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Der ADAC

BMW 1er im ADAC Test: Wie knackig ist er mit Frontantrieb?

weißer 1er BMW fährt über Landstrasse
Den aktuellen BMW 1er gibt es ausschließlich als Fünftürer ∙ © BMW

Die dritte Generation des BMW 1er hat sich kräftig gewandelt. Vom Heck- auf Frontantrieb und zu mehr Platz als im Vorgänger. 118i und 118d im ADAC Test, Video, Daten, Preise

  • Der BMW 1er ist größer und dynamischer geworden

  • Jetzt mit Frontantrieb, Allrad für Topversion und als Extra

  • Bedienung über Touchscreen, Drehknopf, Sprache und Gesten

  • Benziner 118i und Diesel 118d im ADAC Test

Die dritte Generation des BMW 1er ist seit September 2019 zu haben – erstmalig mit Front- statt Hinterradantrieb. Ist der 1er dann immer noch so fahraktiv wie früher? Viele BMW-Kunden sind in diesem Punkt besonders sensibel. 

BMW 1er: Die Fahrdynamik passt

Heck des BMW 1er fahrend
Optisch ist der aktuelle 1er nah am Vorgänger ∙ © BMW

Die Sorge ist aber unbegründet, wie der ADAC Test zeigt. Für hohe Fahrdynamik sorgen neue Traktionsregelsysteme, die etwa zehnmal schneller reagieren als bisher. Der elektronische Eingriff erfolgt nämlich nicht über das System der Fahrstabilisierung (DSC oder ESP), sondern direkt im Steuergerät des Motors. BMW nennt das "actornahe Radschlupfbegrenzung" (ARB). Mit Leichtigkeit nimmt der 1er schnelle Kurvenpassagen und zieht wie an der Schnur gezogen seine Bahn.

Beim ADAC Ausweichtest reagieren 118d und 118i gut auf Lenkbefehle, zeigen im Grenzbereich ein kontrollierbares Untersteuern und lassen sich gut beherrschen. Herausragend dynamisch wirken die Kompaktmodelle aber nicht, eher wie ein gutmütiger Fronttriebler – die Pylonen kann man dennoch schnell umrunden.

Gut, dass der Federungskomfort nicht gelitten hat. Unebenheiten werden gekonnt glattgebügelt. Im Testwagen war ein Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern verbaut. Für knapp 500 Euro Aufpreis keine allzu teure, aber empfehlenswerte Investition, denn die Klaviatur von komfortabel bis sportlich beherrscht der 1er damit optimal.

Mehr Platz im Innenraum

Lenkrad des 1er BMWs von 2019
Digitales Cockpit mit Touchscreen, Sprach- und Gestensteuerung ∙ © BMW

Wegen des Frontantriebs bietet der 1er nun auch mehr Platz im Innenraum. Zwar ist der kleinste BMW nach wie vor kein Raumwunder, doch hinten Sitzende sind um die gewonnenen 3,3 Zentimeter Knieraum dankbar. Auch die Kopffreiheit ist gewachsen – um immerhin 1,9 Zentimeter.
Die Beinfreiheit würde hinten für knapp 1,90 Meter große Personen reichen, wenn die Vordersitze für 1,85 Meter große Menschen eingestellt sind. Etwa ab 1,85 Meter Körpergröße nimmt allerdings der Kopf Kontakt mit dem Dachhimmel auf, insofern ist die Kopffreiheit limitierend.

Zwar ist auch der Zustieg in den Fond besser geworden, doch wegen der schmalen Türausschnitte im Fußbereich und dem nach hinten abfallenden Dach können Fondpassagiere immer noch nicht so entspannt ein- und aussteigen wie etwa bei einem VW Golf. 

Weil der Kofferraum um 20 Liter größer geworden ist, kommt er nun auf immerhin 380 Liter nach Messmethode des Herstellers. Nach der des ADAC sind es bis zur Hutablage 255 Liter, dachhoch 360 und umgeklappt 1150 Liter Volumen.

Die Außenmaße haben sich kaum verändert. Dass das neue Modell einen halben Zentimeter kürzer geworden ist (4,32 Meter Länge), fällt kaum ins Gewicht. Zugelegt haben nur Breite (plus 3,4 Zentimeter auf 1,80 m) und Höhe (plus 1,3 Zentimeter auf 1,43 m).

Großer Bruder: Der BMW 3er

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Digitale Instrumente

Das Armaturenbrett präsentiert sich mit digitalen Instrumenten hinter dem Lenkrad deutlich moderner als beim Vorgänger. Das Navi-Display ist größer geworden und kann auch per Fingertipp bedient werden. Zusätzlich hielt die aus 3er und 7er bekannte Gestensteuerung für bestimmte Funktionen Einzug.

