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Frankreich-Urlaub 2020: Was Reisende wissen müssen

Ein typischer Frankreichurlaub zum Eifelturm ist im Juli wieder möglich
Auch für die Hauptstadt Paris gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ∙ © iStock.com/Eva Katalin

In Frankreich ist die Zahl der Corona-Infektionen in den letzten Wochen massiv gestiegen. Was Reisende jetzt wissen müssen, bevor sie sich auf den Weg machen.

  • Update: Reisewarnungen auch für Centre-Val-de-Loire, Normandie und Bretagne

  • Verschärfte Maskenpflicht in einigen Großstädten

  • Maskenpflicht in öffentlichen geschlossenen Räumen und Verkehrsmitteln

  • Aktuelle Inzidenz: 126,55 Infizierte je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen

Frankreich ist von der Corona-Pandemie stärker betroffen als Deutschland. Die Zahl der Corona-Fälle ist in den letzten Wochen deutlich gestiegen. Der Inzidenz-Wert der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner liegt aktuell bei 126,55 (Stand: 28. September) und damit deutlich über der kritischen Marke von 50.

Übersicht: Coronavirus in Frankreich

Zehn Regionen gelten als Risikogebiete

Nach dem erneuten Anstieg der Corona-Infektionen hat das Robert-Koch-Institut diese französischen Regionen zu Risikogebieten erklärt:

  • Okzitanien

  • Nouvelle-Aquitaine

  • Auvergne-Rhône-Alpes

  • Korsika

  • Île-de-France (Großraum Paris)

  • Provence-Alpes-Côte d'Azur

  • Hauts-de-France

  • Centre-Val-de-Loire (mit Orleans und Tours)

  • Normandie

  • Bretagne

Dadurch gilt nicht mehr nur eine Reisewarnung für ganz Südfrankreich und den Großraum Paris, sondern auch für Teile im Norden und in der Mitte des Landes. Betroffen sind einige der wichtigsten Reiseziele deutscher Urlauber: die gesamte Mittelmeerregion mit ihren Badestränden, die Ferieninsel Korsika, die gesamte Atlantikküste und die Schlösserregion im Loire-Tal.

Urlauber, die aus diesen Gebieten nach Deutschland zurückkehren, sind verpflichtet, sich auf Covid-19 testen zu lassen. Der Test muss innerhalb von 72 Stunden erfolgen. Am einfachsten ist es, ihn bereits am Flughafen unmittelbar nach der Landung zu machen.

Diese Rückkehrertests sind kostenlos. Bis das Ergebnis vorliegt – meist innerhalb von 48 Stunden – müssen sich Reisende zu Hause selbst isolieren. Bei einem positiven Befund müssen sie in eine mindestens 14-tägige Quarantäne.

Frankreich-Urlaub mit dem Auto

Eine Frankreich-Reise mit dem Auto stellt auch in der derzeitigen Lage keine grundsätzlichen Probleme dar. Touristen aus den EU-Staaten dürfen uneingeschränkt einreisen. Autourlauber sollten jedoch eventuell etwas mehr Zeit einplanen, da es an den Grenzen zu stichprobenartigen Kontrollen kommen kann.

Weitere Informationen zur Maut, den Kraftstoffpreisen und den Verkehrsbestimmungen in Frankreich.

Reisen mit der Bahn

Auch die Anreise mit der Bahn ist möglich. Ein Mund-Nasen-Schutz muss während der gesamten Fahrt getragen werden. Es ist ratsam, Fahrkarten vorab zu buchen und diese als Onlineticket abzuspeichern, um den Kontakt zu anderen Reisenden noch geringer zu halten. Die französische Verkehrslinie Thalys bietet vier Züge pro Tag zwischen Deutschland und Paris an.

Fieberkontrollen und Maskenpflicht im Flugzeug

Allen Flugpassagieren wird bei Ausreise vor dem Boarding die Körpertemperatur gemessen, damit sich das Virus nicht auf engem Raum im Flugzeug ausbreiten kann. Außerdem gilt den ganzen Flug über eine Maskenpflicht.

Für Einreisende aus Risikogebieten gibt es Corona-Tests an den Airports: Nur wer einen aktuellen, negativen Corona-Test vorweisen kann, ist davon ausgenommen. Reisende aus Deutschland sind von den verpflichtenden Tests nicht betroffen.

Weitere Infos zum Fliegen in Corona-Zeiten.

Abstandsregeln und Maskenpflicht im ganzen Land

Auch für Touristen gilt: mindestens ein Meter Abstand zu Personen, die nicht aus dem eigenen Haushalt stammen. Alle Personen über elf Jahren müssen in öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

In mehreren Touristenorten in der Bretagne (u.a. La Rochelle), im Département Mayenne, aber auch in Städten wie Nizza, Toulouse, Marseille sowie in der Hauptstadt Paris ist die Corona-Schutzmaske auch auf der Straße Pflicht. Die Regelung gilt auch für Fahrrad- und Rollerfahrer sowie Fahrer anderer Fortbewegungsmittel im Freien.

