Wer lockt, der zahlt: Capri verbietet aggressive Touristenwerbung

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Von Sabrina Doschek

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Hafenansicht der Insel Capri
Künftig keine Flyer und keine aufdringlichen Lockangebote mehr: Die Insel Capri greift durch! © Shutterstock/Boris Stroujko

Die italienische Urlaubsinsel Capri geht mit einer neuen "Anti-Belästigungs-Verordnung" gegen aggressive Werbung vor. Wer Touristen und Touristinnen künftig ungefragt anspricht, muss mit einer hohen Geldstrafe rechnen.

  • So hoch kann die Strafe für Flyer und Lockangebote ausfallen

  • Anti-Belästigungs-Verordnung reagiert auf Massentourismus

  • Wie andere Städte Overtourism eindämmen wollen

Die beliebte Mittelmeerinsel Capri macht Schluss mit aufdringlicher Werbung, da sich Besucher und Besucherinnen zunehmend über die teils hartnäckigen Lockangebote geärgert haben. Eine neue Verordnung verbietet es deshalb Gewerbetreibenden sowie Mitarbeitenden touristischer Dienstleister und Agenturen, auf öffentlichen (und öffentlich zugänglichen) Flächen aufdringliche Methoden anzuwenden, um Kunden und Kundinnen anzulocken.

Wer Reisenden künftig Flyer zusteckt oder sie mit Lockangeboten in Restaurants, auf Bootstouren oder zu Ausflügen drängt, muss mit Geldstrafen von bis zu 500 Euro rechnen.

Keine Flyer, keine Lockangebote: Warum Capri die Regeln verschärft

Mit der Anti-Belästigungs-Verordnung reagiert Capri auf die Folgen des Massentourismus. Besonders im historischen Zentrum und im Hafen drängen sich täglich zahlreiche Besucher und Besucherinnen. Ziel der Maßnahme sei es, ein "gepflegtes Erscheinungsbild" zu wahren sowie den Fußgänger- und Fahrzeugverkehr reibungslos zu halten.

Capri: Beliebte Urlaubsinsel im Golf von Neapel

Capri zählt zu den bekanntesten und meistbesuchten Reisezielen Italiens. Die Insel im Golf von Neapel ist berühmt für ihre Villen und die zerklüftete Felsenküste. Rund 13.000 Menschen leben dauerhaft auf Capri, im Sommer kommen täglich Zehntausende Tagesgäste hinzu.

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Viele Regionen Europas kämpfen gegen Overtourism

Aufdringliche Werbung für Restaurants und touristische Dienstleistungen ist in vielen Urlaubsorten ein Ärgernis. Als Vorreiter der Anti-Belästigungs-Verordnung gilt die Gemeinde Torri del Benaco am Gardasee, wo es seit 2025 ähnliche Regeln gibt: Dort dürfen Servicekräfte Touristen und Touristinnen weder aktiv noch mit Flyern in Lokale und Bars locken.

Immer mehr Städte in Europa leiden unter den vielen Gästen und versuchen, Massentourismus einzudämmen. So verlangt die Stadt Rom seit diesem Jahr Eintritt für den weltberühmten Trevi-Brunnen, Venedig führte eine Eintrittsgebühr für Tagesausflügler ein, genauso wie Zaanse Schans (Niederlande), wo man das historische Zentrum nur noch mit Eintrittskarte besuchen darf.

Im kroatischen Dubrovnik hingegen gilt seit Kurzem eine Höchstzahl an Kreuzfahrttouristen, um die Altstadt zu schützen. Ähnliche Maßnahmen wurden auch in den spanischen Städten Barcelona und Sevilla sowie in der griechischen Hauptstadt Athen erhoben.

Mit Material von dpa.