Work and Travel: Tipps für lange Auslandsreisen

26.7.2019

Schafe scheren in Australien, kellnern in einem Hotel in Kanada oder Obst pflücken in Chile: Das klingt spannend und bringt das nötige Geld, um im Ausland für längere Zeit herumreisen zu können. Woran junge Leute denken müssen, wenn sie sich für Work and Travel entscheiden, erfahren sie hier.

Junge Menschen in einer Stadt
Raus in die große weite Welt und rein ins Abenteuer!

Die „Work-and-Travel“-Klassiker sind Australien, Neuseeland, Kanada sowie die USA. Aber Arbeiten auf langen Auslandsreisen ist auch in Europa, Asien, Lateinamerika und sogar in Afrika möglich. Nach Informationen des Auswärtigen Amtes existieren zwischen Deutschland und folgenden Ländern spezielle Vereinbarungen – sogenannte "Working-Holiday"-Programme:

  • Argentinien
  • Australien 
  • Brasilien 
  • Chile
  • Hongkong
  • Israel
  • Japan
  • Republik Korea
  • Neuseeland
  • Taiwan 
  • Uruguay 

Diese "Work-and-Travel"-Programme sollen – so das Auswärtige Amt – jungen Menschen die Möglichkeit zu einem Einblick in Kultur und Alltagsleben des besuchten Landes geben. Zur ergänzenden Finanzierung des Aufenthalts können Ferien- oder Gelegenheitsjobs angenommen werden.

Die wichtigsten Voraussetzungen im Überblick 

Bei dieser Art des Reisens ist eine gute Vorbereitung und Vorausplanung besonders wichtig! Denn mit Flugbuchung und Jobsuche allein ist es nicht getan. Etliche Dokumente müssen zusammengetragen werden. Und das kann dauern. 

Gültiger Reisepass und Visum 

Deutsche Staatsbürger können auch außerhalb der EU in viele Länder ohne Visum einreisen. In diesen Fällen genügt ein gültiger Reisepass. "Gültiger Reisepass" bedeutet in der Regel, dass der Pass bei der Einreise meist noch für sechs Monate gültig sein muss. Eine Einreise mit Pass und ohne Visum berechtigt in den meisten Fällen für einen Aufenthalt als Tourist für bis zu 90 Tage, eine Arbeitserlaubnis ist aber nicht inbegriffen. Je nach Land sind dort dann lediglich unbezahlte Praktika oder ein Volunteer-Einsatz möglich.
Junge Weltenbummler, die ein Land bereisen, das am "Working-Holiday"-Programm teilnimmt, benötigen neben dem Reisepass ein „Working-Holiday"-Visum. Voraussetzungen dafür sind:

  • Mindestalter: 18 Jahre
  • Altersobergrenze: 30 Jahre
  • Maximaler Aufenthalt: zwölf Monate
  • Beschäftigungen dürfen angenommen werden, aber nicht durchgängig

Antragsverfahren und Anforderungen unterscheiden sich von Land zu Land – auch bei den Ländern aus dem "Working-Holiday"- Programm. Zwei Beispiele: In Kanada kann man Work and Travel bis zum 35. Lebensjahr machen. Und die USA haben ganz besonders strenge Vorgaben. Hier müssen Bewerber ein sogenanntes J1-Visum vorweisen.

Tipp Icon

Tipps zum Visum

Detaillierte Informationen zu Antragsverfahren, vorzulegenden Unterlagen, Gebühren usw. finden Sie auf der Internetseite der jeweiligen deutschen Auslandsvertretung. Die Beantragung erfolgt immer auf Englisch. Fehlerhafte Angaben gilt es unbedingt zu vermeiden. Man riskiert damit die Ablehnung des Antrags. Und damit wäre der Urlaubstraum geplatzt. 

Versicherungen

Der Abschluss einer Langzeit-Auslandsreisekrankenversicherung ist ein Muss. Die normale Krankenversicherung oder eine Versicherung, die nur die Urlaubszeit abdeckt, genügen nicht. Die Auslandskrankenversicherung sollte alle anfallenden Kosten (Arzt, Krankenhaus etc.) abdecken, was besonders in Ländern wie den USA, Kanada, Australien und Neuseeland, wo die medizinische Versorgung sehr teuer ist, von großer Bedeutung ist. Viele Staaten fordern auch Nachweise über eine Haftpflicht- und Unfallversicherung. Sehr zu empfehlen ist auch eine Reiserücktrittsversicherung.

