2G-Regel und Lockdown in Österreich: Lässt sich der Skiurlaub stornieren?

Ein leerer Sessellift in einem Skigebiet in Österreich
Corona macht dem Winterurlaub in Österreich (vorerst) einen Strich durch die Rechnung ∙ © Shutterstock/Dmitry Bakulov

2G-Regel in Seilbahnen, Hotels und Restaurants: Die neuen Corona-Regeln in Österreich und die Einstufung des ganzen Landes als Hochrisiko-Gebiet stellen deutsche Winterurlauber vor Probleme. So lässt sich der Skiurlaub stornieren.

  • Update: Lockdown für alle bis 13. Dezember

  • Kein Zutritt für Ungeimpfte: 2G-Regel in Seilbahnen, Hotels und Restaurants

  • Einstufung als Hochrisikogebiet: Kein Storno-Grund für Individualtouristen

  • Rückkehr nach Deutschland: Quarantäne auch für ungeimpfte Kinder

+++ In Österreich gilt ein landesweiter Lockdown. Er betrifft die gesamte Bevölkerung (auch Geimpfte und Genesene) und soll bis 13. Dezember dauern. Während dieser Zeit gibt es ganztägige Ausgangsbeschränkungen, von denen das Skifahren als sportliche Betätigung im Freien allerdings ausgenommen ist. Hotels müssen während des Lockdowns schließen, ebenso Restaurants. +++

Die Skisaison steht bevor, doch für viele deutsche Reisende könnte der Winterurlaub auch in diesem Jahr scheitern. Aufgrund rasant steigender Infektionszahlen sind die Corona-Regeln im ganzen Land verschärft worden: Wegen der 2G-Regel haben ungeimpfte Erwachsene, aber auch Jugendliche keinen Zutritt mehr zu Seilbahnen, Hotels und Restaurants. Darüber hinaus gibt es wieder eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, Österreich gilt erneut als Hochrisikogebiet.

Lockdown nach deutschem Recht Rücktrittsgrund

Wer seinen Skiurlaub in den nächsten Wochen geplant hat, könnte aufgrund des beschlossenen Lockdowns für alle eine Möglichkeit zum kostenlosen Rücktritt haben, so die ADAC Juristen. Dies sei zumindest nach deutschem Recht dann möglich, wenn durch den Lockdown die gebuchten Leistungen nicht mehr so erbracht werden können, wie es vertraglich vereinbart war.

Hier finden Sie weitere Infos zu Reiserücktritt und Storno

+++ Die folgenden Informationen betreffen Reisen bis einschließlich Sonntag, 21. November, und dürften auch nach dem Ende des allgemeinen Lockdowns wieder gelten. +++

Hochrisiko-Gebiet: Kein Storno für Individualreisende

Wird ein Land als Hochrisikogebiet eingestuft, hat dies erst einmal keine Auswirkungen auf Individualtouristen, die ihren Urlaub ohne Reiseveranstalter (also einzelne Leistungen wie Hotelübernachtungen oder eine Ferienwohnung) selbst gebucht haben.

Ein Recht auf kostenlose Stornierung der Unterkunft besteht dadurch nicht. Es gibt nur dann eine Ausnahme, wenn entweder die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters – ob Hotel oder Ferienwohnung – ausdrücklich etwas anderes vorsehen, etwa ein kostenloses Storno-Recht bis kurz vor Anreise. Ist dies nicht der Fall, müssen die Gäste auf Kulanz hoffen.

Ein Recht zu stornieren kann dann in Betracht kommen, wenn Österreich oder eine Region im Land ein offizielles Beherbergungsverbot aussprechen, das Hotel also den Vertrag nicht erfüllen kann. Sind Anreise und Unterbringung möglich, selbst wenn es Quarantänebedingungen gibt, müssen Urlauber zahlen. Hinweis der ADAC Juristen: In der Regel findet das Recht des jeweiligen Landes, also hier österreichisches Recht Anwendung. Daher sind Unterschiede bei der Beurteilung der Rechtslage denkbar.

Pauschalskiurlaub in Österreich kostenlos stornieren?

Und wie sieht es für Pauschalurlauber aus? Wird ein Land zum Hochrisikogebiet, spricht das Auswärtige Amt eine Reisewarnung aus. In der Zeit vor Corona war dies ein deutlicher Hinweis auf "außergewöhnliche Umstände", die es Pauschalreisenden ermöglichten, kostenlos zu stornieren.

Doch die Lage ist heute anders: Ob nach fast zwei Jahren Pandemie noch ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt, wenn ein Land nach der Buchung zum Hochrisikogebiet wird, ist bisher nicht höchstrichterlich geklärt. Die Frage stellt sich auch, wenn im Urlaubsland wegen der Corona-Pandemie Verschärfungen wie etwa eine 2G-Regelung eingeführt werden.

Aufgrund der unklaren Rechtslage sollten Urlauberinnen und Urlauber, die auf eine Reise in ein Hochrisikogebiet verzichten wollen, mit ihrem Veranstalter eine gütliche Einigung suchen wie z.B. eine kostenlose Umbuchung. Oder einen Flextarif zu buchen, der eine Stornierung oder Umbuchung ohne Angabe von Gründen ermöglicht.

2G in Österreich: Noch keine Lösung für Kinder ab zwölf

Kinder unter zwölf Jahren müssen im Rahmen der 2G-Regel in Österreich in Seilbahnen, Hotels und Restaurants keine Impfausweise vorlegen, für Jugendliche aus dem Ausland zwischen zwölf und 15 Jahren gibt es noch keine Lösung. Österreichische Jugendliche hingegen können ihren sogenannten Ninja-Pass vorlegen. Corona-Testnachweise erlauben keinen Zugang mehr.

Rückkehr nach Deutschland: Quarantäne auch für Kinder

Geimpfte und genesene Reisende müssen bei der Rückkehr aus einem Hochrisikogebiet lediglich die Digitale Einreiseanmeldung* ausfüllen. Ungeimpfte brauchen bei der Rückkehr nach Deutschland außerdem einen aktuellen Corona-Test und müssen für zehn Tage in Quarantäne.

Eltern müssen außerdem beachten, dass auch Kinder bei der Rückkehr aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland für zehn Tage in Quarantäne müssen. Ungeimpfte Kinder ab zwölf Jahren können sich frühestens fünf Tage nach der Wiedereinreise mit einem negativen Test davon befreien. Kinder unter zwölf Jahren sind zwar von der Testpflicht befreit, nicht aber von der Quarantänepflicht: Für sie endet die Quarantäne automatisch am fünften Tag nach der Einreise.

Alle Infos zur Test- und Quarantänepflicht bei der Rückkehr nach Deutschland

Auch Geimpfte könnten Probleme bekommen

Auch Geimpfte, die eine Österreich-Reise planen, müssen aufpassen, sofern ihre Immunisierung schon länger zurückliegt: Die Gültigkeit des Covid-Zertifikats reduziert sich ab 6. Dezember auf neun Monate ab erfolgter Vollimmunisierung (bisher zwölf Monate). In Österreich gilt man ab dem Tag der zweiten Impfung als vollständig geimpft. Danach braucht es eine weitere Dosis (meistens die dritte) für ein gültiges Zertifikat. Achtung! Während einer Übergangsfrist bis 6. Dezember gilt die Erstimpfung in Kombination mit einem PCR-Test als Eintrittsnachweis.

Mit Material von dpa.