Spritpreise: Geplanter Tankrabatt könnte sich verzögern

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Von Sabrina Doschek

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Auf einer Anzeigetafel einer Tankstelle stehen bei Sonnenaufgang die aktuellen Preise für Benzin und Diesel. (Wischeffekt durch Langzeitbelichtung.) Seit dem Krieg der USA und Israels gegen den Iran liegen die Benzin- und Dieselpreise über 2 Euro pro Liter.
Hohe Spritpreise: Tanken bleibt für Autofahrende teuer. Kommt jetzt die Entlastung?© dpa/Jens Kalaene

Der Krieg in Nahost hat Rekordpreise bei Benzin und Diesel verursacht. Die Bundesregierung hat daraufhin eine Senkung der Energiesteuer verkündet. Doch der geplante Tankrabatt könnte sich verzögern. Plus: die Spritpreise im Tages- und Wochenverlauf.

  • Bundesregierung einigt sich auf Entlastung, aber Tankrabatt könnte sich verzögern

  • Ölpreis rangiert wie in der Vorwoche bei etwa 95 US-Dollar

  • Dieselpreis sinkt gegenüber Vorwoche um 16,1 Cent je Liter, Preis für Super E10 um 8,1 Cent

  • Diesel in Nordrhein-Westfalen, E10 in Bremen und im Saarland am günstigsten

Bundesregierung beschließt Entlastungsmaßnahmen

Angesichts der stark gestiegenen Spritpreise hatte die Koalition am Montag, 13. April, Entlastungsmaßnahmen beschlossen. So soll die Energiesteuer auf Benzin und Diesel für einen Zeitraum von zwei Monaten um rund 17 Cent brutto pro Liter gesenkt werden. Zudem soll es Arbeitgebern ermöglicht werden, eine steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie in Höhe von 1000 Euro zu zahlen. Eine ähnliche Prämie gab es in der Corona-Pandemie.

Der ADAC begrüßt die befristete Senkung der Energiesteuer um 17 Cent, mit der die Bundesregierung eine Forderung des Clubs aufgenommen hat, fordert aber auch, dass sich die vollen 17 Cent an den Zapfsäulen niederschlagen.

Hohe Spritpreise: Tankrabatt könnte sich verzögern

Jetzt warnen Branchenverbände: Der geplante Tankrabatt könnte bei den Verbrauchern und Verbraucherinnen verspätet ankommen – im ungünstigsten Fall droht sogar vorübergehend Kraftstoffmangel. Im Gesetzentwurf heißt es, es sei „nicht auszuschließen, dass sich die Steuersatzsenkung verzögert und nur schrittweise in den Verbraucherpreisen niederschlägt“.

Hintergrund ist die Systematik der Energiesteuer. Die niedrigeren Steuersätze sollen vom 1. Mai bis zum 30. Juni gelten. Allerdings wird die Energiesteuer bereits fällig, wenn der Kraftstoff an die Tankstellen geliefert wird.

Es ist damit zu rechnen, dass viele Autofahrende vor der Energiesteuersenkung zunächst zurückhaltend tanken. Der Preisvorteil durch die niedrigeren Steuersätze dürfte sich daher nicht überall punktgenau zum Stichtag um Mitternacht bemerkbar machen.

Stattdessen wird er voraussichtlich erst nach und nach sichtbar – nämlich dann, wenn die bislang regulär versteuerten Kraftstoffe verkauft sind und sukzessive geringer besteuerte Ware an die Tankstellen geliefert wird. Zudem wirken weitere Faktoren auf den Spritpreis ein. Die Energiesteuer sei zwar ein wichtiger Bestandteil, aber keineswegs der allein ausschlaggebende.

Der ADAC hält Versorgungsengpässe rund um den 1. Mai jedoch für unwahrscheinlich: Das sei auch beim Tankrabattmodell von 2022 befürchtet worden, aber dann nicht eingetreten.

