Unwetter in Norditalien: Campingplatz evakuiert, Straßen gesperrt
Von Kati Thielitz

Schwere Unwetter sorgen in Norditalien für Verkehrsbehinderungen und Einschränkungen. Betroffen sind unter anderem die Lombardei, Ligurien und die Toskana. Was Reisende jetzt wissen müssen.
Urlauber von Campingplatz in der Lombardei evakuiert
Parks in Mailand und Florenz geschlossen
Weitere Gewitter in Norditalien erwartet
Nach heftigen Gewittern und Starkregen ist die Lage in Norditalien angespannt. Erdrutsche und Überschwemmungen haben Straßen unpassierbar gemacht, den Bahnverkehr gestört und mehrere Orte vorübergehend von der Außenwelt abgeschnitten. In der Lombardei wurde ein Campingplatz evakuiert. Für Teile Nord- und Mittelitaliens gelten auch am Freitag, 21. August, weiterhin Unwetterwarnungen.
Lombardei: 250 Urlauber von Campingplatz evakuiert
Besonders betroffen war die Lombardei. Im Bergdorf Isola di Fondra im Brembana-Tal in der Provinz Bergamo wurden rund 250 Menschen – Urlauber und Mitarbeitende – vorsorglich von einem Campingplatz evakuiert. Der nahegelegene Fluss Brembo war am Donnerstagabend, 20. August, stark angeschwollen; zudem ging unweit des Dorfs ein Erdrutsch nieder.
Die bei Reisenden bekannten Berggemeinden Foppolo, Branzi, Carona, Valleve, Valbondione und Gandellino oberhalb von Isola di Fondra sind auch am Freitag, 21. August, von der Außenwelt abgeschnitten. Erdrutsche und Überschwemmungen haben Straßen unpassierbar gemacht. Einsatzkräfte arbeiten mit Hochdruck daran, die Zufahrten wiederherzustellen. Mehr als 200 Tagesausflügler sitzen fest.
Südtirol: Wanderer gerettet
Im Gadertal in Südtirol verschüttete am Donnerstag, 20. August, eine Mure die Zufahrtsstraße zur beliebten Capanna-Alpina-Hütte auf 1700 Metern Höhe. Einsatzkräfte rückten aus, um rund 150 Wanderer und Bergsteiger in Sicherheit zu bringen. Sechs weitere Personen, die sich weiter oben im Geländer aufhielten, wurden mit dem Hubschrauber ausgeflogen.
Straßen gesperrt, Bahnverkehr beeinträchtigt
Am Comer See war die wichtige Uferstraße SS340 Regina zeitweise gesperrt, ist mittlerweile aber wieder freigegeben. Schwieriger ist die Lage in den Alpenregionen der Lombardei. In der Valcamonica führten Erdrutsche und ein Brückeneinsturz zu schweren Verkehrsproblemen. Zudem war der Bahnverkehr in der Region zeitweise betroffen.
Auch in den Alpenregionen der Provinzen Bergamo und Brescia ist der Verkehr beeinträchtigt. In Ligurien kam es nahe des beliebten Küstenorts Portofino zu einem Erdrutsch auf der Zufahrtsstraße. Urlauberinnen und Urlauber sollten mit Behinderungen bei der Anreise nach Portofino sowie naheliegenden Küstenorten rechnen. Zudem kam es auf der Bahnstrecke zwischen Genua und Ventimiglia zu Unterbrechungen und Verspätungen.
Aktuelle Verkehrsinfos zu Italien und Infos zu Straßensperren gibt es auf der Internetseite autostrade.it .
Infos über mögliche Ausfälle und Verspätungen im Zugverkehr gibt es bei der italienischen Trenitalia.
Am Flughafen Genua kam es wetterbedingt zu Umleitungen einzelner Flüge. Flugreisende sollten vor Abflug den aktuellen Status ihrer Verbindung prüfen.
Parks in Mailand und Florenz geschlossen
Wegen der Unwettergefahr bleiben in Mailand am Freitag städtische Parks geschlossen. Betroffen sind auch Einrichtungen innerhalb der Grünanlagen, darunter das Planetarium. Die Stadtverwaltung warnt davor, sich während der Unwetter in Grünanlagen oder unter Bäumen aufzuhalten.
Auch in Florenz, der Hauptstadt der Region Toskana, wurden zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen angeordnet: Städtische Parks und Grünanlagen sowie die Uferradwege entlang des Arno bleiben am Freitag, 21. August, bis mindestens 18 Uhr geschlossen. Der bei Urlaubern beliebte Boboli-Garten hinter dem Palazzo Pitti ist wetterbedingt ebenfalls gesperrt.
ADAC Auslandsnotruf: +49 89 22 22 22. Hier erreichen Sie immer ADAC Mitarbeiter, die Hilfe vermitteln – in der Auslandsnotrufstation vor Ort oder in der Zentrale.
Weitere Unwetterwarnungen für beliebte Urlaubsregionen
Für den 21. August gelten in Italien weiterhin gelbe und orangefarbene Unwetterwarnungen. Besonders für Norditalien warnen die Behörden vor starken Gewittern, Starkregen und Sturmböen. Das Auswärtige Amt empfiehlt unter anderem, bei aufziehenden Unwettern Gebäude aufzusuchen und bei Starkregen Unterführungen und Keller zu meiden. Detailinformationen und Wettervorhersagen sind beim italienischen Zivilschutz und beim italienischen Wetterdienst erhältlich.