Waldbrände in Griechenland 2026: So ist die aktuelle Lage
Von Katharina Dümmer

Auf Kreta brennt es und auch auf der beliebten Urlaubsinsel Paros wütete ein großer Waldbrand. Die Behörden warnen zudem in weiteren Regionen Griechenlands vor hoher Waldbrandgefahr.
Update: Touristenattraktion Samaria-Schlucht auf Kreta gesperrt
Paros: Mehrere Ortschaften nach Evakuierung wieder zugänglich
Hohe Waldbrandgefahr gilt für Kreta, Lesbos, Chios, Samos, Athen und Teile der Halbinsel Peloponnes
Das raten ADAC Juristen Griechenland-Reisenden
Griechenland, das im Sommer 2026 bislang weitgehend von schweren Waldbränden verschont geblieben ist, kämpft nun ebenfalls an mehreren Orten mit den Flammen. Die für die Jahreszeit typischen starken Meltemi-Winde aus Norden erhöhen die Gefahr großflächiger Feuer.
Einige evakuierte Touristen aus Agia Galini können zurück
Wegen des unkontrollierten Waldbrandes auf der Insel Kreta hatte der griechische Zivilschutz die Evakuierung des Ferienorts Agia Galini an der Südküste der Insel angeordnet. Der Brand wütet seit Mittwochmittag, 29. Juli, in der Region der Ortschaft Nea Krya Vrysi südlich von Rethymnon. Die Region liegt im gebirgigen Hinterland im südlichen Teil der Insel. Rund 8000 Urlaubsgäste waren betroffen. Sie wurden in Richtung Südosten zur Ortschaft Tymbaki gebracht. Ein Teil der Evakuierten durfte am Donnerstag aber schon wieder in ihre Unterkünfte zurückkehren.
Unterdessen brach nahe der Ortschaft Preveli am Donnerstag, 30. Juli, ein neuer Brand aus. Wegen der starken Rauchentwicklung brachte die Küstenwache rund 50 Menschen aus einem Küstenabschnitt in Sicherheit.
"Es stehen uns schwierige Tage bevor", sagte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am Donnerstag gegenüber Medien. Starke Winde mit Geschwindigkeiten von mehr als 125 Kilometern pro Stunde würden den Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern erschweren, teilte der griechische Wetterdienst (EMY) mit. Mit einer Abschwächung der Winde wird erst am Wochenende gerechnet.
Samaria-Schlucht derzeit nicht für Wanderer zugänglich
Wegen der Waldbrandgefahr ist eine der größten Touristenattraktionen auf Kreta, der Nationalpark um die Samaria-Schlucht, seit Donnerstag, 30. Juli, gesperrt.
Waldbrände nicht nur auf Kreta
Schwierig ist die Feuer-Situation in Agia Paraskevi, das auf dem griechischen Festland in der Nähe von Athen liegt. Hier sind Einsatzkräfte noch intensiv damit beschäftigt, die Flammen einzudämmen.
Auf der bei Urlauberinnen und Urlaubern beliebten griechischen Ägäis-Insel Paros kämpfen Feuerwehrleute seit Dienstag, 28. Juli, gegen einen großen Waldbrand, der zwischenzeitlich Einwohnende mehrerer Orte in die Flucht getrieben hatte. Mittlerweile ist es aber gelungen, die Feuer unter Kontrolle zu bringen. Verbleibende kleine Brandherde müssen weiterhin überwacht werden, sagte ein Feuerwehrsprecher.
Hohes Waldbrandrisiko für Kreta, Samos, Athen, Peloponnes
Derzeit herrscht in vielen Landesteilen – mit Ausnahme des Nordwestens – Waldbrandgefahr. Hohe bzw. mittlere Waldbrandgefahr (Stufe 4 bzw. 3) gilt unter anderem für:
die Ägäisinseln inkl. Lesbos, Chios, Samos, Mykonos, Santorin, Ikaria und Psara
Mittelgriechenland
die Hauptstadtregion Athen
Nordostgriechenland
Kefalonia im Ionischen Meer
Besser sieht es derzeit aus für die Urlaubsinseln Korfu und Lefkada.
