Sehenswürdigkeiten in Florenz: Die besten Tipps

Florentiner Perspektiven: Ausblick auf die Kathedrale Santa Maria del Fiore
Florentiner Perspektiven: Ausblick auf die Kathedrale Santa Maria del Fiore© Shutterstock/Triff

Uffizien, Santa Croce, Santa Maria del Fiore: Welche Sehenswürdigkeiten Sie in Florenz unbedingt gesehen haben sollten. Mit Karte.

  • Auf den Spuren der Medici

  • Botticelli, Michelangelo, Leonardo da Vinci: Stadt der Kunststars

  • Florenz mit Kindern: Das beste Eis der Stadt

Florenz, Hauptstadt der Toskana und vielbesungene Wiege der Renaissance, gleicht einem großen Freilichtmuseum. An jeder Ecke gibt es in der Metropole am Arno etwas zu entdecken. Das sind die wichtigsten Tipps für einen unvergesslichen Aufenthalt.

Karte: Florenz auf einen Blick

Santa Maria del Fiore: Meisterwerk der Renaissance

Die Kuppel der Kathedrale Santa Maria del Fiore in Florenz ist das Hauptwerk Brunelleschis © iStock.com/SerrNovik

Die mit weißem, grünem und rotem Marmor verkleidete Kathedrale Santa Maria del Fiore ist das Wahrzeichen von Florenz. Wie ein gigantischer Fesselballon steht ihre Kuppel über den Ziegeldächern der Stadt. Von Renaissance-Baumeister Filippo Brunelleschi stammt die 114 Meter hohe Konstruktion, die mit einem Durchmesser von 42 mal 45 Metern bis heute die größte Kuppel der Welt ist. Ein Meisterwerk der Statik: achteckige Ringe, die jeweils in sich geschlossen und dadurch stabil sind, machen die steile Wölbung möglich.

Zwischen 1418 und 1436 trieb Brunelleschi höchstpersönlich die Arbeiter an, die ungesichert mit Ziegeln und Mörtel hantierten mussten. Innen ist die Kuppel mit den Fresken des Renaissance-Künstlers Giorgio Vasari farbenprächtig ausgemalt. Schon deshalb ist der Aufstieg auf die Aussichtsplattform ein Muss. Wer die 463 Stufen erklommen hat, kann darüber hinaus ein fabelhaftes Florenz-Panorama genießen.

Zum Dom gehören außerdem der Glockenturm von Giotto, Dommuseum, Krypta und das Baptisterium. Weltbekannt sind die Bronzereliefs der Paradiestür von Lorenzo Ghiberti am Ostportal. Die Kathedrale gehört wie die gesamte Altstadt von Florenz zum Unesco-Welterbe.

Uffizien: Höhepunkte der Malerei

Sandro Botticellis "Geburt der Venus" in den Uffizien in Florenz © Shutterstock/canbedone

Italiens wichtigste Gemäldesammlung heißt deshalb Uffizien, weil der Bau ursprünglich als Büro (italienisch uffizio) geplant war. Der Florentiner Stadtfürst Cosimo de' Medici ließ für seine Beamten Mitte des 15. Jahrhunderts von Giorgio Vasari einen Verwaltungskomplex errichten. Später nutzten die Medici die Räumlichkeiten für ihre private Bildersammlung. 1789 öffnete die Uffizien-Galerie dann für die Öffentlichkeit.

In den fast 90 Sälen werden Kunstschätze der Renaissance präsentiert: Höhepunkt ist der Botticelli-Saal mit dem "Frühling" und der "Geburt der Venus". Weitere Meilensteine italienischer Kunst sind Leonardo da Vincis "Verkündigung" und der reich verzierte gotische Altar mit der "Krönung der Jungfrau" von Lorenzo Monaco. Zudem sind Werke der wichtigsten flämischen und niederländischen Maler des 16. und 17. Jahrhunderts zu sehen. Nicht verpassen: das Dach-Café, schon wegen seines fantastischen Ausblicks.

