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Autoverwertung: Altfahrzeuge richtig entsorgen

Bunte Autowracks im Lager warten auf die Autoverwertung
Ob Schrottplatz oder Händler: Fahrunfähige Autos müssen fachgerecht entsorgt werden ∙ © Shutterstock/KarepaStock

Wenn das Auto nicht durch den TÜV kommt und eine Reparatur sich nicht mehr lohnt, muss es entsorgt werden. Doch wohin mit dem Altauto? Erfahren Sie, welche Möglichkeiten Sie haben und was Sie bei der Autoverwertung beachten müssen.

Ist Ihr altes Fahrzeug fahruntüchtig oder verkehrsunsicher, müssen Sie es ordnungsgemäß entsorgen. Am Straßenrand abstellen und hoffen, dass Gras darüber wächst, ist keine Alternative. Diese Straftat wird mit einem Bußgeld von rund 100 Euro geahndet. Noch viel teurer wird es, wenn die Umwelt mit Öl oder anderen Flüssigkeiten erheblich verschmutzt wird.

Entsorgung durch den Hersteller

Eine Möglichkeit der Autoverwertung ist die Rückgabe an den Hersteller. Die europäische Altfahrzeug-Verordnung verpflichtet Autohersteller, ihre Fahrzeuge kostenlos zurückzunehmen und fachgerecht zu entsorgen. Die Abwicklung erfolgt in der Regel über die Vertragshändler. Diese Regelung ist an bestimmte Bedingungen geknüpft:

  • Sie gilt für Fahrzeuge der Klasse M1 (Fahrzeuge zur Personenbeförderung mit höchstens acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz) und N1 (Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einem Höchstgewicht bis zu 3,5 Tonnen).

  • Sie gilt nicht für Oldtimer und auch nicht für Wohnwagen (kein Kfz).

  • Ausgenommen sind Altfahrzeuge, bei denen wesentliche Bauteile oder Komponenten (zum Beispiel Antrieb, Karosserieteile, Fahrwerk, Katalysator, elektronische Steuergeräte) entnommen wurden. Fehlen wesentliche Bauteile des Autos, kann für die Entsorgung eine Vergütung verlangt werden.

  • Die Rücknahmepflicht gilt auch für Fahrzeuge mit ausländischer Zulassung innerhalb der Europäischen Union. Voraussetzung ist aber, dass die Zulassungsdauer innerhalb der EU mindestens 4 Wochen betragen hatte.

Was sind Altautos?

Unter Altautos versteht der Gesetzgeber Fahrzeuge, die offensichtlich fahruntüchtig sind. Wenn nur ein Reifen kaputt oder eine Scheibe zersprungen ist, handelt es sich nicht um ein Altauto.


Wie läuft die Autoverwertung ab?

Autohersteller und Importeure haben das Rücknahme-System GESA (Gemeinsame Stelle Altfahrzeuge) aufgebaut: Unter altfahrzeugstelle.de können Halter eine Rückgabestelle für ihr Auto suchen. Maximale Entfernung zum Wohnort: 50 Kilometer. Die Verwertung ist unter oben genannten Bedingungen kostenlos.

Wer seinen Pkw entsorgen lassen will, registriert sich auf der genannten Seite. Ein Verwertungsbetrieb in der Nähe meldet sich dann, um die Details der Entsorgung zu besprechen. Das Auto wird in der Regel im Rahmen von Sammelfahrten abgeholt und dann durch einen zertifizierten Fachbetrieb verschrottet. Im Anschluss erhält der Fahrzeugbesitzer einen gesetzlichen Verwertungsnachweis, mit dem er sein Auto bei der Zulassungsbehörde abmelden (stilllegen) kann. Häufig bieten die Verwerter an, dies gegen eine Gebühr (ca. 50 Euro) zu übernehmen.

Altautos richtig abmelden

Zur endgültigen Stilllegung eines Altautos müssen der Zulassungsbehörde der Verwertungsnachweis (ausgestellt vom zertifizierten Betrieb), die demontierten amtlichen Kennzeichen sowie Fahrzeugschein und -brief (Zulassungsbescheinigung Teil I und II) vorgelegt werden.

Entsorgung durch private Autoverwerter

Wenn für das Altfahrzeug oder für Teile davon noch ein Erlös zu erwarten ist, kann es auch über einen zertifizierten Autoverwerter entsorgt werden. Altmetallbetriebe zahlen aufgrund der großen Nachfrage nach Stahl Geld für die Wracks. Der Schrottpreis liegt aktuell bei rund 100 Euro pro Tonne, doch so viel gibt es für Schrottautos nur selten.

Die Betriebe müssen pro Pkw um die 100 Euro für das umweltgerechte Recycling einkalkulieren. Wie viel der Kunde für seinen "Alten" noch erhält, hängt überdies von folgenden Faktoren ab:

  • Restwert des Fahrzeugs: Welche Bauteile eignen sich zur Wiederverwendung? Wie hoch ist der Marktwert dieser Bauteile?

  • Erhaltungszustand der am häufigsten nachgefragten Bauteile

  • Fahrzeugmodell: Verunfallte jüngere Modelle können unter Umständen mehr bringen

  • dem eigenen Verhandlungsgeschick

  • Manche Betriebe erledigen Abmeldeformalitäten auf Wunsch gleich mit, Gleiches gilt für die Abholung. Dieser Service wird aber fast immer in Rechnung gestellt.

Geeignete Autoverwerter findet man zum Beispiel im Internet - einfach den Suchbegriff "Autoverwertung" mit Angabe des gewünschten Ortes eingeben. Holen Sie bei mehreren Betrieben Angebote ein, um einen fairen Preis zu erhalten. Handeln Sie diesen nach Möglichkeit bereits am Telefon aus, gegebenenfalls einschließlich Abholung und Abmeldeservice.

Verkauf des Altautos als Gebrauchtwagen

Sollte der Autoverwerter Ihren Pkw als Gebrauchtwagen und nicht zur Verschrottung ankaufen, dann unbedingt einen schriftlichen Kaufvertrag abschließen! Am besten den ADAC
Musterkaufvertrag
 verwenden.

Verkauf auf Autobörsen

Neben den klassischen Autoverwertern gibt es auch Autobörsen im Internet oder in Tageszeitungen, die Interesse an alten Autos signalisieren. Doch nicht alle sind seriös! Vorsicht ist in jedem Fall geboten bei den sogenannten "Kaufe Ihr Auto Kärtchen", die Aufkäufer an parkenden Autos hinterlassen! Versprechungen wie zum Beispiel "Zahlung von Höchstpreisen in bar" klingen nur auf den ersten Blick verlockend. Hier finden Sie weitere Infos zu den bekanntesten Betrugsmaschen beim Autokauf und -verkauf.