Glatteis in Deutschland: Wo jetzt Glättegefahr besteht
Von Redaktion

Die Glatteisgefahr bleibt Deutschland erhalten – zumindest in einigen Regionen warnt der Deutsche Wetterdienst weiterhin vor extremer Straßenglätte. Mancherorts wird das Streusalz knapp. Wo es zu Einschränkungen kommt.
Update: Airport Berlin nimmt Betrieb wieder auf
Massive Glättegefahr vor allem im Nordosten Deutschlands
Einschränkungen im Bahn- und Fährverkehr
Glättegefahr im Nordosten Deutschlands
Autofahrende sowie Fußgänger und Fußgängerinnen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg müssen auch am Freitag, 6. Februar, besonders vorsichtig sein. Der Nordosten Deutschlands leidet weiter unter erheblicher Straßenglätte. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet weiterhin mit überfrierendem Regen und Glatteis in dieser Region. Eine Unwetterwarnung sprach der DWD für die Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Rügen und den Kreis Rostock. Weiter südlich gebe es Glatteis. Angespannt ist die Lage auch in Teilen Niedersachsens.
Die Lage dürfte sich erst im Tagesverlauf bei Temperaturen um den Gefrierpunkt langsam entspannen. Vereinzelt könne noch Schneegriesel fallen. Vor allem im Südosten über der Landesmitte und bis in den Nordosten wird mit Nebel und regional Sichtweiten unter 100 Metern gerechnet.
Die Aussichten für das Wochenende
Die Glatteisgefahr soll zum Wochenende vielerorts abnehmen. Laut DWD können sich mildere Luftmassen bis in den Nordosten ausbreiten. Aber dort wird es ein Mix aus Schneeregen, Regen und letztem gefrierenden Regen bei leichten Plusgraden geben. Im Südwesten und Westen werden teilweise frühlingshafte Temperaturen erwartet. Entlang des Rheins sollen die Höchsttemperaturen um die 10 Grad erreichen. Teils zeigt sich sogar die Sonne.
Häufig bleibt es aber nebelig bedeckt oder ganztägig trüb. Schon in der Nacht zum Sonntag, 8. Februar, kann es im Nordosten wieder etwas schneien. In vielen Tilen Deutschlands hält sich der Nebel auch am Sonntag.
Glättewarnung: Unfälle, Staus und Probleme im Bahnverkehr
Am Freitag ereigneten sich einige Glätteunfälle auf den Autobahnen. Mancherorts müssen sich die Autofahrer und Autofahrerinnen wegen dichtem Nebel auf schlechte Sicht einstellen. In mehreren Landkreisen Mecklenburg-Vorpommerns wurde der Busverkehr aufgrund der extremen Wetterlage eingestellt. Schulausfälle gibt es vereinzelt auch noch in Niedersachsen.
Schnee und spiegelglatte Straßen hatten am Donnerstag. 5. Februar, vor allem im Osten und Nordosten zu Unfällen, langen Staus und Problemen im Bahnverkehr geführt. Auf der eisglatten A10 bei Potsdam wurden bei einer Reihe von Unfällen 19 Menschen verletzt. Es gab auch Behinderungen im Bahnverkehr zwischen Hannover und Berlin.
Hier erfahren Sie alles zur aktuellen Straßensituation in Deutschland.
Deutsche Bahn: Probleme im Fernverkehr
Das Winterwetter sorgt im Fernverkehr der Deutschen Bahn weiterhin für Ausfälle und Verspätungen. Diese Verbindungen sind auch am Freitag noch betroffen:
Die ICE-Linie Berlin - Wolfsburg - Kassel Wilhelmshöhe - Frankfurt(M) - Saarbrücken fällt aus
Hamburg/Berlin – Hannover – Frankfurt (M) – Frankfurt (M) Flughafen fällt aus
Ostseebad Binz – Stralsund/Warnemünde – Rostock – Berlin – Leipzig – Jena/Elsterwerda – Dresden – Chemnitz (Ausfall Einzelzüge)
Hamburg – Büchen – Wittenberge/Uelzen – Salzwedel – Stendal – Berlin fällt aus
Ostseebad Binz – Stralsund – Berlin – Halle (Saale) – Erfurt – Frankfurt (M) – Mannheim – Saarbrücken) fällt zwischen Berlin und Stralsund / Ostseebad Binz aus
Einige Nordseeinseln wegen Eis und Wind nicht erreichbar
Einige Fähren auf nordfriesischen Inseln fahren auch am Freitag nicht. Das betrifft Verbindungen zwischen Dagebüll, Föhr und Amrum (Kreis Nordfriesland) sowie zwischen Schlüttsiel und den Halligen Hooge und Langeneß (Kreis Nordfriesland). Fahrten müssen teilweise verschoben werden oder fallen komplett aus. Die Wyker Dampfschiffsreederei informiert auf ihrer Website über den aktuellen Stand der Verbindungen. Fahrgäste werden gebeten, sich dort regelmäßig zu informieren und ausgefallene Fahrten eigenständig umzubuchen.
Auch die Fähren nach Wangerooge verkehren am Freitag noch nicht wieder. Bei den Verbindungen nach Spiekeroog gibt es bis mindestens Sonntag, 8. Februar, Ausfälle und Verspätungen.
Und: Der Betrieb der wichtigen Elbfähre zwischen dem schleswig-holsteinischen Glückstadt und Wischhafen in Niedersachsen bleibt bis mindestens Dienstag, 10. Februar, eingestellt.
So ist die Lage an den Flughäfen in Deutschland
Der Flugbetrieb am Berliner Flughafen BER hat am Freitagmittag den Betrieb wieder schrittweise aufgenommen. Aufgrund von Blitzeis und anhaltendem Eisregen waren seit Donnerstagabend keine Starts und Landungen möglich. Passagiere müssten sich aber weiterhin auf Verspätungen und Ausfälle einstelle. Sie werden gebeten, ihren Flugstatus vor Anreise regelmäßig zu prüfen.
Der Flugbetrieb an den anderen Airports in Deutschland läuft weitgehend normal. Allerdings waren am Freitag Vormittag die Auswirkungen der Flughafen-Sperre in Berlin auch an anderen Airports zu spüren: Sechs Flüge aus Frankfurt nach Berlin beispielsweise wurden annulliert.
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Eingeschränkter Winterdienst - Streusalz wird knapp
In Niedersachsen und auch in anderen Bundesländern ist inzwischen wegen der lang anhaltenden winterlichen Bedingungen teilweise das Streusalz knapp. Betroffen sind unter anderem der Landkreis Osnabrück, das Emsland oder auch die Stadt Meppen.
Grundsätzlich gilt: Bei Straßenglätte ist es am wichtigsten, besonders vorausschauend und umsichtig zu fahren und genügend Abstand einzuhalten. Es wird geraten, sich vor Fahrtantritt über die Situation auf den Autobahnen zu informieren.
Im Zeitraum 9. bis 11. Februar müssen sich Verkehrsteilnehmende auf eingeschränkte Winterdienste und gesperrte Tunnel sowie Brücken einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat verschärfte Warnstreik unter anderen bei den Landesstraßenbauverwaltungen angekündigt. Am Dienstag, 10. Februar, etwa soll Niedersachsen und Bremen betroffen sein.
Gut zu wissen: In Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht.
Mit Material von dpa.