Der griechische Katastrophenschutz aktualisiert jeden Tag eine Übersichtskarte, die zeigt, in welchen Regionen welche Brandgefahr herrscht. Hier finden Sie die aktuelle Karte zu waldbrandgefährdeten Regionen in Griechenland.
Was die Waldbrände in Griechenland so gefährlich macht
In den Sommermonaten kommt es häufig zu Hitzewellen mit Temperaturen über 40 Grad Celsius. Aufgrund der großen Hitze entstehen immer wieder zahlreiche Busch- und Waldbrände. Vor allem die Ägäis ist bis in den Herbst hinein von Waldbränden betroffen, wenn der trockene Wind Meltemi stark aus Nord, Nordost und Nordwest bis hinunter nach Kreta weht.
Dort, wo es seit Wochen nicht geregnet hat, reichen Funken, die der Wind vorantreibt, um gewaltige Brände zu entfachen. Und: Durch wechselnde Windrichtungen können Brände sich schnell ausbreiten; bereits gelöschte Feuer können neu entfacht werden. Die Lage kann sich extrem schnell ändern.
Waldbrände auch in Urlaubsregionen der Türkei
Auch in der Türkei kämpfen Einsatzkräfte weiter gegen zahlreiche Waldbrände im Süden und Westen des Landes, die durch starke Winde angefeuert werden. Betroffen sind die Regionen Regionen Mugla, Aydin, Antalya, sowie Balikesir, Kütahya, Canakkale und Yalova.
Man versuche zurzeit die Brände vollständig unter Kontrolle zu bringen, sagte Forstminister Ibrahim Yumakli dem Staatssender TRT zufolge. Bei drei weiteren sei das bereits gelungen. In der Nacht zum Donnerstag sei zudem ein weiterer Waldbrand im Bezirk Fethiye der Provinz Mugla hinzugekommen.
Noch keine Entwarnung gibt es in der Ferienregion Antalya. Das Touristenzentrum Adrasan sowie die Straße nach Kemer und ins antike Olympos mussten für den Verkehr bis auf Weiteres gesperrt werden. Das Auswärtige Amt: Folgen Sie den Anweisungen der lokalen Behörden/Sicherheitskräfte und informieren Sie sich über lokale Medien über die weitere Lageentwicklung!
So lassen sich Waldbrände vermeiden
Das griechische Ministerium für Bürgerschutz appelliert an alle, weiterhin aufmerksam zu sein und alles zu unterlassen, was Feuer oder Glut entzünden oder begünstigen kann.
Waldbrandgefahr: Tipps für Griechenland-Reisende
Das Auswärtige Amt hat aktuell für keine griechische Region eine Reisewarnung ausgesprochen, aber es rät zu etlichen Vorsichtsmaßnahmen:
Dort, wo es brennt, müssen Reisende mit Beeinträchtigungen der Infrastruktur rechnen. Es kann zu Straßensperren und Umleitungen kommen. Ausfälle im Bahnverkehr sind möglich.
Informieren Sie sich über die Medien, Ihr Hotel und Ihren Reiseleiter/-veranstalter über von Naturkatastrophen betroffene Gebiete und meiden Sie diese.
Alle deutsche Touristinnen und Touristen sollen auf ihrem Mobiltelefon die Option "Notfallbenachrichtigungen" (Cell Broadcast Alerts) aktivieren. Diese werden von den zuständigen griechischen Stellen regional per SMS bzw. als Push-Mitteilung in griechischer und englischer Sprache versandt. Hierüber wird man auch über eventuelle Evakuierungsmaßnahmen informiert.
Sollten Sie aktuell von Evakuierungsmaßnahmen betroffen sein, wenden Sie sich bitte für Fragen der Unterbringung, der Verpflegung, des Transports und ggfs. des Verbleibs Ihres Gepäcks an Ihren Reiseveranstalter oder an den griechischen Katastrophenschutz unter +30 210 368 1730, +30 210 368 1259 oder +30 210 368 135.
