FAQs zum Mangel am Leasingauto

18.12.2019

Hat das Leasingauto während der Sachmängelhaftungszeit einen Mangel, kann sich der Leasingnehmer wie ein Käufer an den Händler wenden. ADAC Juristen erklären Ihre Ansprüche.

Junger Mann schiebt Auto
Probleme mit dem Leasingauto - diese Rechte haben Sie (Foto: iStock.com/G-Stockstudio)
  • Leasingauto mangelhaft - machen Sie Ihre Rechte beim Händler geltend.        
  • Informieren Sie den Leasinggeber, wenn Sie Ansprüche gegenüber dem Händler geltend machen.        
  • Nach Ablauf der Sachmängelhaftung müssen Sie Mängel auf eigene Kosten beheben lassen oder Kulanzantrag beim Hersteller stellen.

Was ist ein Sachmangel?

Ein Sachmangel liegt vor, wenn das Leasingauto schon bei Übergabe einen Fehler aufweist, den Sie nicht kannten.

An wen muss ich mich wenden?

Wenn das Leasingauto Sachmängel hat, können Sie als Leasingnehmer Ansprüche gegenüber dem Händler geltend machen.
Beim Leasing haben Sie das Fahrzeug nicht gekauft, Sie sind nicht Eigentümer. Der Leasinggeber hat den Kaufvertrag mit dem Händler abgeschlossen. Normalerweise werden die Sachmängelhaftungsansprüche an den Leasingnehmer abgetreten. Der Leasingnehmer kann diese Ansprüche dann wie ein Käufer beim Händler geltend machen. Dies gilt auch, wenn die Ansprüche vor Gericht geltend gemacht werden müssen. Kommt es aber zum Rücktritt vom Kaufvertrag, so erfolgt die Rückzahlung des Kaufpreises an die Leasinggesellschaft.

Welche Ansprüche habe ich?

Hat das Leasingfahrzeug Mängel, können Sie entweder die Reparatur oder die Neulieferung des Fahrzeuges verlangen. Fordern Sie den Händler zur Nachbesserung (d.h. Reparatur) auf und setzen Sie ihm dazu eine Frist. 

Geben Sie dem Händler zwei Mal die Möglichkeit, den Mangel zu reparieren. Ist das Fahrzeug danach immer noch defekt, können Sie eine Kaufpreisminderung vom Händler fordern. Die Kaufpreisminderung führt zur Anpassung der Leasingzahlungen (Leasingraten, Sonderzahlung, Restwert).

Führt die Nachbesserung nicht zum gewünschten Ergebnis und handelt es sich um einen erheblichen Mangel, können Sie auch vom Vertrag zurücktreten. Beim Rücktritt müssen Sie das Fahrzeug an den Händler zurückgeben. Für die gefahrenen Kilometer müssen Sie eine Nutzungsentschädigung zahlen. Der Leasinggeber muss Ihnen etwaige Sonderzahlungen, angefallene Vertragskosten und die bezahlten Leasingraten zurückerstatten.

Was gilt bei Verschleiß?

Die Sachmängelhaftungsansprüche bestehen nicht für alle am Leasingfahrzeug auftretenden Mängel. Bei z.B. typischen verschleißbedingten Mängeln (Bremsbeläge, Bremsscheiben, Wischerblätter etc.), können Sie den Leasingvertrag nicht vorzeitig kündigen oder die Raten kürzen. Sie müssen das Leasingauto auf seine Kosten im betriebs- und verkehrssicherem Zustand erhalten und müssen (wie ein Eigentümer) die Kosten dafür tragen.

Wie lange bestehen die Ansprüche?

Wie beim Neuwagenkauf müssen Sie die Sachmängelhaftungsrechte innerhalb von zwei Jahren geltend machen.

Lässt sich der Händler nicht darauf ein, müssen Sie innerhalb der Sachmängelhaftungszeit Klage erheben. Diese muss darauf gerichtet sein, dass die Rückzahlung des Kaufpreises an die Leasinggesellschaft erfolgen soll. Die Leasinggesellschaft ist der Eigentümerin des Autos und der Kaufvertragspartner des Händlers.

Kann ich die Leasingraten kürzen, wenn das Auto in die Werkstatt muss?

Nein, Sie dürfen während der Vertragslaufzeit grundsätzlich keine Leasingraten einbehalten oder kürzen. Dies gilt für alle Mängel - auch während der Sachmängelhaftungszeit – unabhängig davon, ob das Leasingauto wegen der Mängel nicht benutzt werden kann, weil es in der Werkstatt steht.

Muss ich beim Rücktritt weiter Leasingraten zahlen?

Die Zahlung der Leasingraten darf nur unterbrochen werden, wenn der Händler mit dem Rücktritt einverstanden ist oder wenn Klage erhoben ist. Die Leasingbedingungen können regeln, wann die Zahlung ausgesetzt werden darf. 

Kürzen Sie die Raten ohne dazu berechtigt zu sein, riskieren Sie fristlos gekündigt zu werden. Außerdem drohen Schadenersatzforderungen, wenn sich später herausstellt, dass Ihnen kein Rücktrittsrecht zustand.

Text: Juristische Zentrale