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Frankreich in Corona-Zeiten: Was Reisende wissen müssen

Ein typischer Frankreichurlaub zum Eifelturm ist im Juli wieder möglich
Nicht nur für die Hauptstadt Paris gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ∙ © iStock.com/Eva Katalin

In Frankreich steigt die Zahl der Corona-Infektionen weiter an. Wer jetzt dorthin will, muss strenge Vorgaben beachten. Urlaubsreisen nach Frankreich sind bis auf Weiteres nicht möglich.

  • Update: Einreise nach Frankreich nur mit triftigem Grund

  • Strikte Ausgangsbeschränkungen auch im Dezember

  • Reisewarnung für das ganze Land

  • Aktuelle Inzidenz: 145,3 Infizierte je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen

Urlaub im Ausland trotz Lockdown? Die wichtigsten Fakten

Um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, haben Bund und Länder den Reiseverkehr innerhalb Deutschlands bis mindestens 20. Dezember massiv eingeschränkt. Was gilt nun bei Reisen ins Ausland? Ist ein Urlaub außerhalb Deutschlands möglich?

  • Reisen ins Ausland sind nicht ausdrücklich verboten. Angesichts der in Europa und weiten Teilen der Welt massiv zunehmenden Corona-Infektionen sollte sich aber jeder überlegen, ob ein Auslands-Urlaub derzeit sinnvoll ist.

  • Die Grenzen sind von deutscher Seite aus offen. Einzelne Länder haben aber von sich aus Beschränkungen oder Einreiseverbote verhängt. Zudem sind Wartezeiten durch Grenzkontrollen und Zurückweisungen möglich.
    Die aktuelle Lage an Deutschlands Grenzen

  • Der Flug-, Bahn- und Fährverkehr findet auch ins Ausland grundsätzlich statt. Reisende müssen allerdings mit Ausfällen oder Terminänderungen rechnen und sollten sich kurzfristig bei ihrer Airline, Reederei oder Bahngesellschaft über den aktuellen Stand informieren.

Frankreich ist von der Corona-Pandemie stärker betroffen als Deutschland. Die Zahl der Corona-Fälle war in den letzten Wochen massiv gestiegen, mittlerweile sinken die Zahlen aber wieder deutlich. Der Inzidenz-Wert der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner liegt aktuell bei 145,3 (Stand: 27. November) und damit in etwa auf dem Niveau von Deutschland.

Ganz Frankreich gilt mittlerweile als Corona-Risikogebiet. Es besteht eine generelle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Übersicht: Coronavirus in Frankreich

Einreise nach Frankreich nur mit triftigem Grund

Die Grenzen zu Frankreich sind prinzipiell offen. Laut Informationen der Landesregierung des Saarlandes* benötigen Deutsche und alle übrigen EU-Ausländer bis mindestens 1. Dezember einen triftigen Grund, um nach Frankreich einzureisen.

Um diesen nachzuweisen, müssen Reisende ein Formular in französischer Sprache ausfüllen und dabei haben. Zusätzlich muss man bei Kontrollen den dort genannten Grund mit zusätzlichen Dokumenten belegen können.

Je nach Zweck der Reise bieten die französischen Behörden drei verschiedene Formulare an. Diese können mit einer deutschsprachigen Ausfüllhilfe über die Internetseite der Saarländischen Landesregierung heruntergeladen werden. In Frankreich ist immer die französisch-sprachige Version mitzuführen.

Urlaubsreisen sind hier nicht erfasst und daher ausgeschlossen. Hotels und Campingplätze in Frankreich sind prinzipiell für touristische Übernachtungen geschlossen. An den Grenzen ist mit verstärkten Kontrollen, Wartezeiten und gegebenenfalls Zurückweisungen zu rechnen.

Transit durch Frankreich mit triftigem Grund möglich

Transitreisen von Spanien durch Frankreich nach Deutschland sind – mit dem entsprechenden Formular – für Personen mit Wohnsitz in Deutschland problemlos möglich. Die Rückkehr nach Hause gilt als triftiger Grund.

Bezüglich des Transits von Deutschland durch Frankreich nach Spanien weist die saarländische Landesregierung ausdrücklich darauf hin, dass auch dafür ein triftiger Grund (z.B. zwingende familiäre Gründe) vorliegen muss. Dieser ist bei einer Kontrolle durch eines der oben genannten Formulare und gegebenenfalls mit zusätzlichen Dokumenten nachzuweisen. Ohne triftigen Grund sind Transitreisen nicht erlaubt und können empfindliche Geldstrafen nach sich ziehen.

