Bulgarien: Der Euro hat den Lewa als Währung abgelöst
Von Regina Ammel

In Bulgarien kann man nur noch mit dem Euro zahlen. Der Tausch von bulgarischem Bargeld in Euro ist in Deutschland nicht mehr möglich. Wie Reisende ihre Lewa jetzt dennoch einwechseln können.
Übergangsfrist beendet: Euro hat Lew ersetzt
Kein Umtausch bei der Bundesbank mehr möglich
Lewa können weiterhin in Bulgarien eingetauscht werden
Bereits im Frühjahr 2025 hatten die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank (EZB) Bulgarien die Einhaltung der erforderlichen Stabilitätskriterien und geldpolitischen Voraussetzungen für die Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung attestiert.
Anfang Juli verabschiedeten die Finanzminister der EU-Staaten nun die letzten, für die Währungsumstellung erforderlichen Rechtsakte. Damit wurde Bulgarien zum 1. Januar 2026 das 21. Mitglied der Eurozone.
Bulgarien: Der Wechselkurs Euro – Lewa
Die bulgarische Währung Lew ist bereits seit Langem fest an die europäische Gemeinschaftswährung gekoppelt: 1 Euro entspricht 1,95583 Lewa.
Das Wechselverhältnis geht bereits auf die 1990er-Jahre zurück, als die bulgarische Regierung die Landeswährung im Verhältnis 1:1 an die damals noch gültige D-Mark gebunden hatte.
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Erleichterungen im Reiseverkehr
Die Euro-Einführung in Bulgarien dürfte den Reiseverkehr erheblich erleichtern. Wer in den Balkanstaat fährt, muss sich keine Landeswährung mehr besorgen und – auch bei Online-Zahlungen – keine Wechselkursverluste in Kauf nehmen. In den letzten Jahren gab es vereinzelt Berichte, dass Wechselstuben Urlauberinnen und Urlauber durch überhöhte Gebühren abzockten.
Ein weiterer Vorteil: Vergleiche mit den Preisen zu Hause werden wesentlich einfacher.
Lewa-Tausch nach Euro-Einführung nur noch in Bulgarien
Seit 1. Februar 2026 ist der Lew kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr. Es gilt ausschließlich der Euro.
Wichtig: Bulgarische Lewa Banknoten konnten nur bis Anfang März diesen Jahres kostenlos an den Schaltern der Bundesbank umgetauscht werden. Jetzt ist ein Umtausch nur noch in Bulgarien möglich.
Euro-Einführung: Offizielle Website der bulgarischen Regierung
Die Staaten der Eurozone
Mit Bulgarien hat die Eurozone 21 offizielle Mitgliedsstaaten. Darüber hinaus ist die Gemeinschaftswährung in den Kleinstaaten Andorra, Monaco, San Marino und Vatikan gesetzliches Zahlungsmittel. Die Balkanländer Montenegro und Kosovo haben den Euro einseitig und ohne Zustimmung der EU übernommen.
Der bislang letzte Staat, der den Euro eingeführt hat, war am 1. Januar 2023 Kroatien. Restbestände an Kroatischen Kuna können nur noch bei der kroatischen Zentralbank getauscht werden.
Eurozone: Weitere Beitritte?
Weitere Beitritte zur Eurozone sind – zumindest kurzfristig – unwahrscheinlich. Grundsätzlich will zwar auch Rumänien die Gemeinschaftswährung einführen, hier sind die Pläne aber noch vage. Laut Aussage der rumänischen Regierung soll dies frühestens 2029 der Fall sein.
Prinzipiell steht der Euro allen EU-Staaten offen. Tschechien, Polen und Ungarn haben die Euro-Einführung allerdings auf unbestimmte Zeit verschoben, in Dänemark und Schweden hat sich die Bevölkerung in Referenden gegen die Gemeinschaftswährung ausgesprochen.