Auch die Sprachsteuerung wurde verbessert: Sie kann auch – ähnlich wie Amazons Alexa – Fragen beantworten, die nicht unbedingt einstudiert worden sind. Mit einer Ausnahme. Auf die Frage "Hey BMW, wie findest Du Mercedes", kommt die Antwort: "Die bauen gute Autos, aber hier haben wir doch Freude am Fahren". Auch Witze erzählen kann das System und natürlich auch auf seriöse Fragen wie etwa "Wann kommen wir zum Ziel" problemlos antworten.

Gut: Nach wie vor gibt es aber auch noch den gewohnten Bedienknopf auf der Mittelkonsole, einen "richtigen" Knopf und feste Stationstasten fürs Radio. Erstmals gibt es als Extra ein vollfarbiges, 9,2 Zoll großes Head-up-Display.

Als 118d ein harmonisches Gesamtpaket

Gute Fahrdynamik, auch mit dem 150 PS starken 118d ∙ © BMW

Für den ADAC Test stand uns zunächst der Diesel 118d (150 PS) zur Verfügung. Eine sehr gute Wahl, gerade auch in Kombination mit der Wandlerautomatik unseres Testwagens. Der Motor hat mit stolzen 350 Nm bei 1750 Umdrehungen schon eine Menge Kraft aus dem Drehzahlkeller, was dazu führt, dass die famose Automatik schnell in hohe Gänge schaltet, so die Drehzahl und den Verbrauch niedrig hält. Die gleichmäßige Kraftentfaltung ohne Turboloch beeindruckt – mehr Leistung braucht man im Einser wirklich nicht.

Die Fahrleistungen bestätigen den Eindruck: 216 km/h Spitze (Schaltgetriebe 218 km/h) und 8,4 (8,5) Sekunden auf Tempo 100 sollten sportlich genug sein. Auch gemessene 5,5 Sekunden für den Sprint von 60 auf 100 km/h sind ein guter Wert, so können beispielsweise Überholmanöver auf der Landstraße zügig und sicher umgesetzt werden. Um es kurz zu machen: Mit dem 2,0-Liter-Diesel zeigt sich der 118d als harmonisches Gesamtpaket.

Testverbrauch: 5,4 l Diesel/100 km

Zumal auch der Verbrauch in Ordnung geht, selbst wenn er keine Maßstäbe setzt. Im ADAC Ecotest kommt der 118d auf 5,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer.

Besonders gut schneidet der Diesel aber bei den Abgasmessungen ab. Alle Grenzwerte werden deutlich unterschritten und selbst auf der Autobahn und bei hoher Zuladung ergeben sich keine nennenswerten Verschlechterungen. Die Stickoxid- Emissionen liegen nicht mal bei einem Achtel des Grenzwerts. Unter dem Strich bekommt der 118d daher gute vier von fünf Sternen im ADAC Ecotest.

BMW 118i im Test: Kaum langsamer als der 118d

Auch ein Benziner wurde vom ADAC ausführlich getestet: der 118i mit 1,5 Liter großem DreizylinderTurbobenziner, 140 PS und einem maximalen Drehmoment von 220 Nm. Damit ist der Einser für eine Basismotorisierung durchaus flott unterwegs, der Wunsch nach mehr Leistung kommt - wenn überhaupt - nur oberhalb der Autobahn-Richtgeschwindigkeit auf. Beim Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h ist der leichtere 118i nur eine Zehntelsekunde langsamer als der mit 150 PS und 350 Nm deutlich kräftigere 118d. BMW verspricht 8,5 Sekunden von null auf 100 km/h und eine Endgeschwindigkeit von 213 km/h.

Beim ADAC Ecotest steht einem Durchschnittsverbrauch von nicht unbedingt glänzenden 6,7 Litern Super pro 100 Kilometer ein vorbildliches Ergebnis bei den Schadstoffmessungen gegenüber. Dafür gibt es 49 von 50 Punkten. Zusammen mit den 21 Zählern aus dem CO2-Bereich schafft der 118i unterm Strich 70 Punkte und damit hauchdünn vier von fünf Sternen.

Der Motor im M135i hat satte 306 PS 

Die "M-Version" M135i xDrive hat eine sportivere Front ∙ © BMW

Deutlich weniger vernünftig ist die Topversion M135i xDrive. Sie wird ausschließlich mit Allradantrieb angeboten – bei sagenhaften 225 kW/306 PS wäre ein Fronttriebler auch gnadenlos überfordert. Der neue Vierzylinder-Benziner hat nur zwei Liter Hubraum, aber eine doppelte Aufladung. Und geht ab wie die Post: Beim kräftigen Druck aufs Gas schießt der 1er los, presst die Insassen begleitet von einem dumpfen Grollen in die Sitze – und die Welt draußen fliegt nur so vorbei.

