Die Top-14-Sehenswürdigkeiten in Mailand

die Piazza del Duomo in Mailand
Mailands Dom Santa Maria Nascente, links der Eingang zur Galleria Vittorio Emanuele II© iStock.com/JaCZhou

Vom riesigen Dom mit seiner Aussichtsterrasse bis zur ökologischen Architektur eines bewaldeten Hochhauses: Die Modemetropole Mailand ist immer für Überraschungen gut.

  • Am Dom wurde über fünf Jahrhunderte lang gebaut

  • Revolutionär war 1497 Leonardo da Vincis "Abendmahl"

  • In der Scala wirken Opernstars

Inhaltsverzeichnis

Mailands wichtigste Highlights in einer Karte

In dieser Karte können Sie die Sehenswürdigkeiten anklicken und kommen so zu weiteren Informationen.

Mailänder Dom – Höhepunkt der Piazza del Duomo

Das aufwendig gearbeitete Dach des Mailänder Doms mit vielen Türmen, Verzierungen, Bögen und Statuen im gotischen Baustil
Aussicht auf die Piazza del Duomo vom Dach des Mailänder Doms© Shutterstock/leventina

Der Dom dominiert die weite Piazza del Duomo, gehört er doch mit 108,5 Metern Höhe, 158 Metern Länge und 93 Metern Breite zu den größten Kirchen der Welt. Die filigran gegliederte Fassade mit ihren Giebeln und Türmchen begeistert durch den schieren Überfluss der Formen. Von 1386 bis 1932 zog sich der Bau hin. In den Innenraum der fünfschiffigen Basilika fällt durch farbige Glasfenster gedämpftes Licht. Im nördlichen Querschiff ragt der siebenarmige Trivulzio-Leuchter fünf Meter hoch auf. Zum Domschatz in der Krypta zählen Elfenbeinschnitzereien, Silber- und Goldarbeiten.

Ein besonderes Erlebnis ist der Besuch der Dachterrasse, zu der ein Lift und eine Treppe hinaufführen. Zunächst spaziert man am Rand des Daches entlang, vorbei an Türmchen und Skulpturen. Über der zentralen und höchsten Turmspitze thront die über vier Meter hohe Madonnina, Symbol der Stadt, die zuletzt 2012 mit 6750 Blättern des Edelmetalls neu vergoldet wurde. Dann schlendert man über die Dachlandschaft des Langhauses und genießt fantastische Ausblicke auf Mailand.

Galleria Vittorio Emanuele II – königliche Passage

Die Schaufenster der PRADA Boutique in der Galleria Vittorio Emanuele II
Wo alles begann: Stammhaus von Prada in der Galleria Vittorio Emanuele II© Shutterstock/Kyryk Ivan

Mailands berühmteste Einkaufspassage, die Galleria Vittorio Emanuele II, hat Eingänge wie Triumphbögen und im Inneren Designerläden, Cafés, Restaurants, ein Hotel und Bars – darunter Camparino des Hauses Campari. Die mit Tonnengewölben und einer Kuppel aus Glas und Stahl überdachte Galerie wurde auf kreuzförmigem Grundriss nach der italienischen Einigung 1861 von der Stadt Mailand als Symbolbau der Moderne errichtet. Ausgestattet ist sie wie eine Kathedrale mit ornamentalen Fußbodenmosaiken, viel Stuck, Marmor und Fresken.

In der Galleria eröffneten 1913 die Gebrüder Prada ein Geschäft für exklusive, aber eher biedere Lederwaren wie Handschuhe und Taschen. Knapp 110 Jahre später trägt nicht nur im gleichnamigen Film der Teufel Prada, sondern die ganze Welt bzw. der Teil, der es sich leisten kann, in den 612 Boutiquen des Konzerns einzukaufen.

Das Beste von Mailand in einer Bildergalerie

Peck – Paradies für Gourmets in Mailand

Die Auslage mit großen Käserollen des Feinkostladen Peck in der Via Spadari, Mailand
Mit Delikatessen wie altem Parmesan ist das Feinkosthaus Peck bestens bestückt© Shutterstock/BalazsSebok

Wer in München Dallmayr mag und in London die Food Halls bei Harrods, wird Peck lieben. Gegründet wurde das Delikatessenhaus 1883 vom Prager Franz Peck, der Schinken und Räucherwurst anbot und seinen Vornamen bald zu "Francesco" italianisierte. In der Via Spadari, unweit des Doms, ist die Auswahl an hausgemachten Fleischwaren, Parmaschinken, Bresaola und Culatello riesig. Aus der Showküche kommen handwerklich hergestellte Pasta und Gelato, bei vielen Lebensmitteln wie etwa Käse arbeitet Peck seit Jahrzehnten mit denselben Lieferanten zusammen.

