Die 10 schönsten Höhlen Deutschlands

Der Märchendom der Saalfelder Feengrotten
Vollausstattung in den Saalfelder Quellgrotten: Stalagtiten, Stalagmiten und Stalagnaten ∙ © Matthias Frank Schmidt

Tropfsteine, Eiswasserfälle, seltene Tierarten: Deutschland Höhlen haben viel zu bieten. Die zehn spektakulärsten Orte unter der Erde.

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  • Stalaktiten, Stalagmiten und Seen erkunden

  • Seltene Tierarten entdecken

Lockdown in Deutschland

Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, appellieren Bund und Länder eindringlich, auf nicht zwingend notwendige Reisen im Inland und auch ins Ausland zu verzichten, und haben massive Einschränkungen rund ums Reisen beschlossen. Diese Regeln werden von den Bundesländern festgelegt und gelten bis auf Weiteres.

Touristische Übernachtungen in Hotels und anderen Unterkünften in Deutschland sind verboten. Lediglich Geschäftsreisen sind weiterhin zugelassen.

Teufelshöhle in Pottenstein (Bayern)

Beleuchtetes Skelett eine Höhlenbären in der Teufelshöhle Pottenstein
Dieser Höhlenbär lebte während der letzten Eiszeit in der Teufelshöhle in Pottenstein ∙ © Tourismusbüro Pottenstein

Mehr als 1000 Höhlen gibt es in der Fränkischen Schweiz in Oberfranken – aber wo außer in der Teufelshöhle bei Pottenstein nahe Bayreuth kann man schon ein Skelett des Höhlenbären besichtigen? Es handelt sich um eine ausgestorbene Bärenart der letzten Eiszeit.

Ein Geologe durchbrach vor rund hundert Jahren eine Wand, die den Großteil der Höhle verschloss. Heute ist die Teufelshöhle mit drei Kilometern Länge die größte der Region, rund die Hälfte kann besichtigt werden. Die Führung, während der 400 Stufen zu bewältigen sind, dauert eine Dreiviertelstunde. Es geht durch mehrere Hallen, die durch stollenartige Gänge miteinander verbunden sind. Die Temperatur liegt bei konstanten 9 Grad. Daher: Jacke mitnehmen nicht vergessen! Und den Besuch möglicherweise rund um Kulturtermine planen: Denn im Sommer ist der Höhleneingang Kulisse für Konzerte und Kabarett-Auftritte.

Hier finden Sie mehr Infos zu Öffnungszeiten, Corona-Maßnahmen und Tickets* der Teufelshöhle.

Schellenberger Eishöhle (Bayern)

Führung in der Schellenbergerhöhle
Glitzernde Eiswände lassen sich in den Schellenberger Eishöhlen bestaunen ∙ © mauritius images/Michael Pedrotti / Alamy

Wer die Schellenberger Eishöhle besuchen möchte, braucht eine gute Kondition: Sie befindet sich auf 1570 Metern Höhe im Untersberg in den Berchtesgadener Alpen, ein dreistündiger Fußmarsch von Marktschellenberg aus führt zu ihrem Eingang.

Die größte Eishöhle Deutschlands ist auch die einzige, die für Besucher geöffnet ist, 500 Meter von den insgesamt 3621 Metern können mit Führung besichtigt werden. Der 40-minütige Rundgang durch prächtige Hallen und imposante Eisformationen startet mit Karbidlampen, in deren Licht die Eiszapfen, gefrorenen Wasserfälle und Eistropfsteine geheimnisvoll glitzern. Das Eis ist stellenweise 3000 Jahre alt, 30 Meter dick und verändert sich im Lauf des Jahres zu immer neuen Formen. Warme Kleidung ist auch im Sommer ratsam, die Temperaturen in der Höhle bewegen sich um den Gefrierpunkt.

Hier finden Sie mehr Infos zu Öffnungszeiten, Corona-Maßnahmen und Tickets* der Schellenberger Eishöhle.

König-Otto-Tropfsteinhöhle (Bayern)

Übersicht aus der König Otto Höhle
Die "Adventhalle" ist das Highlight in der König-Otto-Höhle ∙ © imago images/blickwinkel

Die Höhle in der Oberpfalz bei Velburg wurde 1895 zufällig von einem Schäfer entdeckt und zählt mit 450 Metern Länge zu den eher kleineren Karsthöhlen im Jura. Wegen der eindrucksvollen, zum Teil meterhohen Stalagniten, wassergefüllten Sinterbecken und Tropfsteinformationen gilt die König-Otto-Tropfsteinhöhle als eine der schönsten in Deutschland.

Der 45-minütige Rundgang führt 70 Meter in die Tiefe, Höhepunkt ist die erst 1972 entdeckte „Adventhalle“ mit riesigen Stalagnaten, Tropfsteine, die entstehen, wenn Stalagniten und Stalagtiten zusammenwachsen. Nach Anmeldung können auch Rollstuhlfahrer die barrierefreie Höhle besichtigen. Ein Ausflug lohnt sich besonders für Familien, die König-Otto-Tropfsteinhöhle ist Teil der "Erlebniswelt Velburg", wo neben der Höhlenbesichtigung ein Hochseilgarten, ein Walderlebnispfad und Quad- sowie Segwaytouren für Kinder viel Abwechslung bieten.