Weitere Informationen zur Maut, den Kraftstoffpreisen und den Verkehrsbestimmungen in Frankreich.

Rückkehrer aus Frankreich: Formular und Quarantäne

Deutsche, die sich aktuell in Frankreich aufhalten und die Heimreise mit dem Pkw antreten wollen, können dies nach Recherchen des ADAC tun. Dazu müssen sie das Formular "Sonderausgangsbescheinigung"* (siehe oben) ausfüllen. Die Fahrt nach Hause wird als zwingender familiärer Grund anerkannt.

Wer auf der Rückreise nach Deutschland eine Zwischenübernachtung einlegen will oder muss, sollte mögliche Unterkünfte bereits im Vorfeld kontaktieren und klären, ob er übernachten kann.

Da ganz Frankreich als Corona-Risikogebiet gilt, müssen sich Reisende nach ihrer Rückkehr nach Deutschland in eine zehntägige Quarantäne begeben, die man in den meisten Bundesländern frühestens ab dem fünften Tag durch einen negativen Test abkürzen kann. Zudem ist ein digitales Einreiseformular* auszufüllen, das an die zuständige Gesundheitsbehörde weitergeleitet wird.

Einreise nach Deutschland: Alles zur Quarantäne-Pflicht

Wer im Laufe seines Frankreich-Aufenthalts Covid-19-Symptome bemerkt, sollte vorerst in der eigenen Unterkunft bleiben. Bei Notfällen kontaktieren Sie die Notrufnummer 15 des Rettungsdienstes (SAMU). Sollten Sie einen Arzt aufsuchen müssen, vereinbaren Sie vorher telefonisch einen Termin.

Reisen mit der Bahn : Weniger Verbindungen

Während der strikten Ausgangsbeschränkungen in Frankreich dürften die Bahnverbindungen von Deutschland nach Frankreich und umgekehrt deutlich reduziert werden. Innerhalb des Landes sollen nur noch 30 Prozent aller Schnellzüge fahren, bei Fernzügen soll der Zugverkehr sogar auf 15 Prozent zusammenschrumpfen, heißt es seitens der französischen Bahngesellschaft SNCF.

Für Reisende gilt prinzipiell: Ein Mund-Nasen-Schutz muss während der gesamten Fahrt und an den Bahnhöfen getragen werden. Es ist ratsam, Fahrkarten vorab zu buchen und diese als Onlineticket abzuspeichern, um den Kontakt zu anderen Reisenden noch geringer zu halten.

Fieberkontrollen und Maskenpflicht im Flugzeug

Für Flugreisen gilt prinzipiell auch im Teil-Lockdown folgendes Prozedere: Allen Flugpassagieren wird bei Ausreise vor dem Boarding die Körpertemperatur gemessen, damit sich das Virus nicht auf engem Raum im Flugzeug ausbreiten kann. Außerdem gilt den ganzen Flug über eine Maskenpflicht. Dasselbe gilt für den Aufenthalt in den Flughäfen.

Für Einreisende aus Risikogebieten gibt es Corona-Tests an den Airports: Nur wer einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen kann, ist davon ausgenommen. Reisende aus Deutschland sind von den verpflichtenden Tests nicht betroffen, benötigen für Reisen aber einen triftigen Grund.

Weitere Infos zum Fliegen in Corona-Zeiten.

Teil-Lockdown bis Mitte Dezember

Bis zum 15. Dezember gilt in ganz Frankreich ein weitgehender Lockdown mit strikten Ausgangsbeschränkungen:

  • Menschen dürfen nur mit triftigem Grund auf die Straße (z.B. wichtige Einkäufe, Arztbesuch, Wege zum Arbeitsplatz). Kurze Spaziergänge an der frischen Luft sind ebenfalls erlaubt.

  • Reisen in andere Regionen des Landes sind nur in Ausnahmefällen gestattet.

  • Bars, Cafés, Restaurants, Beherbergungsbetriebe wie Hotel und Pensionen, Freizeiteinrichtungen, Sehenswürdigkeiten und nicht unentbehrliche Geschäfte müssen schließen.