Im Weinkeller lassen 3000 Weine und Spirituosen keine Wünsche offen. Und wer keine Lust hat zu kochen, lässt sich in einem der drei Restaurants des Hauses Mailänder Traditionsgerichte wie Safran-Risotto und Osso Buco schmecken.

Via Monte Napoleone – Mode vom Feinsten

Der Fashion Store Alberta Ferretti auf Via Montenapoleone
Alle großen italienischen Modelabels sind in der Via Monte Napoleone vertreten© Shutterstock/Mate Karoly

Das Viereck, das von Via Sant'Andrea, Via della Spiga, Via Manzoni und im Südwesten von der Via Monte Napoleone begrenzt wird, bezeichnen Insider als golden, als Quadrilatero d'Oro. Hier sind alle italienischen Modelabels mit Flagshipstores vertreten, von A wie Armani über Bottega Veneta, Ferretti und Missoni bis Z wie Zegna. Das zog natürlich auch die internationale Konkurrenz mit Showrooms von Hermès, Ralph Lauren und Stella McCartney an.

Außerdem sind internationale Juweliere, Schuh- und Antiquitätengeschäfte seit dem Zweiten Weltkrieg in die neoklassizistischen Paläste an der knapp einen halben Kilometer langen Via Monte Napoleone eingezogen, in denen die Mailänder Aristokratie residierte. Erholung vom Shopping bietet die Pasticceria Cova von 1817, eines der ältesten Kaffeehäuser des Landes, mit Törtchen, Cupcakes und Sandwiches.

Teatro alla Scala – Opernhaus von Weltruf

Innenaufnahme des Hauptkonzertsaals des Teatro alla Scala Opern und Balletttheaters in Mailand
Den Ruf der Scala begründen Opernstars von Rossini bis Netrebko© Shutterstock/posztos

Die 1778 mit der Oper L'Europa riconosciuta eröffnete Scala bietet hinter ihrer klassizistischen Fassade Platz für 2030 Zuschauer. Hier wirkten und wirken die weltweit größten Namen des Musiktheaters, beginnend mit den Komponisten Gioachino Rossini und Giuseppe Verdi über Dirigenten wie Arturo Toscanini und Daniel Barenboim bis zu Diven wie Maria Callas und Anna Netrebko. 2002 eröffnete das Teatro degli Arcimboldi im ehemaligen Industriekomplex von Pirelli-Bicocca als zweite Spielstätte.

Die 2004 vollendete Restaurierung des Stammhauses verantwortete Architekt Mario Botta. Dabei wurden Akustik und Bühnentechnik auf den neuesten Stand gebracht, der Stil der ursprünglichen Inneneinrichtung aber weitgehend erhalten. Das Theatermuseum erinnert an Künstlerinnen, Komponisten und Tänzer, die hier arbeiteten. Wer kein Ticket für eine Aufführung bekommt – die beste Sicht und Akustik soll es in den Logen 19 geben – kann sich mit einer geführten Tour trösten, die auch in die Werkstätten für Bühnenbilder und Kostüme führt.

Pinacoteca di Brera – Gemälde im Brera-Viertel

Besucher sitzen auf Stühlen vor Gemälden in der Pinacoteca di Brera Art Galerie in Mailand
In der Pinacoteca di Brera hängen einige der größten Werke italienischer Malerei© Shutterstock/KrimKate

Eine der wichtigsten Galerien Italiens teilt sich ihren Standort im barocken Palazzo di Brera mit der Mailänder Kunstakademie. Schwerpunkte der Pinacoteca di Brera sind italienische Malerei der Renaissance und des Barock. Vertreten sind u.a. Raffael, Tizian, Mantegna, Bellioni und Tintoretto, außerdem niederländische Künstler wie Rembrandt, Rubens und van Dyck. Dazu kommen Futuristen wie Umberto Boccioni, der mit dem Gemälde "Die Stadt erhebt sich" präsent ist. Weitere Meisterwerke sind das "Abendmahl in Emmaus" von Caravaggio und das Porträt "Enfant gras" von Amedeo Modigliani.

