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Frankreich in Corona-Zeiten: Was Reisende wissen müssen

Ein typischer Frankreichurlaub zum Eifelturm ist im Juli wieder möglich
Nicht nur für die Hauptstadt Paris gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ∙ © iStock.com/Eva Katalin

In Frankreich sind die Corona-Infektionszahlen in den letzten Wochen wieder leicht gestiegen. Wer dorthin reisen möchte, muss strenge Vorgaben beachten. Urlaubsfahrten nach Frankreich sind nur unter Einschränkungen möglich. Bei der Rückkehr droht eine Quarantäne.

  • Ganz Frankreich gilt als Corona-Risikogebiet

  • Was man bei der Einreise nach Frankreich beachten muss

  • Aktuelle Inzidenz: 190,3 Infizierte je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen

Urlaub im Ausland trotz Lockdown? Die wichtigsten Fakten

Um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, raten Bund und Länder von nicht zwingend notwendigen Reisen bis mindestens 31. Januar ab. Was gilt bei Reisen ins Ausland? Ist ein Urlaub außerhalb Deutschlands überhaupt möglich?

  • Für die meisten Länder gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes

  • Reisen ins Ausland sind nicht ausdrücklich verboten. Angesichts der in Europa und weiten Teilen der Welt massiven Corona-Infektionswelle sollte sich aber jeder überlegen, ob ein Auslandsurlaub derzeit sinnvoll ist

  • Die Grenzen sind von deutscher Seite aus offen. Einzelne Länder haben aber von sich aus Beschränkungen oder Einreiseverbote verhängt: Jeder Reisende ist selbst dafür verantwortlich, sich darüber zu informieren. Wartezeiten durch Grenzkontrollen und Zurückweisungen sind möglich
    Die aktuelle Lage an Deutschlands Grenzen

Frankreich ist von der Corona-Pandemie stärker betroffen als Deutschland. Die Zahl der Corona-Fälle war zeitweise massiv gestiegen, inzwischen haben sich die Zahlen aber auf mittlerem Niveau eingependelt. Der Inzidenz-Wert der letzten sieben Tage je 100.000 Einwohner liegt aktuell bei 190,3 (Stand: 11. Januar, Quelle: ECDC).

Das Robert-Koch-Institut hat wieder ganz Frankreich (einschließlich der Bretagne und Korsika) als Corona-Risikogebiet eingestuft, es gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Davon ausgenommen sind lediglich die Überseegebiete Martinique, Guadeloupe und La Réunion.

Übersicht: Coronavirus in Frankreich

Was man bei der Einreise nach Frankreich wissen muss

Die Grenzen zu Frankreich sind prinzipiell offen. Laut Informationen der Landesregierung des Saarlandes* benötigen Deutsche für die Einreise nach Frankreich allerdings einen triftigen Grund, wenn diese während der Zeit der Ausgangsbeschränkungen in Frankreich erfolgt.

Die Ausgangsbeschränkungen gelten landesweit zwischen 18 und 6 Uhr. Zu beachten ist, dass dann nicht nur die Einreise betroffen ist, sondern man im genannten Zeitraum generell in Frankreich nur aus einem triftigen Grund unterwegs sein darf.

Um bei Bedarf einen triftigen Grund nachzuweisen, müssen Reisende ein Formular in französischer Sprache ausfüllen und mit sich führen. Dieses kann man mit einer deutschsprachigen Ausfüllhilfe auf der Internetseite der Saarländischen Landesregierung* herunterladen. Den im Formular angegebenen Grund muss man bei Kontrollen gegebenenfalls mit zusätzlichen Dokumenten belegen können.

Touristische Aktivitäten sind hier nicht erfasst und daher während der Zeit der Ausgangsbeschränkungen ausgeschlossen. Viele Hotels und Campingplätze sind derzeit geschlossen. Wer in Frankreich übernachten will, sollte deshalb vorab mit der Unterkunft klären, ob dies möglich ist.

An den Grenzen ist generell mit verstärkten Kontrollen, Wartezeiten und gegebenenfalls Zurückweisungen zu rechnen.

