Straßensperren in Österreich: Autobahn bei Stau nicht verlassen

 Nach zwei Jahren Corona-Pause: Stau-Ausweichrouten in Tirol an den Wochenenden erneut gesperrt
Nach zwei Jahren Corona-Pause: Stau-Ausweichrouten in Tirol an den Wochenenden erneut gesperrt© dpa/Jakob Gruber

Sommer-Urlauber auf dem Weg nach Italien müssen sich auf Straßensperren in Österreich einstellen: Das Bundesland Tirol sperrt an den Wochenenden erneut die Stau-Ausweichrouten entlang wichtiger Durchgangsstrecken.

  • Ausweichrouten im Bereich Fernpass, bei Kufstein und rund um Innsbruck gesperrt

  • Sperren nur an den Wochenenden

  • Urlauber vor Ort sind nicht betroffen

Um Anwohnende an den Sommerwochenenden vor dem erwarteten starken Ferienreiseverkehr zu schützen, sperren die Behörden des österreichischen Bundeslandes Tirol Stau-Ausweichrouten entlang wichtiger Durchgangsstrecken. Dadurch soll der überregionale Reiseverkehr auch im Falle eines Staus auf den Hauptrouten gehalten werden.

Die gesperrten Strecken in Tirol

Im Bezirk Reutte (Fernpass-Route)

  • L288 Pinswanger Straße

  • L69 Reuttener Straße

  • L288-0-A1 Abfahrtsrampe Fernpassstraße nach Wiesbichl

Karte der gesperrten Strecken im Bezirk Reutte* (pdf, Tiroler Landesregierung)

Im Raum Kufstein (Inntal-Autobahn)

  • L211 Unterinntal Straße

  • L295 Buchberger Straße

  • Gemeindestraße Endach/Kufstein

Karte der gesperrten Strecken bei Kufstein* (pdf, Tiroler Landesregierung)

Im Großraum Innsbruck

  • B171a Tiroler Straße (Hall - Tulfes)

  • L11 Völser Straße

  • L13 Sellraintal Straße

  • L38 Ellbögener Straße

  • L226 Natterer Straße

  • L394 Axamer Straße

  • Gemeindestraße Nösslach (bei Gries am Brenner)

Im Stadtgebiet Innsbruck

  • L9 Igler Straße

  • L283 Bleichenweg

Karte der gesperrten Strecken rund um Innsbruck* (pdf, Tiroler Landesregierung)

An diesen Wochenenden gelten die Straßensperren

Alle Wochenenden zwischen Samstag, 9. Juli, und Sonntag, 11. September, jeweils von Samstag, 7 Uhr, bis Sonntag, 19 Uhr

ADAC Verkehrsinfo Österreich

ADAC Stauprognose für das kommende Wochenende

Überwachung durch die Polizei

Die Fahrverbote werden von den Behörden in die Navigationsgeräte eingespielt. Dadurch werden die gesperrten Strecken bei einem Stau erst gar nicht als Alternativrouten angegeben.

Zusätzlich werden die Sperren vor Ort von der Polizei überwacht. Wer sich den Anordnungen der Beamten widersetzt, muss mit hohen Geldstrafen rechnen.

Urlauber vor Ort nicht betroffen

Von den Sperren nicht betroffen sind Urlauberinnen und Reisende vor Ort. Wer seine Ferien in den genannten Regionen verbringt oder dort Freunde und Verwandte besuchen will, darf die für den Ausweichverkehr gesperrten Strecken auch weiterhin befahren.

Wichtig: Im Falle einer Kontrolle muss man dies den österreichischen Beamten gegenüber glaubhaft machen können. Hilfreich sind dabei z.B. Buchungsbestätigungen oder genaue Angaben zum Ziel der Fahrt.

Schutz der Anwohner

Die Gemeinden entlang der Fernpassroute, bei Kufstein und im Raum Innsbruck klagen seit Jahren über den zunehmenden Verkehr, der auf Autofahrer zurückzuführen ist, die dem Stau auf der Hauptstrecke ausweichen wollen. Aus diesem Grund hatte das Bundesland Tirol bereits 2019 umfangreiche Fahrverbote verhängt.

Sperre von Ausweichrouten: Forderungen auch in Bayern

Auch in Bayern mehren sich die Stimmen, die zum Schutz der Anwohnenden Verkehrseinschränkungen befürworten. Das "Bürgerforum Inntal" fordert von den Behörden, die Bundes- und Landstraßen entlang der A93 (Dreieck Inntal – Kiefersfelden) für den Lkw-Durchgangsverkehr zu sperren. Die bayerische Staatsregierung reagiert bislang zurückhaltend und will zunächst alternative Lösungsmöglichkeiten prüfen.

ADAC sieht Fahrverbote kritisch

Der ADAC tritt für einen freien und ungehinderten Reiseverkehr ein und sieht die Fahrverbote in Tirol kritisch. Auch wenn das Bundesland sehr unter der Belastung durch den Transitverkehr leide, seien die Verbote für Reisende ein Ärgernis.

Der Club empfiehlt allerdings grundsätzlich, bei Stau auf der Autobahn bzw. Hauptroute zu bleiben und nicht auf Ausweichrouten auszuweichen, denn diese sind dann auch schnell verstopft.

Dr. Norbert Prack
Dr. Norbert Prack
Redakteur
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Katharina Dümmer
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