Entsorgung von Altautos - So geht`s richtig

1.4.2019

Wenn das Auto nicht durch den TÜV kommt und eine Reparatur sich nicht mehr lohnt, muss es entsorgt werden. Am Straßenrand abstellen und hoffen, dass "Gras" drüber wächst? Der absolut verkehrte Weg! Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten Sie bei der Entsorgung von Altautos haben.

Autos gestapelt auf dem Schrottplatz
©Shutterstock/KarepaStock

Das Wrack am Fahrzeugrand abstellen, weil man die Kosten für die Entsorgung des Schrottautos fürchtet, kann richtig ins Geld gehen. Mit rund 100 Euro ist man mindestens dabei. Noch viel teurer wird es, wenn die Umwelt mit Öl oder anderen Flüssigkeiten erheblich verschmutzt wird.

Kostenlose Altfahrzeug-Rücknahme durch den Hersteller

Die europäische Altfahrzeugverordnung zwingt Autohersteller und Importeure, alle von ihnen gebauten Autos, die nicht mehr fahrbereit sind, kostenlos zurückzunehmen und zu recyceln. Die Abwicklung erfolgt in der Regel über die Vertragshändler. Diese Regelung ist an bestimmte Bedingungen geknüpft:

  • Sie gilt für Fahrzeuge der Klasse M1 (Fahrzeuge zur Personenbeförderung mit höchstens acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz) oder N1 (Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einem Höchstgewicht bis zu 3,5 t)
  • Sie gilt nicht für Oldtimer und auch nicht für Wohnwagen (kein Kfz)
  • Ausgenommen sind Altfahrzeuge, bei denen wesentliche Bauteile oder Komponenten (z. B. Antrieb, Karosserieteile, Fahrwerk, Katalysator, elektronische Steuergeräte) entnommen wurden. Fehlen wesentliche Bauteile des Autos, kann für die Entsorgung eine Vergütung verlangt werden.
  • Die Rücknahmepflicht gilt auch für Fahrzeuge mit ausländischer Zulassung innerhalb der Europäischen Union. Voraussetzung ist aber, dass die Zulassungsdauer innerhalb der EU mindestens 4 Wochen betragen hatte.
Tipp Icon

Was sind Altautos?

Unter Altautos versteht der Gesetzgeber Fahrzeuge, die offensichtlich fahruntüchtig sind. Wenn nur ein Reifen kaputt oder eine Scheibe zersprungen ist, handelt es sich um kein Altauto.

Rücknahmestellen der Hersteller

Autohersteller und Importeure haben das Rücknahme-System GESA (Gemeinsame Stelle Altfahrzeuge) aufgebaut: Unter altfahrzeugstelle.de können Halter eine Rückgabestelle für ihr Auto suchen. Maximale Entfernung zum Wohnort: 50 Kilometer. Die Rücknahme ist unter oben genannten Bedingungen kostenlos.

Von der Fahrzeugabgabe bis zur Stilllegung

Wer sein Altfahrzeug kostenlos entsorgen lassen will, registriert sich auf der genannten Seite mithilfe des Formulars. Ein Verwertungsbetrieb in Ihrer Nähe meldet sich dann, um die Details der Entsorgung zu besprechen. Das Auto wird in der Regel im Rahmen von Sammelfahrten abgeholt und dann durch einen zertifizierten Fachbetrieb verschrottet. Im Anschluss erhält der Fahrzeugbesitzer einen gesetzlichen Verwertungsnachweis, mit dem er sein Auto bei der Zulassungsbehörde abmelden (stilllegen) kann. Häufig bieten die Verwerter an, dies gegen eine Gebühr (ca. 50 Euro) zu übernehmen.

Tipp Icon

Altautos richtig abmelden

Zur endgültigen Stilllegung eines Altautos sind der Zulassungsbehörde Verwertungsnachweis (ausgestellt vom zertifizierten Betrieb), demontierte amtliche Kennzeichen sowie Fahrzeugschein und -brief (beziehungsweise Zulassungsbescheinigung Teil I und II) vorzulegen.

Verkauf des Altautos 

Nicht immer ist ein Altauto, das nicht mehr fahrbereit ist, auch wirklich schrottreif. Ist für das Altfahrzeug beziehungsweise für Teile davon noch irgendein Erlös zu erwarten, bieten sich für den Besitzer noch andere Optionen an.

Private Autoverwerter

Wer sein altes Auto bei privaten Autoverwertern entsorgen wollte, musste in früheren Jahren sogar dafür bezahlen. Heute ist es anders: Inzwischen zahlen Altmetallbetriebe wieder Geld für die Wracks. Der Grund: Die große Nachfrage nach Stahl. Deshalb klettert der Schrottpreis - aktuell liegt er bei rund 100 Euro pro Tonne. So viel gibt's für Schrottautos aber selten.

Die Betriebe, die Schrottautos kaufen, müssen pro Auto um die 100 Euro für die umweltgerechte Entsorgung einkalkulieren – gegebenenfalls noch mehr, wenn das Fahrzeug abgeholt werden muss. Wie viel der Autoverkäufer für seinen „Alten“ noch erhält, hängt überdies ganz wesentlich von folgenden Faktoren ab: 

  • Restwert des Fahrzeugs: Welche Bauteile eignen sich zur Wiederverwendung? Wie hoch ist der Marktwert dieser Bauteile?
  • Erhaltungszustand der am häufigsten nachgefragten Bauteile
  • Fahrzeugmodell: verunfallte jüngere Modelle können u. U. mehr bringen
  • das eigene Verhandlungsgeschick

Manche Betriebe erledigen Abmeldeformalitäten auf Wunsch gleich mit, gleiches gilt für die Abholung (z.B. wenn das Auto nicht mehr fahrbereit ist). Dieser Service wird aber fast immer in Rechnung gestellt. Geeignete Autoverwerter findet man z.B. im Internet. Einfach den Suchbegriff "Autoverwertung" (mit Angabe des gewünschten Ortes eingeben. Holen Sie bei mehreren Betrieben Preisangebote ein. Handeln Sie nach Möglichkeit bereits am Telefon den Preis aus, gegebenenfalls einschließlich Abholung und Abmeldeservice. 

Tipp Icon

Ankauf des Altautos als Gebrauchtwagen

Sollte der Autoverwerter Ihr Fahrzeug als Gebrauchtwagen und nicht zur Verschrottung ankaufen, dann unbedingt einen schriftlichen Kaufvertrag abschließen! Am besten den ADAC Musterkaufvertrag verwenden.

Weitere Optionen

Neben den klassischen Autoverwertern gibt es auch Autobörsen im Internet oder in Tageszeitungen, die Interesse an alten Autos signalisieren. Doch nicht alle sind seriös! Vorsicht ist in jedem Fall geboten bei den so genannten „Kaufe-Ihr-Auto-Kärtchen", die Fahrzeugaufkäufer an Autos hinterlassen, die auf der Straße parken! Versprechungen wie z.B. „Zahlung von Höchstpreisen in bar“ klingen auf den ersten Blick verlockend. Details dazu und weitere Infos zu den bekanntesten Betrugsmaschen beim Autokauf und -verkauf finden Sie hier.

Unfall im Ausland

ADAC Stichprobe beim Altautoverkauf