Waldbrände in Griechenland 2026: So ist die aktuelle Lage
Von Katharina Dümmer

Bei starkem Wind breiten sich in Griechenland aktuell mehrere große Wald- und Buschbrände aus. Die größten Fronten liegen rund 60 Kilometer westlich von Athen entfernt, auf Kreta hingegen bessert sich die Lage.
Update: Feuer auf Urlaubsinsel Kreta unter Kontrolle
Schwere Waldbrände auf dem Peloponnes und bei Athen
Höchste Waldbrand-Gefahrenstufe gilt für Athen und Euböa
Das raten ADAC Juristen und Juristinnen Griechenland-Reisenden
Griechenland, das im Sommer 2026 bislang weitgehend von schweren Waldbränden verschont geblieben ist, kämpft nun ebenfalls an mehreren Orten mit den Flammen. Die für die Jahreszeit typischen starken Meltemi-Winde aus Norden erhöhen die Gefahr großflächiger Feuer.
Schwere Waldbrände in Germeno am Golf von Korinth
Zuletzt wurden in den betroffenen Regionen westlich von Athen am Samstagmorgen, 1. August, vorsorglich erneut mehrere Ortschaften evakuiert. In der Bucht des Ortes Porto Germeno im Nordosten des Golfs von Korinth wurden zwölf Menschen durch die Küstenwache vom Strand aus über das Meer gerettet. Zudem verbrannten rund hundert Häuser.
Starker Wind begünstigt, dass sich die Flammen rasend schnell ausbreiten. In der Region sind 325 Feuerwehrleute sowie Freiwillige, 92 Fahrzeuge, 18 Löschflugzeuge und 7 Hubschrauber im Einsatz, wie die Feuerwehr auf der Plattform X mitteilte. Auch die Polizei ist im Dauereinsatz, um den Verkehr in der Region nahe der beliebten Halbinsel Peloponnes zu regeln. Im Norden der Peloponnes brennt es ebenfalls an zwei Fronten.
Waldbrände: Verbesserte Situation auf Kreta
Den großen Waldbrand im Süden der Urlaubsinsel Kreta hat die Feuerwehr mittlerweile im Griff. Allerdings seien weiterhin rund 220 Feuerwehrleute im Einsatz, berichtet die griechische Zeitung "Kathimerini". Wegen der starken Winde seien Löscharbeiten aus der Luft immer noch nicht möglich, gleichzeitig heizten die Windböen bestehende Glutnester an, so dass immer neue kleinere Brände aufflammten.
Hohe Waldbrandgefahr u.a. auf Kreta, Ägäisinseln, Peloponnes
Für sämtliche Brände im Land können Meteorologen bislang keine Entwarnung geben - es soll weiterhin sehr stark winden. Am Samstag, 1. August, gilt für die Region um Athen und die Südhälfte der Insel Euböa mit Stufe 5 der höchste Grad der Waldbrandgefahr. Die zweithöchste Stufe umfasst Teile Kretas, der die Halbinsel Peloponnes und Ägäisinseln wie die Kykladen und Chios sowie Lesbos in der östlichen Ägäis.
Der griechische Katastrophenschutz aktualisiert jeden Tag eine Übersichtskarte, die zeigt, in welchen Regionen welche Brandgefahr herrscht. Hier finden Sie die aktuelle Karte zu waldbrandgefährdeten Regionen in Griechenland.
Samaria-Schlucht nicht für Wandernde zugänglich
Wegen der Waldbrandgefahr ist eine der größten Touristenattraktionen auf Kreta, der Nationalpark um die Samaria-Schlucht, seit Donnerstag, 30. Juli, gesperrt. Wann sie wieder zugänglich ist, ist derzeit unbekannt.
