Fahrradtransport in Italien: Neue Regeln für die Warntafel am Auto

Ein Auto faährt in Itlaien mit einem Fahrradepäckträger
Wer sein Fahrrad mit nach Italien nehmen möchte, sollte sich vorher genau informieren, was er beachten muss© IMAGO/Pond5 Images

Vorsicht, Bußgeldfalle: In Italien muss jede nach hinten über das Heck eines Autos hinausragende Ladung mit einer Warntafel versehen werden. Jetzt hat sich die Gesetzeslage geändert.

  • Warntafel auch für Heckträger mit Kennzeichen und Beleuchtung

  • Fahrräder dürfen nicht breiter sein als das Auto

  • Bußgeld bis zu 345 Euro

Grundsätzlich gilt: Wer in Italien etwas transportiert, das in der Länge über das Heck hinausragt oder einen Heckträger verwendet, muss eine rot-weiße Warntafel anbringen.

Nimmt die nach hinten überstehende Ladung die gesamte Fahrzeugbreite ein, müssen zwei der vorbezeichneten Warntafeln links und rechts am seitlichen Ende der Ladung angebracht werden.

Italien: Vorschriften für die Warntafel


Eine Warntafel soll aus Metallblech sein, muss eine Abmessung von mindestens 50 x 50 Zentimeter haben und rot-weiß schraffiert sein (fünf rote Streifen). Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht werden mit mindestens 80 Euro geahndet.

Keine Ausnahmen mehr beim Transport am Auto

Seit einer Gesetzesänderung im August 2023 waren Heckträger, die mit Wiederholungs-kennzeichen (Kennzeichen von Fahrzeug und Heckträger identisch) und eigener Beleuchtung ausgestattet sind, von dieser Regelung ausgenommen. Es durfte auf eine Warntafel verzichtet werden.

Diese Gesetzesänderung wurde jedoch inzwischen wieder ausgesetzt, weil mehrere Hersteller von Heckträgersystemen jetzt gegen die – mit der Gesetzesänderung verbundenen Verschärfungen – gerichtlich vorgegangen sind. Es gilt daher vorerst wieder die alte Gesetzeslage, wonach auch bei beleuchteten und mit Wiederholungskennzeichen ausgestatteten Heckträgern Warntafeln verwendet werden müssen.

Da diese Art von Heckträgern oft auch für den Transport von Fahrrädern verwendet werden, müssen Radfahrurlauber und -urlauberinnen jetzt besonders aufpassen. Benötigten sie vorher keine Warntafel, um ihr Rad mit nach Italien zu nehmen, sind sie nun also bis auf Weiteres verpflichtet, eine Warntafel anzubringen. Dies gilt übrigens auch für Winterreisende, die ihre Ski oder Snowboards mit einem Heckträger transportieren.

Mit einer gerichtlichen Entscheidung ist aber frühestens im Sommer 2024 zu rechnen.

Fahrrad gilt als schwer erkennbare Ladung

Wer sein Fahrrad mit nach Italien nehmen möchte, muss darüber hinaus noch eine Besonderheit beachten. Nach der italienischen Straßenverkehrsordnung darf Ladung zwar im Grundsatz in der Breite jeweils 30 Zentimeter über die Schlussleuchten hinausragen. Dies gilt allerdings nicht für so genannte schwer erkennbare Ladung.

Nach der neuen Interpretation des italienischen Gesetzgebers sind Fahrräder schwer erkennbar und dürfen daher am Heckträger nicht breiter sein als das Auto selbst. Vor allem bei kleineren Pkw ist dies aber oft der Fall. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Spiegel ein- oder ausgeklappt sind, weil die Breite an den Schlussleuchten entscheidend ist.

Nach Auskunft der Straßenverkehrspolizei Bozen sind derzeit in Südtirol in solchen Fällen keine Strafen zu erwarten. Beanstandungen sind aber – je nach Interpretation der örtlich zuständigen Verkehrspolizisten – in anderen Regionen Italiens nicht auszuschließen.

Italien verhängt hohe Bußgelder

Reisende, deren Fahrräder also über die Schlussleuchten herausragen, sollten sich gegebenenfalls überlegen, ob sie so beladen tatsächlich nach Italien fahren wollen, denn eine Rechtssicherheit gibt es derzeit nicht. Der Verstoß kann mit einem Bußgeld von bis zu 345 Euro geahndet werden.

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