Eintritt für Venedig: An den Wochenenden sind fünf Euro fällig

Gondolier auf dem Canal Grande in Venedig mit der Santa Maria della Salute Basilika im Hintergrund
Ein Versuch gegen Overtourism: Online-Reservierung und Eintrittsgeld in Venedig © Shutterstock/Vadym Lavra

Italien-Reisende, die einen Tagesausflug nach Venedig unternehmen wollen, müssen bis Juli an den Wochenenden Eintritt bezahlen. Dauerhaft wird die Gebühr erst 2025 eingeführt.

  • Venedig-Ticket kostet fünf Euro

  • Betroffen sind die Wochenenden bis Juli

  • Tagesbesucher erhalten bei Bezahlung QR-Code

  • Übernachtungsgäste sind von der Gebühr befreit

Venedig gehört zu den beliebtesten Reisezielen in Europa. Jedes Jahr besuchen rund 14 Millionen Touristinnen und Touristen die Lagunenstadt. Um die Urlauberströme besser lenken zu können, müssen Tagesbesucher ihren Ausflug in die Altstadt an bestimmten Tagen reservieren und eine Eintrittsgebühr bezahlen.

29 Testtage 2024, generelle Einführung 2025

Um eine reibungslose Einführung der Tagestickets zu gewährleisten, testet die Stadtverwaltung in diesem Jahr die Eintrittsgebühr an 29 Tagen. Nachdem die Gebühr im Zeitraum von Donnerstag, 25. April, bis Sonntag, 5. Mai, durchgehend erhoben würde, sind bis Mitte Juli vor allem die Wochenenden betroffen:

  • Alle Samstage und Sonntage von Samstag, 11. Mai, bis Sonntag, 14. Juli, jeweils von 8.30 Uhr bis 16 Uhr, mit Ausnahme des Wochenendes 1./2. Juni, auf das der italienische Feiertag "Tag der Republik" fällt.

Die generelle Einführung der Tagestickets ist für 2025 vorgesehen. Ursprünglich sollte die Reservierungspflicht bereits zur Sommersaison 2022 kommen, wurde jedoch wegen fehlender Genehmigungen mehrfach verschoben.

Venedig-Ticket: Was Reisende wissen müssen

Die Eintrittsgebühr betrifft nur Tagesbesucher. Das Ticket kostet pro Person fünf Euro, Kinder unter 14 Jahren sind von der Gebühr befreit.

Die Registrierung und Bezahlung erfolgt über die Internetseite Contributo di Accesso*. Diese steht auch in deutscher Sprache zur Verfügung. Der nach der Bezahlung erzeugte QR-Code ist bei einer Kontrolle vorzuweisen. Wer ohne Ticket unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld zwischen 50 und 300 Euro. Kontrolliert werden soll anfangs nur mit Stichproben. Eine Obergrenze, bei deren Erreichen die Stadt dichtgemacht wird, gibt es bisher nicht.

Von der Gebühr befreit sind Reisende, die mindestens eine gebuchte Übernachtung in der Lagunenstadt nachweisen können. In Frage kommen Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen.

WICHTIG: Auch Übernachtungsgäste müssen sich auf der oben genannten Internetseite registrieren und dabei unter anderem auch Name und Adresse der Unterkunft angeben. Den QR-Code erhalten sie dann gebührenfrei.

Übernachtungsgäste zahlen unabhängig vom Tagesticket bereits seit 2011 eine Kurtaxe. Diese ist je nach Art der Unterkunft gestaffelt und wird pro Nacht berechnet.

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Pläne: Eintritt im nächsten Jahr 10 Euro?

Die Eintrittsgebühr hält Tagestouristen offenbar nicht von einem Venedig-Besuch ab. Dies zeigt eine Bilanz der Stadtverwaltung. In der ersten Testphase vom 25. April bis 5. Mai wurden über 195.000 Tickets verkauft – mehr als die Behörden erwartet hatten. Dies entspricht Einnahmen von fast einer Million Euro.

Die Stadt Venedig überlegt bereits, die Gebühr im kommenden Jahr auf 10 Euro pro Person zu erhöhen. Einen Beschluss dazu gibt es aber noch nicht.

Die Einnahme sollen dazu verwendet werden, die Müllabgaben für die Bewohner zu senken und Umweltprojekte zu fördern. Außerdem sollen Kanäle, Straßen und Gebäude saniert werden.

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Weitere Pläne gegen Massentourismus

Ab dem 1. Juni 2024 verbietet Venedig von Reiseführern begleitete Touristengruppen mit mehr als 25 Personen. Auch dürfen bei Führungen im Stadtzentrum und den Inseln Burano, Murano und Torcello keine Lautsprecher mehr zum Einsatz kommen. Dass Reisegruppen auf Brücken oder in engen Gassen anhalten, soll künftig auch nicht mehr toleriert werden.