Was die Waldbrände in Griechenland so gefährlich macht
In den Sommermonaten kommt es häufig zu Hitzewellen mit Temperaturen über 40 Grad Celsius. Aufgrund der großen Hitze entstehen immer wieder zahlreiche Busch- und Waldbrände. Vor allem die Ägäis ist bis in den Herbst hinein von Waldbränden betroffen, wenn der trockene Wind Meltemi stark aus Nord, Nordost und Nordwest bis hinunter nach Kreta weht.
Dort, wo es seit Wochen nicht geregnet hat, reichen Funken, die der Wind vorantreibt, um gewaltige Brände zu entfachen. Und: Durch wechselnde Windrichtungen können Brände sich schnell ausbreiten; bereits gelöschte Feuer können neu entfacht werden. Die Lage kann sich extrem schnell ändern.
Waldbrände in Urlaubsregionen der Türkei
Auch in der Türkei kämpfen Einsatzkräfte weiter gegen zahlreiche Wald- und Buschbrände im Süden und Westen des Landes, die durch starke Winde angefeuert werden. Betroffen sind die Regionen Mugla, Aydin, Antalya sowie Balikesir, Kütahya, Canakkale und Yalova (Stand: Freitag, 31. Juli).
Ein Großteil der Brände ist inzwischen unter Kontrolle. Darunter auch der Waldbrand in der Ferienregion Antalya und der im westtürkischen Isparta.
Laut einer Zwischenbilanz von Umweltminister Murat Kurum am Freitag kamen in Antalya, Mugla und Balikesir insgesamt 65 Gebäude zu Schaden. Wie die private Nachrichtenagentur DHA meldete, sind in Mugla rund 5.000 Hektar Wald- und Agrarfläche abgebrannt - eine Fläche halb so groß wie Paris. Um weitere Brände zu verhindern, verbieten türkische Gouverneursämter im Sommer meist, bestimmte Wälder zu betreten. Ein entsprechendes Verbot wurde bereits für die Hauptstadtregion Ankara erlassen.
Das Auswärtige Amt empfiehlt in den Waldbrandregionen: Folgen Sie den Anweisungen der lokalen Behörden/Sicherheitskräfte und informieren Sie sich über lokale Medien über die weitere Lageentwicklung!
So lassen sich Waldbrände vermeiden
Das griechische Ministerium für Bürgerschutz appelliert an alle, weiterhin aufmerksam zu sein und alles zu unterlassen, was Feuer oder Glut entzünden oder begünstigen kann.
Waldbrandgefahr: Tipps für Griechenland-Reisende
Das Auswärtige Amt hat aktuell für keine griechische Region eine Reisewarnung ausgesprochen, aber es rät zu etlichen Vorsichtsmaßnahmen:
Dort, wo es brennt, müssen Reisende mit Beeinträchtigungen der Infrastruktur rechnen. Es kann zu Straßensperren und Umleitungen kommen. Ausfälle im Bahnverkehr sind möglich.
Informieren Sie sich über die Medien, Ihr Hotel und Ihren Reiseleiter/-veranstalter über von Naturkatastrophen betroffene Gebiete und meiden Sie diese.
Alle deutschen Touristinnen und Touristen sollen auf ihrem Mobiltelefon die Option "Notfallbenachrichtigungen" (Cell Broadcast Alerts) aktivieren. Diese werden von den zuständigen griechischen Stellen regional per SMS bzw. als Push-Mitteilung in griechischer und englischer Sprache versandt. Hierüber wird man auch über eventuelle Evakuierungsmaßnahmen informiert.
Sollten Sie aktuell von Evakuierungsmaßnahmen betroffen sein, wenden Sie sich bitte für Fragen der Unterbringung, der Verpflegung, des Transports und ggfs. des Verbleibs Ihres Gepäcks an Ihren Reiseveranstalter oder an den griechischen Katastrophenschutz unter +30 210 368 1730, +30 210 368 1259 oder +30 210 368 135.