Auch in dem an Deutschland grenzenden Département Bas-Rhin muss unter anderem in Straßburg, Hagenau, Bischwiller und Oberehnheim ein Mund-Nasen-Schutz unter freiem Himmel getragen werden.

Aktuell weitere Corona-Einschränkungen im öffentlichen Leben

Immer mehr Städte und Departements führen strengere Regeln ein. Im Departement Indre-et-Loire sind unter anderem Umtrunke und Snacks im Stehen verboten. Bars in geschlossenen Räumen ohne Sitzmöglichkeiten sind geschlossen, Toulouse, Nizza und Bordeaux haben ähnliche Regeln eingeführt. In Marseille und dem Überseegebiet Guadeloupe müssen bis auf Weiteres alle Bars und Restaurants komplett schließen. In Paris und weiteren Großstädten wie Lille oder Rennes tritt in Bars die Sperrstunde um 22 Uhr in Kraft.

Touristen sollten sich also gut informieren, welche Regeln in der Region gelten, die sie besuchen.

Eiffelturm und Louvre begrenzen Besucherzahl

Tickets für viele Sehenswürdigkeiten wie den Eiffelturm oder den Louvre in Paris sind begrenzt, damit Besucher genügend Abstand halten können. Eintrittskarten müssen meistens schon vorab online reserviert oder gekauft werden. 

In Restaurants gilt ein Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter zwischen den Tischen. Pro Tisch sind maximal 10 Personen erlaubt. Viele Restaurants haben eingeschränkte Öffnungszeiten.

Zudem ist auch am Strand der Mindestabstand einzuhalten und beim Nutzen von Sportanlagen ist mit Einschränkungen zu rechnen.

Wer im Laufe seines Frankreich-Aufenthalts Covid-19-Symptome bemerkt, sollte vorerst in der eignen Unterkunft bleiben. Bei Notfällen kontaktieren Sie die Notrufnummer 15 des Rettungsdienstes (SAMU). Sollten Sie einen Arzt aufsuchen müssen, vereinbaren Sie vorher telefonisch einen Termin.

Urlaub im Hotel oder auf dem Campingplatz

Fast alle Hotels und Pensionen empfangen Gäste. In Hotels und Appartements sind Abstands- und weitere Sicherheitsregeln verordnet. Diese erfährt man von der Unterkunft. Auch hier muss der Mindestabstand eingehalten sowie der Kontakt zu Mitmenschen so gering wie möglich gehalten werden.

Für Urlauber auf dem Campingplatz sind die Vorsorgemaßnahmen nochmals verstärkt worden. Die Hygiene- und Zugangsregeln zu den Sanitärgebäuden sind angepasst und auch die Öffnungszeiten der gemeinschaftlich genutzten Räume wurden entsprechend verändert. In vielen Campingplätzen wird einiges mehr an Chlor in den Pool gegeben und auch die Liegen stehen mindestens einen Meter auseinander. Mehrere Campingplätze können nur nach vorheriger Reservierung besucht werden.

Die Sport-, Animations- und Kinderprogramme sind den Vorschriften angepasst und lassen zum Beispiel nur kleinere Gruppen oder diese nur im Freien zu.

Korsika-Fähre: Maskenpflicht an Bord

Auch auf den Fähren, etwa nach Korsika, sind weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Über diese werden Reisende vorab vom Anbieter per E-Mail oder SMS informiert. Während der gesamten Überfahrt ist das Tragen einer Gesichtsmaske in den öffentlichen Bereichen verpflichtend. Das Boarding erfolgt nacheinander, sowohl mit dem Auto als auch zu Fuß. So wird die Anzahl der Personen an Bord unter Kontrolle gehalten. Die Sitzplätze sind verringert, damit der Mindestabstand eingehalten wird.

Bei einer Überfahrt nach Korsika wird in jedem Hafen den Passagieren zusätzlich die Temperatur gemessen.

Was Sie zu Fähren in Corona-Zeiten wissen müssen.

Französische Überseegebiete teils Risikogebiete

Französisch-Guyana, La Réunion, Guadeloupe und St. Martin gelten laut Robert-Koch-Institut als Risikogebiet: Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung erlassen.

Alle Flugreisen ohne triftigen Grund in die Überseegebiete Französisch-Guyana, Mayotte, Französisch-Polynesien, Neu-Kaledonien sowie Wallis und Futuna sind untersagt. Die französischen Antillen (Guadeloupe, Martinique, St. Martin, St. Barthélémy) und La Réunion sind davon nicht betroffen, allerdings gilt dort weiterhin eine Quarantänepflicht.