Italien: Venedig kassiert 2027 an noch mehr Tagen Eintritt
Von Katharina Dümmer

Seit 2024 verlangt die Lagunenstadt in der Hauptsaison Eintritt von Touristen – anfangs an 29 Tagen. Nächstes Jahr werden es 72 sein. Mehr als 10 Euro pro Tag sollen es aber auch 2027 nicht werden.
2027 mehr Bezahltage als 2026
Höhe der Eintrittsgebühr bleibt gleich
Bezahlsaison 2027 beginnt an Karfreitag
Die italienische Lagunenstadt Venedig – eines der beliebtesten Touristenziele in Europa – kostet 2027 an noch mehr Tagen Eintritt. Im nächsten Jahr müssen Kurzbesucherinnen und -besucher nach einem Beschluss des Stadtrats zwischen Karfreitag und Mitte August an insgesamt 72 Terminen bis zu 10 Euro Gebühr zahlen.
2026 waren es noch 60 Tage. Auf eine kräftige Preiserhöhung verzichteten die Stadtoberen vorerst. Zwischenzeitlich waren auch schon 30 Euro Eintritt und noch mehr im Gespräch.
Venedig 2027: 10 Euro Eintritt für Tagesausflügler
Als erste Stadt der Welt verlangt Venedig seit zwei Jahren Eintritt von Tagesbesucherinnen und -besuchern. Wer mindestens drei Tage zuvor buchte, kam dieses Jahr noch mit 5 Euro davon. Wer sich länger Zeit ließ, musste 10 Euro zahlen.
In der Regel lädt man sich dazu auf dem Portal für die Touristengebühr einen QR-Code aufs Handy. Allerdings mogeln sich viele immer noch darum herum. Dieses Jahr zahlten mehr als 650.000 Besucher, was der Stadt mehr als 5 Millionen Euro in die Kassen brachte.
Venedig: So war die Regelung bislang
Die Lagunenstadt im Norden Italiens verlangte 2026 an insgesamt 60 Tagen Eintritt. Damit ging die Regelung nach 2024 und 2025 in die dritte Saison.
Gut zu wissen: Für Kinder unter 14 Jahren wurde bislang keine Eintrittsgebühr verlangt.
Die folgenden Bereiche sind von der Zugangsgebühr befreit: das gesamte Festland, die Bereiche der Ponte della Libertà, der Piazzale Roma, der Bahnhof Santa Lucia und der direkt mit dem Piazzale Roma verbundene Bereich, der Seebahnhof, der Bahnhof San Basilio und die Isola Nova del Tronchetto sowie die Anlegestellen für große Kreuzfahrtschiffe an der Riva degli Schiavoni.
Von der Gebühr betroffen waren ausschließlich Tagestouristinnen und -touristen. Wer mindestens eine Übernachtung in Venedig gebucht hat, musste kein Ticket lösen. Allerdings wird Hotelgästen bereits seit Längerem eine Kurtaxe berechnet.
Kurtaxe ab 2027 auch teurer?
Die Lagunenstadt könnte bald auch für Touristinnen und Touristen teurer werden, die mehrere Tage bleiben. Im Rathaus wird zudem über eine höhere Kurtaxe für Hotels und Ferienwohnungen nachgedacht. Beschlossen ist aber noch nichts.
Venedig – eine der meistbesuchten Städte der Welt
Mit geschätzt etwa 15 Millionen Gästen pro Jahr gehört Venedig zu den meistbesuchten Städten der Welt. Der Massentourismus richtet aber auch erhebliche Schäden an. Heute leben im Zentrum mit seinen Hunderten Kanälen keine 50.000 festen Einwohnenden mehr. Dafür gibt es mehr als 50.000 Gästebetten. An vielen Tagen ist in den engen Gassen rund um Markusplatz und Rialtobrücke kaum noch ein Durchkommen.
Die Eintrittsgebühr bringt zwar Geld in die Kassen, die Stadt musste aber auch feststellen, dass sie ihr eigentliches Ziel, Besucherströme zu lenken, bislang verfehlt hat: Das Interesse an Venedig ist ungebrochen. Laut Schätzungen reisen jedes Jahr mehr als 25 Millionen Gäste an. Deshalb war auch ein deutlich höherer Eintritt im Gespräch. Die Entscheidung liegt allerdings nicht allein in Venedig: Auch die Regierung in Rom muss zustimmen.
Mobil in Venedig: Anreise, Nahverkehr, Sehenswürdigkeiten
Bettensteuer: Wenn Besucher extra zur Kasse gebeten werden
Mit Material von dpa.