Tagesverlauf: Preise für Diesel und E10 sinken nur langsam

An den sechs Tagen nach Einführung des sogenannten Österreich-Modells (1. April 2026) hatte der Dieselpreis im Tagesdurchschnitt jeweils ein neues Allzeithoch erreicht. Zuletzt sind, erstmals seit fast zwei Wochen, sowohl Superbenzin der Sorte E10 als auch Diesel etwas billiger geworden.

Am Montag, 20. April, kostete ein Liter Diesel im bundesweiten Durchschnitt 2,147 Euro – 0,5 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für Super E10 ist sogar minimal gestiegen: Ein Liter kostete am Montag im Durchschnitt 2,061 Euro (ein Plus von 0,2 Cent).

Am Ostermontag, 6. April, erreichte E10 mit 2,192 Euro je Liter den höchsten Stand des Jahres. Zum höchsten E10-Preis aller Zeiten, am 14. März 2022, kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, fehlte an diesem Tag nur noch 1 Cent.

Ölpreis: Entwicklung im Vergleich zur Vorwoche

Der Rohölpreis als maßgebliche Größe zur Bewertung der Kraftstoffpreise rangiert wie in der Vorwoche bei etwa 95 US-Dollar (ca. 81 Euro). Damals wurde der zweiwöchige Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran verkündet.

Als Folge war der Ölpreis im Tagesverlauf um bis zu 15 Prozent abgestürzt und schloss auf einem ähnlichen Niveau wie derzeit. Erst mit Verzögerung kam dies auch bei den Preisen an den Zapfsäulen an – der sogenannte Rakete-und-Feder-Effekt, ein schneller, starker Preisanstieg der Spritpreise, auf den ein langsamer Rückgang folgt.

Benzinpreis und Dieselpreis im Wochenvergleich

Leichte Entspannung am Kraftstoffmarkt, aber noch keine Entwarnung – so könnte man die Entwicklung der Kraftstoffpreise während der vergangenen Woche bewerten. Wie die aktuelle ADAC Auswertung vom Dienstag, 14. April, zeigt, ist der Preis für Diesel gegenüber der Vorwoche um 16,1 Cent je Liter, Super E10 um 8,1 Cent gesunken. So kostete Super E10 am Dienstag, 14. April, 2,107 Euro, vor einer Woche lag der Preis noch bei 2,188 Euro. Für Diesel mussten die Autofahrerinnen und Autofahrer am Dienstag 2,286 Euro (Vorwoche: 2,447 Euro) bezahlen.

Diesel in NRW, E10 in Bremen und im Saarland am günstigsten

Die Autofahrerinnen und Autofahrer in Bayern und Brandenburg müssen aktuell deutschlandweit die höchsten Preise beim Tanken bezahlen. Brandenburg weist die höchsten Benzinpreise auf, Bayern ist dagegen beim Diesel am teuersten. Das ist das Ergebnis der aktuellen ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise in den 16 deutschen Bundesländern. Am günstigsten tankt man E10 momentan in Bremen und im Saarland, Diesel in Nordrhein-Westfalen.

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Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen

Die Erfahrungen nach den ersten beiden Wochen des Österreich-Modells zeigen, dass die Spritpreise kurz vor 12 Uhr stark ansteigen und dann bis zum Abend in abnehmender Geschwindigkeit fallen. Nachts gibt es kaum Preisbewegungen. Erst ab dem nächsten Morgen sinken die Preise wieder etwas, bis erneut der Anstieg um 12 Uhr mittags vollzogen wird. Somit ist der günstigste Tankzeitpunkt im Tagesverlauf kurz vor dem einmaligen Erhöhungszeitpunkt am Mittag.

Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren:

  • Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. Die Preisunterschiede der Tankstellen betragen im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter, im Vergleich zu Autobahntankstellen sogar noch deutlich mehr. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.

  • Auf teures Super E5 verzichten: In der Regel vertragen alle Benziner ab Produktionsdatum November 2010 Super E10. Daher sollte man auf das teurere Super E5 nach Möglichkeit verzichten. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent sparen.

  • Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bietet die Spritpreis-App "ADAC Drive". Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.

Mitarbeit: Katharina Dümmer

Mit Material von dpa.