Palazzo Pitti: Zu Besuch bei den Medicis

Der Palazzo Pitti, einst in Besitz der Medici, beherbergt heute unter anderem ein Kostümmuseum © imago images/sepp spiegl

Die mächtige Medici-Familie hatte mehrere Herrschaftssitze. Der Palazzo Pitti ist der monumentalste – selbst der französische Kaiser Napoleon Bonaparte war beeindruckt und nutzte den Palast während seiner Herrschaftszeit über Italien als privaten Wohnsitz. Der von außen eher nüchtern wirkende Renaissance-Komplex beherbergt mehrere interessante Museen, darunter die Galleria Palatina mit Werken von Tizian, Raffael und Rubens.

Das Silbermuseum wird auch "Schatzkammer der Medici" genannt. Schmuck, Elfenbein, Edelstein – eine funkelnde Pracht. Als eines der bestbestückten Sammlungen in Europa gilt das Porzellan-Museum. Und auch die Kostümgalerie ist sehenswert. 6000 Exponate an Kleidung und modischen Accessoires veranschaulichen Kostümgeschichte vom 18. bis ins 20. Jahrhundert. Besichtigen kann man außerdem die prachtvollen Gemächer der Medici.

Boboli-Garten: Lauben und Alleen

Der Boboli-Garten am Palazzo Pitti gehört zu den sehenswertesten Parks Europas © Shutterstock/WotadinStudios

Auch wenn der Glanz von einst etwas verblasst ist, zählt der Boboli-Garten am Palazzo Pitti noch immer zu den sehenswertesten Stadtparks Europas. Romantische Grotten, schattige Alleen, versteckte Lauben, ein See und Hunderte von Marmorstatuen – das alles verteilt auf eine Fläche von 45.000 Quadratmetern. Es gibt sogar ein Amphitheater. Dort sollen die ersten Opernaufführungen der Geschichte stattgefunden haben. Zudem bietet der Garten hübsche Ausblicke auf Florenz.

Palazzo Vecchio: Wo die Medici regierten

Opulent: Der Salone dei Cinquecento (auch Sala dei Cinquecento) im Palazzo Vecchio in Florenz © Shutterstock/Ivan Kurmyshov

Regierungspalast der Medici war der Palazzo Vecchio, dessen Bau 1314 vollendet wurde. Heute ist diese bedeutende Florenz-Sehenswürdigkeit an der Piazza della Signoria der Sitz des Stadtparlaments. Der riesige Palast mit dem knapp 100 Meter großen Arnolfo-Glockenturm ist eine Besichtigung wert, allen voran die Sala dei Cinquecento. Der Saal im venezianischen Stil – 54 Meter lang, 22 Meter breit, 17 Meter hoch – erzählt viel über die Macht und die prunkvolle Regentschaft der Medici.

Auch die Piazza della Signoria lohnt sich nicht nur wegen der weltberühmten Statue von Michelangelos David. Der Platz gehört zu den schönsten in ganz Italien. Der fast vier Meter hohe David ist zwar nur eine Kopie. Aber Michelangelo hat ihn genau an dieser Stelle geschaffen. Wie es heißt, soll er im Jahr 1504 bevorzugt nachts gemeißelt haben. Beliebte Fotomotive sind auch der prächtige Neptunbrunnen von Bartolomeo Ammanati und die Judith-und-Holofernes-Skulptur von Donatello. Noch mehr Statuen aus der römischen und griechischen Mythologie stehen in der Loggia dei Lanzi.

Galleria dell’Accademia: Hommage an Michelangelo

Michelangelos "David" in der Galleria dell'Accademia in Florenz © Shutterstock/PrakichTreetasayuth

Wer Michelangelos David im Original sehen möchte, muss die Galleria dell’Accademia besuchen. Dort sind maßgebliche Werke Michelangelos zu bewundern. Ausgestellt sind aber auch andere wichtige Meister Italiens wie Sandro Botticelli und Andrea del Sarto. Kurios: Das Gebäude, in dem sich die Galerie befindet, gehörte einst zu einem Krankenhaus. Großherzog Peter Leopold ließ dort Ende des 18. Jahrhunderts die Galeria dell’Accademia einrichten.

Santa Croce: Schmuckstück der Franziskaner

Santa Croce wird wegen der Grabmäler berühmter Persönlichkeiten wie Galileo Galilei auch als "Pantheon von Florenz" bezeichnet © Shutterstock/canadastock

Der Legende nach soll im 13. Jahrhundert der Heilige Franz von Assisi den ersten Stein für den Bau der Basilika Santa Croce gelegt haben. Die gotische Franziskanerkirche, übrigens die größte der Welt, ist ein besonderes Schmuckstück in der an Prachtbauten ohnehin überreichen Florentiner Innenstadt. In ihrem gewaltigen Innenraum liegen an den Wänden der Seitenschiffe die Grabmäler von Galileo Galilei, Machiavelli, Michelangelo und anderen Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Ein leeres Grab, ein sogenanntes Kenotaph, ist dem Dichter Dante Alighieri gewidmet.

Fast 300 Grabplatten aus dem 14. bis 19. Jahrhundert sind in den Fußboden der Kirche eingelassen. Darum wird Santa Croce auch als "Pantheon von Florenz" bezeichnet. Herrliche Fresken von Giotto und Taddeo Gaddi schmücken die Wände des Gotteshauses. Ein Meisterwerk ist auch das Kruzifix von Donatello von 1425.

Palazzo Strozzi: Moderne Kunst in noblen Mauern

Im Palazzo Strozzi finden heutzutage wechselnde Kunstausstellungen statt © Shutterstock/JJFarq

Der reiche Bankier Filippo Strozzi wollte im 15. Jahrhundert mit seinem Palast die Bauten der Medici übertrumpfen. Das ist ihm gelungen, was der Palazzo Strozzi in der Altstadt eindrucksvoll beweist. Das Meisterwerk der Renaissance-Architektur ist ein Musterbeispiel eines florentinischen Fürstenpalais mit einem wunderschönen Innenhof. Man staunt noch heute: So feudal wurde also damals in Florenz gewohnt! Mittlerweile werden im Palazzo Strozzi wechselnde Ausstellungen moderner Kunst gezeigt.

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Mercato Centrale: Toskanische Spezialitäten

Käsestand auf dem Mercato Centrale in Florenz © Shutterstock/Tupungato

Einen Genuss für alle Sinne bietet der Mercato Centrale. In der historischen Markthalle aus dem 19. Jahrhundert kann man sich schon morgens ab 8 Uhr auf eine kulinarische Reise durch ganz Italien begeben. Allein schon die Konstruktion der Markthalle aus Eisen und Glas ist sehenswert. Gut hundert Händler sind vor Ort. Neben Obst, Gemüse, Pasta, Olivenöl, Wein, Fisch und Fleisch sind auch jede Menge andere lokale Spezialitäten aus der Toskana im Angebot. Auch wer nach kulinarischen Souvenirs sucht, wird hier ganz sicher fündig.

Tipp: Der Mercato ist auch eine gute Adresse zum Essengehen. Bis Mitternacht kann man an Ständen und in kleinen Restaurants vortrefflich speisen.

Piazzale Michelangelo: Traumblick auf Florenz

Blick auf Florenz von der Piazzale Michelangelo bei Sonnenuntergang © iStock.com/alex_west

Vor allem frühmorgens, in der Abenddämmerung und bei Sonnenuntergang ist dieser Platz traumhaft: Dann ist die Aussicht von der Piazzale Michelangelo auf die Stadt und die in warmes Licht getauchten Sehenswürdigkeiten wie Dom, Arno-Fluss und Ponte Vecchio einfach ergreifend. Den weitläufigen Platz mit seinen Bars und Restaurants drumherum sollte jeder Florenz-Reisende gesehen haben. Eine Kopie von Michelangelos David ist außerdem zu bewundern.