Kunstfreunde und Studierende beleben das traditionelle Künstlerquartier Brera zwischen der Via Madonnina und der Via Fiori Chiari. Eine großzügige Fußgängerzone voller Restaurants, Bars, Eisdielen, Mode-, Antiquitäten- und Designläden lockt auch viele Mailänder aus anderen Stadtteilen an.

Castello Sforzesco – Festung im Parco Sempione

Eine Luftaufnahme des Castello Sforzesco, der Residenz der Herzöge von Mailand der Sforza-Dynastie
Im Castello Sforzesco in Mailand residierten die Adelsfamilien Visconti und Sforza© Shutterstock/Andrea Berg

Über dem Haupteingang zu Mailands Kastell ragt die 70 Meter hohe Torre del Filarete auf, dekoriert mit den Wappen der mächtigen Familie Sforza. Diese und die Adelsfamilie Visconti sammelten Kunstschätze an, die in mehreren Museen ausgestellt sind. Das Museo d'Arte Antica zeigt Skulpturen von der Antike bis zur Renaissance, darunter den in der Schlacht von Ravenna gefallenen Kreuzritter Gaston de Foix.

Die Pinakothek versammelt italienische Meister wie Mantegna, Tizian und Lotto, Letzteren mit dem Bildnis eines jungen Mannes, der eine Gedichtsammlung von Pertrarch hält. Von Leonardo da Vinci stammen die Deckenfresken in der Sala delle Asse in der Torre Falconiera. Dem letzten Werk Michelangelos, der unvollendeten Pietà Rondanini aus den Jahren 1553 bis 1564, ist ein eigener Saal gewidmet.

Im Nordwesten schließt an das Kastell der Parco Sempione an. Da Mailand nicht sehr viele Grünanlagen hat, ist er zum Spazieren, Luftholen und Entspannen sehr populär. Mehrere Kioske bieten Erfrischungen an. Giorgio de Chiricos surrealistischer Brunnen I Bagni Misteriosi wirkt mit den Figuren zweier Schwimmer, einem Schwan, einem Sprungbrett und einem Fisch auf dem Rasen daneben tatsächlich etwas mysteriös.

Santa Maria delle Grazie – Leonardos Abendmahl

Das letzte Abendmal von Leonardo da Vinci in der Santa Maria delle Grazie Kirche in Mailand
Leonardo da Vincis Meisterwerk "Das letzte Abendmahl" im Kloster Santa Maria delle Grazie© Shutterstock/Yuri Turkov

In das Dominikanerkloster kommen die Besucher meist gezielt, um im Refektorium Leonardo da Vincis "Das letzte Abendmahl" zu bewundern, an dem er 1494 bis 1497 arbeitete. Mit dem vier mal neun Meter großen Wandgemälde, dem "Cenacolo", schuf er einen Meilenstein der Renaissance: Er gab die perspektivische Tiefe des Raumes korrekt wieder, ließ das Licht von links einfallen und Jesus sowie die Jünger in das Refektorium blicken. Der Apostel Thaddäus fährt nach Jesus’ Verkündung: "Einer von euch wird mich verraten" bestürzt zurück, Bartolomäus ganz links am Tisch ist wütend aufgesprungen, Philippus beteuert seine Unschuld.

Weniger Beachtung findet meist Giovanni Donato Montorfanos Fresko "Kreuzigung Christi mit Stiftern" gegenüber Leonardos Abendmahl an der Südwand des Refektoriums. Da aus konservatorischen Gründen Besucherzahlen und Aufenthaltsdauer im Refektorium begrenzt sind, ist die frühzeitige Buchung eines Tickets notwendig.

Eine Brücke über den Naviglio Grande im Abendlicht in Mailand
Der Naviglio Grande ist ein letzter Rest des einst großen mailändischen Kanalsystems© Shutterstock/ventdusud

Aus den Alpen wurde der Marmor für den Bau des Mailänder Doms auf Kanälen, den Navigli, herbeigeschafft, die sich bis zur Adria erstrecken. Am Bau der Schleusen war kein Geringerer als Leonardo da Vinci beteiligt, dessen Erfindungen und Modelle das Museo nazionale della scienza e della tecnologia Leonardo da Vinci präsentiert.