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Laichinger Tiefenhöhle, (Baden-Württemberg)

Besucher in einer beleuchteten Grotte der Laichinger Tiefenhöhle
Über viele Stufen geht es hinunter in die Laichinger Tiefenhöhle ∙ © Laichinger Tiefenhöhle

Das höhlenreichste Gebiet in Deutschland? Die Schwäbische Alb. Mehr als 2000 Höhlen finden sich im süddeutschen Mittelgebirge. Ein Dutzend davon ist für Besucher zugänglich. Sportliche besichtigen am besten die Laichinger Tiefenhöhle. Dort geht es 55 Meter hinab in die einzig begehbare Schachthöhle Deutschlands. Im Inneren erklären Schautafeln die Geologie der Schwäbischen Alb sowie den rund fünf Millionen Jahre andauernden Verkarstungsprozess. Interessierte können auch das Höhlenmuseum gleich beim Eingang besuchen.

Und wenn Sie schon mal da sind: Ein karstkundlicher Wanderweg, rund zwölf Kilometer lang, führt vorbei an einer der größten Dolinen auf der Schwäbischen Alb, einer Sinkhöhle mit einem Durchmesser von 50 und einer Tiefe von 10 Metern.

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Atta-Höhle in Attendorn (Nordrhein-Westfalen)

Schaukäserei in der Atta-Höhle
Der Atta-Käse aus der Atta-Höhle – eine Spezialität von unter Tage ∙ © Attendorner Tropfsteinhöhle

Die Atta-Höhle wurde vor mehr als hundert Jahren von Steinbrucharbeitern entdeckt. Heute ist sie mit Zehntausenden Besuchern jährlich eine der bekanntesten Tropfsteinhöhlen Deutschlands – und eine der schönsten des Landes. Das Höhlensystem erstreckt sich über sieben Kilometer, besichtigen kann man allerdings nur einen kleinen Teil davon.

Führungen dauern rund 40 Minuten, der Besucher sieht farbige Formationen von Stalaktiten und Stalagmiten – hängende und emporwachsende Tropfsteine – sowie die Kombination aus beiden: sogenannte Stalagnaten.

In einer Gesundheitsgrotte 50 Meter unter der Erdoberfläche kann man auf Liegen entspannen: Die reine Höhlenluft ist gut für die Gesundheit und hilft unter anderem bei Asthma- oder Heuschnupfenleiden. Aufwarten kann die Atta-Höhle auch mit einer kulinarischen Spezialität: Der Atta-Käse reift knapp drei Monate bei 95 Prozent Luftfeuchtigkeit in den Höhlengängen von Attendorn.

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Herbstlabyrinth – Schauhöhle Breitscheid (Hessen)

Beleuchtete Knöpfchenhalle in der Schauhöhle Breitscheid
Öffentlich zugänglich ist nur die Knöpfchenhalle in der Schauhöhle ∙ © Thomas Kempfer

Ein langer Name für eine massive Höhle: Mehr als zwölf Kilometer in den Felsen führt das bisher bekannte Herbstlabyrinth-Adventhöhle-System. Forscher erkunden es nach wie vor. Es handelt sich um das größte Höhlensystem Hessens, das zu einem kleinen Teil als Schauhöhle konzipiert ist.

Besucher können die 80 Meter lange Knöpfchenhalle besichtigen, in der fast alle in der Höhle vorkommenden Tropfsteinarten vorkommen. Sie wurde erst 2009 eröffnet und wird von einem LED-Lichtsystem ausgeleuchtet. Das garantiert eine besondere Inszenierung der Höhlenstruktur – und spektakuläre Fotos.

Führungen finden in Kleingruppen zu jeder vollen Stunde statt. Ein Guide berichtet über die Geologie und Höhlenforschung – und: Besucher können einen 30.000 Jahre alten Höhlenbärenknochen begutachten. Die Gemeinde empfiehlt, Tickets vorab über die Website zu buchen. Der Karst- und Höhlenlehrpfad ist für Wanderungen in der Umgebung geeignet.

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Kalkberghöhle in Bad Segeberg (Schleswig-Holstein)

Fledermaus kuckt aus einem Loch in derKalkberghöhle in Bad Segeberg
Die Kalkberghöhle bietet Fledermäusen ein perfektes Zuhause ∙ © F. Gloza-Rausch

Die Kalkberghöhle ist die einzige Schauhöhle in Schleswig-Holstein. Es geht mehr als zwei Kilometer durch die Gänge und Hallen eines mehrere Tausend Jahre alten Ökosystems. Lernen kann man darüber bei einer geführten Wanderung, die eine halbe Stunde dauert. Ein Guide zeigt den Weg und erklärt, wie die Höhle entstanden ist.

