMW, wie findest Du Mercedes", kommt die Antwort: "Die bauen gute Autos, aber hier haben wir doch Freude am Fahren". Auch Witze erzählen kann das System und natürlich auch auf seriöse Fragen wie etwa "Wann kommen wir zum Ziel" problemlos antworten.

Gut: Nach wie vor gibt es aber auch noch den gewohnten Bedienknopf auf der Mittelkonsole, einen "richtigen" Knopf und feste Stationstasten fürs Radio. Erstmals gibt es als Extra ein vollfarbiges, 9,2 Zoll großes Head-up-Display.

Der 118d ist die Wahl der Vernunft

Für den ersten Test stand uns der Diesel 118d (150 PS) zur Verfügung. Eine sehr gute Wahl, gerade auch in Kombination mit der Wandlerautomatik unseres Testwagens. Der Motor hat mit stolzen 350 Nm bei 1750 Umdrehungen schon eine Menge Kraft aus dem Drehzahlkeller, was dazu führt, dass die famose Automatik schnell in hohe Gänge schaltet, so die Drehzahl und den Verbrauch niedrig hält. Die gleichmäßige Kraftentfaltung ohne Turboloch beeindruckt – mehr Leistung braucht man im Einser wirklich nicht.

Die Fahrleistungen bestätigen den Eindruck: 216 km/h Spitze (Schaltgetriebe 218 km/h) und 8,4 (8,5) Sekunden auf Tempo 100 sollten sportlich genug sein. Um es kurz zu machen: Mit dem 2,0-Liter-Diesel zeigt sich der 118d als harmonisches Gesamtpaket.

Zumal auch der Verbrauch in Ordnung geht, selbst wenn er keine Maßstäbe setzt. Im ADAC Ecotest kommt der 118d auf 5,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

Besonders gut schneidet der Diesel aber bei den Abgasmessungen ab. Alle Grenzwerte werden deutlich unterschritten und selbst auf der Autobahn und bei hoher Zuladung ergeben sich keine nennenswerten Verschlechterungen. Die Stickoxid- Emissionen liegen nicht mal bei einem Achtel des Grenzwerts. Unter dem Strich bekommt der 118d daher gute vier von fünf Sternen im ADAC Ecotest.

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Der Motor im M135i hat satte 306 PS 

Deutlich weniger vernünftig ist die Topversion M135i xDrive. Sie wird ausschließlich mit Allradantrieb angeboten – bei sagenhaften 225 kW/306 PS wäre ein Fronttriebler auch gnadenlos überfordert. Der neue Vierzylinder-Benziner hat nur zwei Liter Hubraum, aber eine doppelte Aufladung. Und geht ab wie die Post: Beim kräftigen Druck aufs Gas schießt der 1er los, presst die Insassen begleitet von einem dumpfen Grollen in die Sitze – und die Welt draußen fliegt nur so vorbei.

Auch wenn der 135i einen irren Fahrspaß bereitet und die Ingenieure eine tolle Arbeit geleistet haben: So ganz zeitgemäß erscheint ein derartiger PS-Protz heute nicht mehr. Zumal ambitionierte Fahrer mit den angegebenen 6,8 bis 7,1 Liter pro 100 Kilometer nicht annähernd zu Rande kommen. Wer es eilig hat, hat zweistellige Verbrauchswerte auf dem Display.

Zu den Preisen: Das derzeitige Basismodell 118i gibt es ab 28.200 Euro, ein künftiger 116i dürfte bei rund 26.000 Euro liegen. Die Diesel 116d, 118d und 120d xDrive kosten 29.900, 32.400 und 38.400 Euro. Der M135i xDrive am anderen Ende der Preisskala ruft 48.900 Euro auf. Billig war der 1er bekanntlich noch nie - der Testwagen kam mit Sonderausstattung auf gut 52.000 Euro.

Daten & Messwerte: BMW 118d im Test

Benziner (Herstellerangaben)BMW 118iBMW M135i xDrive Steptronic
MotorDreizylinder-Turbobenziner, 1499 cm³, 103kW/140 PS, 220 Nm bei 1480 U/minVierzylinder-Turbobenziner, 1998 cm³, 225 kW/306 PS, 450 Nm bei 1750 U/min
Fahrleistungen8,5 s auf 100 km/h, 213 km/h Spitze4,8 s auf 100 km/h, 250 km/h Spitze
Verbrauch (nach WLTP)6,0 l Super/100 km, 135 g CO₂/km8,0 l SuperPlus/100 km, 179 g CO₂/km
Leergewicht (EU)1365 kg1600 kg
Preisab 28.200 Euro48.900 Euro
Diesel (Herstellerangaben)BMW 116dBMW 118d (getestete Version mit Steptronic)BMW 120d xDrive
MotorDreizylinder-Turbodiesel, 1496 cm³, 85 kW/116 PS, 270 Nm bei 1750 U/minVierzylinder-Turbodiesel, 1995 cm³, 110 kW/150 PS, 350 Nm bei 1750 U/minVierzylinder-Turbodiesel, 1995 cm³, 140 kW/190 PS, 400 Nm bei 1750 U/min
Fahrleistungen10,3 s auf 100 km/h, 200 km/h Spitze8,4 s auf 100 km/h, 216 km/h Spitze7,0 s auf 100 km/h, 230 km/h Spitze
Verbrauch (nach WLTP)4,6 l Diesel/100 km, 119 g CO₂/km5,0 l Diesel/100 km, 130 g CO₂/km5,4 l Diesel/100 km, 139 g CO₂/km
Leergewicht (EU)1450 kg1505 kg1590 kg
Preisab 29.900 Euroab 32.400 Euro; 118d Sport Line Steptronic: 38.350 Euroab 38.400 Euro
ADAC Messwerte (Auszug)BMW 118d Sport Line teptronic
Überholvorgang 60-100 km/h5,5 s
Bremsweg aus 100 km/h33,1 m
Wendekreis11,6 m
Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest5,4 l Diesel/100 km , 172 g CO₂/km (well-to-wheel)
Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)****
Reichweite775 km
Innengeräusch bei 130 km/h67,1 dB (A)
Leergewicht / Zuladung1516 / 464 kg
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch255 / 680 / 1150 l
ADAC TestergebnisBMW 118d Sport Line Steptronic
Karosserie/Kofferraum2,7
Innenraum2,3
Komfort2,5
Motor/Antrieb1,7
Fahreigenschaften2,0
Sicherheit1,8
Umwelt/Ecotest2,2
Gesamtnote2,1
Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum BMW 118d herunterladen
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5 Sterne für den 1er BMW

Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut.

Der Insassenschutz ist noch gut, das Verletzungsrisiko für Erwachsene ist überwiegend gering bis sehr gering, jedoch in einzelnen Disziplinen auch mittel bis hoch. Es sind ISOFIX-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen montiert mit i-Size-Kennzeichnung (für den Beifahrersitz optional erhältlich). Der mittlere Sitz hinten ist für gegurtete Kindersitze geeignet, die gegurtete Montage auf dem Beifahrersitz ist unkritisch. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar.

Der 1er ist mit einem umfassenden Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten, systemintegriertem Speed-Limiter und aktivem Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. ∙ Bild: © ADAC