Das Arbeiter- und Handwerkerquartier um den Naviglio Grande und den Naviglio Pavese ist heute ein Vergnügungsviertel mit Restaurants, Bars, Künstlerateliers und originellen Läden. Auf umgebauten Frachtkähnen am Ufer sind Restaurants eingerichtet. Ab dem frühen Abend treffen sich hier Freunde und Familien zum Aperitivo. Bis tief in den Abend hinein wird flaniert, gespeist und getrunken. Im Sommer finden Freiluftkonzerte statt. Wer Bewegung braucht, kann sich auf dem etwa 25 Kilometer langen Radweg austoben, der entlang des Kanals aus der Stadt nach Westen über Gaggiano bis Abbiategrasso führt.

Armani / Silos – geniale Mode

Modemuseum Armani Milos in Mailand
In den Armani / Silos lenkt nichts von den Modeklassikern des Designers ab© mauritius images/Riccardo Sala

Um seine damals bereits 40 Jahre andauernde Karriere zu dokumentieren, eröffnete Giorgio Armani 2015 diese Ausstellungsräume für seine Kreationen. Da für den Designer Mode genauso wichtig ist wie Nahrung, behielt er die Bezeichnung Silos für das ehemalige Getreidelager bei. Auch die Einfachheit, geometrische Struktur und puristische Schmucklosigkeit der Architektur korrespondiert mit der ästhetischen Philosophie Armanis. Angesiedelt ist das Museum im Komplex der Armani Sp.A., zwischen deren Büros, Atelier und dem Armani Theater, in dem Modeschauen stattfinden.

Die ausgestellten Modelle wurden von Armani selbst ausgewählt. Sie vereinen edelste Materialien, ungewöhnliche Kombinationen und hauchzarte Stoffe, in aufwendiger Handarbeit gestaltet. Kundinnen sind u.a. Nicole Kidman und Jodie Foster. Gezeigt werden ca. 400 Outfits und ca. 200 Accessoires wie Taschen, Schuhe und Schmuck. Auf vier Etagen sind sie auf die Abteilungen Alltagsmode, Exotik, Farbe und Licht verteilt. Ein Outfit der Kollektion Armani Privé, individuell für eine Person designt, kostet bis zu 80.000 Euro. Ergänzend finden Ausstellungen etwa zur Modefotografie statt.

Museo delle Culture – das Völkerkundemuseum

Außenansicht des geschwungenen Gebäudes des Museums der Kulturen in Mailand
Das futuristische Gebäude des Museo delle Culture in Mailand© Fabrizio Stipari

In dem Komplex aus recycelten Fahrzeugindustrie-Gebäuden und einem zentralen Neubau des Architekten David Chipperfield sind die völkerkundlichen und anthropologischen Sammlungen der Stadt Mailand versammelt. Im Erdgeschoss des MUDEC, dem umgebauten quaderförmigen alten Baubestand, liegen Bibliothek, Restaurierungswerkstätten und museumspädagogische Bereiche für Kinder und Jugendliche. Das wellenförmige Obergeschoss enthält die ständige Sammlung und Sonderausstellungsräume. Nur von innen zeigen sich hier die vorhangartigen kurvenden Glasflächen rund um das große zentrale Atrium.

Rund 7000 Exponate aus aller Welt sind nicht nach ihrer geografischen Herkunft angeordnet, sondern spiegeln die Geschichte der Sammlung in sechs Sektionen. Darunter sind die Nachbildung einer barocken Wunderkammer und ein Saal mit von Missionaren und Forschern zusammengetragenen Objekten. Eine weitere Sektion zeigt vor dem Hintergrund des traditionellen Mailänder Seidenhandels kostbare Textilien aus dem Fernen Osten und präkolumbische Webwaren aus Amerika.