Transit durch Frankreich möglich

Transitreisen von Spanien durch Frankreich nach Deutschland sind – mit dem entsprechenden Formular – für Personen mit Wohnsitz in Deutschland auch zwischen 18 und 6 Uhr möglich. Die Rückkehr nach Hause gilt als triftiger Grund.

Bei einer Transitfahrt von Deutschland durch Frankreich nach Spanien gibt es tagsüber keine Probleme. Zwischen 18 und 6 Uhr darf man aber nur unterwegs sein, wenn dafür ein triftiger Grund vorliegt. Wie bei allen Fahrten innerhalb Frankreichs in diesem Zeitfenster muss dieser bei einer Kontrolle durch das obengenannte Formular und gegebenenfalls mit zusätzlichen Dokumenten nachgewiesen werden. Allein der Wunsch, möglichst schnell nach Spanien zu kommen, gilt nicht als triftiger Grund. Verstöße können empfindliche Geldstrafen nach sich ziehen.

Weitere Informationen zur Maut, den Kraftstoffpreisen und den Verkehrsbestimmungen in Frankreich.

Rückkehrer aus Frankreich: Formular und Quarantäne

Deutsche, die sich aktuell in Frankreich aufhalten und die Heimreise mit dem Pkw antreten wollen, können dies nach Recherchen des ADAC tagsüber problemlos tun. Wenn sie zwischen 18 und 6 Uhr unterwegs sind, müssen sie das obengenannte Formular* ausfüllen. Die Fahrt nach Hause wird als zwingender familiärer Grund anerkannt.

Rückkehr aus einem Risikogebiet nach Deutschland

In ganz Deutschland gilt jetzt eine Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten. Sie betrifft sowohl Flugreisende als auch Menschen, die mit Bahn, Bus oder Auto unterwegs waren.

Alle Details zu Quarantäne, Melde- und Testpflicht finden Sie hier.

Für Rückkehrer nach Baden-Württemberg soll die Quarantänepflicht nach einer Ankündigung der Landesregierung auch bei einem Kurzaufenthalt von unter 24 Stunden gelten. Dadurch sollen vor allem Einkaufsfahrten unterbunden werden.

Reisen mit der Bahn: Weniger Verbindungen

Während der Ausgangsbeschränkungen in Frankreich (siehe unten) sind die Bahnverbindungen von Deutschland nach Frankreich und umgekehrt deutlich reduziert. Innerhalb des Landes fahren nur noch 30 Prozent aller Schnellzüge, bei Fernzügen sind es sogar noch weniger, heißt es seitens der französischen Bahngesellschaft SNCF.

Für Reisende gilt prinzipiell: Ein Mund-Nasen-Schutz muss während der gesamten Fahrt und an den Bahnhöfen getragen werden. Es ist ratsam, Fahrkarten vorab zu buchen und diese als Onlineticket abzuspeichern, um den Kontakt zu anderen Reisenden noch geringer zu halten.

Fieberkontrollen und Maskenpflicht im Flugzeug

Für Flugreisen gilt prinzipiell auch im Teil-Lockdown folgendes Prozedere: Allen Flugpassagieren wird bei Ausreise vor dem Boarding die Körpertemperatur gemessen, damit sich das Virus nicht auf engem Raum im Flugzeug ausbreiten kann. Außerdem gilt den ganzen Flug über eine Maskenpflicht. Dasselbe gilt für den Aufenthalt in den Flughäfen.

Für Einreisende aus Risikogebieten gibt es Corona-Tests an den Airports: Nur wer einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen kann, ist davon ausgenommen. Reisende aus Deutschland sind von den verpflichtenden Tests nicht betroffen, benötigen für Reisen aber einen triftigen Grund.

Weitere Infos zum Fliegen in Corona-Zeiten.

Verschärfte Maßnahmen im Teil-Lockdown

Bis auf Weiteres gilt in ganz Frankreich ein Teil-Lockdown:

  • Nachts zwischen 18 und 6 Uhr gilt eine Ausgangssperre. Ausnahmen von der Ausgangsperre gibt es nur, wenn bestimmte triftige Gründe vorliegen.