Wenn Sie in Not geraten, folgen Sie bitte unbedingt den Hinweisen und Anweisungen der lokalen Behörden. Außerdem sollte in Notfällen umgehend ein Notruf über 112 abgesetzt werden. ADAC Mitglieder, die in ihrem Urlaub in Not geraten und Hilfe benötigen, können sich an den ADAC Auslandsnotruf (+ 49 89 22 22 22) wenden. Weitere Kontaktmöglichkeiten zum ADAC finden Sie hier.
Den aktuellen Reisehinweis des Auswärtigen Amtes im Detail finden Sie hier.
Naturkatastrophen: Diese Rechte haben Reisende
Pauschalurlauberinnen und -urlauber können kostenlos stornieren, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe sogenannte unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Reise erheblich beeinträchtigen.
Waldbrände können solche außergewöhnlichen Umstände sein, allerdings muss die gebuchte Reise auch konkret oder zumindest mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von diesen Bränden bzw. den Folgen wie Rauch in der Luft betroffen sein. Urlauber können sich hierauf nur berufen, wenn die Reise zeitnah bevorsteht und es in eine Region gehen soll, in der die Waldbrände unmittelbar stattfinden.
Anders sieht es aus, wenn die Reise nicht in Kürze beginnt. Schließlich kann man nicht immer vorhersagen, wann Brände gelöscht sein könnten. Somit lässt sich auch nicht Wochen oder Monate vor Reisebeginn abschätzen, ob diese erheblich beeinträchtigt wird. Ein kostenloses Storno wäre dann also nicht möglich. Brennt es irgendwo anders im Land, ist dies ebenfalls kein Grund, kostenfrei zurückzutreten. Es empfiehlt sich bei nicht unmittelbar bevorstehenden Reisen, die Entwicklung der Lage im Einzelfall vor Ort weiter zu beobachten.
Hitze oder Angst vor Waldbränden kein Stornogrund
Extreme Hitze allein genügt übrigens nicht, um eine Reise kostenlos zu stornieren. Wird die Reise aus bloßer Angst oder wegen Bedenken abgesagt, muss damit gerechnet werden, dass der Veranstalter Stornokosten verlangt.
Feuer treten während des Urlaubs auf – was tun?
Treten im Pauschalurlaub die Probleme erst während der Reise auf, kann man den Vertrag unter gewissen Voraussetzungen kündigen und die Heimreise antreten. Hierzu muss aber belegt werden, dass die Reise durch außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Muss der Reiseveranstalter aufgrund der vorzeitigen Kündigung der Reisenden Leistungen nicht mehr erbringen, kann er hierfür auch keine Kosten verlangen. Außerdem muss er die Rückreise der Reisenden sicherstellen, wenn diese Teil des Reisevertrags ist. Mögliche Mehrkosten sind vom Reiseveranstalter zu tragen.
Ist die Rückreise wegen außergewöhnlicher Umstände nicht möglich und müssen Reisende länger bleiben, ist der Veranstalter verpflichtet, eine Unterkunft für einen Zeitraum von maximal drei Tagen zu bezahlen. Wer seine Reise fortführt, kann den Reisepreis gegenüber dem Reiseveranstalter mindern, wenn ein (nicht unerheblicher) Reisemangel vorliegt, etwa weil vertraglich vereinbarte Leistungen nicht erbracht werden.
Waldbrände: Das gilt für Individualreisende
Nach deutschem Recht müssen auch Individualreisende die bereits gebuchten Leistungen wie Flug und Unterkunft nicht zahlen, wenn diese nicht erbracht werden. Das kann der Fall sein, wenn die Urlaubsregion, in der sich das Hotel befindet, gesperrt ist. Ist die Unterkunft jedoch zugänglich, ohne dass Reisende sich in Gefahr begeben, sind diese auf die Kulanz des Anbieters angewiesen. Reisende bekommen auch dann ihr Geld zurück, wenn ein kostenfreies Rücktrittsrecht vertraglich vereinbart wurde.
Sicherheitshinweise zu Waldbränden finden Reisende auch beim Auswärtigen Amt.
Mit Material von dpa.