Fondazione Prada – Museum zeitgenössischer Kunst

Das von Rem Koolhaas entworfene Haunted House, das mit einer Goldschicht bedeckt ist, es ist Teil der Fondazione Prada in Mailand
Goldig: Das "Geisterhaus" in der Fondazione Prada ist mit Edelmetall überzogen© Shutterstock/Naeblys

Kunst und Kultur der Gegenwart präsentiert auf 12.000 Quadratmetern die von Miuccia Prada 1993 gegründete Stiftung. Seit 2015 residiert sie südöstlich des Zentrums in den Gebäuden einer ehemaligen Destillerie, die Architekt Rem Kolhaas um drei Neubauten namens Podium, Cinema und Torre erweiterte. Durch seine Verkleidung aus 24-Karat-Goldfolie ist das vierstöckige "Geisterhaus" ein Hingucker, hier und in der Torre wird ein Teil der Sammlung permanent ausgestellt.

Vertreten sind unter anderem Damien Hirst, Barnett Newman und Walter de Maria. Dazu kamen seit 1993 über 30 temporäre Ausstellungen und 24 Solo-Shows zum Beispiel von Louise Bourgeois, Dan Flavin und Laurie Anderson. In der 60 Meter hohen Torre (Turm) aus weißem Beton und Glas sind die neun Etagen bis zu acht Meter hoch – genug Platz auch für großformatige Installationen.

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Mit der Bar Luce erfüllte sich Regisseur Wes Anderson einen Jugendtraum. In Design und Ambiente griff er auf typische Mailänder Café-Interieurs zurück. Mobiliar, Jukebox und Flipper-Automat bilden den Chic italienischer Popkultur der 1950er-/60er-Jahre ab, die Wanddekorationen und das Glasdach erinnern an die Galleria Vittorio Emanuele II.

Bar Basso – auf einen Negroni Sbagliato

Ein Bar Keeper kreiert in der Bar Brasso in Mailand zwei Cocktails
Für Durstgeplagte ist die Bar Basso eine erstklassige Adresse© dpa/Ropi/Piaggesi

Erfunden wurde der Cocktail 1919 im florentinischen Café Casoni, als dem Stammgast Graf Negroni sein Americano zu leicht erschien und der Barkeeper das Sodawasser durch Gin ersetzte. Der Drink wurde sehr schnell populär. 1972 dann mixte ein Keeper in der Mailänder Bar Basso aus Versehen Schaumwein statt Gin in den Negroni – was zwar das Adjektiv "sbagliato" (falsch) erhielt, aber auch sehr gut ankam.

Die traditionelle Bar Basso war 1947 die erste der Stadt, die der Nachbarschaft Aperitifs anbot. Bis dato waren sie nur in den exklusiven Bars von Luxushotels verfügbar. Heute sind auf der Karte 500 Drinks gelistet, und es kommen manchmal neue dazu, etwa der "Mangia e Bevi" – Essen und Trinken – mit Haselnuss-Eiscreme. Zwischen den Getränken hilft Barfood wie ein Club Sandwich oder Gnocchi, die Wirkung des Alkohols abzumildern. Das weiß nicht nur die Nachbarschaft, sondern auch die Mailänder Design- und Modeszene zu schätzen.

Bosco Verticale – Hochhäuser voller Bäume

Bosco Verticale ein ökologisches Hochhaus in Mailand mit verikaler Bepflanzung
Kleine grüne Lunge: Bosco Verticale© Shutterstock/MC MediaStudio

Nahe des Bahnhofs Porta Garibaldi ragen seit 2014 zwei begrünte Türme auf. Der Architekt Stefano Boeri führte seine Idee des Bosco Verticale, des vertikalen Waldes, auf Italo Calvinos Buch "Der Baron auf den Bäumen" von 1957 zurück. Es gibt aber auch reale Vorbilder wie die Torre Guinigi in Lucca, ein mittelalterlicher Geschlechterturm, den sieben Steineichen bekrönen. Die 110 bzw. 80 Meter hohen Wohnhochhäuser sind mit zahlreichen Terrassen und Balkonen versehen, auf denen 90 Nadel- und Laubbaumarten sowie 15.000 Sträucher und Blühpflanzen gedeihen.

Botaniker ordneten die Flora dekorativ an und bezogen auch das Spiel der Farben im Laufe der Jahreszeiten ins Kalkül ein. Gärtner, die sich per Kran an den Türmen abseilen, pflegen den Wald in der Senkrechten. Er absorbiert jährlich 30 Tonnen Kohlendioxid, wovon auch die ansonsten wenig begrünte Umgebung profitiert. In den Türmen zu wohnen kann sich allerdings ein Normalverdiener kaum leisten.