Waldbrände in Griechenland 2026: So ist die aktuelle Lage
Von Katharina Dümmer

Griechenland steuert auf eine extreme Hitzewelle zu: In vielen Regionen sollen die Temperaturen über mehrere Tage hinweg auf bis zu 40 Grad steigen. Die Waldbrandgefahr steigt wieder an. Die aktuelle Lage.
Extrem-Wetterphase soll rund eine Woche andauern
Waldbrand-Risikostufe fast landesweit hoch
Das raten ADAC Juristen und Juristinnen Griechenland-Reisenden
Griechenland, das zu Beginn der Sommerreisezeit weitgehend von schweren Waldbränden verschont geblieben ist, kämpfte in den letzten Wochen an mehreren Stellen mit den Flammen. Die Situation dürfte sich erneut verschärfen. Die Meteorologen erwarten eine neue Hitzewelle.
Hitzewelle bis Donnerstag
In Griechenland hat eine heiße Wetterphase begonnen, die voraussichtlich etwa eine Woche andauern wird. Die Temperaturen werden örtlich auf bis zu 40 Grad Celsius steigen, teilte das Wetteramt mit. In der Region um Athen werden Höchstwerte von 39 Grad erreicht, an der Küste wird es etwa 2 Grad kühler. In Thessaloniki werden 35 Grad prognostiziert.
Besonders in den Ballungszentren, in Mittelgriechenland und auf der Peloponnes bleibt es auch nachts ungewöhnlich warm – örtlich können die Werte um 4 Uhr morgens bei über 30 Grad liegen.
In der Millionenstadt Athen wurden wegen der Hitze klimatisierte Hallen für Bürgerinnen und Bürger geöffnet. Für herrenlose Tiere wurden zudem mehr als 130 Trinkstellen in den Stadtteilen aufgestellt, die von städtischen Mitarbeitern und Freiwilligen mit frischem Wasser versorgt werden, teilte die Stadtverwaltung mit.
Wo die Waldbrandgefahr besonders hoch ist
Nach Informationen der Katastrophenschutzbehörden besteht zu Wochenbeginn Waldbrandgefahr wegen der extremen Trockenheit und starker Winde in weiten Teilen des Landes. Nur wenige Regionen im Norden sind davon ausgenommen. Dort kann es sogar vereinzelt regnen oder gewittern. Für Mittelgriechenland, viele Regionen im Norden, Teile des Peloponnes und Kreta gilt die Warnstufe Gelb (Gefahrenstufe 3 von 5). Für den Osten Mittelgriechenlands und die Ägäis-Inseln wurde eine sehr hohe Waldbrandgefahr (Kategorie 4) prognostiziert. Die Behörden warnen vor Feuern, die durch Unachtsamkeit entstehen könnten.
Der griechische Katastrophenschutz aktualisiert täglich eine Übersichtskarte, die zeigt, in welchen Regionen welche Brandgefahr herrscht. Hier finden Sie die aktuelle Karte zu waldbrandgefährdeten Regionen in Griechenland. Wo im Land die Feuerwehren im Einsatz sind, findet man auf der griechischen Info-Seite Foties.GR.
Was die Waldbrände in Griechenland so gefährlich macht
In den Sommermonaten kommt es häufig zu Hitzewellen mit Temperaturen von über 40 Grad Celsius. Aufgrund der großen Hitze entstehen immer wieder zahlreiche Busch- und Waldbrände. Vor allem die Ägäis ist bis in den Herbst hinein von Waldbränden betroffen, wenn der trockene Wind Meltemi stark aus Nord, Nordost und Nordwest bis hinunter nach Kreta weht.
Dort, wo es seit Wochen nicht geregnet hat, reichen Funken, die der Wind vorantreibt, um gewaltige Brände zu entfachen. Und: Durch wechselnde Windrichtungen können Brände sich schnell ausbreiten; bereits gelöschte Feuer können neu entfacht werden. Die Lage kann sich extrem schnell ändern.
Das Auswärtige Amt empfiehlt in den Waldbrandregionen: Folgen Sie den Anweisungen der lokalen Behörden/Sicherheitskräfte und informieren Sie sich über lokale Medien über die weitere Lageentwicklung!
So lassen sich Waldbrände vermeiden
Das griechische Ministerium für Bürgerschutz appelliert an alle, weiterhin aufmerksam zu sein und alles zu unterlassen, was Feuer oder Glut entzünden oder begünstigen kann.
Waldbrandgefahr: Tipps für Griechenland-Reisende
Das Auswärtige Amt hat aktuell für keine griechische Region eine Reisewarnung ausgesprochen, aber es rät zu etlichen Vorsichtsmaßnahmen:
Dort, wo es brennt, müssen Reisende mit Beeinträchtigungen der Infrastruktur rechnen. Es kann zu Straßensperren und Umleitungen kommen. Ausfälle im Bahnverkehr sind möglich.
Informieren Sie sich über die Medien, Ihr Hotel und Ihren Reiseleiter/-veranstalter über von Naturkatastrophen betroffene Gebiete und meiden Sie diese.