Wenn Sie in Not geraten, folgen Sie bitte unbedingt den Hinweisen und Anweisungen der lokalen Behörden. Außerdem sollte in Notfällen umgehend ein Notruf über 112 abgesetzt werden. ADAC Mitglieder, die in ihrem Urlaub in Not geraten und Hilfe benötigen, können sich an den ADAC Auslandsnotruf (+ 49 89 22 22 22) wenden. Weitere Kontaktmöglichkeiten zum ADAC finden Sie hier.
Den aktuellen Reisehinweis des Auswärtigen Amtes im Detail finden Sie hier.
Naturkatastrophen: Diese Rechte haben Reisende
Pauschalurlauberinnen und -urlauber können kostenlos stornieren, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe sogenannte unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Reise erheblich beeinträchtigen.
Waldbrände können solche außergewöhnlichen Umstände sein, allerdings muss die gebuchte Reise auch konkret oder zumindest mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von diesen Bränden bzw. den Folgen wie Rauch in der Luft betroffen sein. Urlauber können sich hierauf nur berufen, wenn die Reise zeitnah bevorsteht und es in eine Region gehen soll, in der die Waldbrände unmittelbar stattfinden.
Anders sieht es aus, wenn die Reise nicht in Kürze beginnt. Schließlich kann man nicht immer vorhersagen, wann Brände gelöscht sein könnten. Somit lässt sich auch nicht Wochen oder Monate vor Reisebeginn abschätzen, ob diese erheblich beeinträchtigt wird. Ein kostenloses Storno wäre dann also nicht möglich. Brennt es irgendwo anders im Land, ist dies ebenfalls kein Grund, kostenfrei zurückzutreten. Es empfiehlt sich bei nicht unmittelbar bevorstehenden Reisen, die Entwicklung der Lage im Einzelfall vor Ort weiter zu beobachten.
Hitze oder Angst vor Waldbränden kein Stornogrund
Extreme Hitze allein genügt übrigens nicht, um eine Reise kostenlos zu stornieren. Wird die Reise aus bloßer Angst oder wegen Bedenken abgesagt, muss damit gerechnet werden, dass der Veranstalter Stornokosten verlangt.
Feuer treten während des Urlaubs auf – was tun?
Treten im Pauschalurlaub die Probleme erst während der Reise auf, kann man den Vertrag unter gewissen Voraussetzungen kündigen und die Heimreise antreten. Hierzu muss aber belegt werden, dass die Reise durch außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Muss der Reiseveranstalter aufgrund der vorzeitigen Kündigung der Reisenden Leistungen nicht mehr erbringen, kann er hierfür auch keine Kosten verlangen. Außerdem muss er die Rückreise der Reisenden sicherstellen, wenn diese Teil des Reisevertrags ist. Mögliche Mehrkosten sind vom Reiseveranstalter zu tragen.
Ist die Rückreise wegen außergewöhnlicher Umstände nicht möglich und müssen Reisende länger bleiben, ist der Veranstalter verpflichtet, eine Unterkunft für einen Zeitraum von maximal drei Tagen zu bezahlen. Wer seine Reise fortführt, kann den Reisepreis gegenüber dem Reiseveranstalter mindern, wenn ein (nicht unerheblicher) Reisemangel vorliegt, etwa weil vertraglich vereinbarte Leistungen nicht erbracht werden.
Waldbrände: Das gilt für Individualreisende
Nach deutschem Recht müssen auch Individualreisende die bereits gebuchten Leistungen wie Flug und Unterkunft nicht zahlen, wenn diese nicht erbracht werden. Das kann der Fall sein, wenn die Urlaubsregion, in der sich das Hotel befindet, gesperrt ist. Ist die Unterkunft jedoch zugänglich, ohne dass Reisende sich in Gefahr begeben, sind diese auf die Kulanz des Anbieters angewiesen. Reisende bekommen auch dann ihr Geld zurück, wenn ein kostenfreies Rücktrittsrecht vertraglich vereinbart wurde.
Sicherheitshinweise zu Waldbränden finden Reisende auch beim Auswärtigen Amt.
Mit Material von dpa.