  • Tagsüber dürfen die Menschen ihre Wohnungen wieder ohne triftigen Grund verlassen.

  • Reisen in andere Regionen des Landes sind prinzipiell wieder gestattet. Viele Hotels, Pensionen, Campingplätze und andere Unterkünfte sind aber geschlossen.

  • Bars, Cafés und Restaurants sowie Freizeiteinrichtungen und Sehenswürdigkeiten sind ebenfalls geschlossen. Eine Öffnung soll frühestens am 20. Januar erfolgen.

  • Geschäfte hingegen dürfen unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen Kunden empfangen.

Abstandsregeln und Maskenpflicht im ganzen Land

Wer sich in Frankreich aufhält, sollte Folgendes wissen: Mindestens ein Meter Abstand zu Personen, die nicht aus dem eigenen Haushalt stammen. Alle Personen über elf Jahren müssen in öffentlichen Verkehrsmitteln (inklusive Taxis) und öffentlichen geschlossenen Räumen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Unter anderem in Paris und den umliegenden Départements Seine-Saint-Denis, Hauts-de-Seine und Val-de-Marne sowie in Marseille und Toulouse gilt Maskenpflicht im gesamten Stadtgebiet. Die Regelung gilt auch für Fahrrad- und Rollerfahrer sowie Fahrer anderer Fortbewegungsmittel im Freien.

Sehenswürdigkeiten bleiben geschlossen

Bis zum Ende des Teil-Lockdowns bleiben alle Sehenswürdigkeiten geschlossen. Wie das Sicherheitskonzept danach aussehen wird und wie viele Attraktionen dann wieder geöffnet haben, ist unklar. Bereits vor dem Teil-Lockdown waren nicht alle Museen geöffnet. Der geplante Wiedereröffnung des Pariser Eiffelturms wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Korsika-Fähre: Bei Reederei nach Fahrplänen erkundigen

Die Reisebeschränkungen dürften sich nach Einschätzung von Touristikern auch auf die Anzahl der Fähren von und nach Frankreich oder Korsika auswirken. Details erfahren Kunden bei ihrer Reederei.

Bei den Fähren, etwa nach Korsika, gelten prinzipiell folgende Sicherheitsvorkehrungen: Reisende werden vorab vom Anbieter per E-Mail oder SMS informiert. Während der gesamten Überfahrt ist das Tragen einer Gesichtsmaske in den öffentlichen Bereichen verpflichtend. Das Boarding erfolgt nacheinander, sowohl mit dem Auto als auch zu Fuß. So wird die Anzahl der Personen an Bord unter Kontrolle gehalten. Die Anzahl der Sitzplätze ist verringert, damit der Mindestabstand eingehalten wird.

Bei einer Überfahrt nach Korsika wird in jedem Hafen den Passagieren zusätzlich die Temperatur gemessen.

Französische Überseegebiete teils Risikogebiete

Französisch-Guyana, St. Martin und Französisch-Polynesien gelten laut Robert-Koch-Institut als Risikogebiete: Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung ausgesprochen.

Alle Flugreisen ohne triftigen Grund in die Überseegebiete Französisch-Guyana, Mayotte, Neu-Kaledonien sowie Wallis und Futuna sind untersagt.

Alle Reisenden auf die französischen Antillen (Guadeloupe, Martinique, St. Martin, St. Barthélémy) und La Réunion müssen bei Abflug ein negatives Covid-19-PCR-Testergebnis, das nicht älter als 72 Stunden ist, vorlegen. Auch eine Selbsterklärung zur Symptomfreiheit müssen Urlauber dabei haben. Eine Quarantäne-Verpflichtung besteht aktuell nicht, teilweise empfehlen die französischen Behörden die Durchführung eines zweiten Tests sieben Tage nach Einreise. Für Französisch-Polynesien gelten darüber hinaus zusätzliche Einreisebeschränkungen.

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