Am Samstag, 28. November, treten Lockerung für den Einzelhandel in Kraft. Dann dürfen auch kleinere Geschäfte wieder öffnen.

Abstandsregeln und Maskenpflicht im ganzen Land

Wer sich in Frankreich aufhält, sollte Folgendes wissen: Mindestens ein Meter Abstand zu Personen, die nicht aus dem eigenen Haushalt stammen. Alle Personen über elf Jahren müssen in öffentlichen Verkehrsmitteln (inklusive Taxis) und öffentlichen geschlossenen Räumen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Unter anderem in Paris und den umliegenden Départements Seine-Saint-Denis, Hauts-de-Seine und Val-de-Marne sowie in Marseille und Toulouse gilt Maskenpflicht im gesamten Stadtgebiet. Die Regelung gilt auch für Fahrrad- und Rollerfahrer sowie Fahrer anderer Fortbewegungsmittel im Freien.

Sehenswürdigkeiten bleiben geschlossen

Bis zum geplanten Ende Lockdowns am 15. Dezember bleiben alle Sehenswürdigkeiten geschlossen. Wie das Sicherheitskonzept danach aussehen wird und wie viele Attraktionen dann wieder geöffnet haben, ist unklar. Bereits vor dem Teil-Lockdown waren nicht alle Museen geöffnet.

Urlaub im Hotel oder auf dem Campingplatz nicht möglich

Im Lockdown empfangen Hotels und Pensionen keine Gäste, auch keine ausländischen Touristen. Schon davor galten strenge Regelungen, die je nach Region und Unterkunft unterschiedlich sein konnten. Die Hotels durften nicht voll ausgelastet sein, Restaurants empfingen weniger Gäste, um die Hygieneauflagen erfüllen zu können.

Auch Campingurlauber sind vom Lockdown betroffen. Wenn dieser vorbei ist und Camping wieder möglich sein wird, müssen sich Reisende auf folgende Einschränkungen einstellen: Sehr strenge Hygiene- und Zugangsregeln zu den Sanitärgebäuden und Campingplatz-Pools, eingeschränkte Öffnungszeiten der gemeinschaftlich genutzten Räume. Viele Plätze dürften eine vorherige Reservierung zur Pflicht machen.

Korsika-Fähre: Bei Reederei nach Fahrplänen erkundigen

Die Reisebeschränkungen dürften sich nach Einschätzung von Touristikern auch auf die Anzahl der Fähren von und nach Frankreich oder Korsika auswirken. Details erfahren Kunden bei ihrer Reederei. Bei den Fähren, etwa nach Korsika, gelten prinzipiell folgende Sicherheitsvorkehrungen: Reisende werden vorab vom Anbieter per E-Mail oder SMS informiert. Während der gesamten Überfahrt ist das Tragen einer Gesichtsmaske in den öffentlichen Bereichen verpflichtend. Das Boarding erfolgt nacheinander, sowohl mit dem Auto als auch zu Fuß. So wird die Anzahl der Personen an Bord unter Kontrolle gehalten. Die Anzahl der Sitzplätze ist verringert, damit der Mindestabstand eingehalten wird.

Bei einer Überfahrt nach Korsika wird in jedem Hafen den Passagieren zusätzlich die Temperatur gemessen.

Französische Überseegebiete teils Risikogebiete

Französisch-Guyana, Guadeloupe, Martinique, St. Martin, La Réunion und Französisch-Polynesien gelten laut Robert-Koch-Institut ebenfalls als Risikogebiet: Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung erlassen.

Alle Flugreisen ohne triftigen Grund in die Überseegebiete Französisch-Guyana, Mayotte, Neu-Kaledonien sowie Wallis und Futuna sind untersagt.

Alle Reisenden auf die französischen Antillen (Guadeloupe, Martinique, St. Martin, St. Barthélémy) und La Réunion müssen bei Abflug ein negatives Covid-19-PCR-Testergebnis, das nicht älter als 72 Stunden ist, vorlegen. Auch eine Selbsterklärung zur Symptomfreiheit müssen Urlauber dabei haben. Eine Quarantäne-Verpflichtung besteht aktuell nicht, teilweise empfehlen die französischen Behörden die Durchführung eines zweiten Tests sieben Tage nach Einreise. Für Französisch-Polynesien gelten darüber hinaus zusätzliche Einreisebeschränkungen.

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