Grenzkontrollen zwischen Spanien und Gibraltar aufgehoben
Von Katharina Dümmer

Ein Grund zu feiern – auch für Touristen und Touristinnen: Die Grenzkontrollen zwischen Spanien und dem britischen Überseegebiet Gibraltar wurden aufgehoben. Pendler und Pendlerinnen sowie Reisende kommen jetzt schneller auf die Halbinsel. So ist die neue Situation.
Lange Grenzwartezeiten gehören seit dem 15. Juli der Vergangenheit an
Tagesausflügler und Kreuzfahrttouristen profitieren bei der Einreise
Ohne ETA nach Gibraltar
Pendelnde und Reisende, die für einen Tagestrip von der Südspitze der Iberischen Halbinsel nach Gibraltar wollten, mussten bislang teils lange Wartezeiten bei der Einreise über sich ergehen lassen. Mehr als 100 Jahre trennten Grenzkontrollen und ein Metallzaun Spanien vom britischen Überseegebiet Gibraltar. Damit ist nun Schluss.
Keine Grenzkontrollen mehr zwischen Spanien und Gibraltar
Seit Mittwoch, 15. Juli, gibt es keine Grenzkontrollen mehr zwischen Spanien und Gibraltar. Damit ist der Übergang vom EU-Land zum britischen Überseegebiet erstmals seit mehr als einem Jahrhundert kontrollfrei. Der Metallzaun wird abgebaut, bei der Einreise gelten nun die Schengen-Regeln. Möglich macht das ein Abkommen zwischen Spanien und Großbritannien.
Spaniens Außenminister José Manuel Albares sprach von einem "historischen" Ereignis. Erstmals nach drei Jahrhunderten würden sich beide Seiten "die Hände reichen". Das Abkommen sichere langfristig den Personen- und Warenverkehr über die Grenze, sagte eine Sprecherin des britischen Premierministers Keir Starmer.
Einreise: Schneller nach Gibraltar
Die Grenzöffnung zwischen Spanien und Gibraltar ist auch für deutsche Touristen und Touristinnen von hoher Bedeutung, da sie die Einreise für Tagesausflüge deutlich bequemer macht. Durch den Wegfall langwieriger Grenzkontrollen wird die Anreise enorm erleichtert.
Auf die Halbinsel Gibraltar kommen jährlich rund 10 Millionen Besucher. Die meisten reisen dabei über den Landweg aus dem benachbarten Andalusien ein, während etwa 300.000 Touristen und Touristinnen mit dem Kreuzfahrtschiff und weitere 200.000 über den Flughafen anreisen.
Ohne ETA nach Gibraltar
Für Gibraltar benötigen EU-Reisende lediglich einen gültigen Personalausweis. Eine Reisepasspflicht oder eine elektronische Einreisegenehmigung (ETA) entfällt hier im Gegensatz zum restlichen Vereinigten Königreich.
Gibraltar gehört nicht zur EU
Infolge des Austritts Großbritanniens aus der EU 2020 musste auch das britische Überseegebiet Gibraltar die EU verlassen. Obwohl sich beim Referendum 2016 rund 96 Prozent der Einwohner Gibraltars für einen Verbleib in der EU ausgesprochen hatten.
Der Streit um das Überseegebiet führte in der Vergangenheit immer wieder zu Spannungen zwischen Spanien und Großbritannien. Spanien betrachtet Gibraltar als "Kolonie" und illegal besetztes Gebiet. 1704 wurde das Gebiet von Großbritannien in Besitz genommen – und fiel 1713 im Rahmen des "Friedens von Utrecht" an Großbritannien.
Trotz des Abkommens ist der Streit um die Souveränität weiter ungelöst.
Trips nach Gibraltar sehr beliebt
Die Halbinsel misst nur sechs Kilometer in der Länge. Vom andalusischen Festland trennt sie eine 1,2 Kilometer lange Grenze. Viele Tagesausflügler parken ihr Auto auf der spanischen Seite (z.B. nahe La Línea) und gehen zu Fuß über die Grenze. Das spart Zeit und Parkgebühren.
Das Wahrzeichen Gibraltars ist der riesige Felsen, auf dem die berühmten Berberaffen leben.
Weitere Attraktionen:
St. Michael's Cave – eine beeindruckende Tropfsteinhöhle mit unterirdischen Hallen und Lichtinstallationen
Europa Point – der südlichste Punkt Gibraltars: Bei klarem Wetter reicht der Blick bis nach Marokko und Afrika
Britisches Flair und Ambiente – rote Telefonzellen, Pubs, englische Straßennamen und das zollfreie Einkaufen in der Main Street sorgen für eine ungewöhnliche Mischung aus Großbritannien und Südeuropa.