Hitze in Italien: Alarmstufe Rot in Rom, Florenz, Bologna
Von Katja Fastrich

Italien kämpft mit der nächsten Hitzewelle: Mehr als 35 Grad hat es in Städten wie Rom und Florenz, auf Sardinien soll es sogar noch heißer werden! Einheimische und Touristen stöhnen unter den hohen Temperaturen.
Bis zu 43 Grad auf Sardinien
Alarmstufe Rot in sieben großen Städten
Hitze und Trockenheit: Erhöhtes Waldbrandrisiko
Hitze ist kein Grund, eine Reise zu stornieren
In Italien ist kein Ende der Hitzewelle in Sicht. Wegen anhaltend hoher Temperaturen von mehr als 35 Grad auch in den nächsten Tagen hat das Gesundheitsministerium für insgesamt sieben größere Städte Alarmstufe Rot erlassen. Betroffen sind neben der Hauptstadt Rom auch andere Städte mit vielen Urlauberinnen und Urlaubern wie Florenz, Bologna und Turin.
Das bedeutet akute Gesundheitsgefahren nicht nur für ältere Menschen und andere Risikogruppen, sondern auch für Gesunde und sportlich Aktive. In neun anderen Städten wie Mailand oder Triest gilt die zweithöchste Warnstufe Orange. Für Italien ist es bereits die dritte Hitzewelle des Jahres.
Italien: Bis zu 43 Grad auf Sardinien möglich
Aktuell sind auch zahlreiche Touristinnen und Touristen betroffen, sowohl in den viel besuchten Städten als auch in besonders bei Deutschen beliebten Regionen wie Südtirol oder der Toskana. Auf der Insel Sardinien – ebenfalls ein klassisches Reiseziel – werden diese Woche bis zu 43 Grad erwartet.
Das italienische Gesundheitsministerium informiert in seinem täglich aufbereiteten Hitze-Bulletin über die Situation in den Städten.
Hitzewelle: Waldbrände und Wassermangel
Aus mehreren italienischen Regionen wurden Waldbrände gemeldet. Am schlimmsten betroffen war das Piemont im Norden, wo nach Angaben der Behörden etwa 700.000 Bäume binnen weniger Tage vernichtet wurden. Verletzt wurde niemand. Brände gab es auch anderswo, insbesondere auf den beiden großen Inseln Sizilien und Sardinien.
Touristinnen und Touristen können durch umsichtiges Verhalten dazu beitragen, das Risiko so gering wie möglich zu halten.
Die Hitze wirkt sich auch auf den Wasserstand des Po, des längsten Flusses Italiens, aus. Im Norden ist der Wasserstand aktuell sehr niedrig. Die Wassertemperatur beträgt an manchen Stellen 32 Grad.
In vielen Regionen steigt die Wasserknappheit. Über aktuelle Dürrewarnungen kann man sich bei den italienischen Behörden informieren.
Hitze in Italien: Was sie fürs Reisen bedeutet
Reisende sollten sich grundsätzlich dem extremen Wetter anpassen und ihre Aktivitäten entsprechend planen. Bei zu viel Sonne drohen Sonnenstich und Kreislaufversagen.
Hitzewelle: Das sollten Autofahrende tun
Autoreisende sollten auf die wiederkehrende Hitze vorbereitet sein: Bei hohen Temperaturen müssen besonders viele Pausen eingeplant werden, denn trotz Klimaanlage kann die permanente Sonneneinstrahlung Fahrende schnell ermüden. Mit an Bord müssen außerdem ausreichend kühle Getränke. Wer sein Auto bei Extremhitze parken muss, sollte es unbedingt im Schatten abstellen oder zumindest eine Sonnenschutzfolie außen am Auto anbringen.
Vor Fahrtantritt unbedingt den Reifendruck messen. Ein zu niedriger Reifenfülldruck ist bei den extremen Temperaturen auf jeden Fall zu vermeiden. Der zu gering befüllte Reifen verformt sich sonst während der Fahrt übermäßig, und dabei entsteht Hitze, die in Kombination mit den hohen Asphalttemperaturen zu einem Reifenplatzer führen kann.
Hitze allein reicht nicht als Stornogrund
Pauschalreisen lassen sich nur stornieren, wenn der Veranstalter wegen der Hitze entweder vor Reisebeginn erhebliche Leistungsänderungen mitteilt oder während der Reise große Reisemängel auftreten, die nicht behoben werden können. Ein leerer Pool wird da im Regelfall noch nicht ausreichen.
Etwas anderes kann gegebenenfalls gelten, wenn die beworbene Pool-Landschaft ein entscheidendes Kriterium war, die Reise zu buchen. Beim Ausfall der Klimaanlage wird es darauf ankommen, wie schnell ein solcher Defekt behoben werden kann. Bei der möglichen Rationierung von Duschwasser wird es ebenfalls auf den Umfang ankommen. Darf mehrere Tage gar nicht geduscht werden, könnte nach Ansicht von ADAC Rechtsfachleuten ein Rücktritt möglich sein, bei einer Einschränkung der Zeit wohl nur eine Minderung.
Individualreisende haben auch hier weniger Möglichkeiten: Hat man beispielsweise eine Ferienwohnung gebucht und es findet deutsches Mietrecht Anwendung, kann bei Mängeln eine Mietminderung verlangt werden. Eine Kündigung käme ebenfalls nur bei erheblichen Mängeln, die nicht beseitigt werden können, in Betracht.
Mit Material von dpa.