Corona-Lockdown: Urlaub in Deutschland schon bald möglich

Blick auf den Kölner Dom
Die Corona-Beschränkungen sorgen am Kölner Dom für weniger Betrieb ∙ © Shutterstock/Sina Ettmer Photography

Der Lockdown und die Corona-Notbremse schränken Tourismus in Deutschland derzeit stark ein. Erste Bundesländer wollen das Reisen aber nun erleichtern. Das sind die Pläne.

  • Update 1: Tourismus-Lockerungen in Bayern, Niedersachsen und Sachsen

  • Update 2: Bundesweite Erleichterungen für Geimpfte geplant

  • Wann die Corona-Notbremse gilt

  • Tipps zum Stornieren bereits gebuchter Reisen

Mit der sogenannten Bundes-Notbremse – einem verschärften Infektionsschutzgesetz – wurden Standards festgelegt, die sich nach der 7-Tage-Inzidenz je nach Stadt oder Landkreis richten. Darüber hinaus gelten weiterhin die Corona-Verordnungen der Bundesländer.

Und das sieht die Corona-Notbremse vor: Wenn die 7-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen) in einem Landkreis an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Schwelle von 100 überschreitet, gelten dort ab dem übernächsten Tag schärfere Maßnahmen, zum Beispiel eine nächtliche Ausgangssperre. Diese bleiben so lange bestehen, bis die 7-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen die Schwelle von 100 unterschreitet.

Urlauber und Reisende sollten sich immer darüber informieren, was in ihrer Region gilt.

Das sind die Corona-Hotspots in Deutschland

Die wichtigsten Regeln im Überblick

Tourismusstart in einigen Bundesländern geplant

Geschäfte, Restaurants: Öffnung von Inzidenz abhängig

Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen

Generelle Corona-Regeln in Deutschland

Reisen mit Bus, Bahn und Flugzeug

Wichtige Hinweise für Autofahrer

Reise-Recht: Wenn Sie jetzt ein Hotel gebucht haben

Urlaub in Europa ist nur begrenzt möglich

Tourismusstart in einigen Bundesländern geplant

Noch schränkt das Beherbergungsverbot touristische Reisen in Deutschland stark ein. Das könnte sich jedoch bald ändern:

Bayern will ab dem 21. Mai in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von unter 100 wieder touristische Übernachtungen zulassen.

In Niedersachsen sind in Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz von unter 100 seit dem 10. Mai ebenfalls wieder touristische Übernachtungen möglich – allerdings zunächst nur für Einwohner Niedersachsens.

In Sachsen gibt es seit dem 10. Mai wieder touristische Angebote in Regionen, in denen die 7-Tage-Inzidenz fünf Tage lang unter 100 lag: Dort ist Urlaub auf Campingplätzen und in Ferienwohnungen möglich. Ab einer Inzidenz von unter 50 sind auch Übernachtungen in Pensionen und Hotels wieder erlaubt.

Mecklenburg-Vorpommern erlaubt zumindest vollständig geimpften Tagesausflüglern und Zweitwohnungsbesitzern aus anderen Bundesländern wieder die Einreise. 

Bei stabilen Inzidenzwerten unter 100 sollen künftig in Thüringen bestimmte Formen des Tourismus wieder möglich sein: Lockerungsmaßnahmen gelten für Außengastronomie, Campingplätze und Ferienhäuser. Alle anderen touristischen Übernachtungen sollen aber vorerst verboten bleiben.

Beherbergungsverbote in Deutschland: Wo darf man übernachten?

Diese Ausflüge sind trotz Corona möglich

Geschäfte, Restaurants: Öffnung von Inzidenz abhängig

Kellner mit Mundschutz bedient Frau im Restaurant
Restaurants dürfen abhängig vom Inzidenzwert Gäste bewirten ∙ © Shutterstock/David Tadevosian

Restaurants, Cafés und andere Lokale dürfen grundsätzlich dann wieder öffnen, wenn die 7-Tage-Inzidenz dauerhaft unter 100 liegt, zudem müssen die Vorgaben des jeweiligen Bundeslands erfüllt sein. Essen zum Mitnehmen und Lieferdienste sind weiterhin erlaubt.

In Städten und Landkreisen, in denen die Notbremse gilt, dürfen Läden nur dann Kunden empfangen, wenn diese einen negativen Corona-Test vorlegen und einen Termin gebucht haben. Ab einer Inzidenz von 150 ist nur noch das Abholen bestellter Waren möglich (Click & Collect). Ausnahmen gibt es unter anderem für Lebensmittelgeschäfte, Tankstellen, Apotheken, Drogerien, Tierbedarf.

Neben der Notbremse gelten weiterhin auch die Corona-Verordnungen der Bundesländer, die in einzelnen Punkten sogar schärfer ausfallen können: Eine Übersicht der Maßnahmen in den Bundesländern findet man auf der Webseite des Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes*.

Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen

Überschreitet ein Landkreis oder eine Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen die 7-Tage-Inzidenz von 100, greifen am übernächsten Tag verschärfte Kontaktbeschränkungen: Höchstens ein Haushalt darf sich mit einer weiteren Person treffen. Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit.

Ist die 100er-Schwelle überschritten, gibt es nächtliche Ausgangssperren (22 bis 5 Uhr). Auch hier gelten neben der Notbremse weiterhin die Corona-Verordnungen der Bundesländer, die in einzelnen Punkten sogar schärfer ausfallen können: Eine Übersicht der Maßnahmen in den Bundesländern findet man auf der Webseite des Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes*.