Auch wenn der 135i einen irren Fahrspaß bereitet und die Ingenieure eine tolle Arbeit geleistet haben: So ganz zeitgemäß erscheint ein derartiger PS-Protz heute nicht mehr. Zumal ambitionierte Fahrer mit den angegebenen 6,8 bis 7,1 Liter pro 100 Kilometer nicht annähernd zu Rande kommen. Wer es eilig hat, hat zweistellige Verbrauchswerte auf dem Display.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum BMW 118i herunterladen
PDF, 0.956 MB
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Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum BMW 118d herunterladen
PDF, 0.978 MB
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2020 leichte Überarbeitung

Im Sommer 2020 hat BMW die 1er-Reihe minimal aktualisiert. Etwa mit den neuen Farbvarianten Phytonicblau metallic und Sunset Orange metallic. Die Verkehrszeichenerkennung berücksichtigt jetzt auch zeitlich befristete und nur an bestimmten Wochentagen geltende Geschwindigkeitsbegrenzungen. Und die serienmäßige oder optionale Smartphone-Integration im 1er ist nun nicht mehr nur mit Apple CarPlay, sondern auch mit Android Auto möglich.

Zu den Preisen: Das Basismodell 118i gibt es ab 27.586,55 Euro. Die Diesel 116d, 118d, 120d und 120d xDrive kosten zwischen 29.341,18 und 38.406,72 Euro. Der M135i xDrive am anderen Ende der Preisskala ruft 48.252,10 Euro auf. Billig war der 1er bekanntlich noch nie - der Testwagen kam mit Sonderausstattung auf rund 52.000 Euro.

Technische Daten

Diesel (Herstellerangaben)BMW 118d Sport Line SteptronicBMW 118i Sport Line Steptronic

Motor

Vierzylinder-Turbodiesel, 1995 cm³, 110 kW/150 PS, 350 Nm bei 1750 U/min

Dreizylinder-Turbobenziner, 1499 cm³, 103 kW/140 PS, 220 Nm bei 1480 U/min

Fahrleistungen

8,4 s auf 100 km/h, 216 km/h Spitze

8,5 s auf 100 km/h, 213 km/h Spitze

Verbrauch (nach WLTP)

5,0 l Diesel/100 km, 130 g CO₂/km

6,0 l Super/100 km, 135 g CO₂/km

Leergewicht (EU)

1505 kg

1365 kg

Preis

ab 31.778,15 Euro; 118d Sport Line Steptronic: 37.578 Euro

ab 27.586,55 Euro ; 118i Sport Line Steptronic: 33.387 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)BMW 118d Sport Line SteptronicBMW 118i Sport Line Steptronic

Überholvorgang 60-100 km/h

5,5 s

5,6 s

Bremsweg aus 100 km/h

33,1 m

32,9 m

Wendekreis

11,6 m

11,6 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

5,4 l Diesel/100 km, 172 g CO₂/km (well-to-wheel)

6,7 l Super/100 km, 186 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

****

Reichweite

775 km

625 km

Innengeräusch bei 130 km/h

67,1 dB(A)

67,6 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1516 / 464 kg

1405 / 465 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

255 / 680 / 1150 l

255 / 680 / 1150 l

ADAC Testergebnis

ADAC TestergebnisBMW 118d Sport Line SteptronicBMW 118i Sport Line Steptronic

Karosserie/Kofferraum

2,7

2,7

Innenraum

2,3

2,2

Komfort

2,5

2,6

Motor/Antrieb

1,7

1,9

Fahreigenschaften

2,0

2,0

Sicherheit

1,8

1,8

Umwelt/Ecotest

2,2

2,5

Gesamtnote

2,1

2,2

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet
Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

EuroNCAP Crashtest: 5 Sterne für den 1er BMW

Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut.

Der Insassenschutz ist noch gut, das Verletzungsrisiko für Erwachsene ist überwiegend gering bis sehr gering, jedoch in einzelnen Disziplinen auch mittel bis hoch. Es sind ISOFIX-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen montiert mit i-Size-Kennzeichnung (für den Beifahrersitz optional erhältlich). Der mittlere Sitz hinten ist für gegurtete Kindersitze geeignet, die gegurtete Montage auf dem Beifahrersitz ist unkritisch. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar.

Der 1er ist mit einem umfassenden Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten, systemintegriertem Speed-Limiter und aktivem Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet.