Waldbrände in Griechenland 2026: So ist die aktuelle Lage

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Von Katharina Dümmer

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Ein Hubschrauber versucht, einen großen Waldbrand auf Kreta zu löschen
Derzeit herrscht in mehreren Landesteilen Griechenlands hohe Waldbrandgefahr© dpa/Nikolas Georgiou

Auf der beliebten Urlaubsinsel Paros wütet ein großer Waldbrand. Die Behörden warnen zudem in weiteren Regionen Griechenlands vor hoher Waldbrandgefahr. So ist die aktuelle Lage in den Urlaubsregionen.

  • Paros: Mehrere Ortschaften nach Evakuierung wieder zugänglich

  • Hohe Waldbrandgefahr gilt für Kreta, Lesbos, Chios, Samos, Athen und Teile der Halbinsel Peloponnes

  • Das raten ADAC Juristen Griechenland-Reisenden

Auf der bei Urlauberinnen und Urlaubern beliebten griechischen Ägäis-Insel Paros kämpfen Feuerwehrleute seit Dienstag, 28. Juli, gegen einen großen Waldbrand, der zwischenzeitlich Einwohnende mehrerer Orte in die Flucht getrieben hatte. Auch in anderen Urlaubsregionen wird vor gefährlichen Wald- und Buschfeuern sowie großer Hitze gewarnt.

Griechenland: Waldbrand auf Paros unter Kontrolle

Die Ortschaft Agkairia und einige andere Ortschaften auf Paros wurden am Dienstagabend, 28. Juli, wegen der vorrückenden Flammenfront evakuiert, Bewohnerinnen und Bewohner wurden dazu aufgefordert an die Strände zu flüchten. Am Mittwochmorgen, 29. Juli, gelang es den Feuerwehren, die Flammen einzudämmen. Vollständige Entwarnung gab die Einsatzleitung jedoch nicht – wegen der starken Winde in der Region. Verbleibende kleine Brandherde müssen weiterhin überwacht werden, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Über mögliche Verletzte oder niedergebrannte Häuser oder Campingplätze wurde zunächst nichts bekannt.

Hohes Waldbrandrisiko: Kreta, Samos, Athen, Peloponnes

Derzeit herrscht in mehreren Landesteilen hohe Waldbrandgefahr. So sei die Feuerwehr am Dienstag, 28. Juli, auch zu Feuerherden in der nordöstlichen Region Evros ausgerückt, berichtete die Zeitung "Ekathimerini".

  • Warnstufe vier von fünf gilt derzeit u.a. für: Kreta und die Inseln Lesbos, Chios, Samos, Ikaria und Psara

  • Warnstufe drei von fünf gilt derzeit u.a. für: Hauptstadtregion Athen und dem nordöstlichen Teil der Halbinsel Peloponnes

Der griechische Katastrophenschutz aktualisiert jeden Tag eine Übersichtskarte, die zeigt, in welchen Regionen welche Brandgefahr herrscht. Hier finden Sie die aktuelle Karte zu waldbrandgefährdeten Regionen in Griechenland.

So lassen sich Waldbrände vermeiden

Das griechische Ministerium für Bürgerschutz appelliert an alle, weiterhin aufmerksam zu sein und alles zu unterlassen, was Feuer oder Glut entzünden oder begünstigen kann.

Waldbrandgefahr: Tipps für Reisende

Das Auswärtige Amt rät allen deutschen Touristinnen und Touristen auf ihrem Mobiltelefon die Option "Notfallbenachrichtigungen" (Cell Broadcast Alerts) zu aktivieren. Diese werden von den zuständigen griechischen Stellen regional per SMS bzw. als Push-Mitteilung in griechischer und englischer Sprache versandt. Hierüber wird man auch über eventuelle Evakuierungsmaßnahmen informiert.

Dort, wo es brennt, müssen Reisende mit Beeinträchtigungen der Infrastruktur rechnen. Es kann zu Straßensperren und Umleitungen kommen. Ausfälle im Bahnverkehr sind möglich.

Immer wieder Waldbrände in Griechenland

In den Sommermonaten kommt es häufig zu Hitzewellen mit Temperaturen über 40 Grad Celsius. Aufgrund der großen Hitze kommt es immer wieder zu zahlreichen Busch- und Waldbränden. Vor allem die Ägäis ist bis in den Herbst hinein von Waldbränden betroffen, wenn der trockene Wind Meltemi stark aus Nord, Nordost und Nordwest bis hinunter nach Kreta weht. Dort, wo es seit Wochen nicht geregnet hat, reichen Funken, die der Wind vorantreibt, um gewaltige Brände zu entfachen.

Trockenheit und Wasserknappheit

Viele Teile Griechenlands leiden zudem im Sommer – wie auch andere südeuropäische Länder – unter Wasserknappheit. In den letzten Jahren hatte sogar der Norden des Landes mit den Auswirkungen der anhaltenden Trockenheit zu kämpfen. Reisende sollten also achtsam mit der Ressource umgehen.

Seit 2017 war laut dem Nationalen Observatorium Athens fast ein Viertel des Festlands der griechischen Region Attika von Wald- und Buschbränden betroffen.

Wichtige Infos für Urlauberinnen und Urlauber

Wenn Sie in Not geraten, folgen Sie bitte unbedingt den Hinweisen und Anweisungen der lokalen Behörden. Außerdem sollte in Notfällen umgehend ein Notruf über 112 abgesetzt werden. ADAC Mitglieder, die in ihrem Urlaub in Not geraten und Hilfe benötigen, können sich an den ADAC Auslandsnotruf (Tel. +49 89 22 22 22) wenden. Weitere Kontaktmöglichkeiten zum ADAC finden Sie hier.

Naturkatastrophen: Diese Rechte haben Reisende

Pauschalurlauberinnen und -urlauber können kostenlos stornieren, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe sogenannte unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Reise erheblich beeinträchtigen.

Waldbrände können solche außergewöhnlichen Umstände sein, allerdings muss die gebuchte Reise auch konkret oder zumindest mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von diesen Bränden bzw. den Folgen wie Rauch in der Luft betroffen sein. Urlauber können sich hierauf nur berufen, wenn die Reise zeitnah bevorsteht und es in eine Region gehen soll, in der die Waldbrände unmittelbar stattfinden.

Anders sieht es aus, wenn die Reise nicht in Kürze beginnt. Schließlich kann man nicht immer vorhersagen, wann Brände gelöscht sein könnten. Somit lässt sich auch nicht Wochen oder Monate vor Reisebeginn abschätzen, ob diese erheblich beeinträchtigt wird. Ein kostenloses Storno wäre dann also nicht möglich. Brennt es irgendwo anders im Land, ist dies ebenfalls kein Grund, kostenfrei zurückzutreten. Es empfiehlt sich bei nicht unmittelbar bevorstehenden Reisen, die Entwicklung der Lage im Einzelfall vor Ort weiter zu beobachten.

Hitze oder Angst vor Waldbränden kein Stornogrund

Extreme Hitze allein genügt übrigens nicht, um eine Reise kostenlos zu stornieren. Wird die Reise aus bloßer Angst oder wegen Bedenken abgesagt, muss damit gerechnet werden, dass der Veranstalter Stornokosten verlangt.

Feuer treten während des Urlaubs auf – was tun?

Treten im Pauschalurlaub die Probleme erst während der Reise auf, kann man den Vertrag unter gewissen Voraussetzungen kündigen und die Heimreise antreten. Hierzu muss aber belegt werden, dass die Reise durch außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Muss der Reiseveranstalter aufgrund der vorzeitigen Kündigung der Reisenden Leistungen nicht mehr erbringen, kann er hierfür auch keine Kosten verlangen. Außerdem muss er die Rückreise der Reisenden sicherstellen, wenn diese Teil des Reisevertrags ist. Mögliche Mehrkosten sind vom Reiseveranstalter zu tragen.

Ist die Rückreise wegen außergewöhnlicher Umstände nicht möglich und müssen Reisende länger bleiben, ist der Veranstalter verpflichtet, eine Unterkunft für einen Zeitraum von maximal drei Tagen zu bezahlen. Wer seine Reise fortführt, kann den Reisepreis gegenüber dem Reiseveranstalter mindern, wenn ein (nicht unerheblicher) Reisemangel vorliegt, weil z.B. vertraglich vereinbarte Leistungen nicht erbracht werden.

Waldbrände: Das gilt für Individualreisende

Nach deutschem Recht müssen auch Individualreisende die bereits gebuchten Leistungen wie Flug und Unterkunft nicht zahlen, wenn diese nicht erbracht werden. Das kann der Fall sein, wenn die Urlaubsregion, in der sich das Hotel befindet, gesperrt ist. Ist die Unterkunft jedoch zugänglich, ohne dass Reisende sich in Gefahr begeben, sind diese auf die Kulanz des Anbieters angewiesen. Reisende bekommen auch dann ihr Geld zurück, wenn ein kostenfreies Rücktrittsrecht vertraglich vereinbart wurde.

Sicherheitshinweise zu Waldbränden finden Reisende auch beim Auswärtigen Amt.

Mit Material von dpa.