Hochrisiko-Gebiet und 2G in Österreich: Lässt sich der Skiurlaub stornieren?

Ein leerer Sessellift in einem Skigebiet in Österreich
Corona erschwert den Winterurlaub in Österreich© Shutterstock/Dmitry Bakulov

2G-Regel in Seilbahnen, Hotels und Restaurants sowie strenge Einreisebestimmungen: Die Corona-Regeln in Österreich und die Einstufung des Landes als Hochrisiko-Gebiet stellen deutsche Winterurlauber vor Probleme. Wann sich der Skiurlaub stornieren lässt.

  • Update: Österreich wieder Hochrisiko-Gebiet

  • Verschärfte Einreisebestimmungen – auch für Geimpfte und Genesene

  • Kein Zutritt für Ungeimpfte: 2G-Regel in Seilbahnen, Hotels und Restaurants

+++ Österreich gilt seit Sonntag, 16. Januar, als Hochrisiko-Gebiet, auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes tritt dann in Kraft. Das bedeutet, dass alle Reisenden vor der Rückkehr die Digitale Einreiseanmeldung* ausfüllen müssen. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss nach der Rückkehr in Deutschland für 10 Tage in Quarantäne. Alle Regeln für die Rückkehr aus Hochrisiko-Gebieten. Von der Einstufung ausgenommen sind die Gemeinden Mittelberg/Kleinwalsertal und Jungholz sowie das Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben. +++

Die Skifahrerinnen und Skifahrer haben Hochsaison, doch für viele deutsche Reisende könnte der Winterurlaub in Österreich auch in diesem Jahr scheitern: Landesweit gelten strenge Corona-Bestimmungen. Wegen der 2G-Regel haben ungeimpfte Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren keinen Zutritt zu Seilbahnen, Hotels und Restaurants.

Zudem hat das Land seine Einreisebestimmungen massiv verschärft: Vollständig geimpfte und genesene Personen müssen zusätzlich einen PCR-Test (max. 72 Stunden alt) oder eine Booster-Impfung nachweisen können. Wer das nicht kann, muss bereits vor dem Grenzübertritt das Einreiseformular* ausfüllen und nach der Einreise für 10 Tage in Quarantäne. Diese endet, sobald ein negativer PCR-Test vorgelegt wird.

Einreisende ohne 2G-Nachweis (Impfung oder Genesung) müssen ebenfalls das Einreiseformular ausfüllen und für 10 Tage in Quarantäne. Von dieser können sie sich nach frühestens 5 Tagen freitesten.

Kinder unter 12 Jahren sind von der Testpflicht befreit, wenn sie mit einem Erwachsenen einreisen: Es gelten dieselben Quarantäne-Bestimmungen wie für die erwachsene Begleitperson.

Die Themen im Überblick

Hochrisiko-Gebiet und Quarantäne: Was für Individualreisende gilt

Das gilt beim Pauschalurlaub in Österreich

Sonderregelungen für Kinder und Jugendliche

So lange gilt die Impfung in Österreich

Rückkehr aus Österreich: Das gilt für Ungeimpfte

Hochrisiko-Gebiet und Quarantäne: Kein Storno für Individualreisende

Wird ein Land als Hochrisiko-Gebiet eingestuft, hat dies erst einmal keine Auswirkungen auf Individualtouristen, die ihren Urlaub ohne Reiseveranstalter (also einzelne Leistungen wie Hotelübernachtungen oder eine Ferienwohnung) selbst gebucht haben.

Ein Recht auf kostenlose Stornierung der Unterkunft besteht dadurch nicht. Es gibt nur dann eine Ausnahme, wenn entweder die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters – ob Hotel oder Ferienwohnung – ausdrücklich etwas anderes vorsehen, etwa ein kostenloses Stornorecht bis kurz vor Anreise. Ist dies nicht der Fall, müssen die Gäste auf Kulanz hoffen.

Ein Recht zu stornieren kann nach österreichischem Recht dann in Betracht kommen, wenn ganz Österreich oder eine Region im Land ein offizielles Beherbergungsverbot aussprechen, der Anbieter also den Vertrag nicht erfüllen kann. Sind Anreise und Unterbringung hingegen möglich, müssen Urlauber, auch bei Quarantänebedingungen, in der Regel zahlen, auch wenn sie nicht anreisen.

Hier finden Sie weitere Infos zu Reiserücktritt und Storno

Pauschalskiurlaub in Österreich kostenlos stornieren?

Und wie sieht es für Pauschalurlauber aus? Wird ein Land zum Hochrisiko-Gebiet, spricht das Auswärtige Amt eine Reisewarnung aus. In der Zeit vor Corona war dies ein deutlicher Hinweis auf "außergewöhnliche Umstände", die es Pauschalreisenden ermöglichten, kostenlos zu stornieren.

Doch die Lage ist heute anders: Ob nach fast zwei Jahren Pandemie noch ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt, wenn ein Land nach der Buchung zum Hochrisiko-Gebiet wird, ist bisher nicht höchstrichterlich geklärt. Die Frage stellt sich auch, wenn im Urlaubsland wegen der Corona-Pandemie Verschärfungen wie etwa eine 2G-Regelung eingeführt werden.

Aufgrund der unklaren Rechtslage sollten Urlauberinnen und Urlauber, die auf eine Reise in ein Hochrisiko-Gebiet verzichten wollen, mit ihrem Veranstalter eine gütliche Einigung suchen wie z.B. eine kostenlose Umbuchung. Oder einen Flextarif buchen, der eine Stornierung oder Umbuchung ohne Angabe von Gründen ermöglicht.

2G in Österreich: Sonderregelung für Jugendliche

Kinder unter zwölf Jahren müssen im Rahmen der 2G-Regel in Österreich in Seilbahnen, Hotels und Restaurants keine Impfausweise vorlegen.

Ungeimpfte Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren können den 2G-Nachweis auch über den sogenannten Holiday-Ninja-Pass erbringen. Dieser beinhaltet aufeinanderfolgende Testungen. Einzelheiten dazu und Downloadmöglichkeiten findet man beim Österreichischen Tourismusministerium*.

Auch Geimpfte könnten Probleme bekommen

Auch Geimpfte, die eine Österreich-Reise planen, müssen aufpassen, sofern ihre Immunisierung schon länger zurückliegt: Die Gültigkeit des Covid-Zertifikats wurde von zwölf Monaten auf neun Monate ab erfolgter Vollimmunisierung reduziert. In Österreich gilt man ab dem Tag der zweiten Impfung als vollständig geimpft. Danach braucht es eine weitere Dosis (meistens die dritte) für ein gültiges Zertifikat.

Rückkehr aus Österreich: Das gilt für Ungeimpfte

Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss nach der Rückkehr in Deutschland bereits vor der Einreise einen negativen Test vorlegen und für 10 Tage in Quarantäne (Freitesten nach 5 Tagen möglich). Für Kinder ab 6 Jahren gelten die selben Regeln wie für Erwachsene.

Kinder unter 6 Jahren sind von der Test-Pflicht befreit, nicht jedoch von der Quarantäne-Pflicht: Für sie endet die Quarantäne automatisch am fünften Tag nach der Einreise. Beispiel: Findet die Einreise nach Deutschland am 1. Januar statt, ist die Quarantäne ab 7. Januar automatisch beendet.

Alle Regeln für die Rückkehr aus Hochrisiko-Gebieten im Detail.

Mit Material von dpa.