Das gilt bei Ausgangsbeschränkung und Ausgangssperre

Geimpfte: Keine Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen

Nachdem bereits einige Bundesländer vorgeprescht waren, wurden die Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene nun in ganz Deutschland gelockert: Für sie gelten etwa keine Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen mehr. Geimpfte und Genesene werden Getesteten gleichgestellt und brauchen auch beispielsweise für einen Zoobesuch keinen Corona-Test mehr.

Zudem können Geimpfte und Genesene sich mit weiteren Geimpften treffen und werden bei Treffen mit Ungeimpften im Familien- oder Freundeskreis nicht mitgezählt.

Die Maskenpflicht an bestimmten Orten sowie das Abstandsgebot im öffentlichen Raum gelten aber unabhängig vom Impfstatus weiter.

Generelle Corona-Regeln in Deutschland

In geschlossenen, öffentlich zugänglichen Räumen ist jeder verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. In öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften ist eine medizinische Maske (OP-Maske oder FFP2-Maske) zu tragen. Bei Verstößen gegen die Maskenpflicht gibt es in allen Ländern ein Mindestbußgeld von 50 Euro.

Landesweit gelten zudem die Abstands- und Hygieneregeln weiter. Auf die Einhaltung eines Mindestabstands von 1,5 Metern ist konsequent zu achten.

Eine Übersicht der Corona-Regeln in den Bundesländern findet man auf der Webseite des Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes*.

Reisen mit Bus, Bahn und Flugzeug

Die Deutsche Bahn stellt während des Lockdowns in Deutschland rund 85 Prozent des regulären Sitzplatzangebots zur Verfügung. Bei der Wahl eines möglichst wenig frequentierten Zugs hilft die Auslastungsanzeige*, die auf der Bahn-Webseite für jede Verbindung abrufbar ist. Der grenzüberschreitende Bahnverkehr ist eingeschränkt.

Der Bahn-Konkurrent Flixtrain nimmt seinen Zugverkehr ab Pfingsten wieder auf, zunächst auf der Verbindung Hamburg – Köln. Ab dem 27. Mai sollen dann auch Züge zwischen Hamburg, Berlin und Leipzig fahren, ab dem 17. Juni zusätzlich zwischen München und Frankfurt.

Alles Wissenswerte zum Bahnfahren in Corona-Zeiten

Mit einem vorerst deutlich reduzierten Angebot fährt das Fernbusunternehmen Flixbus wieder. Zunächst werden rund 40 Ziele angesteuert, darunter stark nachgefragte Strecken wie Berlin – Hamburg oder Berlin – München.

Trotz des Lockdowns bietet Lufthansa weiterhin Flüge an. Aufgrund des begrenzten Angebots ist eine rechtzeitige Buchung empfehlenswert. Zudem ist dringend ratsam, sich frühzeitig nach dem Flugstatus zu erkundigen. Kurzfristige Streichungen oder veränderte Abflugzeiten sind möglich.

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Das müssen Flugreisende in Corona-Zeiten außerdem beachten

Autofahren in Corona-Zeiten

Wer eine Fahrt mit dem Auto plant, sollte beachten, dass auch hier Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren gelten können. Alle Details dazu finden Sie hier: Das sind die Corona-Regeln für Autofahrer

Stauprognose: Auf diesen Strecken droht viel Verkehr

Diese Tankstellen, Raststätten und WCs entlang der Autobahnen sind offen

Reise-Recht: Wenn Sie jetzt ein Hotel gebucht haben

ADAC Juristen weisen darauf hin, dass Gäste trotz des Lockdowns möglicherweise auf ihren Hotelkosten sitzen bleiben können. Da es kein Reiseverbot gibt, ist die Rechtslage folgendermaßen: Muss ein Gast einen Hotelaufenthalt vorzeitig abbrechen, weil der Hotelier aufgrund einer behördlichen Anordnung die Leistung nicht weiter anbieten darf, so darf die Unterkunft nur den tatsächlich verbrachten Aufenthalt berechnen.

ADAC erweitert Leistungen wegen Corona

Der ADAC hat für alle Plus- und Premium-Mitglieder seine Leistungen erweitert und übernimmt zusätzlich anfallende Übernachtungs- und Heimreisekosten, sollte während einer Reise eine coronabedingte Quarantäne von den Behörden angeordnet werden.

Für sorgenfreie Ferien: ADAC erweitert sein Leistungsangebot

Wenn der Hotelier jedoch weiter anbieten darf, zum Beispiel bei Geschäftsreisenden, und der Gast selbst den Aufenthalt absagt oder verkürzt, muss der Gast für das Zimmer grundsätzlich auch dann zahlen, wenn er es nicht nutzt.

Corona-Virus: Das sind Ihre Rechte als Reisende

Urlaub in Europa nur begrenzt möglich

Die meisten europäischen Länder sind vom Robert Koch-Institut zumindest in Teilen als Corona-Risikogebiete eingestuft, es gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Zudem gibt es auch in Europa Länder oder einzelne Regionen, die als Hochinzidenz-Gebiete gelten. Allerdings ist der Deutschen liebste Ferieninsel Mallorca kein Corona-Risikogebiet mehr.

Deutschlands Nachbarländer haben die Einreisemöglichkeiten teils stark eingeschränkt.

So ist die Lage an Deutschlands Grenzen

Übersicht: Reisewarnungen und Corona-Risikogebiete weltweit

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