Alle deutschen Touristinnen und Touristen sollen auf ihrem Mobiltelefon die Option "Notfallbenachrichtigungen" (Cell Broadcast Alerts) aktivieren. Diese werden von den zuständigen griechischen Stellen regional per SMS bzw. als Push-Mitteilung in griechischer und englischer Sprache versandt. Hierüber wird man auch über eventuelle Evakuierungsmaßnahmen informiert.
Sollten Sie aktuell von Evakuierungsmaßnahmen betroffen sein, wenden Sie sich bitte für Fragen der Unterbringung, der Verpflegung, des Transports und ggfs. des Verbleibs Ihres Gepäcks an Ihren Reiseveranstalter oder an den griechischen Katastrophenschutz unter +30 210 368 1730, +30 210 368 1259 oder +30 210 368 135.
Wenn Sie in Not geraten, folgen Sie bitte unbedingt den Hinweisen und Anweisungen der lokalen Behörden. Außerdem sollte in Notfällen umgehend ein Notruf über 112 abgesetzt werden. ADAC Mitglieder, die in ihrem Urlaub in Not geraten und Hilfe benötigen, können sich an den ADAC Auslandsnotruf (+ 49 89 22 22 22) wenden. Weitere Kontaktmöglichkeiten zum ADAC finden Sie hier.
Den aktuellen Reisehinweis des Auswärtigen Amtes im Detail finden Sie hier.
Naturkatastrophen: Diese Rechte haben Reisende
Pauschalurlauberinnen und -urlauber können kostenlos stornieren, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe sogenannte unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Reise erheblich beeinträchtigen.
Waldbrände können solche außergewöhnlichen Umstände sein, allerdings muss die gebuchte Reise auch konkret oder zumindest mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von diesen Bränden bzw. den Folgen wie Rauch in der Luft betroffen sein. Urlauber können sich hierauf nur berufen, wenn die Reise zeitnah bevorsteht und es in eine Region gehen soll, in der die Waldbrände unmittelbar stattfinden.
Anders sieht es aus, wenn die Reise nicht in Kürze beginnt. Schließlich kann man nicht immer vorhersagen, wann Brände gelöscht sein könnten. Somit lässt sich auch nicht Wochen oder Monate vor Reisebeginn abschätzen, ob diese erheblich beeinträchtigt wird. Ein kostenloses Storno wäre dann also nicht möglich. Brennt es irgendwo anders im Land, ist dies ebenfalls kein Grund, kostenfrei zurückzutreten. Es empfiehlt sich bei nicht unmittelbar bevorstehenden Reisen, die Entwicklung der Lage im Einzelfall vor Ort weiter zu beobachten.
Hitze oder Angst vor Waldbränden kein Stornogrund
Extreme Hitze allein genügt übrigens nicht, um eine Reise kostenlos zu stornieren. Wird die Reise aus bloßer Angst oder wegen Bedenken abgesagt, muss damit gerechnet werden, dass der Veranstalter Stornokosten verlangt.
Feuer treten während des Urlaubs auf – was tun?
Treten im Pauschalurlaub die Probleme erst während der Reise auf, kann man den Vertrag unter gewissen Voraussetzungen kündigen und die Heimreise antreten. Hierzu muss aber belegt werden, dass die Reise durch außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Muss der Reiseveranstalter aufgrund der vorzeitigen Kündigung der Reisenden Leistungen nicht mehr erbringen, kann er hierfür auch keine Kosten verlangen. Außerdem muss er die Rückreise der Reisenden sicherstellen, wenn diese Teil des Reisevertrags ist. Mögliche Mehrkosten sind vom Reiseveranstalter zu tragen.
Ist die Rückreise wegen außergewöhnlicher Umstände nicht möglich und müssen Reisende länger bleiben, ist der Veranstalter verpflichtet, eine Unterkunft für einen Zeitraum von maximal drei Tagen zu bezahlen. Wer seine Reise fortführt, kann den Reisepreis gegenüber dem Reiseveranstalter mindern, wenn ein (nicht unerheblicher) Reisemangel vorliegt, etwa weil vertraglich vereinbarte Leistungen nicht erbracht werden.
Waldbrände: Das gilt für Individualreisende
Nach deutschem Recht müssen auch Individualreisende die bereits gebuchten Leistungen wie Flug und Unterkunft nicht zahlen, wenn diese nicht erbracht werden. Das kann der Fall sein, wenn die Urlaubsregion, in der sich das Hotel befindet, gesperrt ist. Ist die Unterkunft jedoch zugänglich, ohne dass Reisende sich in Gefahr begeben, sind diese auf die Kulanz des Anbieters angewiesen. Reisende bekommen auch dann ihr Geld zurück, wenn ein kostenfreies Rücktrittsrecht vertraglich vereinbart wurde.
Sicherheitshinweise zu Waldbränden finden Reisende auch beim Auswärtigen Amt.
Mit Material von dpa.