Spenden dringend benötigt: In Deutschland ist Blut aktuell knapp
Von Tanja Echter

Die Vorräte an Blutkonserven werden aktuell knapp. Wegen der starken Erkältungs- und Grippewelle können deutlich weniger Menschen Blut spenden.
Wer akut erkrankt ist, darf nicht spenden
Weniger Spenderblut für Krankenhäuser
Rückgang der Spenden während Wintereinbruch
Versorgung mit Blutspenden kritisch
In Deutschland sind derzeit die Blutkonserven knapp. Das hat mehrere Ursachen: Zum einen wird in Ferienzeiten und während der Weihnachtsfeiertage grundsätzlich weniger gespendet als sonst. Zum anderen gehen aufgrund des Wintereinbruchs und der Erkältungs- und Grippewellen weniger Menschen als sonst zum Blutspenden.
Seit Anfang des Jahres ist die Situation angespannt. "Wir können den Kliniken zurzeit weniger liefern", erklärt Stephan David Küpper, Pressesprecher für die Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). "Wir rechnen immer in Tagesreichweiten, für gewöhnlich bevorraten wir Blutreserven für vier bis fünf Tage", so Küpper. "Derzeit sind wir dazu nicht mehr in der Lage." Im Moment reichen die gelagerten Konserven nur für rund 1,5 Tage.
Die Haltbarkeit einer Blutkonserve ist sehr begrenzt. "Ein Joghurt ist quasi länger haltbar als ein Blutpräparat", beschreibt Stephan David Küpper. "Deshalb rufen wir immer wieder zur Blutspende auf, um den Versorgungsstatus zu halten."
Bei Erkältung fällt Blutspende aus
Laut DRK wirkt sich insbesondere die hohe Zahl an Atemwegserkrankten auf die Verfügbarkeit von Spenderblut aus. Während einer akuten Infektion sowie rund ein bis vier Wochen nach Genesung sollte man nicht zur Blutspende. Wer unsicher ist, kann sich beim jeweiligen Blutspendedienst informieren und die entsprechende Empfehlung beachten.
Die große ADAC Blutspendeaktion für alle
Blut spenden bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und anderen zu helfen. Darum setzt der ADAC ein starkes Zeichen für Solidarität und Menschlichkeit. Werden Sie Teil davon: Gemeinsam mit regionalen Blutspendediensten ruft der ADAC zur großen bundesweiten Blutspendeaktion auf.
Alle Termine und Informationen dazu finden Sie auf adac.de/blutspende.
DRK hofft auf Entspannung
Das DRK setzt darauf, dass sich die Situation in den kommenden Wochen entspannt. Ein aktueller Aufruf könnte dazu führen, dass kurzfristig mehr Menschen Termine buchen. Spendewillige sollten deshalb mit längeren Wartezeiten rechnen. Wenn zeitnah kein Termin verfügbar sei, sollte man unbedingt eine Buchung zu einem späteren Zeitpunkt versuchen.
Blutspendedienste plädieren für eine verlässlichere Spendenpraxis: "Wir brauchen mehr Kontinuität bei den Spenden, sowas wie eine Blutspende-Routine", so DRK-Sprecher Küpper. Eine Versorgungslücke wie aktuell würde damit seltener zustande kommen.
Mit Material von dpa.