Mangel am Leasingfahrzeug

14.5.2019

Hat das Leasingauto während der Sachmängelhaftungszeit einen Sachmangel, kann sich der Leasingnehmer direkt an den Händler wenden. Der Leasingnehmer kann wie ein Käufer Ansprüche geltend machen. ADAC Juristen erklären die einzelnen Ansprüche.

Junger Mann schiebt Auto
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  • Mängel am Leasingauto beim Händler geltend machen. 
  • Leasinggeber informieren, wenn Ansprüche gegenüber dem Händler geltend gemacht werden. 
  • Zwei Jahresfrist beachten! Außerhalb der Sachmängelhaftung muss der Leasingnehmer Mängel auf eigene Kosten beheben lassen oder Kulanzantrag beim Hersteller stellen.
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Eigene Ansprüche trotz Leasing?

Habe ich eigene Ansprüche als Leasingnehmer? 

Hat Ihr Leasingfahrzeug Sachmängel, können Sie als Leasingnehmer Sachmängelhaftungsansprüche gegenüber dem Händler geltend machen. Ein Sachmangel liegt immer dann vor, wenn das Fahrzeug schon bei Übergabe einen Fehler aufweist, den Sie als Leasingnehmer nicht kannten.

Beim Neuwagenkauf ist die Sache eindeutig. Stellt der Käufer innerhalb der ersten zwei Jahre einen Mangel am Neuwagen fest, so hat er Sachmängelhaftungsansprüche. Das bedeutet Nacherfüllung in Form der Nachbesserung oder Ersatzlieferung und ggfs. im zweiten Schritt auf Rücktritt oder Kaufpreisminderung.

Als Leasingnehmer haben Sie das Fahrzeug nicht gekauft, sind nicht Eigentümer. Der Leasinggeber hat den Kaufvertrag mit dem Händler abgeschlossen. Normalerweise werden die Sachmängelhaftungsansprüche an den Leasingnehmer abgetreten. Der Leasingnehmer ist dann verpflichtet, diese Ansprüche wie ein Käufer beim Händler geltend zu machen. Dies gilt auch, wenn die Ansprüche vor Gericht geltend gemacht werden müssen. Kommt es aber zum Rücktritt vom Kaufvertrag, so erfolgt die Rückzahlung des Kaufpreises an die Leasinggesellschaft. 

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Ansprüche bei Sachmangel und was gilt bei Verschleiß?

Welche Ansprüche habe ich bei Mängeln?

Hat das Leasingfahrzeug Mängel, so können Sie entweder die Reparatur oder alternativ die Neulieferung des Fahrzeuges verlangen. Üblicherweise wird die Nachbesserung in Form der Reparatur verlangt. Der Händler ist der richtige Ansprechpartner. Diesen fordern Sie unter Fristsetzung zur Nachbesserung auf. Zwei Mal sollten Sie ihm die Möglichkeit zur Reparatur des Autos geben. Ist das Fahrzeug danach immer noch defekt, spricht man von einem sog. Fehlschlagen der Nachbesserung. 

Klappt die Nachbesserung nicht, so können Sie eine Kaufpreisminderung vom Händler fordern. Die Kaufpreisminderung führt zur Anpassung der Leasingzahlungen (Leasingraten, Sonderzahlung, Restwert). 

Führt die Nachbesserung nicht zum gewünschten Ergebnis und handelt es sich um einen erheblichen Mangel, so kommt auch der Rücktritt in Betracht. In diesem Fall müssen Sie das Fahrzeug an den Händler zurückgeben, für die gefahrenen Kilometer eine Nutzungsentschädigung zahlen. Der Leasinggeber muss etwaige Sonderzahlungen, angefallene Vertragskosten und die bezahlten Leasingraten zurückerstatten.

 

Was gilt bei verschleißbedingten Schäden?

Die Sachmängelhaftungsansprüche bestehen nicht für alle am Leasingfahrzeug auftretenden Mängel. Bei z.B. typischen verschleißbedingten Mängeln (Bremsbeläge, Bremsscheiben, Wischerblätter etc.), kann der Leasingnehmer den Leasingvertrag nicht vorzeitig kündigen oder die Raten kürzen. Er ist verpflichtet das Leasingfahrzeug auf seine Kosten im betriebs- und verkehrssicherem Zustand zu erhalten und wie ein Eigentümer die Kosten hierfür zu tragen.

 

Wie lange haftet der Händler für Sachmängel?

Wie beim normalen Neuwagenkauf, müssen die Sachmängelhaftungsrechte innerhalb von zwei Jahren geltend machen. Lässt sich der Händler nicht darauf ein, muss der Leasingnehmer innerhalb der Sachmängelhaftungszeit Klage erheben. Diese muss darauf gerichtet sein, dass die Rückzahlung des Kaufpreises an die Leasinggesellschaft erfolgen soll. Der Leasinggeber ist der Eigentümer des Autos und der Kaufvertragspartner des Händlers. 

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Was passiert mit den Leasingraten bei Mängeln?

ADAC Juristen erklären, welche Auswirkungen Mängel auf die Leasingraten haben.

Kann ich die Leasingraten kürzen, wenn das Auto in die Werkstatt muss?

Nein, der Leasingnehmer darf während der Vertragslaufzeit grundsätzlich keine Leasingraten einbehalten oder kürzen. Dies gilt für alle Mängel - auch während der Sachmängelhaftungszeit – unabhängig davon, ob das Leasingauto wegen der Mängel nicht benutzt werden kann, weil es in der Werkstatt steht.

 

Kann ich beim Rücktritt vom Kaufvertrag die Leasingraten aussetzen?

Die Zahlung der Leasingraten darf nur unterbrochen werden, wenn der Händler mit dem Rücktritt einverstanden – oder wenn Klage erhoben ist. Die Leasingbedingungen können regeln,  wann die Zahlung ausgesetzt werden darf. Kürzt der Leasingnehmer die Raten ohne dass er dazu berechtigt ist, läuft er Gefahr fristlos gekündigt zu werden und muss Schadenersatz leisten, wenn sich später herausstellt, dass dem Leasingnehmer kein Rücktrittsrecht zustand.