Tipp Icon

Unser Tipp für die Versicherungen

Bei der Suche nach den richtigen Versicherungen lohnt sich ein Blick in unsere umfangreiche Produktpalette. Wer schon derartige Versicherungen hat oder gerade abschließt: Unbedingt vorher klären, ob diese auch bei langfristigen Auslandsaufenthalten gelten. Ebenfalls ist zu klären mit der Versicherung, ob Leistungsschutz besteht, wenn man während seines Auslandsjahres bestimmte Sportarten (z.B. Kitesurfen etc.) ausübt.

Internationaler Führerschein

Work and Traveller haben typischerweise mehrere kleine Jobs während ihres Auslandsaufenthalts. Um zwischen den Jobs zu wechseln und teilweise auch für den Job selbst (Kurierfahrer etc.) empfiehlt es sich, automobil zu sein. Wir raten zum Internationalen Führerschein für alle Work-and-Travel-Länder, auch wenn dieser nicht überall zwingend vorgeschrieben ist. Bei eventuellen Polizeikontrollen, Verkehrsunfällen und beim Anmieten eines Leihautos erspart man sich mit einem Internationalen Führerschein viel bürokratischen Aufwand, Zeit und Ärger. Da in einem Internationalen Führerschein alle Angaben auf Englisch sowie in anderen Sprachen vermerkt werden, können die ausländischen Behörden oder Autovermieter viel schneller und einfacher die Angaben überprüfen. 

Tipp Icon

Wichtige Tipps für die Reisedokumente

  • Der Internationale Führerschein ist nur in Verbindung mit dem nationalen Führerschein gültig. 
  • Die Bescheinigungen aller Versicherungsnachweise sollten mindestens in Englisch, besser noch in die jeweilige Landessprache übersetzt sein.
  • Von Reisepass, Impfausweis, Führerschein, Tickets und Versicherungen sollten vor einer Reise ins Ausland immer Duplikate angefertigt werden (entweder Kopien oder Fotos vom Original auf dem Handy gespeichert). Die Kopien, die getrennt von den Originalen aufbewahrt werden sollten, ersetzen bei Verlust oder Diebstahl zwar nicht die Originale, aber mit ihnen ist es deutlich einfacher, einen neuen Ausweis im Ausland zu beantragen.

Was es bei Diebstahl und Passverlust zu beachten gilt, erfahren Sie in unserem Ratgeber Reisen

Was sonst noch wichtig ist

Medizinische Vorsorge

Das Auswärtige Amt informiert in seinen Reisehinweisen, ob im gewählten Reiseland Impfungen vorgeschrieben oder empfohlen sind. Außerdem thematisiert es häufige Infektionskrankheiten und Seuchen wie z.B. Malaria oder Dengue-Fieber und zeigt auf, wie es um die medizinische Versorgung im Reiseland bestellt ist. Wer in exotische Länder reist, tut gut daran, sich in den Monaten vor der Reise bei einem Tropen- bzw. Reisemediziner individuell beraten zu lassen. 

Alle Infos zur Medikamentenmitnahme finden Sie hier.

Voraussetzungen für den Job

  • Englischer Lebenslauf
  • Nachweis über finanzielle Mittel: In den meisten Gastgeberländern müssen Work-and-Travel-Anwärter nachweisen, dass sie über finanzielle Sicherheiten (zwischen 1.700 und 4.000 Euro auf dem Bankkonto) und/oder ein gültiges Rückflugticket in ihre Heimat verfügen.
  • Bankkonto und Steuernummer: Man braucht in den Zielländern ein eigenes Konto für den Lohn und eine Steuernummer. Üblicherweise wird in jedem Land von dem Lohn ein gewisser Prozentsatz an Steuern abgezogen. In Australien sind das etwa 15 Prozent ab dem ersten verdienten Dollar. Mitunter ist es möglich, einen Teil der Steuern nach dem Auslandsaufenthalt wieder zurückzufordern.
  • Polizeiliches Führungszeugnis: Für manche Länder und bestimmte Jobs wird außerdem ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt, beispielsweise wenn man Kinder betreuen möchte.
Tipp Icon

Gut beraten beim Reisemedizinischen Informationsdienst

Unsere Mitglieder erhalten beim Reisemedizinischen Informationsdienst (Tel: 0 89 - 76 76 77) neben vielen reisemedizinischen Informationen und dem Formular zur Medikamentenmitnahme, 63,27 KB auch Adressen von deutschsprechenden Ärzten und Kliniken weltweit.