50 Euro Eintritt? Venedig will die Eintrittsgebühr drastisch erhöhen

• Lesezeit: 3 Min.

Von Katharina Dümmer

Feedback

In Venedig überprüfen drei Männer ob Touristen die Gebühr für Touristen bezahlt haben
Ein Versuch gegen Overtourism: Tagesgäste müssen in Venedig Eintritt bezahlen© dpa/CHROMORANGE

Italien-Reisende, die einen Tagesausflug nach Venedig unternehmen wollen, müssen an bestimmten Tagen bis zu 10 Euro Eintritt zahlen. Nun soll die Eintrittsgebühr drastisch erhöht werden.

  • Künftig bis zu 50 Euro Eintrittsgebühr pro Tag?

  • Preis für Ticket 2026: 5 bis 10 Euro pro Tag

  • Eintrittsgebühr vom 3. April bis 26. Juli

Venedig kostet auch dieses Jahr Eintritt – und das noch häufiger als in den Vorjahren. Die Maßnahme soll dazu beitragen, die negativen Auswüchse des Massentourismus in den Griff zu bekommen. Für Touristen könnte es noch dicker kommen.

Plan: Venedig-Eintrittsgebühr künftig bis zu 50 Euro

Venedigs neuer Bürgermeister Simone Venturini will den Massentourismus noch stärker bekämpfen und plant eine drastische Erhöhung der Eintrittsgebühr für Kurzbesucher. Tagesgäste sollen demnach künftig 30 bis 50 Euro hinblättern. Ob Venturini seine Pläne umsetzen kann, ist noch offen. Die Gebühr sei zwar per Gemeindeverordnung eingeführt worden, die Obergrenze jedoch durch ein nationales Gesetz festgelegt, berichten Medien. Daher muss Venturini mit der Regierung in Rom Rücksprache halten.

Venedig: So viel kostet der Eintritt 2026

Die Lagunenstadt im Norden Italiens verlangt 2026 an insgesamt 60 Tagen – vom 3. April bis 26. Juli – Eintritt, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Damit geht die Regelung nach 2024 und 2025 in die dritte Saison.

Fällig werden 10 Euro pro Tag. Nur wer frühzeitig bucht – mindestens drei Tage zuvor –, muss nur 5 Euro pro Tag zahlen. Die Gebühr wird vor allem an Wochenenden (Freitag bis Sonntag) sowie an Feiertagen wie Ostern oder Pfingsten jeweils zwischen 8.30 und 16 Uhr fällig.

Gut zu wissen: Für Kinder unter 14 Jahren wird keine Eintrittsgebühr verlangt.

Venedig: Diese Bereiche sind von der Gebühr befreit

Die folgenden Bereiche sind von der Zugangsgebühr befreit: das gesamte Festland, die Bereiche der Ponte della Libertà, Piazzale Roma, der Bahnhof Santa Lucia und der direkt mit Piazzale Roma verbundene Bereich, der Seebahnhof, der Bahnhof San Basilio und die Isola Nova del Tronchetto und die Anlegestellen für große Kreuzfahrtschiffe an der Riva degli Schiavoni.

Bezahlt wird schon vor der Ankunft online über das Portal für die Touristengebühr. Bei den Kontrollen vor Ort müssen die Tagesausflügler dann nur noch den QR-Code vorzeigen, den sie nach der Bezahlung erhalten.

Von der Gebühr betroffen sind ausschließlich Tagestouristinnen und -touristen. Wer mindestens eine Übernachtung in Venedig gebucht hat, muss kein Ticket lösen. Allerdings wird Hotelgästen bereits seit Längerem eine Kurtaxe berechnet.

Venedig: So war die Regelung 2025

In der Testphase 2025 wurde die Eintrittsgebühr an 54 Tagen zwischen Mitte April und Ende Juli fällig, jeweils zwischen 8.30 und 16 Uhr. Sie galt durchgehend zwei Wochen rund um Ostern und seither vor allem an den Wochenenden (Freitag bis Sonntag). Der Eintritt kostete pro Person 10 Euro, Kinder unter 14 Jahren waren davon befreit.

Venedig – eine der meistbesuchten Städte der Welt

Mit geschätzt etwa 15 Millionen Gästen pro Jahr gehört Venedig zu den meistbesuchten Städten der Welt. Der Massentourismus bringt viel Geld in die Kassen, richtet aber auch erhebliche Schäden an. Heute leben im Zentrum mit seinen Hunderten Kanälen keine 50.000 festen Einwohnenden mehr. Dafür gibt es mehr als 50.000 Gästebetten. An vielen Tagen ist in den engen Gassen rund um Markusplatz und Rialtobrücke kaum noch ein Durchkommen.

Urlaubstipps und Reiseinspirationen. Kostenlos vom ADAC

Venedig: Keine Gruppen ab 25 Personen mehr

Seit 1. August 2024 verbietet Venedig zudem von Reiseleitern begleitete Touristengruppen mit mehr als 25 Personen. Auch dürfen bei Führungen im Stadtzentrum und auf den Inseln Burano, Murano und Torcello keine Lautsprecher mehr zum Einsatz kommen.

Dass Reisegruppen auf Brücken oder in engen Gassen anhalten, soll künftig ebenfalls nicht mehr toleriert werden. Wer sich nicht an die Vorgaben hält, muss Medienberichten zufolge mit Strafen zwischen 25 und 500 Euro rechnen.

Mobil in Venedig: Anreise, Nahverkehr, Sehenswürdigkeiten

Bettensteuer: Wenn Besucher extra zur Kasse gebeten werden

Mit Material von dpa.