Tipp: Ein wunderschöner Garten findet sich unterhalb des Piazzale Michelangelo – der Giardino delle Rose, der ebenfalls ein tolles Florenz-Panorama bietet.

Geheimtipps für Florenz

Farmacia di Santa Maria Novella: Apotheke als Schatzkammer

Historische Apotheke: Die Farmacia Santa Maria Novella in Florenz © Shutterstock/mazarekic

Die wunderschöne Apotheke Santa Maria Novella mit ihren gewölbten Decken wurde 1221 von Dominikaner-Mönchen eingerichtet. Damit kann sie sich die älteste Apotheke Europas nennen. Mit ihren Holzvertäfelungen und prachtvollen Gewölben voller Fresken wirkt sie wie eine Schatzkammer. Überaus eindrucksvoll sind all die Vitrinen und Regale mit Essenzen in kostbaren Phiolen, Flakons und Keramikdosen. Im Angebot sind Parfüms nach uralten Rezepten, opulent verpackte Seifen und bunte Tüten mit Pastillen.

Fiesole: Nobelvorort mit Aussicht

Einen Abstecher wert: Das Städtchen Fiesole bei Florenz © Shutterstock/karamysh

Der etwa zehn Kilometer von der Innenstadt liegende Nobelvorort von Florenz hat einen ganz eigenen Charme. Fiesole befindet sich auf einem Hügel, wodurch einem die Renaissance-Stadt und die Landschaft der Toskana mit ihren Olivenbäumen und Zypressen quasi zu Füßen liegen. Aber auch der historische Ort selbst ist sehenswert mit seinen hübschen Gassen, Gärten und Ruinen.

Bardini-Garten: Juwel der Renaissance

Blick vom Giardino Bardini auf die Stadt © Shutterstock/stefano cellai

Ein betörend schöner Garten mit Kanälen, Brunnen und Skulpturen: Der Giardino Bardini liegt nicht nur abseits der Touristenströme. Er ist auch ein wahres Juwel der Gartenbaukunst der Renaissance. Eine schöne Aussicht bietet er obendrein.

Florenz mit Kindern

Gelato: Die Top-Eisdielen von Florenz

Glück in der Waffel: Eisgenuss gehört zum Florenz-Besuch unbedingt dazu © iStock.com/FilippoBacci

In Florenz hat Eisgenuss Geschichte: Bernardo Buontalenti erfand dort vor 500 Jahren die Eismaschine zusammen mit dem sizilianischen Koch Francesco Procopio dei Coltelli. Die Stadt hat den Ruf, einige der besten Eisdielen der Welt zu beherbergen. Das eine oder andere Gelato ist ein Muss in der Renaissance-Metropole. Zu den Top-Gelaterien zählen Grom* auf der Via del Campanile, Edoardo* an der Piazza del Duomo und die Gelateria La Carraia* an der gleichnamigen Brücke. Allen gemeinsam ist eine riesige Auswahl an Geschmacksrichtungen und die verführerische Cremigkeit ihrer Eissorten.

Tipp: In Florenz richten sich die Preise nach der Größe der Waffel, nicht nach der Anzahl der Kugeln.

Leonardo Interactive Museum: Dem Genie auf der Spur

Ausstellung im Leonardo Interactive Museum in Florenz © Leonardo Interactive Museum

Leonardo da Vinci war ein Genie seiner Zeit. Das Leonardo Interactive Museum zeigt Rekonstruktionen der Ingenieurs-, Bau- und Flugobjekte des Renaissance-Meisters. Eine ganze Reihe interaktiver Exponate zum Spielen und Ausprobieren machen das Museum gerade für Kinder und Jugendliche so interessant.

Tipp: Spannend ist auch das Galileo-Museum bei den Uffizien, wo unter anderem antike Instrumente ausgestellt sind, etwa frühe Mikroskope, Teleskope und Thermometer.

Text: Hans Schloemer

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