Eine Besonderheit: Mit dem Segeberger Höhlenkäfer gibt es dort eine einzigartige Tierart. Zudem leben rund 20.000 Fledermäuse acht verschiedener Arten in der Höhle. Sie halten mehrere Monate im Jahr Winterschlaf, dann ist der Zutritt zur Höhle verboten. Im Sommer jedoch lassen sie sich beobachten – und in einer Erlebnisausstellung kann man über sie lernen. Wie in der Höhle ist es dort dunkel. Nur mit der Taschenlampe geht es dann vier Etagen durch die ”Welt der Fledermäuse“.

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Unterirdische Wunderwelten in Österreich und Deutschland

Entdecken Sie Österreichs eindrucksvollste Höhlen – mit unterirdischen Seen, Gletschern sowie einem 40 Meter hohen Höhlendom.

Das sind die schönsten Höhlen Deutschlands – mit Tier-Skeletten, unheimlichem Farbreichtum bis zu einzigargtigem Käse, der unter Tage reift



Saalfelder Feengrotten (Thüringen)

Die Quellgrotten der Saalfelder Feengrotten
Der Farbreichtum der Feengrotten in Thüringen ist einzigartig ∙ © Ralf Laub

Entstanden aus einem ehemaligen Bergwerk sind die Saalfelder Feengrotten heute für ihren Farbreichtum berühmt. Auf drei Stockwerken – sogenannten Sohlen – wandert man vorbei an Grottenseen und mehreren hundert Jahre alten Tropfsteinen, die hier besonders schnell wachsen. Forscher wiesen 40 verschiedene Materialien in der Höhle nach, die genau genommen ein Schaubergwerk ist. Mit dem ”Grottoneum“ gibt es auch ein Erlebnismuseum.

Als Ausflugsziel sind die Feengrotten vor allem für Familien geeignet: Kinder können sich auf einem Abenteuerspielplatz austoben oder den Wald auf einem Erlebnispfad erkunden. Die Feengrotten organisieren außerdem Führungen speziell für Kinder zwischen vier und neun Jahren.

Mit roter Zwergenmütze und Grubenlampe können sie auf Entdeckungstour gehen. Erwachsene können sich währenddessen im Heilstollen erholen. In einer ruhigen Umgebung verbessert die reine Höhlenluft die Atemfunktion und stärkt das Immunsystem.

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Barbarossahöhle (Thüringen)

Stiimungsvoll beleuchtetete Barbarossahöhle während dem Impressionen von World of lights Festival
Lichtkunst in der Barbarossahöhle ∙ © Barbarossahöhle Rottleben

Die 13.000 Quadratmeter große Höhle im Kyffhäusergebirge ist eine von weltweit nur zwei Schauhöhlen in Anhydritgestein, eine geologische Seltenheit. Benannt wurde die Höhle nach Kaiser Friedrich I. Barbarossa, der der Sage nach in ein Schloss im Kyffhäuserberg verbannt wurde und dort so lange schläft, bis Deutschland geeint ist. Wer viel Fantasie besitzt, kann den Kaiser im „Tanzsaal“ der Höhle am Tisch schlummern sehen.

Der 800 Meter lange Besucherweg führt durch imposante Gewölbe und hohe Säle, vorbei an bizarren Gesteinsformationen und kristallklaren Seen, die durch den Gipsgehalt im Gestein grünlich schimmern. Die Höhlenbesichtigung lässt sich gut mit einem Besuch des nahegelegenen Kyffhäuser-Denkmals verbinden, ein Ehrenmal für Kaiser Wilhelm I. und drittgrößtes Denkmal Deutschlands.

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Rübeländer Tropfsteinhöhlen (Sachsen-Anhalt)

Der Goethesaal in der Baumannshöhle
Der Goethesaal ist mehr als 300 Quadratmeter groß ∙ © Rübeländer Tropfsteinhöhlen/J.Reichel

Im Harz, rund eine Stunde vom höchsten Berg des Nordens, dem Brocken, entfernt, liegt eine Ortschaft mit dem schönen Namen Höhlenort Rübeland. Dort befinden sich zwei der ältesten Natur-Schauhöhlen Deutschlands, die Baumannshöhle und die Hermannshöhle.

Erstere besuchte bereits der Dichter Johann Wolfgang von Goethe, und so gibt es in der Höhle einen Goethesaal: eine Naturbühne, die als Kulisse für Theateraufführungen, Konzerte oder Trauungen dient. Besonders eindrucksvoll ist auch die von Stalaktiten und Stalagmiten geprägte Säulenhalle. Der Eingang zur Hermannshöhle, geprägt durch tiefe Schluchten, liegt nur ein paar Fußminuten entfernt. Dort können Besucher den Grottenolm beobachten, ein Schwanzlurch und nicht gerade hübscher Höhlenbewohner. Führungen finden täglich statt und dauern pro Höhle ca. 50 Minuten.

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Hier finden Sie eine Karte weiterer Schauhöhlen in Deutschland*

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Barbara Kasper
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